gesetzliche Betreuung für Kind-was bedeutet das

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Stefan M.
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gesetzliche Betreuung für Kind-was bedeutet das

Beitragvon Stefan M. » 18.12.2018, 20:56

Unser Sohn wird im Mai volljährig. Da wir uns als Eltern nicht auf die gemeinsame Betreuung einigen können, wird es auf eine gesetzliche Betreuungsperson herauslaufen.

Was bedeutet das für uns ?

Bisher habe ich mich um die Therapien und Arzttermine gekümmert. Auch um den Schriftverkehr mit den Ämtern und der Krankenkasse.

Macht das zukünftig der gesetzliche Betreuer und wer fährt zukünftig zu den Arzt- und Therapieterminen ?

Weiss da jemand Bescheid, wie das so läuft ?

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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 18.12.2018, 21:21

Moin,

tja, das ist leider eine eher schlechte Situation!

Grundsätzlich ist es so, dass mit der Volljährigkeit die Zuständigkeit der Eltern endet - und dann, wenn sie nicht Betreuer werden, sie auch "raus sind".
Wenn der rechtliche Betreuer die Aufgabenbereiche Gesundheitssorge sowie Behördenangelegenheiten bekommt, dann "darf" der sich darum kümmern ... das zu Ärzten geht, dass Therapien stattfinden. Streng genommen gilt dann auch das Arztgeheimnis euch Eltern gegenüber, so dass der Betreuer nicht verpflichtet ist, euch entsprechend zu informieren.

Nun ist es allerdings so, dass die rechtlichen Betreuer - insb. die Berufsbetreuer - nicht unbedingt die Zeit haben (und es auch nicht ihre Aufgabe ist), mit ihren Klienten zu den Therapien zu fahren ... insofern wird der Betreuer schon versuchen, die Eltern mit einzubinden und sie dabei zu behalten, wenn es um das Fahren/ Bringen zu Therapien geht ...

... allerdings wird der auch genau hinschauen (müssen), wie er das handbabt, wenn es die Eltern nicht mal schaffen, sich auf eine gemeinsame Betreuung zu einigen.

Gruß
Jörg
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Beitragvon Ellert » 18.12.2018, 22:12

Hallo

warum müsst Ihr denn eine gemeinsame Betreuung haben
eigentlich reicht auch ein Elternteil alleine.
Warum beantragst Du das nicht und schaust was der Richter dazu sagt und der Gutachter ?

Jemand Fremdes müsste immer ja zustimmen und Du kannst nichts mehr entscheiden wie vorher
ob einen Pass beantragen oder in der Klinik was entscheiden
da müssen wir als Betreuer immer entscheiden.
Als Betreuer entscheide ichw as mit der Grui passiert
wer entscheidet das wenn ein gesetzlicher Betreuer da ist ?
Wer macht die Post auf etc ?
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Beitragvon Jörg75 » 18.12.2018, 22:29

Moin,
Ellert hat geschrieben:Als Betreuer entscheide ichw as mit der Grui passiert
wer entscheidet das wenn ein gesetzlicher Betreuer da ist ?
Wer macht die Post auf etc ?

über die Finanzen entscheidet - wenn er den Aufgabenbereich hat - der Betreuer. Also auch übe die Verwendung der GruSi.
Die Post öffnet und liest ebenfalls der Betreuer, wenn er den entsprechenden Aufgabenkreis hat ...

... was spricht denn, Stefan, dagegen, dass Du die Betreuung für dich beantragst? Im Verfahren wird dann geprüft werden, ob das dem mutmaßlichen Willen des Betreuten entspricht und sinnvoll ist ...

Gruß
Jörg
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Beitragvon Ellert » 18.12.2018, 22:32

Eben das meinte ich ja
von Post bis Geld gibt man als Eltern alles aus der Hand
und hat keinerlei Möglichkeiten mehr einzugreifen.
Ich verstehe sowas bei Menschen die niemanden haben
aber das eigene Kind würd eich nie in die "Willkür" Dritter geben
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Beitragvon Stefan M. » 19.12.2018, 07:05

Naja das ist halt so. Bis jetzt habe ich immer alles alleine gemacht und die Mutter hat halt immer dazwischengegrätscht, wenn es ihr nicht gepasst hat.

