Reha wirklich erst nach 4 Jahren?

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Angela u. Svenja
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Reha wirklich erst nach 4 Jahren?

Beitragvon Angela u. Svenja » 07.01.2019, 15:51

Hallochen Ihr Lieben :D

habe für meinen Tochter (jetzt 20 Jahre, Herzstillstand mit 10) einen erneuten Reha Antrag (letzer Aufenhalt 10/2016) gestellt. Sie war bis jetzt immer in Hohenstücken und hat dort immer super Fortschritte gemacht. Ein erneuter Aufenhalt, aus deren Sicht, sollte gelich im nächsten Jahr sein.
Jetzt habe wir den Antrag bei der KK gestellt. Heute kam ein Anruf von einem Mitarbeiter, ob ich wüsste, dass von gesetzesewegen nur alle vier Jahre ein Antrag gestellt und genehmigt werden darf. Sie geben die Unterlagen zum MdK. Haben mir aber gleich zu Verstehen gegeben, dass ich mit einer Ablehnung rechnen muss :roll:
Aber dort in der Einrichtung, waren Jugendliche bis 24,die jedes Jahr dort zur Reha waren und sind.
Was kann ich machen?
Gibt es irgendwelche Formulierungen, die ich im Widerspruch verwenden kann?
Habe ich überhaupt einen reelle Chance , diesen Antrag durch zu bekommen?
Könnt ihr mir helfen?!!!! BITTE :lol: :lol:

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*Sally*
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Beitragvon *Sally* » 07.01.2019, 16:26

Hallo,

die Fragestellung gab es in den letzten Tagen schon :

https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... light=else

LG
Evi mit Debbie-Maus * 95

monika61
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Beitragvon monika61 » 07.01.2019, 16:29

Hallo Angela u. Svenja,

schau mal hier unter Punkt:

…"3.5. Wartezeit


Zwischen 2 bezuschussten Reha-Maßnahmen - egal ob ambulant oder stationär - muss in der Regel ein Zeitraum von 4 Jahren liegen. Nicht anzurechnen sind Leistungen zur medizinischen Vorsorge (Vorsorgeleistungen und Vorsorgekuren).

Ausnahmen macht die Krankenkasse nur bei medizinisch dringender Erforderlichkeit. Dies muss mit Arztberichten oder einem Gutachten des behandelnden Arztes bei der Krankenkasse begründet werden."...

Komplette Info:
https://www.betanet.de/medizinische-rehabilitation.html

LG
Monika

Angela u. Svenja
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Beitragvon Angela u. Svenja » 07.01.2019, 17:28

Danke Euch, für eure, wie immer, schnellen Antworten, :D
dass kann es aber noch nicht gewesen sein :oops: Habe mich in meiner Verzweiflung, auch mal auf die Suche im Netz gemacht und es ist :lol: alles wieder sehr verwirrend...
da schreiben die auf der Caritasseite

https://www.caritas.de/hilfeundberatung ... g/kinder...

dass "der Gesetzgeber die sogenannte "vier Jahresfrist" im Kinder- und Jugendalter ersetzlos gestrichen" hat. Da "gerade bei Kindern mit chronischen Erkrankungen (sofern eine Behinderung dazugehört? was ich hoffe :wink: ) es aus medizinischer Sicht nicht zu verantworten ist, mit einem erneuten Rehaantrag eine "Frist" abzuwarten, anstatt sich an der medizinischen Notwendigkeit zu orientieren." Aber leider keine §§ anggeben, auf welche man sich, bei einem Widerspruch, berufen könnte.
Was ich auch sinnvoll finde!! Da ist auch eine Beratungshotline angegeben, aber elider nicht mehr besetzt. Versuche es morgen mal.

Bei der Rentenversicherungsanstalt habe ich gerade angerufen. Das Gleiche. Sehr schwammig :roll: habe aber auch eine Telefonnummer bekommen, wo ich morgen von :roll: 8-17 Uhr anrufen kann.

Kaja
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Beitragvon Kaja » 07.01.2019, 18:07

Hallo,

die gesetzliche Regelung für die DRV findet sich in § 15a Absatz 4 Satz 2 SGB VI

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__15a.html

§ 12 Absatz 2 Satz 1 findet keine Anwendung

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__12.html

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation werden nicht vor Ablauf von vier Jahren nach Durchführung solcher oder ähnlicher Leistungen zur Rehabilitation erbracht, deren Kosten aufgrund öffentlich-rechtlicher Vorschriften getragen oder bezuschusst worden sind. Dies gilt nicht, wenn vorzeitige Leistungen aus gesundheitlichen Gründen dringend erforderlich sind.

Die Gesetzesbegründung findest du hier:

http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/097/1809787.pdf

Für Kinder ist eine längere Dauer der Rehabilitationsleistung erforderlich als die in § 15 Absatz 3 genannten drei Wochen. Die Vorschrift des § 12 Absatz 2, die einen Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei Rehabilitationsleistungen festlegt, findet keine Anwendung, da bei Kindern die körperliche und geistige Entwicklung schneller verläuft als bei Erwachsenen und sie deshalb früher einen erneuten Rehabilitationsbedarf haben können als Erwachsene

Eine vergleichbare Regelung fehlt bei § 40 SGB V, so dass bei Rehamaßnahmen über die KK grundsätzlich ein Abstand von vier Jahren zu berücksichtigen ist. Man kann aber argumentieren, dass § 15a SGB VI die aktuelle Rechtsansicht des Gesetzgebers widerspiegelt und man dies bei der Auslegung von § 40 SGB V bei Kinderrehas mit einbeziehen muss.

