Ich bin pro Inklusion!

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 04.01.2019, 11:51

Hallo Uschi,
ja das würde mich auch freuen, wenn sich in diesem Thread mal diejenigen austauschen könnten, die tatsächlich Erfahrung (mit ihren eigenen Kindern) haben, wie Inklusion, auch positiv, laufen kann.
Für alle anderen gibt es auch noch diesen Thread, der mal von Lisa gestartet wurde:
phpBB2/ftopic133501-270.html

Das Positive sehen, aber auch das zu konstruktiv zu benennen, was wir gerne verbessern würden!

VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

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AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 04.01.2019, 15:22

Hmmmm, schwierig. Ich habe auf Raphaels Frage geantwortet. Gut, er hat nicht über sein Kind geschrieben sondern als selbstbetroffener. Ich habe von meinem eigenen Kind geschrieben das erfolgreich inklusiv beschult wird. Und auf Frage von Susanne die Erfahrung mit meiner Nichte geschildert. Letzteres ist hier verboten, ersteres auch, das zweite erlaubt?
Wenn man so genau darüber nachdenken muss ob man eine Frage jetzt beantworten darf und wenn man nur vom eigenen Kind hier schreiben darf dann ist mir das deutlich zu anstrengend hier. Was ist das denn für eine Diskussion wo nur eine Meinung erlaubt ist?
Dann bin ich hier raus und wünsche euch einen guten weiteren Austausch :)
Liebe Grüsse, AnnalenaO

Ayden
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Beitragvon Ayden » 04.01.2019, 15:36

Liebe alle,

ich sehe Euer Problem nicht ganz.

Bisher habe ich die verschiedenen Threads mit großem Interesse verfolgt, einfach um Anregungen zu bekommen und von den Erfahrungen der anderen mit eigenen Kindern/Nichten/Neffen/anderen Systemen wie Italien etc. zu profitieren.

Unsere Tochter hat zwar `nur ´ einen Nachteilsausgleich (keinen Förderbedarf), aber trotzdem gibt es manche Parallelen.

Ich finde, wir machen es uns als Deutsche mit dem ständigen `entweder-oder´ sehr schwer und ich vermisse eindeutig das UND.

Je mehr verschiedene Ansätze es gibt, desto einfacher wird es doch, allen Kindern (egal, ob nun Regelschüler/´besondere Schüler´/Spätentwickler/Träumer/Hochbegabte/Lernschwache und wie sie nun alle heißen mögen) irgendwie gerecht zu werden und umso einfacher wird es doch für uns Eltern, das richtige Umfeld / Schule für unsere Kinder zu wählen!

Wir sollten da einfach nicht so dogmatisch sein!

Liebe Grüße, und ich freue mich darauf, im Forum noch viele spannende Kommentare zum Thema Inklusion zu lesen, und gerne auch die eine oder andere klare Meinung.

LG, Ayden

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 04.01.2019, 18:31

Hi,
Muß mich dann doch nochmal einschalten ;)
Deutsche Hochschulen unternemen übrigens gerne mal mit ihren Studierenden der Pädagogik etc. Exkursionen nach Italien zwecks Anschauung in vorbildlicher Inklusion  8)
Gehts hier im Faden eigentlich nur noch ums Bestehen auf der eigenen Meinung, ums Recht behalten---mein Kind ist... das von der Cousine hat... ich habe gesehen, daß...?
Find ich ganz schwierig, warum können wir uns nicht im eigentlichen Sinne austaschen?
LG Uschi
Ich wäre auch dafür, dass wir und im eigentlichen Sinne austauschen. Dazu gehört aber auch, Erfahrungen zu berichten und ich sehe nicht ganz ein, warum die Erfahrungen nur dann hier Platz haben sollen, wenn sie die eigenen Kinder betreffen.

