OP steht an, Pflegedienst rät, Höherstufung zu beantragen

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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melm69
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OP steht an, Pflegedienst rät, Höherstufung zu beantragen

Beitragvon melm69 » 08.01.2019, 06:15

Hallo zusammen,

zunächst allen noch ein gesundes , streßfreies neues Jahr !!

Übermorgen steht die erste Bein OP bei Jana an. Habe riesen Bammel davor.

Janas Unterschenkel wird 2x durchtrennt und mit Schienen und Schrauben wieder neu gerichtet.

Dann erfolgt 6 Wochen Rollstuhl. Anschließend wieder 1 Woche Klinik. Und statt Gips bekommt Jana eine Beinorthese und sie soll dort wieder lernen zu laufen.

Anschließend viel Physiotherapie und evtl. eine Reha.

Das zweite Bein kommt frühestens nach 5 Monaten dran.

Das ganze Procedere noch einmal. Jetzt war der Pflegedienst bei mir und hat mir geraten eine Höherstufung ( zumindest für die Zeit der Beingeschichten ) zu beantragen. Sie hat derzeit PG 3.

Ich weiß gar nicht was mich da an Aufwand erwartet. Aber anstrengend wird es sicherlich. Jana wird bald 15 Jahre und wiegt dementsprechend. Ich habe zum Glück eine männliche Verhinderungspflegeperson die mir zumindest tagsüber helfen kann.

Wenn Jana nun aber nachts zur Toilette muss, bin ja nur ich da.

Erste Frage: ist es sinnig rechtzeitig eine Höherstufung zu beantragen?

Eigentlich habe ich gerade andere Sorgen, nämlich eine wahnsinns Angst vor dem was mich erwartet 😰😰

Und die zweite Frage vlt an diejenigen, die auch schon ältere Rollstuhlkinder haben:

Wie bekommt ihr eure Kinder aus dem Rollstuhl auf die Toilette?

Janas operierte Bein darf eigentlich bis 20kg teilbelastst werden. Sie wiegt fast 50kg .
Doch kann sie das überhaupt nicht abschätzen und die Gefahr besteht bei ihr , daß sie es voll belasten wird. Das darf auf keinen Fall passieren. Daher totale 0 Belastung während der 6 Wochen Rollstuhlzeit.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!!

Liebe Grüße, Melanie
Jana 04, globale Entwicklungsstörung, multible Wahrnehmungsstörungen, Epilepsie, ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung, infektanfällig, hypoton, IQ 57

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Pia L. 2013
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Beitragvon Pia L. 2013 » 08.01.2019, 07:11

Hi
Frohes neues Jahr auch für euch.
Für die kommende Zeit wünsche ich euch viel Kraft und gutes Gelingen. Ich hoffe, es klappt alles wie ihr es euch wünscht.

Gehunfähige Kinder werden- wenn das Bad groß genug ist- direkt vom Rolli auf den Toilettenstuhl gesetzt. Entweder sie machen aufs Töpfchen oder auch möglich im Zimmer dann ins Gefäß unten drunter. Wenn ihr keinen Toilettenstuhl habt, dringend beantragen.

LG

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 08.01.2019, 07:41

Hallo Melanie,
wir hatten letztes Jahr ähnliches mit einem 11jährigen und 2 Hüft-OPs. Statt einer Höherstufung, die wirklich viel zu lange dauert und vermutlich abgelehnt wird, da die OP-Folgen nur temporär sind, hab eich meine Energie in eine sehr gute Hilfsmittelversorgung auf Zeit gestekt. Die KK hat ALLE, was ich beantragt habe leihweise genehmigt. Ich weiss nicht, was ihr schon habt, aber ich denke hilfreich wäre:
ein Dusch- und Toilettenstuhl, den man rollen kann, höhenverstellbar, z.B. Flaming von R82, ein Pflegebett oder Einlegerahmen im eigenen Bett Höhenverstellbar, einen Treppensteiger z.B. Scalamobil, wenn ihr Treppen im Haus habt, vor dem Haus eine Rampe evtl. auch für Schulweg oder Schule.
Mein Sohn konnte so auch im Liegen (min. 6 Wochen) zur Schule geschoben werden und an vielen Aktivitäten teilnehmen.
Zusätzlich empfehle ich Dir einen individuellen Kinaestethikkurs bei Dir zuhause mit Kind bei der KK zu beantragen. Das hat mir sehr geholfen, unseren Hilfebedarf richtig einzuschätzen und zu lernen wie ich mein frisch operiertes Kind bewegen kann und darf.
Sollte das alles zu kompliziert sein, habe ich in Aschau mehrere Fälle erlebt, die die komplette immobile Zeit in einer Reha-Einrichtung verbracht haben, da zuhause kein geeignetes Umfeld zu schaffen war. Das hat dann der Sozialdienst nach OP organisiert.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 08.01.2019, 08:52

Hallo Melanie,

zuerst mal wünsche ich Dir gute Nerven und ich weiß genau, wie Du Dich fühlst.
Mein Sohn hatte vor einem Jahr eine schwere Rücken OP.
Aber hier kommt ein Satz, der die Sache trifft.

