Sermin mit Sohn (Asphyxie Spätfolgen)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Sabinä1984
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Beitragvon Sabinä1984 » 18.01.2019, 14:52

Hallo Sermin,

Auch ich war am Anfang nur Angst und Sorge bestimmt. Hab alles gegoogelt und mein Kind ständig beobachtet ob etwas pathologisch ist. Jedes Zucken wurde auf die Goldwaage gelegt und nachgeforscht. Ich hatte einfach nur Angst vor allem der Zukunft, dem was übersehen etc.

Wir machen Physio nach Bobath. Das ist ganz anders als Vojta. Vielleicht willst du dir das mal anschauen. Unserm Zwerg hilft es sehr gut. Er hat einen Hypertonus in beiden Armen wobei unsere Physio sagt das es kein pathologischer Hypertonus ist.

Zudem hab ich mir eine Psychologin gesucht mit der ich mich alle 14 Tage treffe um das erlebte und die Zukunft aufarbeite. Das kann ich sehr empfehlen! Du musst das nicht alleine durchmachen! Hol dir Hilfe!

Ich verstehe dich zu gut. Auch mein Freund ist deutlich optimistischer als ich, wobei ich inzwischen auch ein sehr gutes Bauchgefühl habe, weil er sich sehr gut entwickelt. Mit der Zeit wirst du sicher auch ruhiger und gelassener, jedoch ist der jetzige Zustand auch nicht auszuhalten. So war es zumindest bei mir.

Zu diesen fidget movements gibt es sogar eine interessante Seite. Ich schick dir mal den Link dazu.

http://www.therapiefuerkinder.de/index.php?id=20

8 Wochen ist noch sehr sehr klein. Da muss er auch noch gar nicht viel können, außer trinken, pinkeln, großes Geschäft und schlafen :)

Also kurzgefasst, such dir am besten eine gute Psychologin die kann dich in einer solchen Situationen begleiten und es mit dir aufarbeiten. Mir hilft es sehr gut!

Ganz liebe Grüße

Sabine

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melly210
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Beitragvon melly210 » 18.01.2019, 16:17

Sermin, ja, es können auch Sachen auftreten die man erst später sieht. Bei meinem Sohn war es auch so, daß man erst so ab ca zwei gesehen hat, daß er doch kleinere Baustellen hat. ABER. Je später man was sieht, desto geringer sind die Probleme in der Regel. Mein Sohn ist jetzt fast vier und ein super kluger kleiner Knopf. Kognitiv schon deutlich weiter als viele Altersgenossen, aber mit einer leichten Muskelhypotonie, wordurch er noch etwas verwaschen (aber altersgerecht) spricht und einer visuellen Wahrnehmungsstörung, wodurch er sich mit Puzzlen zb noch schwer tut. Deshalb bekommt er Ergotherapie. Das heißt, wenn man so spät was merkt ist das nichts womit es sich nicht gut leben und was man mit entsprechender Therapie nicht auch ok kompensieren lernen kann.

Wenn er mit 8 Wochen soweit gut entwickelt ist, kannst du davon ausgehen, daß er nicht schwerstbehindert sein wird. Ob er kleinere Baustellen zurückbehalten hat kann man jetzt noch nichts sagen, aber wie gesagt selbst wenn wird das nichts sein was ihn davon abhalten wird ein glückliches und relativ selbstbestimmtes Leben zu führen.

Nelli82
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Beitragvon Nelli82 » 18.01.2019, 21:20

Hallo Sermin, Werte und ob hyperton (glaube nicht), müsste ich nochmal im Bericht nachlesen. Alles vergessen! Du siehst, irgendwann werden solche Dinge unbedeutend.

Die Entwicklung deines Kindes hört sich prima an. Hör‘ auf deinen entspannten Mann (meiner war genauso, ein echter Glücksfall, wenn man sich selbst ständig über alles den Kopf zerbricht) und versuche auf jeden Fall die Zeit zu genießen, sie kommt nie wieder. Dein Kleiner macht doch alles ganz prima! Vielleicht ergibt sich noch die ein oder andere Baustelle, aber mach dich nicht im Vorfeld verrückt. So wie es sich im Moment anhört, seid ihr doch bestimmt mit einem blauen Auge davon gekommen.

Das Schielen war dann so mit 2 oder 3 Jahren Thema. Er hat als Baby lange richtig geschielt, aber das war wie immer bei ihm noch alles im Rahmen. Das Mikroschielen ist geblieben. Das sieht man übrigens nicht. Es macht sich nur in einer verminderten 3D-Sicht bemerkbar und die Tonus-Regulationsstörung betrifft wohl auch die Augen.
Nelli mit Leonard (03/12, 40+2 SSW), schwere Asphyxie unter der Geburt, milde CP/ Entwicklungsverzögerung, fein- und grobmotorische Probleme, Tonus-Regulationsstörung (Tremor), Mikroschielen

Sohn, 12/15
Tochter, 05/18

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=90964

Sermin84
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Beitragvon Sermin84 » 14.02.2019, 21:50

Hallo Ihr Lieben,

ich hoffe es geht euch und euren Schätzchen gut.