Ich habe zwei Kinder und positiv vom I-Kindergarten meines jüngeren Sohnes berichtet, ebenso wie von der I-Schule meines älteren Sohnes. Dass ich meinen jüngeren Sohn als Schulkind JETZT nicht für inklusionstauglich halte, habe ich (nebst den Gründen) auch geschrieben. Und meine Pro-Inklusions-Beispiele wurden mit keinem Wort aufgegriffen, ebenso wenig wie meine Ideen wie Inklusion meiner Meinung nach funktionieren könnte. Statt dessen wurde ich von einigen hier als Inklusions-Gegner gesehen, warum erschließt sich mir immer noch nicht, denn letzten Endes kamen immer irgendwelche Falschauslegungen und beleidigte Kommentare. Ja, anscheinend geht es doch einigen nur ums Recht-behalten!
Hallo Uschi,
ja das würde mich auch freuen, wenn sich in diesem Thread mal diejenigen austauschen könnten, die tatsächlich Erfahrung (mit ihren eigenen Kindern) haben, wie Inklusion, auch positiv, laufen kann.
Für alle anderen gibt es auch noch diesen Thread, der mal von Lisa gestartet wurde:
phpBB2/ftopic133501-270.html

Das Positive sehen, aber auch das zu konstruktiv zu benennen, was wir gerne verbessern würden!

VG, Ursula
Kapier ich jetzt nicht! "Darf" man hier man demnach NUR positive Erfahrungen schreiben und NUR von den eigenen Kindern? Und man darf KEINE negativen Erfahrungen schreiben, KEINE Kritik an der Umsetzung, die man vielleicht erlebt hat, KEINE Bedenken, was vielleicht nicht klappen könnte, bzw. in der Praxis nicht geklappt hat...

Demnach wird der von mir eröffnete Thread dann für die "Inklusionsskeptiker" empfohlen (denn Gegner ist mir in beiden Threads noch keiner untergekommen), und hier darf man nur dann schreiben, wenn man bedingungs- und ausnahmlos dafür ist. Habe ich das richtig verstanden?

Dann würde ich raten, einen neuen Thread zu eröffnen mit dem Titel "Nur für Leute, die totale Inklusion ohne WENN und ABER befürworten". Und bitte gleich sofort einen Mod verständigen wenn dann trotzdem noch wer wagt, eine andere Meinung zu haben!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 04.01.2019, 20:26

Lisa was mich hier auch stört, ist, dass Inklusion an sich hier wiederholt offensichtlich nicht als das verstanden wird, als was es eigentlich ist. Man kann (insbesondere als betroffene Familie/Betroffener) gar nicht gegen Inklusion sein, denn Inklusion betrifft weit mehr als das, auf was es hier reduziert wird.
Und was mich auch stört: dass es immer wieder schwerpunktmäßig um Schule/Beschulung geht. Klar ist das ein wichtiges Thema und klar ist Inklusion per se bei diesem Thema ein Kernthema - keine Frage.

Inklusion ist aber viel mehr als das. Inklusion bedeutet die Verinnerlichung und Umsetzung einer gesellschaftlichen Wertehaltung, welche alle Menschen unserer Gesellschaft mit Besonderheiten als selbstverständlich ansieht und sie nicht gesondert etabliert, sondern sich jenen Menschen anpasst und Ihnen einen gleichberechtigten Platz in unserer Gesellschaft sichert. Der Grundgedanke der Inklusion als Menschenrecht wurde aller höchste Zeit und ja: selbstverständlich bin ich pro Inklusion.

Ich finde es so schade, dass dieser Thread dem anderen Thread mittlerweile so sehr ähnelt. Dieser Thread sollte in eine ganz andere Richtung gehen, nämlich sich für Inklusion auszusprechen. Unheimlich wichtig in einem solchen Forum wie diesem hier.

Nun ist er aber schwerpunktmäßig wieder bei der alten Diskussion gelandet, obwohl es den anderen Thread mit dieser Kernthematik „Beschulung“ gibt.

