Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Jakob05
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von Jakob05 »

Manchmal sind wir hier doch die besten Therapeuten. Ich spüre, dass du unsere Texte verstanden hast und das ist das wichtigste. Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung ! Dafür braucht es nicht immer Profis. Auch mir tut (auch nach all den Jahren) der Austausch hier immer noch gut.
Dass Väter die heftigen Erlebnisse gar nicht so wahrnehmen oder einfacher wegstecken, liegt - glaube ich - einfach daran, dass sie sich nur mit der Tatsache als solches auseinandersetzen müssen, wir als Mütter aber - wenn auch unterbewusst - immer noch daran knabbern " was hab ich falsch gemacht", wenn nach 9 Monaten in unserer alleinigen Obhut etwas schief läuft. Das belastet einfach viel mehr.

Wir sollten uns diese intensivere Hadern einfach zugestehen, aber dennoch die Freiheit unserer Kinder immer wieder dagegen abwägen. Ängste sind okay, aber Vertrauen ist besser !!!
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

Venice86
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von Venice86 »

Hallo Sermin,

er entwickelt sich gut :-) Seit 6 Wochen geht er in die Kita und das klappt sehr gut.
Die Entscheidung habe ich mir nicht leicht gemacht, denke aber, dass es für ihn sinnvoll ist. Kinder schauen sich ja gerade von anderen Kindern sehr viel ab. ZB versucht er jetzt zu rennen, da er natürlich mit den anderen mithalten will. Er lernt dort auch, einfach Spiele mitzumachen. ZB sitzen die Kinder morgens zusammen, rollen sich Bälle zu und müssen entscheiden, was die anderen machen sollen, wenn sie den Ball haben. Also zB stampfen, klatschen... Da macht er schon gut mit. Auch das eigenständige Essen mit Besteck wird geübt und viel feinmotorisches, wie zB Klammern an ein Stück Karton machen (was für die Kleinen echt schwer ist, wenn man mal darüber nachdenkt).
Ansonsten fängt er an, Formen zuzuordnen, oder Fädelspiele zu machen. Ein wirklich gezieltes Spielen kann ich noch nicht feststellen, er wirft eher alles rum oder nimmt es auseinander, um es dann auf seiner Werkbank zu reparieren :-)
Ich denke, insgesamt entspricht das dem, was ein 19 Monate altes Kind können sollte.
Mit dem Sprechen ist es noch nicht weit her...Mama, ja, das und wauwau. Aber auch hier erhoffe ich mir durch die Kita eine Verbesserung.
Mal abwarten :-)

Liebe Grüße!

Melihcanim
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Re: Sermin mit Sohn (Wie steht ihr zu Impfungen bei Asphyxie Vorgeschichten)

Beitrag von Melihcanim »

Hallo Venice, das hört sich tatsächlich nach einer altersgerechten unauffälligen Entwicklung an. Ich freue mich sehr für dein Kind und dich.

Liebe Cordula, ich bin euch allen sehr dankbar für euren Zuspruch, eure Ratschläge und manchmal auch nur dass man hier etwas loswerden kann wenn man sich im eigenen Umfeld nicht verstanden fühlt. In diesem Sinne seid ihr wirklich unersetzliche Therapeuten.

Uns geht es prima, nachdem M. zur U6 wegen einer MagenDarm Infektion nicht geimpft werden konnte, wurde die MMR Impfung heute nachgeholt. Ich hoffe dass alles gut verläuft. In den letzten Wochen habe ich mich in vielen Foren und Infoportalen bez evtl. Impfschäden eingelesen. Im Bekanntenkreis wurde ich auch von beiden Lagern (Impfbefürwortern und Gegnern) auf meinen Wunsch informiert und war ziemlich unsicher. Bislang hat M. alle Impfungen gut vertragen aber das kann ja nicht pauschal auf andere Impfungen übertragen werden.

Jdfls war mein Mann schon seit jeher FÜR die Impfung und ich unsicher. Heute habe ich meinen KiA auf meine Ängste angesprochen, gerade im Hinblick auf d Geburtsgeschichte und weil M daher meiner Ansicht nach ein Risikopatient ist. Der KiA reagierte erstaunlich verständnisvoll (sonst eher verärgert wenn ich ihn auf sowas angesprochen habe)und erklärte mir, dass M. zwar einen schweren Start hatte dies aber schnell u gut überstanden habe so,dass ihn seiner Ansicht nach nichts von gesunden Kindern unterscheidet. Weiter sagte er dass die Krankheiten selbst wogegen geimpft wird größere Risiken berge als die Impfung.

