Eigene Ausgaben ab dem 18.Lebensjahr

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Katrin2001
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Eigene Ausgaben ab dem 18.Lebensjahr

Beitragvon Katrin2001 » 17.12.2018, 09:12

Hallo,wir haben nun die Vormundschaft für unsere Tochter beantragt.
Sie müßte ja theoretisch ab dem 18.Lebensjahr Grundsicherung bekommen,auch wenn sie noch zur Schule geht.
Nun muß man ja aller 2 ?Jahre nachweisen,was von ihrem Konto für sie ausgegeben wurde.
So.......nunläßt mich meine Phantasie schon wieder im Stich :oops:
Wir müßten ihr ja ein eigenes Girokonto anlegen...........Was bezahlen eure Kinder "selbst"??Miete wollen wir nicht,da wir da noch mal einen extra Betreuer bräuchten (laut der Dame der Betreuungsbehörde.
Lebensmittel hm bezahle ich ja alles .Kleidung vielleicht??Schulessen??

Wie macht ihr das alles?Und wie wird das dann erkenntlich,das es explizit nur fürs Kind ist??
Och Mensch........kann nicht alles so bleiben wie es ist?Und dann auch noch der Ärztewechsel-Stress :roll: Danke für eure Antworten.LG Katrin
Katrin mit Sophie geb.Juli 01 entwicklungsverzögert, wahrnehmungsst. ,Hirnschädigung,motor.Probleme.,Autistische Züge,verhaltensauffällig. Genetische Auffälligkeiten ,Sprachprobleme ,aber ne total süße Maus

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monika61
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Beitragvon monika61 » 17.12.2018, 10:27

Hallo Katrin.

Anhand dieser Regelsatztorte kann man sehen wie der Regelsatz aufgeteilt ist:
https://www.hartziv.org/wp-content/uplo ... te2018.jpg

https://www.hartziv.org/regelbedarf.html

Wir haben einen Dauerauftrag eingerichtet und alles was wir zahlen wird auf unser Konto überwiesen.
Außerdem bekommt unsere Tochter immer einen festen Betrag im Monat an Taschengeld vom Konto abgehoben. Davon zahlt sie dann eben Kino, Eisdiele usw.

Da bleibt am Ende des Monats nicht viel über.
Unsere Kinder bekommen ein Existenzminimum zum Leben, wovon sollte man also groß ansparen. Außerdem dürfen sie ja auch nur ein Schonvermögen von 5000 Euro besitzen.

Nahrung und alkoholfreie Getränke sind im Regelsatz enthalten, also warum solltest Du das weiterhin übernehmen?
Unterhaltszahlungen werden bedarfsmindernd auf die Grundsicherung angerechnet....



Übrigens:


…"b) Ohne Mietvertrag:
Differenzmethode


Liegt kein wirksamer Miet- oder Untermietvertrag
vor, muss das Sozialamt seit
1. Juli 2017 die Kosten für Unterkunft
und Heizung des Grundsicherungsberechtigten
nach der sogenannten
Differenzmethode übernehmen. In
diesem Fall ergibt sich die Höhe der zu
leistenden Unterkunftskosten aus der
Differenz der angemessenen Aufwendungen
für einen Mehrpersonenhaushalt
entsprechend der Anzahl der in der
Wohnung lebenden Personen und der
Miete für eine Wohnung mit einer um
eins verringerten Personenzahl. Lebt
ein Mensch mit Behinderung beispielsweise
mit beiden Elternteilen in einer
gemeinsamen Wohnung, wird zuerst
ermittelt, welche Aufwendungen für
die Unterkunft eines Dreipersonenhaushalts
angemessen sind. Von dem
sich ergebenden Betrag werden in einem
zweiten Schritt die angemessenen
Aufwendungen für einen Zweipersonenhaushalt
abgezogen. Den Differenzbetrag
übernimmt das Sozialamt.
Auf die tatsächlichen Aufwendungen
für die Unterkunft kommt es bei dieser
Methode nicht an. Vielmehr soll die
Regelung eine vereinfachte und pauschalierende
Bemessung der übernahmefähigen
Unterkunftskosten ermöglichen.
Nur bei den Heizkosten ist auf
die tatsächlichen Gesamtaufwendungen
abzustellen. Anerkannt werden die
Heizungskosten, die dem prozentualen
Anteil des Grundsicherungsberechtigten
an den Unterkunftskosten entsprechen.

Keine Anwendung findet
die Differenzmethode,
wenn die Eltern ebenfalls bedürftigkeitsabhängige
Sozialleistungen,
also zum Beispiel Arbeitslosengeld II,
beziehen. In diesem Fall sind die Unterkunfts-
und Heizungskosten nach
der Zahl der vorhandenen Mitglieder
der Haushaltsgemeinschaft aufzuteilen.
Das Sozialamt muss dann den Teil
der Kosten übernehmen, der nach der
Pro-Kopf-Aufteilung auf das grundsicherungsberechtigte
Kind entfällt."...

