Vitamin B bei Levetiracetam (Keppra)

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

Moderator: Moderatorengruppe

Marialenau
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 98
Registriert: 23.10.2011, 13:30

Vitamin B bei Levetiracetam (Keppra)

Beitragvon Marialenau » 19.12.2018, 16:32

Hallo Zusammen,

mein Sohn bekommt seit seinem dritten Lebensmonat Levetiracetam. Er hatte bislang drei Anfälle, alle ausgelöst durch Fieber/Infekt. Bislang haben wir keine Probleme außer seinen Wutanfällen, seiner Unruhe und Unausgeglichenheit - was Nebenwirkungen von Keppra sein können, wie ich gelesen habe.

Ich habe auch gelesen, dass Vitamin B6 und B12 helfen soll. Unser Neurologe meinte, es sei rausgeschmissenes Geld aber ich könnte es probieren, er habe keine guten Einwände dagegen. Allerdings räumte er ein, dass Vitamin B6 Anfallhemmend sei.
Er hat dann Vitamin B Komplex gegoogled und gesagt, das könne mein Sohn ja nehmen. Die Frage, ob ich meinem Sohn mit der Gabe schade, verneinte er.
Zur Dosierung sagte er nichts.
Kennt sich jemand damit aus? Kann ich ihm einfach diese Wald- und Wiesentabletten geben? Und wieviel gebe ich ihm?
Ich hatte hier nach ähnlichen Threads gesucht, bin aber nicht wirklich schlauer geworden.

Ich bin über Tipps sehr dankbar.

Liebe Grüße

AndreaM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 129
Registriert: 11.01.2005, 13:22

Beitragvon AndreaM » 19.12.2018, 17:18

Hallo,

da lese ich mal mit.

Mein Sohn bekommt seit einigen Monaten Keppra, beim Eindosieren habe ich ihn kaum wiedererkannt, er war unfreundlich, muffig und hatte massive Schlafstörungen. Ich hatte den Neuropädiater auf Vitamin B6 angesprochen, er ist aber nicht so recht drauf angesprungen und ließ den Spiegel bestimmen, da dieser aber im Normbereich war, nahm er Abstand von einer Gabe des Vitamins. Er bat um Geduld und er hatte tatsächlich Recht, nach einiger Zeit war der Spuk vorbei und mein Sohn war wieder ganz der alte umgängliche, freundliche Junge.

Ist denn zwangsläufig der Vitamin B6 Spiegel zu gering bei Kindern die so aggressiv auf Keppra reagieren?
Liebe Grüße, Andrea

Da werden Hände sein,die dich tragen und Arme,in denen du sicher bist und Menschen,die dir ohne Fragen zeigen,dass du willkommen bist

Sohn *2002, Hirnfehlbildung unbekannter Ursache, schwere Mehrfachbehinderung, Rollifahrer, Epileptiker (Lennox Gastaut Syndrom)

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3065
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Beitragvon Alexandra2014 » 19.12.2018, 18:04

Hallo,

wir geben seit der Levetiracetam-Zeit auch Vitamin B-Komplex (von Ratiopharm), täglich eine Kapsel. Zusätzlich Vitamin B12 von Ankermann, da das ausreichend hoch dosiert ist, um bei oraler Gabe überhaupt etwas zu bringen.
Zuviel geben kann man im Prinzip nicht davon. Was zuviel ist, wird einfach wieder ausgeschieden, macht aber deswegen keinen Durchfall.
Was wir noch geben, da es da bei Epileptikern öfter zum Mangel kommt, ist Vitamin D (Vigantol).

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Sabinä1984
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 89
Registriert: 04.09.2018, 17:59
Wohnort: Bayern / Chiemsee

Beitragvon Sabinä1984 » 19.12.2018, 21:56

Ich möchte auch mitlesen :)

AndreaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 336
Registriert: 27.06.2005, 11:26
Wohnort: CH-Winterthur

Beitragvon AndreaR » 20.12.2018, 05:44

Guten Morgen

Wir versuchten ca. 1/2 Jahr hochdosiert Vitamin B6 (150mg/d bei 20kgKG), half aber nichts, nur der Wechsel auf ein anderes Antiepileptikum.