Ängste habe ich trotzdem, wobei das für mich nicht ungewöhnlich ist da ich dazu neige mich schnell verunsichern z lassen. Wenn wir diese Woche gut überstehen werden mir die weiteren Folgeimpfungen bestimmt leichter fallen.

Schöne Grüße
S.

melly210
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Re: Sermin mit Sohn (Wie steht ihr zu Impfungen bei Asphyxie Vorgeschichten)

Beitrag von melly210 »

Sermin84 hat geschrieben:
27.11.2019, 21:41
Hallo Venice, das hört sich tatsächlich nach einer altersgerechten unauffälligen Entwicklung an. Ich freue mich sehr für dein Kind und dich.

Liebe Cordula, ich bin euch allen sehr dankbar für euren Zuspruch, eure Ratschläge und manchmal auch nur dass man hier etwas loswerden kann wenn man sich im eigenen Umfeld nicht verstanden fühlt. In diesem Sinne seid ihr wirklich unersetzliche Therapeuten.

Uns geht es prima, nachdem M. zur U6 wegen einer MagenDarm Infektion nicht geimpft werden konnte, wurde die MMR Impfung heute nachgeholt. Ich hoffe dass alles gut verläuft. In den letzten Wochen habe ich mich in vielen Foren und Infoportalen bez evtl. Impfschäden eingelesen. Im Bekanntenkreis wurde ich auch von beiden Lagern (Impfbefürwortern und Gegnern) auf meinen Wunsch informiert und war ziemlich unsicher. Bislang hat M. alle Impfungen gut vertragen aber das kann ja nicht pauschal auf andere Impfungen übertragen werden.

Jdfls war mein Mann schon seit jeher FÜR die Impfung und ich unsicher. Heute habe ich meinen KiA auf meine Ängste angesprochen, gerade im Hinblick auf d Geburtsgeschichte und weil M daher meiner Ansicht nach ein Risikopatient ist. Der KiA reagierte erstaunlich verständnisvoll (sonst eher verärgert wenn ich ihn auf sowas angesprochen habe)und erklärte mir, dass M. zwar einen schweren Start hatte dies aber schnell u gut überstanden habe so,dass ihn seiner Ansicht nach nichts von gesunden Kindern unterscheidet. Weiter sagte er dass die Krankheiten selbst wogegen geimpft wird größere Risiken berge als die Impfung.

Ängste habe ich trotzdem, wobei das für mich nicht ungewöhnlich ist da ich dazu neige mich schnell verunsichern z lassen. Wenn wir diese Woche gut überstehen werden mir die weiteren Folgeimpfungen bestimmt leichter fallen.

Schöne Grüße
S.
Dein Kinderarzt hat absolut recht ;-) Klar gibt es Impfschäden, aber die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden ist VIEL geringer als die Wahrscheinlichkeit sich Masern und Co einzufangen und dadurch Folgeschäden zu erleiden. Mein Sohn ist wirklich komplett durchgeimpft, incl Rota Varicellen, Grippe und Co. Er hatte kein einziges Mal schwere Reaktionen. Die einzige Impfung auf die er überhaupt reagiert hat war die MenB, da hatte er Schmerzen an der Impfstelle und eine Nacht 37,5 Temperatur. Das wars.
Söhnchen (02/2015) mit motorischer Dyspraxie und Wahrnehmungsstörungen

Jörg75
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Re: Sermin mit Sohn (Wie steht ihr zu Impfungen bei Asphyxie Vorgeschichten)

Beitrag von Jörg75 »

Moin,
melly210 hat geschrieben:
27.11.2019, 22:54
Klar gibt es Impfschäden, aber die Wahrscheinlichkeit einen Impfschaden zu erleiden ist VIEL geringer als die Wahrscheinlichkeit sich Masern und Co einzufangen und dadurch Folgeschäden zu erleiden. Mein Sohn ist wirklich komplett durchgeimpft, incl Rota Varicellen, Grippe und Co. Er hatte kein einziges Mal schwere Reaktionen.
dem kann ich mich in vollem Umfang anschließen - wir haben zwei voll durchgeimpfte Jungs einschließlich jährlicher Grippeimpfung. Weder die Impfungen selber (sowohl der dreijährige wie auch der sechsjährige schauen sich das pieken an ohne groß mit der Wimper zu zucken) noch die Zeit danach machen bei uns größere Probleme.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Melihcanim
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von Melihcanim »

Hallo ihr Lieben,

hiermit möchte ich allen frischgebackenen Asphyxie Eltern Mut machen. Ich weiß wie verzweifelt ich in den ersten Wochen nach positiven Verläufen suchte.

