Neue Begutachtung MDK, besser weggekommen a. vorher?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Andrea5
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Neue Begutachtung MDK, besser weggekommen a. vorher?

Beitragvon Andrea5 » 18.12.2018, 19:09

Hallo alle Zusammen,

der MDK war gestern bei uns. Die Gutachterin sagte auch gleich, dass die Zeiten der Pflege nicht mehr angerechnet werden. Sie fragte mich auch, ob ich mich mit den Modulen schon beschäftigt hatte. Sicher, das hatte ich. Sie hat mir tausend gefühlte Fragen gestellt. Mobilität, Selbständigkeit, Kommunikation mit der Umwelt etc. Die Module kennt ihr ja auch. Das Ben Pflegegrad behalten wird, ist klar. Aber wie er eingestuft wird, da bin ich ja mal gespannt. Er zur Zeit noch Pflegegrad 4 durch die aufwändige Pflege.
Waschen, Duschen, Anziehen übernehme ich komplett. Ausziehen meistens auch. Ben kann sich die Hosen runterziehen selber und das wars irgendwie auch. Zur Toilette muss ich ihn begleiten, dabei bleiben damit er auch draufsitzen bleibt Ansonsten landet das Geschäft (Urin) in der Badewanne oder im Waschbecken :? . Essen muss ich mundgerecht vorbereiten, ebenso Getränke einschenken. Und ihn auffordern vernünftig zu essen, sonst trommelt er mit dem Besteck auf dem Teller herum. Und in puncto Selbständigkeit, Kommunikation brauch er eh ständige Begleitung. Er trägt nachts noch Windelpants, ab und an muss das Bett neubezogen werden.

Ben nimmt keine Medikamente, trägt keine Brille oder Hörgeräte. Ist einigermaßen motorisch fitt. Als Hilfsmittel hat die Begutachterin allerdings die sensomotorischen Einlagen anerkannt.

Ich betrachte die neue Begutachtung eher skeptisch. Warum? Kuckt mal
hier rein:

https://www.pflegen-online.de/wer-gewinnt-wer-verliert


Wir war bei euch die Begutachtung mit den Modulen? Seit ihr bessergestellt worden oder wurdet ihr heruntergestuft. Bin eh gespannt was dabei herauskommt.


LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 18.12.2018, 19:45

Hallo Andrea,
ihr seid doch übergeleitet , oder? Da müsste Ben doch lebenslang Pflegegrad 4 zustehen, es sei denn, er hätte irgendwann PG 0...
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Jojo111
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Beitragvon Jojo111 » 18.12.2018, 20:31

Wir hatten noch keine Wiederbegutachtung, aber ich war kürzlich bei einer dabei (autistisches Kind im Grundschulalter). Ich war ehrlich überrascht, wie wenig Punkte das Kind bekam. Es hat grade so Pflegegrad 2 erreicht. :shock:

Das Kind braucht durchgehend Begleitung und Anleitung und ich dachte eigentlich, dass das im neuen System stärker gewichtet wird.
Die Gutachterin hat mir das alles geduldig erklärt und auch gezeigt, viele Dinge konnte sie gar nicht hoch bepunkten, besonders die Aufsicht und Anleitung (wie auch in deinem Link dargestellt).

Ein Aspekt, den ich sehr ungerecht fand: das Kind hat erhebliche Einschränkung im Bereich Kommunikation (Modul 2) und zeigt herausforderndes Verhalten (Modul 3).
ABER: Bei der Verrechnung geht nur entweder Modul 2 oder Modul 3 in den Gesamtwert ein, je nachdem, in welchem Modul es mehr Punkte gab. Die Punkte aus dem anderen Modul fallen unter den Tisch. :?
Die Gutachterin fand das selbst ungerecht, weil es speziell bei Menschen mit ASS, geistiger Behinderung oder auch Demenz nachteilig ist, weil sie besonders in diesen beiden Modulen viele Punkte haben, aber eben nur eins davon gewertet werden darf. Und gerade diesen Personenkreis wollte man mit dem neuen System doch stärker berücksichtigen. :roll:

Du hast Bestandsschutz, Du musst Dir keine Sorgen machen. Das betreffende Kind hatte keinen und ich bin sicher, dass es nach dem alten System mind. PS 1 + EA bekommen hätte (also in PG 3 gekommen wäre), evtl auch PS 2 + EA.