Lg Andrea
Lucia (2004), mehrfachbehindert (spastische Tetraparese) wegen multipler de novo Mikrodeletionen, Isabelle (2006) fit und munter

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8234
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Erica » 20.12.2018, 08:11

Guten Morgen,

Bei uns funktioniert es sehr gut mit der Kombi Keppra und Vitamin B6.
Lena nimmer sehr viel Keppra, mittlerweile 5 g, aber seit sie dazu B6 nimmt, sind kaum aggressive Nebenwirkungen zu beobachten.
Wir kaufen einfach Vitamin B 6 von Ratiopharm und sie nimmt 2x40 mg am Tag bei einem Gewicht von etwa 50 kg.
LG
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

Marialenau
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 98
Registriert: 23.10.2011, 13:30

Beitragvon Marialenau » 20.12.2018, 08:11

Guten Morgen,

@Andrea, war das vom Arzt verschrieben? Und was genau habt ihr genommen?
Welches Antiepileptikum nimm dein Kind jetzt?

@Alexandra: War das mit dem Arzt so abgesprochen? Und wie geht es eurem Kind seitdem?

@AndreaM: Ich weiss nicht, ob der Spiegel meines Sohns zu niedrig ist oder ob es überhaupt eine Rolle spielt.
Ich habe aber gelesen, dass eine vermehrte Zufuhr von B6 hilfreich sein kann. Ich habe mich auch in Epilepsie-Foren für Erwachsene schlau gemacht. Dort berichten ebenfalls einige, dass es ihnen nach B6 besser ging, die innere Unruhe und teilweisen Aggressionsschübe weg waren.

Es ist ja nur ein Vitaminpräparat, trotzdem habe ich gelesen, dass man selbst davon überdosieren kann? Unser Arzt hat uns auch empfohlen, Briviact auszuprobieren, das sei ganz neu, wirkt wie Levetiracetam aber ohne die psychischen Nebenwirkungen.

Noch einen schönen Tag!

Marialenau
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 98
Registriert: 23.10.2011, 13:30

Beitragvon Marialenau » 20.12.2018, 08:14

Hallo Erica,
da haben wir zeitgleich geschrieben :D

Hattet ihr das mit dem Arzt abgeklärt? Hat er euch eine Dosierung vergebenen?
Mein Sohn wiegt 24 Kilo, er nimmt 3 ml Keppra jeweils morgens und abends.

LG

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8234
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Erica » 20.12.2018, 11:10

Hallo Maria,

Ja, wir hatten das mit unseren Ärzten vorher besprochen.
Ich hatte im Dravet-Forum davon gelesen und unsrem Neurologen davon erzählt. Er kannte es bis dahin nicht, also haben wir probiert.
Erst 1x 40 mg am Tag und dann 2x, damit ging es Lena deutlich besser. Da sie auch sehr genau sagen kann, wie es ihr geht und was sie fühlt, ließ sich die Wirkung gut einschätzen.
Es war dann so gut mit den Aggressionen, auch den unterschwelligen, die man nicht unbedingt sah, die Lena aber fühlte, dass wir mit dem Keppra sehr hoch gehen konnten.

LG
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3065
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Beitragvon Alexandra2014 » 20.12.2018, 11:30


@Alexandra: War das mit dem Arzt so abgesprochen? Und wie geht es eurem Kind seitdem?
Nein, abgesprochen war es nicht. Da aber von Vitamin B Komplex keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten sind, haben wir es einfach ausprobiert und beim nächsten Termin mit der Neuropäd besprochen. Sie war eigentlich eher dankbar für den Erfahrungsbericht und wollte auch anderen Eltern in gleicher Situation dazu raten, es mit Vit B auszuprobieren.
Bei uns half es vorübergehend, bei mittlerer Dosierung. Als wir dann göher und höher mussten, half nichts mehr, außer das Präparat zu wechseln. Auch, da die Anfälle nicht aufhörten.
Nach Jahren Levetiracetam haben wir zuerst Briviact ausprobiert (was auch nicht half, dann Ospolot (was nicht ausreichend half) und danach Oxcarbazepin. Das, zusammen mit Ospolot, brachte erstmalig Anfallsfreiheit und ein wieder ausgeglichenes Kind.

Da Vit B allgemein gut für die Nerven ist, haben wir es beibehalten, allerdings nur noch als „Kur“ und nicht durchgehend.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


Zurück zu „Krankheitsbilder - Epilepsie“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste