Behindertes Kind früher einschulen lassen, geht das?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Bianca87
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Behindertes Kind früher einschulen lassen, geht das?

Beitragvon Bianca87 » 05.01.2019, 13:25

Hallo zusammen!

Frohes Neues Jahr noch!
Bisher kenne ich nur das Thema, dass man sein Kind zurückstellen lassen möchte. Also später erst einschulen zu lassen.
Ich frag mich allerdings ob es auch möglich ist, dass man sein Kind mit 5,5 Jahren einschulen lassen kann. Unser Sohn geht in eine integrative Kita. Die zweite bisher. Wir haben aber so den Eindruck, dass er schon eine größere Herausforderung für die Kita ist. Heilpädagogische Kitas gibt es hier leider keine in der Nähe. Ich glaube einfach, dass hier die Schulen, die ja nur mit behinderten Kindern zu tun haben, besser auf ihn eingestellt wären.
Daher würde es mich generell erst mal interessieren, ob eine frühere Einschulung möglich ist und ob es evtl schon jemand gemacht hat.

Vielen Dank schon mal für eure Antworten.

Viele Grüße
Bianca [/i]
Zoey, *09.02.11
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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 05.01.2019, 13:46

Liebe Bianca,

die Schulen beschreiben einem ihre Möglichkeiten oft in sehr hellen leuchtenden Farben. Die Realität spricht dem leider Hohn.

Wir waren mit dem Kindergarten auch nicht besonders glücklich. Wir sind dann sowieso umgezogen und hätten eine frühere Einschulung auch in Erwägung gezogen am neuen Wohnort. Das hat nicht geklappt.
Die Schule hat sich hinterher als durchaus ebenbürtige Katastrophe zum Kindergarten herausgestellt, wenn nicht noch schlimmer. Es geht ja nicht nur um das erste und zweite Jahr gegebenenfalls, sondern um mehrere Jahre auch danach. Und da sind viele Schule gerade vom Fachpersonal her sehr lausig aufgestellt.

Schau Dir die eventuelle Schule SEHR GENAU an. Prinzipiell nimmt eine Schulleitung Kinder auf. Der Schulleitung sind da sehr große Spielräume eingeräumt. Wenn eine Schulleitung ein Kind aber aufnimmt, dann wird es zum Schulkind erklärt und man kommt aus der Mühle nicht mehr unbeschadet wieder raus. An sich kann aber jede Schulleitung Kinder vorzeitig einschulen. Die Schulleitung muss das nicht weiter oder tiefer begründen. Aber Du musst die Schulleitung dazu bringen, es zu tun.

Liebe Grüße
Heike

Bianca87
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Beitragvon Bianca87 » 05.01.2019, 14:16

Hallo Heike,

die Schulen die für uns in Frage kommen, sind Schulen auf denen schon Kinder von guten Bekannten sind oder bei denen zbsp die Babysitterin unseres Sohnes ihr FSJ gemacht hat. Also keine Schönrederei von den Schulen selbst. Es sind bisher nur Schulen die uns empfohlen worden. Wir wissen auch durch unserem Stammtisch, dass es da auch andere Fälle gibt. Also solche Katastrophen von denen du geschrieben hast.Diese Schulen meiden wir und sind eh nicht so in unserer Nähe.
Wir kennen viele Horror Storys von den Schulen, daher ist mir das schon bewusst, dass es auch schlimmer werden könnte.
Aber danke für deine Antwort.
Liebe Grüße
Zoey, *09.02.11

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Beitragvon RikemitSohn » 05.01.2019, 14:31

Hallo,

ich kann bei so früher Einschulung nur von Regelkindern reden. Da ist es am Anfang oft gar nicht so das Problem, aber im Laufe der Schuljahre merkt man gerade im Sozialen den Unterschied. Die Kinder, die ich kannte haben bis auf ein Kind alle ein Jahr bis zur vierten Klasse wiederholt. Du solltest schauen inwieweit soziale Kontakte wichtig sind, ob schulfähigkeit im Sinne von still sitzen und konzentrieren gegeben ist und er dabei nicht auf Grund seines jungen Alters unter seinen Fähigkeiten bleibt. Wenn du das klar für dich beantworten kannst, würde ich einfach fragen.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Beitragvon Rosalje » 05.01.2019, 14:51

Muss es denn direkt die erste Klasse sein? Gäbe es nicht auch die Möglichkeit einer Vorklasse?
Mit Sohn (3/14): Muskelhypotonie, globale EWZ, frühkindlicher Autismus, Epilepsie

kati543
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Beitragvon kati543 » 05.01.2019, 14:55