Inklusion + Beschulung ist kein leichtes Thema, Inklusion ist bei diesem Thema auch unheimlich schwierig umzusetzen. Stichwort „Inklusive Beschulung“. Wir haben diesbzgl noch sehr große Baustellen in unserem Land, definitiv haben wir großen Aufholbedarf/Nachholbedarf. Dennoch ist es wichtig und richtig daran zu arbeiten und darauf aufzubauen, dafür zu kämpfen und sich dafür stark zu machen. Inklusion bedeutet nicht, Schüler in Systeme zu pressen - die Systeme müssen sich den Schülern (ihren Besonderheiten) anpassen (Inklusive Beschulung) und sich in ihren Kompetenzen stärken, allen Kindern dieses Landes gerecht zu werden und sie zu erreichen. Ziel sollte es sein Exklusion zu reduzieren und besonderen Kindern eine Beschulung innerhalb des Gemeinwesens zu ermöglichen - mit den selben qualitativ hohen Bildungschancen.
Inklusion im Bildungswesen ist hierzulande noch eine Vision, eine Vision für die wir uns alle stark machen sollten. Inklusive Bildung kann unter unserem starren Bildungssystem nicht funktionieren, es Bedarf nun mal langfristig gravierendes Umdenken, entscheidende Veränderungen hinsichtlich der Strategien, der Ansätze, der Inhalte und Strukturen unserer bisherigen Bildungssysteme (siehe UNESCO).

Diese Vision, diese Veränderungen müssen von der gemeinschaftlichen Überzeugung getragen werden, dass es in der Verantwortung des regulären Systems liegt, alle Kinder angemessen zu unterrichten. (siehe UNESCO).


Alles andere als eine leichte Aufgabe für unseren Staat/unsere Bundesländer und es muss noch vieles erkämpft und umgesetzt werden - keine Frage. Noch schwieriger, wenn diese Überzeugung noch nicht mal aus den Reihen betroffener Familien kommt.
Ich bin grundsätzlich auch pro Schulpflicht (aber dass ist wieder ein anderes Thema, wofür es auch einen recht aktuellen Thread gibt), auch wenn ich Ausnahmeregelungen im Sinne der Inklusion befürworte.

Man kann m.E. also auf die Schulpflichtigkeit und das System schimpfen, man kann darauf schimpfen, dass die Umsetzung einer inklusiven Beschulung vielerorts noch sehr zu wünschen übrig lässt, man kann darauf schimpfen, dass diese teilweise stolprigen und löcherhaften Anfänge in Verbindung mit dem vorherrschenden Systemen durchaus auf Kosten vieler Kinder gehen, man kann darüber schimpfen, dass es vielerorts schief läuft - m.E. nicht aber per se gegen Inklusion.
Inklusive Beschulung - erfolgreich umgesetzt!- , sollte nämlich das Ziel/die gemeinschaftliche Vision sein. Da sind wir halt leider noch lange nicht angekommen und es ist noch ein langer steiniger Weg dorthin.

Aber dieser Thread hier, sollte sich mal ganz klar öffentlich für Inklusion aussprechen und da hänge ich mich sehr entschieden mit dran.
ICH BIN PRO INKLUSION => um es mit Uschis Worten zu sagen und ein Statement zu setzen mit ihrer wohl bedachten Überschrift.

LG Sheila

mariannna
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Beitragvon mariannna » 04.01.2019, 21:48

Hallo,

es gab ja bei REHAkids in den letzten Jahren schon öfter Threads, die sich mit dem Thema (schulische) Inklusion beschäftigten und die immer sehr emotional geführt wurden.
Meistens lief es dann - genau wie hier- darauf hinaus, dass die radikalen Inklusionsbefürworter ("jeder muss um jeden Preis inkludiert werden und überall dabeisein und mitmachen") den gemäßigten Inklusionsbefürwortern ("Inklusion da, wo es möglich und sinnvoll ist") vorwarfen, GEGEN Inklusion zu sein.
Dies ist natürlich argumentativ Unsinn, wird aber gerne von radikalen Ideologen jeder Art so genutzt, um den gemäßigten Vertreter einer Ideologie ihre Ideale abzusprechen. Da wird z.B. gesagt, du bist eben kein "wahrer" Linker, wenn du nicht bereit bist, für linke Ideale, Polizisten anzugreifen. Oder wenn du nicht für ein bedingungsloses Grundeinkommen bist. Radikale Muslime sagen, du bist kein"wahrer" Muslim, wenn du nicht bereit bist, in den heiligen Krieg zu ziehen. Usw usw...