Vor Kurzem waren wir im SPZ zur Verlaufskontrolle und dieser hat ergeben, dass davon ausgegangen werden kann, dass mein Sohn durch d Sauerstoffmangel nichts zurückbehalten hat. Insgesamt sei mein Sohn in seiner Entwicklung seinem Alter voraus wobei er sprachlich 1 bis 2 Mo hinterherhinkt jedoch in der Feinmotorik, Grobmotorik und kognitiv seinem Alter voraus ist. Dass er noch (relativ) wenige Worte spricht liege höchstwahrsch daran, dass zu Hause 3 Sprachen gesprochen werden. Weitere Verlaufskontrollen sind nicht notwendig. Den genauen Bericht erhält unser KiA. Mein Sohn ist 14 Mo alt und erkennt sich selbst im Spiegel (schneidet Grimassen), läuft rückwärts hat angefangen zu rennen, steigt Treppen, klatscht (wenn er gelobt wird), winkt zum Abschied wenn jmd aufsteht um die Wohnung zu verlassen (oder er läuft hinterher und holt seine eigenen Schuhe aus d Schrank). Gerade das Winken und Klatschen nicht nur als Nachahmung sondern als nonverbale Kommunikation (Verabschiedung, Lob) ist wohl unheimlich wichtig. Er zieht sich selbst Schuhe u Socken aus. Er zeigt auf Dinge in Büchern auf Nachfrage. Wenn er ein Tier sieht oder man ihn fragt wie macht der Hund macht er wau wau (wobei alle Vierbeiner f ihn wau wau od muh sind). Wenn er gefragt wird wo Haare und Ohren sind zeigt er darauf. Wenn man ihm sagt er soll telefonieren legt er seine Hand (oder was er gerade in der Hand hält) ans Ohr und brabbelt, wenn ich ihm ein Taschentuch gebe und sage er soll bitte putzen wischt er den Couch Tisch. Wenn ich mich runterknie u ihm die Arme entgegenstrecke läuft er auf mich zu umarmt mich und legt sein Kopf auf meine Schulter. Er steckt Formen in
Löcher, baut Lego, macht Deckel auf und wieder zu u spielt Ball. Er holt Ball Schnulli Fläschchen u Schuhe auf Anweisung. Er sagt Mama, Papa , Schnulli (Memi) und Fläschchen (Nini).Er ahmt so ziemlich alles nach. Könnte wahrscheinlich noch endlos weiter erzählen. Er ist jdfls ein sehr pfiffiges Kerlchen. Was er nach wie vor nicht tut ist das Zeigen auf sein Umfeld.Aber die Neurologin meinte dass das Zeigen im Buch dasselbe ist (habe zwar immer gelesen, dass das eben nicht dasselbe ist aber ich bin diesbez nicht mehr besorgt weil er insgesamt einen super fitten Eindruck macht).

Er weint nicht mehr wenn er etwas möchte sondern ruft mich, neuerdings verschränkt er die Arme und setzt sich weg wenn er beleidigt ist (was sehr lustig und süß aussieht, vor allem weil es nur ne gefühlte Sekunde dauert :) ). Die Neurologie sagte mir, dass sie mir noch den Bailey Test anbieten könne wenn ich will, der mit 2 Jhr gemacht wird, dieser eigentlich für Frühchen gedacht ist und es ähnlich abläuft wie eben nur bisschen strenger. Sie meinte wenn z. B. Konzentrationsprobleme wären könnte man rechtzeitig fördern. Ich willigte ein da ich mir dachte, dass wir davon nur profitieren können. Schließlich spielt man ja mit ihm und er hatte sichtlich Spaß.

Jdfls bin ich unendlich dankbar, dass das SPZ das bestätigt hat was auch d KiA seit Langem sagte.