Komplette Info:
https://bvkm.de/wp-content/uploads/Merk ... ng_Web.pdf

LG
Monika

Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 17.12.2018, 10:37

Die Grundsicherung unserer Tochter wird komplett auf mein Konto überwiesen und davon wird alles bestritten was sie braucht. Ich war mit am Anfang auch unsicher und hab den Sachbearbeiter einfach angerufen und gefragt wie das gehandhabt wird. Als Antwort kam dass ich weder Rechnungen etc. vor weisen muss denn das Geld ist nicht "zweckgebunden". Es dürfte jedem klar sein dass man mit dem Geld die Bedürfnisse des Kindes befriedigt. Essen, Trinken, Klamotten.............Dann ist das Geld auch schon alle.

Wir verlangen auch keine Miete aber ich habe Strom, Wasser und Heizungsrechnung dazu gelegt und dafür 100 € monatlich für Nebenkosten bekommen. Ist auch nicht zu verachten. :)

Unser Mädel arbeitet ja schon und das Geld das sie bekommt bleibt auf ihrem Konto. Damit bestreite ich dann besondere Extras.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

Katrin2001
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Beitragvon Katrin2001 » 17.12.2018, 11:08

Hallo,mir wurde gesagt man muß ganz genau nachweisen können,wofür das Geld genutzt wird .Das würde man extrem streng kontrolliert/geprüft.LG Katrin
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Beitragvon monika61 » 17.12.2018, 11:30

Katrin2001 hat geschrieben:Hallo,mir wurde gesagt man muß ganz genau nachweisen können,wofür das Geld genutzt wird .Das würde man extrem streng kontrolliert/geprüft.LG Katrin


Hallo Katrin,

schau mal nach:

Befreite Betreuer

…"Nach § 1908 i I S. 1 i.V.m. §§ 1857a, 1854 sind der Betreuungsverein und die Betreuungsbehörde als Betreuer (§ 1900 BGB) von der Rechnungslegung befreit. Des weiteren sind grundsätzlich der Vereinsbetreuer, der Behördenbetreuer (§ 1897 Abs. 2 BGB), der Ehegatte, der Lebenspartner, die Abkömmlinge (Kinder und Kindeskinder) und die Eltern als Betreuer von der Rechnungslegung befreit "....

http://www.bundesanzeiger-verlag.de/bet ... ungslegung

https://www.betreuungsnetz.de/information/befreit

LG
Monika

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Beitragvon Chantal-Marie » 17.12.2018, 14:21

Unsere Tochter bekommt seit 3 Jahren Grusi und bisher hat noch kein Mensch irgend eine Rechnung verlangt.

Ich kann mir vorstellen dass dies evtl bei Betreuern die das Hauptberuflich machen, gefordert wird, damit kein Schindluder mit dem Geld betrieben wird.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Beitragvon monika61 » 17.12.2018, 14:32

Hallo Katrin,

hier ging es auch um das Thema:
https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... t=#2155347

Bei uns läuft es genau so... :wink:

LG
Monika

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Beitragvon Ellert » 17.12.2018, 20:10

Ich habe damals schriftlich nachgefragt
und das nicht beim Sozialamt sondern beim rechtspfleger
ich muss NICHTS nachweisen
Eltern müssen sowas nicht - schriftlich kams zurück

dagmar
DAGMAR mit
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Beitragvon Katrin2001 » 18.12.2018, 08:50

Hallo...danke für eure Antworten :D
Ellert..........den Rechtspfleger -Kontakt bekomme ich erst wenn die Betreuung durch uns genehmigt ist-oder?LG Katrin
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Beitragvon Ellert » 18.12.2018, 09:24

huhu

ist Kind denn schon 18? Wir hatten das vorher schon beantragt und dann zum 18. bekommen, erstmal vorläufig glaube ich weil das lange dauerte
da hatten wir den Kontakt schon .
Ich gebe zu dass ich Grundsicherung erst beantragt habe als er in die Werkstatt kam
weil ich moralisch damit ein Problem hatte und noch habe aber es ja dann machen musste die Rechte seinerseits einzufordern.
Eure Sophie ist ungefähr so alt wie unsere Neele die erst im September 18 wird
im Prinzip kommt ja die Grsi nicht vor 18 oder ? Und dann hast Du den Kontakt ja schon
was vorher ist interessiert eh keinen ausser dass ich vor 18 das Sparbuch ausgegeben habe FÜR MEINEN und dafür Nachweise hatte dass da keiner kommen konnte. Drauf war aber auch kaum was
DAGMAR mit

Ellert 24.SSW &

3 fitten Schwestern

www.mini-ellert.de


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