Ist auch nicht der einzige Fall, den ich kenne, in dem Autisten nur PG 1 oder 2 bekommen haben.
LG, Jojo
mit dem bezaubernden Trio (Mademoiselle 2006, JIA, sehbehindert, SH rechts mit HG versorgt, ADHS --- Monsieur 2006, Asperger, ADHS, LRS, AVWS --- kleiner Charmeur 2010, HFA, SEV, VED, V.a. Tourette)

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 18.12.2018, 20:52

Hallo Angela, hallo Jojo,

Ben ist übergeleitet worden von PS 2 + EA in PG 4 2017. Allerdings stand im Pflegegutachten auch drinne, dass im Juli 2018 eine Nachbegutachtung empfohlen wird. Naja, vielleicht habe ich auch schlafende Hunde geweckt. Wir hatten nämlich wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt. Unser Gartenzaun war schon lange morsch und irgendwann brach ein großes Teilstück zusammen. Und zack war Ben auf dem Nachbargrundstück und suchte mal wieder das Weite. Mein Mann hat den Zaun notdürftig geflickt. Mein Kind hat nämlich auch eine Weglauftendenz. :evil: . Die Gutachterin hat die Kostenübernahme für einen neuen Zaun auch befürwortet. Hätten wir das nicht beantragt, hätte wohl noch keine Nachbegutachtung stattgefunden. Vielleicht später. Keine Ahnung.


LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS

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Beitragvon Angela77 » 18.12.2018, 21:43

Hallo Andrea.
die Nachbegutachtung ist bei euch wegen des Bestandschutzes ja Gott sei Dank unproblematisch ...
Unser Sohn hat auch PG 4 (übergeleitet), ist seit Jahren windelfrei und geht selbstständig zum Klo, ist sonst so ähnlich wie Ben bekommt, aber viele körperliche Verrichtungen mittlerweile mit kleinstteiliger verbaler Anleitung einiegermaßen hin.

Wenn ich die schwerstbehinderten Kinder in seiner Klasse mit PG 5 sehe, dachte ich manchmal, dass es eigentlich unfair IHNEN gegenüber ist, dass Bene PG4 hat.

Da hat mir ein Vater eines solchen Kindes, ohne dass ich den Gedanken überhaupt äußerte, "diesen Zahn" aber schnell gezogen :wink:
Es ging um Entlastung und er sagte sinngemäß: So wie ich das sehe, musst du auch 24/ Tag um deinen Sohn herum sein ... Er hat Recht, körperliche Pflege ist vergleichsweise gering. Aber durch den ständigen Beaufsichtigungsbedarf (Wegläufer) bin ich zeitlich und sozial auch wirklich heftig gebunden.

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin

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Beitragvon Alexandra2014 » 18.12.2018, 21:56

Hallo Andrea,

was die anderen dir sagen wollen: ihr könnt rechtlich nicht runtergestuft werden!
Da ihr übergleitet worden seid, hat dein Kind lebenslang Anrecht auf Pflegegrad 4, es sei denn, man ist der Meinung, dass ihm gar kein Pflegegrad mehr zusteht. Dann fällt der Pflegegrad komplett weg. Aber runterstufen geht wie gesagt nicht.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Ellert » 18.12.2018, 22:36

Welchen Sinn macht das denn ? Manche Situation verbessert sich ja und es wird weniger Pflege nötig
dennoch hat man Anspruch auf den höheren Grad ? Ob das so gewollt ist ?
DAGMAR mit
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3 fitten Schwestern
www.mini-ellert.de

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Beitragvon s.till » 18.12.2018, 22:37

Hallo

@Alex

habe ich das jetzt richtig verstanden, dass man wenn übergeleitet ist, dann bei einer Wiederbegutachtung entweder gra keinen Pflegegrad mehr bekommt oder den gleichen behält?

Ich dachte immer, dass man den Bestandschutz nur bis zum 1.1.2019 hat und dann wieder begutachtet wird. Und wenn man da weniger Punkte erreicht, dass man auch heruntergestuft werden kann.

LG
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,aG,B,H
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Beitragvon Rita2 » 18.12.2018, 22:48

Hallo,

nein bis Ende 2018 darf nicht neu begutachtet werden. Danach dürfen die PK wieder begutachten. Es darf dann auch ein niedrigerer Pflegegrad festgestellt werden. Aber in diesem Fall werden die Leistungen dauerhaft nach den übergeleiteten Pflegegrad bezahlt.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Re: Neue Begutachtung d den MDK, besser weggekommen a. vorher?

Beitragvon *Sally* » 21.03.2019, 23:32

Hallo Andrea,

was hat denn die Begutachtung im Endeffekt ergeben ?

LG
Evi mit Debbie-Maus * 95


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