Jetzt habe ich die Betreuung für mich angeregt und die Mutter ist dagegen und möchte auch mitreden. Wenn ich mir überlege, dass ich weiterhin die ganze Arbeit mache und mir Mutter und Gericht zusätzlich Schwierigkeiten machen, das ist mir dann doch zu blöd. Die Betreuungsstelle hat jetzt die Mutter angehört und die möchte nicht, dass ich das alleine mache. Auch wenn wir die gemeinsame Betreuung haben, die Arbeit mache ich auch weiterhin.

Aber Ihr habt Recht, ich hab mich vorgeschlagen , was der Richter entscheidet, ist nicht mehr mein Bier.

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Beitragvon BirteBr » 19.12.2018, 08:01

Moin,

ich würde auch die Betreuung alleine beantragen - ist auf jeden Fall einfacher im Alltag. Und wenn die Mutter auch die betreuung beantragt muss halt das Betreuungsgericht entscheiden.

Ansonsten ist halt wirklich alles in der Hand des Betreuers.

LG
Birte
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Betreuung

Beitragvon Stefan M. » 19.12.2018, 09:39

Ja, Danke für Eure Tipps. Hab auch die alleinige Betreuung beantragt aber wie es oft so ist, will die Betreuungsstelle nicht selbst entscheiden sondern die Verantwortung auf mich abschieben, ich soll die Mutter in die Entscheidung miteinbinden. (Die hat mich angerufen und mir die Hölle heiss gemacht, sie möchte doch die gemeinsame Betreuung.)

Ich frag mich langsam, für was manche Leute da sind, wenn sie eh keine Entscheidungen treffen.

Aber gut.

Eine Frage hätte ich noch:

Wer kann mich rechtlich neutral beraten, was die Betreuung so nach sich zieht, ausser natürlich die Betreuungsstelle, die ihre Interessen vertritt, nämlich die Sache so schnell wie möglich vom Tisch zu haben ohne unbequeme Entscheidungen treffen zu müssen.

Beim Betreuungsgericht/Rechtspfleger habe ich schon nachgefragt, die wollen oder können nicht.

Es geht so um Sachen wie Rechenschaftsbericht, Vermögensnachweis, bei gemeinsamer Betreuung die Gültigkeit getrennter Willenserklärungen usw.

Danke im voraus

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Beitragvon Michaela44 » 19.12.2018, 12:47

So wie du es schilderst, möchte die Mutter mitbestimmen, aber keine Arbeit haben. Das ist eine sehr bequeme Art, Verantwortung zu übernehmen.

Vielleicht könnt ihr euch doch zusammentun und die Betreuung dazu nutzen, konkret festzulegen, wer was entscheiden darf und wer welche Aufgaben übernimmt? Frag die Mutter doch mal, wie sie sich die gemeinsame Betreung vorstellt, wie sie sich einbringt, welchen Anteil sie übernimmt. Wenn sie tatsächlich keine Aufgaben übernehmen möchte, macht sie womöglich einen Rückzieher und lehnt die Betreuung ab. Wenn sie trotzdem keinen Rückzieher macht, hast du es wenigstens versucht. Vielleicht übernimmt sie aber tatsächlich Aufgaben, dann wärst du (langfristig) entlastet, es gäbe jemanden falls du mal ausfällst und für euren Sohn wäre es auch gut, wenn sich die Eltern wieder vertragen. Einen Versuch ist es doch wert, finde ich.

LG Michaela

(deren Sohn hoffentlich keine Betreuung benötigt, denn die Situation ist ähnlich nur andersherum)
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 19.12.2018, 12:48

Ach ja: Beratung oder Infos kannst du vielleicht auch bei der Lebenshilfe, Diakonie etc bekommen.
Asperger Autistin

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