P. s. Wir sprachen über den vermeintlichen Anfall den mein Sohn an seinem 8. Lebenstag in der Klinik hatte. Auch wenn mein KiA und die Neurologin (welche meinen Sohn mit 3 Mo untersuchte) der Meinung waren, dass mein Sohn vermutlich gar keinen Krampfanfall hatte, geht diese Neurologin davon aus, dass es definitiv ein Krampfanfall war was aber nicht bedeutet dass dieser zur Epilepsie führt und was auch gesundgeborene Neugeborene manchmal haben. Dies nochmal als Mutmacher für jene Eltern die sowas miterleben müssen, dass ein Krampfanfall nicht immer Folgen nach sich ziehen muss.

Und schließlich möchte ich mich bei allen hier ganz lieb bedanken. Ihr habt mir Mut und Kraft gegeben wenn ich es am meisten brauchte. Ihr wusstet genau wann und in welcher Dosis Mitgefühl, Zuspruch, Denkanstöße oder auch Kritik angebracht waren. Alles Gute euch und euren Kämpfern. DANKE.

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Jakob05
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von Jakob05 »

Hallo Sermin, schön, dass du Eure Geschichte so positiv zusammengefasst hast. Das passiert hier viel zu selten.
Alles Gute Für euch. Schreib ruhig hin und wieder ein paar Zeilen hier !
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

LovisAnnaLarsMama
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Hallo Sermin, gerade die motorische Entwicklung ist klasse, beim sprachlichen musst du dir warscheinlich auch keine Gedanken machen.
Schön, dass es deinem Sohn so gut geht!
Liebe Grüße
LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Melihcanim
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Verhältnis zwischen Partnern nach Geburtstraumata

Beitrag von Melihcanim »

Hallo Ihr Lieben,

hoffe ihr und eure Schätzchen seid wohlauf.

Uns geht es prima. Mein kleiner Mann wird bald 18 Mo alt und macht sich weiterhin ganz toll, hat angefangen zu sprechen lernt täglich neue Wörter und hilft mir bei der Hausarbeit wie Frühstückstisch herrichten, Wäsche in die Waschmaschine tragen usw. :). Wir sind sehr dankbar ihn zu haben und genießen jeden Moment mit ihm.

Heute wende ich mich an euch wegen einer anderen Sache. Es geht um meinen Mann.

Für mich stand schon immer fest, dass ich mindestens zwei Kinder haben möchte. Auch mein Mann sagte, dass wir so viele Kinder haben können wie wir uns wünschen. Allerdings hat sich seine Meinung dazu geändert. Er sagte mir, dass er keinesfalls ein weiteres Kind möchte. Der Grund bin ich und meine Einstellung zu besonderen Kindern. Er sagte mir, dass der Moment in welchem man sich entschließt Kinder zu bekommen man das Kind auch so anzunehmen hat wie es ist. Absolut richtig und nachvollziehbar. Er findet, dass ich nicht in der Lage bin ein besonders Kind anzunehmen.Das macht er daran fest, dass ich hauptsächlich in der SäuglingsZeit unseres Kindes depressiv war und von großer Angst beherrscht wurde. Als ich ihn fragte ob er mich denn weiterhin lieben könne wenn er mich f so einen schlechten Mensch hält sagte er, dass er mich nicht für schlecht sondern für schwach hält.Es mag sein dass ich psychisch nicht so stabil bin wie er aber das heisst noch lange nicht, dass ich mein Kind ablehnen würde wenn es behindert zur Welt kommt. Auch meinem Sohn oder uns kann doch Gott behüte jederzeit was zustossen schließlich hat kein Mensch die Gesundheit f ein Lebenlang gepachtet. Im Übrigen sind wir auch nicht genetisch vorbelastet, die Wahrscheinlichkeit dass das was passiert ist (ich spürte meine Wehen nicht) nochmal passiert ist gleich Null sagten mir die Ärzte und selbst wenn habe ich aus Erfahrung gelernt. Der Gedanke ein behindertes Kind zu haben ist nicht mehr so furchteinflössend wie es Mal war, zumal damals sicherlich auch die Hormone ihren Beitrag zu meiner psychischen Verfassung leisteten. Mein Mann sieht das anders. Er findet, dass ich mir einbilde jetzt damit anders umzugehen, jetzt wo ich weiß dass unser Sohn gesund ist und somit leicht daher rede.