" Ihr steht vor einer Mauer. Aber diese hat Türen. Ich müsst nur durchgehen".

Nach der OP werden Krankengymnasten zu euch kommen. Von diesen lässt Du Dir zeigen, wie Du Deine Tochter aus dem Bett hebst. Toilettenstuhl ist sinnvoll, glich ein Rezept beim Orthopäden holen. In diesen kannst Du Sie heben und dann fahrt ihr ins Bad.

Den Antrag würde ich persönlich stellen, denn er kostet ( erstmal) nur ein wenig Zeit und Papier.
Ich kann mir vorstellen, dass hier nach Aktenlage ( hol Dir ein paar Zeilen vom einweisenden Orthopäden über den Umfang der OP und die damit verbundenen Einschränkungen postoperativ) .

Bevor Du nicht gut mit Deiner Tochter klarkommst, gehst Du nicht aus der Klinik heim.
Und Bescheinigung der Klinik nicht vergessen, dass Du während des Aufenthalts die Pflege deiner Tochter geleistet hats. Dann wird Pflegegeld nicht gekürzt.

Bei Fragen gerne fragen.
Liebe Grüße
Sabine

Katrin2001
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Beitragvon Katrin2001 » 08.01.2019, 16:31

Hallo Melanie........ich glaube nicht ,daß ihr deswegen höhergestuft werdet.Ich meine mal gehört zu haben,daß der erschwerte Zustand mindestens schon 1/4 Jahr aktuell sein muß.
Bei einer vorübergehenden Situation werdet ihr da kein Glück haben.

Wir hatten auch zwei komplizierte Fuß Ops.10 Tage Klinik,dann 8 Wochen Gips (die ersten 3 Wochen durfte der Fuß nicht runterhängen)und danach noch mal paar Tage Klinik.
Wir hatten ein Pflegebett ,daneben gleich den Toilettenstuhl.
Gewaschen haben wir im Bett mit Schüssel (war kein Problem)und Haare gewaschen mit so einem aufblasbaren Haarwaschbecken mit Ablaufschlauch.
Hat super geklappt........Im Bad waren wir in der Zeit garnicht.
Ich wünsche euch alles Gute .LG Katrin
Katrin mit Sophie geb.Juli 01 entwicklungsverzögert, wahrnehmungsst. ,Hirnschädigung,motor.Probleme.,Autistische Züge,verhaltensauffällig. Genetische Auffälligkeiten ,Sprachprobleme ,aber ne total süße Maus

Silke Bu
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Beitragvon Silke Bu » 08.01.2019, 17:35

Hallo Melanie,
ich glaube auch, dass eine Höherstufung aussichtlos ist. Wir haben gerade eine ähnliche Situation, allerdings mit 5 Monaten Belastung von 15 Kg und dann erst Steigerung. Das gibt bei uns nicht mehr als Pflegegrad 1. Wenn Ihr also schon bei 3 seid, wird es sicher schwierig.
Ist deine Tochter kognitiv in der Lage, mit Krücken oder Dreipunktstützen oder einem Rollator zu gehen bzw. es zu erlernen? Dann sollte das alles kein Problem werden. 20kg sind immerhin fast das halbe Körpergewicht.
Unserem Sohn wurde mittels einer einfachen Körperwaage gezeigt, wie viel Belastung 15 Kg sind, das hat er übrigens freiwillig die ersten Wochen nach der OP eh nicht gemacht...

Lass dir/Euch in der Klinik unbedingt zeigen, wie das Umsetzen aufs Klo geht. Und wie die anderen schon geschrieben haben, klärt, welche Hilfsmittel Euch helfen können. Und wenn es sowieso eine Orthese gibt, sollte diese angefertig werden, sobald das Bein abgeschwollen ist. Auch das ermöglicht mehr Belastung und schützt das Bein ganz enorm.

Viele Grüße
Silke
Silke mit Martin (07/06, Tibiapseudarthrose beidseits aufgrund NF1 oder Osteofibröser Dysplasie in beiden Unterschenkeln, ADS, LRS
Hannah (01/03), Theresa (07/01) und Elisabeth (03/00, Sternenkind seit der 28. SSW)

Unsere Bilder: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... r_id=13641

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 08.01.2019, 18:31

Hallo nochmal an alle,

ich finde nicht, dass ein Höherstufungsantrag aussichtslos ist. Niemand kennt den Heilungsverlauf und die Wirkung dieser OP bei genau diesem Kind mit all seinen Einschränkungen. Ein Versuch ist es wert, es gibt NICHTS zu verlieren. Schlimmstenfalls kommt ein Gutachter, dann ja wohl genau in der akuten Phase nach der OP und der kann sich ja dann live ein Bild der Umstände machen. Ich würde den Antrag stellen.