Wollte Mal wieder ein Update zu meinem kleinen Mann hier zu Hause machen:

Die U4 haben wir vor ca 2 Wochen absolviert (etwas früher mit 2,5 Mo. da die Impfung am selben Tag vorgenommen wurde). Auch wenn KiA anfänglich sagte dass es daher nicht schlimm sei sofern er etwas nicht macht und er es dann auf die Liste für die nächste U nimmt war das nicht notwendig. Er hat den KiA angestrahlt wie ein Honigkuchen und hat ihm HandMund Koordination vorgeführt. Kopfkontrolle in Bauchlage sowie beim Hochziehen war super und er hat die Füße auf d Boden gestemmt sowie den Greifring der ihm an die Hand geführt wurde gegriffen (zwar nicht weiter beachtet aber immerhin). Nach dem Glöckchen hat er gelauscht und gesucht. Die Arzthelferin die ihn impfte sagte dass er für sein Alter sehr fit sei (er brabbelte und flirtete mit ihr 😊) woraufhin der KiA meinte dass sie sich wundern würde wenn sie von seinem Start wüsste. Allerdings meinte er dass er findet dass mein Sohn sehr zappelig wirke, dies aber womöglich nur sein Temperament wiederspiegle (zu Hause ist er sehr ruhig aber bei Untersuchungen wedelt und strampelt er ständig mit Armen und Beinen auch wenn er dabei äußerst fröhlich wirkt).

Letzte Wo waren wir im SPZ zur Kontrolle, auch sie war sehr zufrieden und sagte dass wir in 3 Monaten nochmal kommen sollten. Auch ihr fiel seine zappelige Art auf aber sie merkte an dass er sofort entspannte als ich mich zu ihm stellte. In den Beinen fand sie sei er noch minimal hyperton (der KiA fand das nicht und da es mein 1. Kind ist kann ich es nicht beurteilen). Sie sagte ich könne ihn gerne nochmal der Physiotherapeutin d Klinik zeigen damit sie ihn beurteile (ich fragte ob sie KG für notwendig erachte).

Daraufhin rief mich die Physiotherapeutin an und fragte mich ziemlich böse warum ich nicht schon längst zum Termin da war woraufhin ich ihr erklärte dass wir uns gegen Vojta entschieden hätten (hierauf teilte sie mit dass sie nur Vojta mache "das hatte mein KiA vermutet", sie war auch die, die mir erklärte das Bobath absolut nichts bringen würde). Als ich sie etwas fragen wollte sagte sie dass sie keine Zeit habe sehr im Stress sei und ob ich den Termin nun wolle od nicht. Ich sagte ihr dass ich lediglich ihre Beurteilung wünsche und nun sehen wir uns komm Dienstag. Bin gespannt was dabei rauskommt.

Seit wenigen Tagen spielt er fast ununterbrochen mit beiden Händen und beobachtet sie dabei, ausserdem sind die Fingerchen od die Faust ständig im Mund (das schon seit längerem) ansonsten fäustelt er kaum noch. Ausserdem hat er angefangen sich vom Bauch auf den Rücken z drehen (hatte es mir angewohnt ihn immer auf d Bauch zu legen weil dann oft schnell ein Bäuerchen folgte). Spielzeug schafft er manchmal zu greifen lässt es aber nach paar Sek wieder los. Nach Geräuschquellen dreht er sich noch nicht, meine Stimme sucht und findet er aber immer. Die Neurologin sagte er hätte sich nach dem Glöckchen gedreht (habe das nicht mitbekommen). Seinen Kopf hebt er zwischenzeitlich mit an wenn man ihn hochzieht und wackelt auch nicht mehr.

Es bleibt zu hoffen dass alles so weiter läuft.

Ich danke Gott jeden Tag für dieses kleine Wunder und werde immer wieder Mal nach jeder U ein kurzes Update geben. Jetzt ist es doch bissl länger geworden als geplant. Sorry dafür.

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 14.02.2019, 22:17

Moin,

das hört sich doch alles sehr gut und erfreulich an!

Viel Erfolg bei der Physiotherapeutin - wir haben übrigens auch Vojta abgelehnt und arbeiten weit überwiegend nach Bobath mit einem Therapeuten, der Bobath, Vojta, Ostheopathie und noch andere Spielarten beherrscht und vollkommen undogmatisch aus dem "Baukasten" das greift, was ihm sinnvoll erscheint.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung

melly210
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Beitragvon melly210 » 14.02.2019, 23:09

Super das freut mich, daß er sich so toll macht :-)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 15.02.2019, 10:56

Hallo!

Das klingt wirklich prima, freue mich für euch!

Die Zappeligkeit muss nichts heißen, vor allem wenn er es Zuhause nicht macht und eher ruhig ist.
Vielleicht freut er sich einfach über die Aufmerksamkeit der anderen und gibt alles.

Bei uns bestand mit 10 Monaten ein Verdacht auf Hypertonie in den Beinen, da Kind sich im SPZ 2-3 Mal auf die Zehenspitzen gestellt hat. Daraufhin sollten wir auch nochmal mit Physiotherapie starten. Es hat sich aber nicht bestätigt.