Mein Mann hat noch einen gesunden Sohn aus erster Ehe der ein toller großer Bruder ist. Als ich meinen Mann fragte ob er mir diesen Wunsch verwehren würde selbst wenn seine Einstellung f mich ein Trennungsgrund wäre bejahte er meine Frage was mich doch sehr schockte. Bislang habe ich mich immer geliebt gefühlt aber zwischenzeitlich frage ich mich wirklich wie er zu mir steht. Seit unser Sohn auf der Welt ist bewundere ich meinen Mann noch mehr f seinen Lebensmut, seine Kraft und unendliche Liebe. All das hat er mir bewiesen in dieser schwierigen Zeit. Und vielleicht geht es ihm jetzt genau umgekehrt. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich ja der wahre Charakter eines Menschen. Vorallem unserem Sohn wünsche ich ein Geschwisterchen und Spielkamerad, er wäre ein großartiger großer Bruder. Er liebt es mit Kindern zu spielen und ist zu jüngeren Kindern sehr fürsorglich.

Wer hat Ähnliches erlebt?

Schöne Grüße

S.

Melihcanim
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Re: Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Beitrag von Melihcanim »

Hallo in die Runde,

nachdem ich versprochen hatte immer wieder Mal ein Update zu geben möchte ich dies jetzt nachholen.

Mein kleiner Schatz ist jetzt 23 Mo alt und spricht seit geraumer Zeit in 2 und 3 Wort Sätzen (hin u wieder kommen auch schon 4 Wörter zusammen) türkisch. Deutsche Wörter kennt er ebenfalls unzählige (wir hörten bei 50 Wörtern vor ca 4 Mo auf) wobei er aber nur türkisch spricht, wenn ich z.B. frage: wo ist der Schmetterling? (auf deutsch) sagt er :Guck Schmetterling da (auf türkisch). Der passive Wortschatz ist in deutsch fast genauso gut wie in türkisch. Die Hoffnung dass er bei d Großeltern auch noch ein paar Worte kurdisch aufschnappt hat sich verflüchtigt. Er zählt bis 10 (auf türkisch u deutsch) wobei er kein Mengenverständnis hat. Er kennt die Farben blau, grün, weiß, rot, pink und lila (die Farben haben wir ihm bewusst in deutsch beigebracht). Ausserdem hat er das Hüpfen von der Couch auf d Teppich für sich entdeckt und malt und singt unheimlich gerne (singen kann er definitiv besser als die Mama und singt Melodien in Phantasiesprache korrekt nach, die Phantasiesprache bei Musik verwendet er meiner Meinung nach weil wir ausschließlich deutsche Lieder hören und singen :)). Beim Malen mag er es nicht zu kleckern (Fingerfarben dürfen bitte nur auf die Fingerspitzen und nicht in die gesamte Handinnenfläche :) sein Papa ist in diesen Dingen auch sehr pingelig und er scheint nach ihm zu kommen)

Er scheint also wirklich sehr clever zu sein. Zum Wort "ich" hat er aber noch keinen Bezug. Die 1,5 Mo jüngere Nachbarstochter die noch nicht Mal halb so gut spricht wie er (oder Farben erkennt oder zählt) sagt schon "ich", daran habe ich erneut gesehen dass jedes Kind seinen eigenen Fahrplan hat. Wenn er z. B. satt ist und ich ihn frage bist du satt sagt er nicht "ich bin satt" sondern "Essen fertig" oder wenn er ein Spielzeug will sagt er nicht: "ich will memory spielen" sondern "hol memory runter" (darauf zeigend) - - wobei er aber nicht memory spielt sondern nur aufzählt welche Figuren auf d Karten z sehen sind. :). Er spielt unheimlich gerne mit d Nachbarskindern und kann selbst mit den 5 Jhr beim Fußball spielen mithalten. Er ist unser ganzer Stolz.

Ich fange am Mo wieder an zu arbeiten (war bislang in Elternzeit) und er kommt ab Dezember in die Krippe. Ich hoffe dass die Trennung nicht allzu schmerzhaft wird für uns beide.

Ich hoffe euch und euren Liebsten geht es gut und ihr seid wohlauf.

Schöne Grüße

Sermin

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