Viele Grüße
Sabine

melm69
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Beitragvon melm69 » 09.01.2019, 04:54

Hallo und guten Morgen zusammen!

Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!!!

Wohnungsmäßig ist es bei uns sehr eng, und da müssen wir mal abwarten was überhaupt reinpasst und geht.

Das mit der Rampe allerdings ist eine sehr gut Idee und müsste auf jeden Fall klappen.

Ich hoffe in erster Linie , daß die OP gut verläuft und Jana nicht so sehr unter den Schmerzen leiden wird. Der Oberarzt erwähnte sofort, dass sie in der ersten Woche Schmerzen haben wird! :(

Sie bekommt aber eine Infussion über die ihr Schmerzmittel verabreicht werden wird.

Ansonsten hoffe ich auch, daß uns in der Klinik gezeigt wird, wie wir was zu Händeln haben.

Die gesamte Prozedur sieht so aus: 2 Wochen Klinikaufenthalt, dann erstmal Entlassung mit Leihrollstuhl für 6 Wochen, danach wieder eine Woche Klinik und Orthesen dran oder aber über Rezept für ein Sanitätshaus. Wie lange Jana die Orthese tragen muss, weiß ich jetzt gar nicht so genau. Anschließend folgt jedenfalls eine Reha.

Was die Höherstufung betrifft über den Behandlungszeitraum der Beine, so wird uns wohl eine ansässige Sozialstation weiterhelfen.

Eventuell geht es dabei auch eher um Pflegehilfsmittel usw.

Im Prinzip ist es derzeit für mich ich auch zweitrangig. Nur möchte ich Jana adäquat versorgen können.

In einer Dreiviertelstunde machen wir uns auf den Weg. Wir müssen nach Thüringen ins Marienstift KH Kinderorthopädische Klinik.

Sind ca 2 Std Autofahrt, die es gilt Jana bei Laune zu halten ohne daß sie meine Ängste spürt. Bestenfalls schläft sie die Fahrt über !!!

Vielen Dank fürs Daumendrücken , die zahlreichen Tips und die vielen Kraftwünsche!!!

Liebe Grüße, Melanie
Jana 04, globale Entwicklungsstörung, multible Wahrnehmungsstörungen, Epilepsie, ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung, infektanfällig, hypoton, IQ 57

melm69
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Beitragvon melm69 » 19.01.2019, 07:19

Guten Morgen @ all 😊

Zunächst möchte ich berichten, dass die OP sehr gut verlaufen ist. 😃😃😃😃Wir sind seit gestern wieder zu Hause.

Ich habe einen Umschlag mit zig Papieren mitbekommen.

Überwiegend mit Bescheinigungen....

Jana hat jetzt für weitere 5 Wochen einen Rollstuhl und einen Unterschenkelgips, den sie bis 10kg teilbelasten darf.

Das wurde schon in der Klinik geübt, es kam heraus, daß Jana mit Krücken nur gehen kann wenn sie das Gipsbein komplett anhebt. Das funktioniert so für 10m. Mehr schafft sie körperlich nicht. Da sei aber auch in Ordnung, da sie überwiegend den Rollstuhl mit hochgelagertem Bein benutzen soll.

Jetzt habe ich eine Frage zu den Hilfsmitteln.

Wir bräuchten so eine Halterung am Rollstuhl, wo wir die Krücken einhängen können. Die soll sie ja mit in die Schule nehmen.

Weiß jemand wie das Teil genau heißt? Dann bräuchten wir für die Toilette eine Sitzerhöhung und für die Dusche ( Badewanne haben wir nicht ) einen Duschstuhl.

Das war es eigentlich schon.

Meine Frage ist, stelle ich hierfür einen ganz formalen Antrag bei der KK oder Pflegkasse?


Liebe Grüße, Melanie
Jana 04, globale Entwicklungsstörung, multible Wahrnehmungsstörungen, Epilepsie, ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung, infektanfällig, hypoton, IQ 57

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melm69
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Beitragvon melm69 » 19.01.2019, 07:57

Und dann noch eine weitere Frage:

Wir haben für die Schule ein Schreiben darin steht:

Aufgrund der postoperativ eingeschränkten Belastbarkeit und Mobilität ist für die Transfer ( auf dem Schulweg und auch innerhalb der Schule z. B. zur Toilette) eine Assistenzperson notwendig.

Muss ich mich darum kümmern oder die Schule?

Für die Schule vermutlich auch die Schule. Aber für den Bus?

Ist die Busfahrerin ausreichend? Oder brauchen wir eine extra Person?

Liebe Grüße, Melanie
Jana 04, globale Entwicklungsstörung, multible Wahrnehmungsstörungen, Epilepsie, ausgeprägte Sprachentwicklungsstörung, infektanfällig, hypoton, IQ 57


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