Hallo,
ja das geht. In der Sprachheilklasse (Vorklasse) meines Sohnes war ein 4-jähriges Mädchen, die bereits seit ihrem 3. Lebensjahr diese Schule besucht. Das Kind blieb solange in der Vorklasse, bis es das normale Schulalter erreicht hat und erst dann wird es in die 1. Klasse versetzt. Das Kind wurde derart vorzeitig eingeschult, weil sämtliche Kindertagesstätten keine Fördermöglichkeiten boten.
LG
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Bianca87 » 05.01.2019, 14:58

Ich wusste nicht, dass es da Vorklassen gibt. Vielen Dank für die Info. Ich werd mich mal bei den Schulen schlau machen, ob die sowas auch anbieten und es da vlt noch eine Möglichkeit gibt.
Danke Euch!
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Beitragvon Nicole5kids » 05.01.2019, 16:59

Hallo,
Grundsätzlich geht dies zumindest in NRW. Unser Sohn wurde mit FS Sehen mit 5 eingeschult. Er besucht jetzt die 4. Klasse Regelschule zielgleich ohne Wiederholen und wechselt im Sommer an die weiterführende Schule.

Viele Grüße
Nicole
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Beitragvon Simonegu » 05.01.2019, 17:31

Hallo,
warum sollte es nicht gehen? Du kennst Dein Kind am besten, habt ihr die Möglichkeit ihn mal schnuppern zu lassen? Unsere 3. kam auch mit 5 in die Schule und hat dann noch ein Jahr in der Grundschule übersprungen. Mit 8 aufs Gymi und mit 16 ABI. Zum Glück gab es ihre Diagnose erst mit 15 sonst wäre es sicher schwerer gewesen. Auch wenn die soziale Situation nicht einfach war, der Altersunterschied war doch sehr groß kurz vor dem Abi aber da muss man als Eltern schon extrem hinter stehen.

Wie würde Dein Sohn darauf reagieren jetzt schon eingeschult zu werden? Gibt es eventuell ein Schuleingangsjahr bzw. Schulkindergarten?

LG Simone
Simone (71) Karlheinz (62)
J. 7/95 Asperger-Autist, Borreliose (80%GdB)
S. 2/97 Laktose-,Glutenintolleranz, Skoliose, Hashimoto Thyreoditis, Borreliose
D. 10/98 HB,Asthma,Autistin
R †.7/00
J. 2/02 Asthma
M. 8/09 Hemiparese li (50% Merkz. H), Asperger-Autistin
T. 3/16

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Bianca87
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Beitragvon Bianca87 » 05.01.2019, 20:55

Hallo Simone,

unser Sohn versteht sowas eh nicht, also er lebt so in seiner eigenen Welt und braucht halt jmd der auf ihn aufpasst und mit dem er mal kuscheln kann oder der ihn versorgt. Also für ihn wäre es egal. Wir könnten jede Woche den Babysitter wechseln und es würde nichts passieren. Er ist da sehr flexibel :lol: Hauptsache Essen und Trinken bekommt er.
Letztendlich ist Kita sowie Schule einfach nur eine Betreuung mit zusätzlicher Förderung. Ich glaube nicht, dass er in dem einem Jahr auf einmal eine Riesen Entwicklung macht. Bei ihm sind alles Mini Mini Schritte, die aber ganz bestimmt nicht auf Selbständigkeit hinauslaufen. Er spricht nicht und hat auch kein Sprachverständnis. Er ist wie ein Einjähriger, nur halt vom Verständnis her noch weniger aber motorisch sehr gut.
Wir denken halt, dass die Schulen besser mit ihm zurecht kommen weil es dort ja nur behinderte Kinder gibt. In der Kita ist er ja eher einer der wenigen und in seinem Grad der Behinderung wohl sogar ein seltener Fall. Er wird wohl viel mit der Einzelfallhilfe separiert und nimmt wenig an der Gruppe teil. Es wird zwar gesagt, dass sie es machen weil es ihm zuviel ist, aber wir sind uns sicher, dass es eher den anderen zuviel ist. John hat eigentlich überhaupt keine Probleme unter Menschen oder anderen Kindern zu sein. Er ignoriert sie mehr. Das er mal ne Ruhepause braucht, Klar, aber er scheint mehr als für nur ne Pause aus dem Geschehen draußen zu sein. Das findet selbst seine Therapeutin so.
Daher nehmen wir an, dass die Kita am ihre Grenzen kommt und die Schulen ja sicher noch schwerere Fälle hat. Also wir wissen auf jeden Fall, dass eine der Schulen ein Kind einer Bekannten hat. Das Kind ist also noch mehr eingeschränkt als unser Sohn. Und die haben in der Schule keine Probleme...
So, jetzt bin ich mal weit ausgeschweift 😅

LG
Zoey, *09.02.11

John, * 25.12.13 Frühkindlicher Autist


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