Schreibschrift erlernen nötig?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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kati543
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Beitragvon kati543 » 24.12.2018, 21:55

Hallo,
meine Kinder haben nie die Schreibschrift gelernt. Mein Ältester schreibt mit Füller in Druckschrift ziemlich schnell und mein Jüngster schreibt noch heute mit Bleistift in Druckschrift - allerdings schreiben Beide in Groß- und Kleinbuchstaben.
LG
Katrin
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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 25.12.2018, 21:28

Hallo,

Mein Sohn wird zielgleich unterrichtet und war in der Grundschule mit der Druckschrift unglaublich langsam, weil er nach jedem Buchstaben irgendwie den Dreh nicht gekriegt hat, sofort wieder neu anzusetzen. Er ist dann mit der Schreibschrift auf einmal durchschnittlich schnell geworden, weil er mitten im Wort nicht mehr diese Pausen einbaut.

Er hatte auch eine Lehrerin, die meinte, eventuell wäre es besser für ihn bei der Druckschrift zu bleiben. Da ich aber einerseits wusste, dass er sich auf die Schreibschrift freut, und andererseits auch gemerkt hatte, dass diese „Langsamkeit“ vor allem durch diese Pausen im Wort entstanden, habe ich mich durchgesetzt und mit ihm so lange geübt, bis er die Schreibschrift gut konnte.

Ich würde genau aufpassen - Schreibschrift kann zwar erst schwerfallen, dann aber ein Segen sein.

LG

GretchenM

Sinale
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Beitragvon Sinale » 26.12.2018, 07:13

Hallo Zusammen,

zu meiner Grundschulzeit war es üblich, sofort die Schreibschrift zu erlernen. Rückblickend war dies für mich gut, da ich dadurch meine Feinmotorik verbessern konnte.
Ich kann an dieser Methodik nichts Negatives erkennen.

Wenn die Schreibschrift behinderungsbedingt nicht erlernt werden kann, muss individuell geschaut werden, was möglich ist.

Die aktuelle Methodik kann ich nicht nachvollziehen, es ist für Kinder schwer, einen Sinn darin zu erkennen, Schreibschrift lernen zu müssen, nachdem sie kurz zuvor leidlich gelernt haben, die Druckschrift anzuwenden.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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Beitragvon Annemaries Mama » 26.12.2018, 09:22

Die aktuelle Methodik kann ich nicht nachvollziehen, es ist für Kinder schwer, einen Sinn darin zu erkennen, Schreibschrift lernen zu müssen, nachdem sie kurz zuvor leidlich gelernt haben, die Druckschrift anzuwenden.


Genau das ist vermutlich bei Annemarie das größte Problem. Zumal sie sehr schön in Druckschrift schreibt.
Nachteilsausgleich haben wir bisher nicht beantragt, weil es bisher nicht nötig war und wir die Probleme mit der Schreibschrift erst jetzt mitbekommen haben, weil Annemarie mehrere Seiten nacharbeiten muss. Vorher gab es keinerlei Info von der Lehrerin.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 26.12.2018, 14:53

Hallo,

Ich habe damals auch sehr viel mit meinem Sohn geübt, ihn belohnt pro Seite, die er in seinem Rechtschreibenheft ausgefüllt hat - er hatte ja starke feinmotorische Probleme - und ja, wir mussten zuhause auch erstmal viel nacharbeiten, weil er ja erstmal kein gutes Tempo geschafft hat. Die Motivation kam, als er gesehen hat, wie viel schneller er in Schreibschrift wurde und es auch dann ästhetischer aussah.

Seine Lehrerin stand damals auf dem Standpunkt, dass es jedes Kind einmal gelernt haben sollte, aber dass die Kinder nach Abschluss des Lehrgangs dann selbst entscheiden konnte, ob es dann weiter Druck- oder Schreibschrift schreibt.

Jetzt ist es echt ein Segen das er das gelernt hat, auch, weil es durchaus Lehrer gibt, die gerne möchten (5. Klasse Gymnasium) dass die Kinder Texte in Schreibschrift schreiben. Druckschrift wird akzeptiert, aber ungern.

Ich würde durchaus Schreibschrift üben, wenn es irgendwie geht - auch als feinmotorische Übung. Danach kann das Kind ja selbst entscheiden, wie es schreibt.

LG

GretchenM

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Beitragvon Tina&Andi » 26.12.2018, 19:30

Hallo,

ich schreibe schreibschriftähnlich möchte ich sagen. Weil es mir leichter fällt wies Andreas.

Andreas schreibt viel mit dem PC, aber wenn den Druckschrift. Weil bei Druckschrift ist es bei ihm leserlicher.

Ich denke jeder soll so schreiben wie leichter fällt.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

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Beitragvon GretchenM » 27.12.2018, 00:06

Hallo,

das Problem ist, denke ich, dass zumindest mein Kind bevor es die Schreibschrift eingeübt hatte, wahrscheinlich auch gesagt hätte, Druckschrift sei „leichter“. Genauso sah es ja auch seine Lehrerin.

Erst als klar war, dass er jetzt, wo er wirklich beides konnte, dann deutlich schneller schrieb sobald Schreibschrift verlangt wurde, war eben überhaupt der Vergleich möglich, was für ihn besser war.

Wenn es nicht gerade völlig unmöglich ist und das Kind nur noch darunter leidet, würde ich einem Kind Schreibschrift immer beibringen, selbst wenn der Anfang eventuell schwerfällt. Einfach um das Vergleichen überhaupt möglich zu machen.

Das gilt natürlich nicht wenn ein Kind richtig darunter leidet, jetzt auch noch die Schreibschrift lernen zu müssen. Aber ich würde als Eltern sehr individuell entscheiden, ob ich sie meinem Kind nicht doch zutraue und wenn ja, auf jeden Fall beibringen.

LG

GretchenM

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Beitragvon HeikeLeo » 27.12.2018, 12:25

Das gilt natürlich nicht wenn ein Kind richtig darunter leidet, jetzt auch noch die Schreibschrift lernen zu müssen. Aber ich würde als Eltern sehr individuell entscheiden, ob ich sie meinem Kind nicht doch zutraue und wenn ja, auf jeden Fall beibringen.


Da müssen dann den Eltern aber auch die hellseherischen Fähigkeiten zugetraut und zugelassen werde. Ich bereue es jedenfalls, meine Kinder durch die Schreibschrift getrieben zu haben - allerdings war der Druck aus der Schule erheblich.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon GretchenM » 27.12.2018, 13:49

Hallo Heike,

das ist ein echtes Dilemma, da gebe ich dir absolut recht, vor allem wenn man dann schulischerseits auch noch gedrängt wird. Das war bei uns nicht so, es war eher umgedreht, ich hatte das Gefühl, dass die Lehrerin meinem Sohn das gar nicht richtig zutraute (und vielen anderen Kindern genausowenig) - während ich deutlich gesehen habe das seine Langsamkeit eben größtenteils am ständigen Absetzen zwischen den Buchstaben lag.

Mich ärgert sehr, das Eltern so oft abgesprochen wird, etwas beurteilen zu können (sei es, dass ein Kind eben von etwas profitieren kann, oder davon zu sehr belastet würde). Hellsehen... kann ich natürlich nicht, aber in Sachen Schreibschrift war mir früh klar, dass es für ihn sogar besser gewesen wäre, sie vor der Druckschrift zu lernen, trotz feinmotorischer Schwierigkeiten.

Dass man dabei immer Fehler machen kann, ist klar. Eltern sind ja nun mal keine Hellseher.

LG

GretchenM


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