Viele Grüße Kaja

else
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Beitragvon else » 08.01.2019, 16:38

Hallo Kaja,
super danke, das hatte ich gesucht. Ich probiere es damit gleich mal.
Was ist, wenn unsere behinderten Kinder 18 werden. Fallen sie damit aus der Argumentation?

Hallo Angela und Svenja,
habe ja gerade das gleiche Problem. Ich habe heute von der DRV die Auskunft bekommen, dass dort für Kinder nach wie vor nur Rehas genehmigt werden, wenn damit eine spätere Berufsausbildung ermöglicht werden kann. In unserer Rehaklinik waren auch etliche, die jährlich fahren dürfen. Die leichter Betroffenen sowieso und alle über die DRV. Allerdings waren auch ein paar Schwerbehinderte dort, die das auch jährlich über die KK bekommen.

Für pflegende Angehörige sollte doch auch der Zugang zu Rehas erleichtert werden lt. Presse. Dazu habe ich gar nichts offizielles über die DRV gefunden und die wussten auch von nichts?
Viele Grüße
Else

Kaja
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Beitragvon Kaja » 08.01.2019, 17:04

Hallo Else,

else hat geschrieben:Was ist, wenn unsere behinderten Kinder 18 werden. Fallen sie damit aus der Argumentation?

behinderte Kinder gelten bis zum 27. Geburtstag als Kinder:

http://rvrecht.deutsche-rentenversicher ... 5AR2.2.3.1

Kinder werden über das 18. Lebensjahr hinaus bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres berücksichtigt, wenn sie ... wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten

else hat geschrieben:Für pflegende Angehörige sollte doch auch der Zugang zu Rehas erleichtert werden lt. Presse. Dazu habe ich gar nichts offizielles über die DRV gefunden und die wussten auch von nichts?

ich habe Regelungen dazu nur im SGB V gefunden:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__40.html

die Krankenkasse berücksichtigt bei ihrer Entscheidung die besonderen Belange pflegender Angehöriger. Bei einer stationären Rehabilitation haben pflegende Angehörige auch Anspruch auf die Versorgung der Pflegebedürftigen, wenn diese in derselben Einrichtung aufgenommen werden. Sollen die Pflegebedürftigen in einer anderen als in der Einrichtung der pflegenden Angehörigen aufgenommen werden, koordiniert die Krankenkasse mit der Pflegekasse der Pflegebedürftigen deren Versorgung auf Wunsch der pflegenden Angehörigen und mit Einwilligung der Pflegebedürftigen. Leistungen nach Absatz 1 sollen für längstens 20 Behandlungstage, Leistungen nach Absatz 2 für längstens drei Wochen erbracht werden, es sei denn, eine Verlängerung der Leistung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich.

Viele Grüße Kaja

AgnesH
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Beitragvon AgnesH » 09.01.2019, 02:45

Ich habe eine Frage: Wie sieht es mit Mutter-Kind-Kur und Reha wegen zwei unterschiedlichen Erkrankungen aus? Dürfen also 3 Sachen innerhalb 4 Jahren stattfinden, weil diese unterschiedliche Ziele haben?

else
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Beitragvon else » 09.01.2019, 15:00

Hallo AgnesH,

ich hatte in meiner Kur Spezialisten getroffen, die fahren immer im Wechsel zur Mutter-Kind-Kur über die Krankenkasse und dann zur Reha über die DRV. So waren sie mindestens alle zwei Jahre weg. Wenn es über die DRV auch geht, sollte das also klappen.

Oder auch Eltern, da fährt jedes Elternteil im Wechsel zur Mutter-Kind-Kur, so dass das Kind als Begleitkind auch alle zwei Jahre mit darf.

LG
Else

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Angela u. Svenja
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Beitragvon Angela u. Svenja » 10.01.2019, 10:08

Hallochen Ihr Lieben,

Katja du bist ja echt super!!!!

Ich habe heute auch die online-Antwort von der Charitas Stelle bekommen. Die deckt sich mit deiner, Katja.
Wenn man über die Rentenkasse fährt---da gibt es keine Wartezeit mehr.
Bei den KK leider noch. Jetzt kommt es auf den Gesundheitszustand unseres Kindes/ Jugendlichen an :roll: Die Rentenversicherungsanstalt bewilligt wohl nur dann, wenn unsere Kinder dem ersten Arbeitsmarkt zu Verfügung stehen.
Da zählen Lebenshilfewerkstätten wohl nicht dazu? :oops: oder?
Mich graut es schon, wenn der Brief der KK ins Haus schneit. Ich ertappe mich schon wieder dabei, wie ich mit Wiederwillen den Briefkasten öffne und vertsohlen die Post nach dem LOGO der KK durchsuche :(
LG


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