Wir haben Vojta damals schon in der Klinik, kurz nach der Entbindung, gemacht. Wir haben es einfach ausprobiert. Ab dem Zeitpunkt, wo ich das Gefühl hatte, dass das Kind das nun nicht mehr toleriert (anhaltendes Schreien und blau anlaufen), haben wir das beendet und zu Bobath gewechselt. So ca. 3 Monate ging es aber ganz gut. Ob es geholfen hat, kann ich nicht sagen. Man hat ja keinen Vergleich, wie es ohne gewesen wäre. Die Physiotherapeutin aus der Klinik war aber sehr überzeugt davon.
Vielleicht findet dein Kleiner es ja auch gar nicht so schlimm, deswegen wäre ich demgegenüber erstmal ganz offen. Versuch macht klug.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Sermin84
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Beitragvon Sermin84 » 15.02.2019, 14:22

Genauso wurde es mir erklärt, je früher man mit der Therapie beginnt desto effektiver, während Klinikaufenthalt wurde es jedoch nicht angeboten. Daher war es auch meine Überlegung es wenigstens auszuprobieren, deswegen stand sogar der Haussegen bei uns zeitweise schief. Letzendlich hat sich mein Mann durchgesetzt. Er sagte dass genügend "vorsorglich" gemacht wurde wie z.B. Kühltherapie, Verabreichung von Keppra (wobei ich froh bin dass die Kühlung gemcht wurde egal wie mein Mann dazu steht).

Mein Sohn hatte ja anfänglich Schlafmyoklonien, diese hatte er besonders an Tagen an denen er viel weinte z.B. wenn Infusionen gelegt wurden od bei Blähungen. Es war auch meine Angst dass diese Schlafmyoklonien die eig laut Ärzte harmlos seien heftiger werden würden weil es doch sehr beängstigend war.

Sein Urvertrauen zu verlieren war auch eines meiner Ängste. Mein Sohn weint zwischenzeitlich immer mit Pausen (er weint z.B. 2 Min und beruhigt sich für 15 sek bis er wieder anfängt, das Weinen fängt leise an und wird nach jeder Pause heftiger, Ausnahme bei Hunger wenn er 6 Std vorher durchgeschlafen hat). Meine Hebi sagte dass das sehr gut sei und zeige dass er weiß dass gleich jmd kommt und sich kümmert und er seiner Umgebung sehr vertraut.

Rückblickend glaube ich dass es die richtige Entscheidung war auf meinen Mann zu hören. Es gibt nicht viele Babys die sich mit knapp 3 Monaten drehen od vesuchen Spielzeug zu greifen (was ihm immer öfter gelingt). Eine gute Freundin mit gesundem Sohn (ist 4 Mo älter als mein Sohn) hatte lange Zeit Probleme ihn in den MaxiCosi zu setzen weil er sich steif machte, ausserdem schrie er heftig bei Autofahrten. Mein Sohn saß gechillt alleine auf dem Rücksitz bis vor kurzem, einzig auf der Fahrt zum SPZ hat er es nach halber Strecke nicht mehr tolleriert und ich musste ihn zu mir nach vorne nehmen. Insofern denke ich dass die minimale Hypertonie sich komplett auswachsen wird.

Wenn überhaupt werde ich Bobath mit ihm machen.

P.s. Heute morgen hat er sich das 1. Mal gezielt meiner Stimme hingewendet so dass ich es gleich mit seiner Rassel probierte und es klappte ❤❤❤

Sermin84
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Beitragvon Sermin84 » 15.02.2019, 14:28

P.s. Eine Ergotherapeutin einer Freundin sagte wohl dass Vojta eher was für hypotone Kinder sei und hypertone Kinder lieber Bobath machen sollten.

Inwiefern diese Aussage zutrifft bzw warum das so sein soll kann ich net beurteilen.

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Sabinä1984
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Beitragvon Sabinä1984 » 15.02.2019, 14:51

Hallo sermin,

Bei Vojta ist es so, dass es am Körper Punkte gibt die durch Druck mit den Fingern stimuliert werden und so beim Kind eine Bewegungsreaktion auslösen. Durch diese Reaktion trainiert man schwache Muskeln.
Ein Kind das Hyperton in den Extremitäten/ Schulter ist kann trotzdem Hypoton im Kopf und / oder Rumpf sein.

Bobath ist eine sanfte art der Physiotherapie im Gegensatz zu Vojta. Es schafft Verknüpfungen zu schaffen um Bewegungen abzuspeichern. Ich finde es für uns genau das richtige. Würde auch nicht Vojta machen, weil ich auch gelesen habe das es ganz schlecht toleriert wird von den Zwergen. Aber das ist ja jedem das seine.

Sollte ich es falsch erklärt haben, könnt ihr mich gerne berichtigen :P

Es freut mich das dein Zwerg so tolle Fortschritte macht. Vergiss nicht er ist erst 2,5 Monate. Da müssen sie noch gar nicht viel können :wink:

Ich wünsche euch weiterhin alles gute.

Glg Sabine


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