Deswegen Lisa würde ich mir das nicht zu Herzen nehmen, wenn dich hier ein Vertreter einer radikalen Auffassung von Inklusion als Inklusionsgegner beleidigt.

LG,Marianna

P.S. Persönlich sehe ich es auch eher so, dass Inklusion (Einschluss) eher eine gesellschaftliche Wertehaltung ist, als dass Kinder mit teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnissen täglich mehrere Stunden zusammen in einem Raum sitzen, um dort zusammen/getrennt "unterrichtet" zu werden.

HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 04.01.2019, 22:04

dass Kinder mit teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnissen täglich mehrere Stunden zusammen in einem Raum sitzen, um dort zusammen/getrennt "unterrichtet" zu werden.
Das ist ja gerade KEINE Inklusion. Inklusion ist, wenn jeder bekommt, was er braucht. Also mein autistisches Kind braucht nicht diese Gemeinschaft in einer Klasse. Für ihn wäre Inklusion eine anerkannte Fernbeschulung.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Sigrid Zas » 04.01.2019, 22:23

Liebe Heike,

Das hast du gut gesagt. INKLUSION IST WENN JEDER DAS BEKOMMT WAS ER BRAUCHT.

LG Sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

SandyErgo
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Beitragvon SandyErgo » 05.01.2019, 01:27

https://www.diekinderderutopie.de/film


Ein Film, der wohl im Mai ins Kino - vermute mal Programmkinos - kommen soll
>> und die Fortsetzung von "Klassenleben" sein soll, vor wohl rund 10 Jahren das Thema Inklusion in der Grundschule gezeigt hat. Nun sind einige Jahre vergangen und es wird gezeigt, was in der Zwischenzeit passiert ist.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 05.01.2019, 09:27

Lisa was mich hier auch stört, ist, dass Inklusion an sich hier wiederholt offensichtlich nicht als das verstanden wird, als was es eigentlich ist. Man kann (insbesondere als betroffene Familie/Betroffener) gar nicht gegen Inklusion sein, denn Inklusion betrifft weit mehr als das, auf was es hier reduziert wird.
Von wem wird Inklusion hier auf was, was sie eigentlich "nicht ist" reduziert?
Man kann m.E. also auf die Schulpflichtigkeit und das System schimpfen, man kann darauf schimpfen, dass die Umsetzung einer inklusiven Beschulung vielerorts noch sehr zu wünschen übrig lässt, man kann darauf schimpfen, dass diese teilweise stolprigen und löcherhaften Anfänge in Verbindung mit dem vorherrschenden Systemen durchaus auf Kosten vieler Kinder gehen, man kann darüber schimpfen, dass es vielerorts schief läuft - m.E. nicht aber per se gegen Inklusion.
Dann zeig mir hier, oder auch im anderen Thread auch nur EINEN EINZIGEN Beitrag von wem, der per se gegen Inklusion ist!
Aber dieser Thread hier, sollte sich mal ganz klar öffentlich für Inklusion aussprechen und da hänge ich mich sehr entschieden mit dran.
ICH BIN PRO INKLUSION => um es mit Uschis Worten zu sagen und ein Statement zu setzen mit ihrer wohl bedachten Überschrift.

LG Sheila
Noch mal, wenn hier nur wer schreiben darf, der ohne WENN und ABER für die Inklusion ALLER besonderen Kinder ist, dann werden hier schon im Thread etliche andere Meinungen eindeutig EXKLUSIV ausgeschlossen!

Frei nach dem Motto "Wer nicht für den Frieden ist, wird verhauen!"
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


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