Wenn Autisten erkältet sind...

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Alexandra2014
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Wenn Autisten erkältet sind...

Beitragvon Alexandra2014 » 16.12.2018, 19:33

...ist das dann bei euch auch so ein Drama?

Kind hat seit 1,5 Stunden Halsschmerzen, die - wie immer - ultimativ schlimm sind. Sie war schon den ganzen Tag gereizt und bockig, kennt man ja.

Sie hat in der Regel kein Fieber, ist körperlich soweit fit, aber die Halsschmerzen sind jedesmal so schlimm, dass sie selbst beim Sprechen versucht, den Hals nicht zu benutzen, nicht trinken, essen oder ihre Tabletten nehmen will, geschweige denn schlafen. Es geht keine kleinste Erkältung ohne Ibuprofen-Saft alle 6-8 Stunden über zwei Tage.
HNO-technisch ist alles in Ordung, somit kann es im Prinzip nur an einer überempfindlichen Wahrnehmung liegen...

Wer hat auch so ein Exemplar? :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.12.2018, 19:53

Ich habe hier jemand mit einer überwiegend unterempfindlichen Schmerzwahrnehmung, das ist zwar manchmal cool, weil er Erkältungen oder so ignoriert. Allerdings wird es uncool, wenn er zb mal eine Blinddarmentzündung oder sowas kriegen würde :shock:
Halsweh hab ich beim Junior früher daran gemerkt, dass er fast nichts mehr gegessen hat, tagelang, wenn‘s sein musste ...
Jetzt beim Schreiben fällt mir auf, dass es wahrscheinlich für ihn auch eine Rolle spielt, zu vermeiden, dass andere ihn bedauern oder trösten wollen, dass er deshalb nichts sagt.

Fieber ist auch sowas spezielles, wenn Junior fiebrig ist, merkt man das nicht unbedingt an der „Aussenhülle“, eher an großen Pupillen, und er geht freiwillig früher ins Bett.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

JennyK
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Beitragvon JennyK » 16.12.2018, 21:01

Ich habe letztens beim Elternstammtisch aufgeschnappt, dass einige Autisten nicht fiebern oder zumindest keine äußerlich erkennbaren Symptome haben.
Meiner ist auch eher schmerzunempfindlich, kann aber auch ordentlich leiden. Er ist allerdings seltenst krank.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Dario
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Beitragvon Dario » 16.12.2018, 23:35

Ich habe letztens beim Elternstammtisch aufgeschnappt, dass einige Autisten nicht fiebern oder zumindest keine äußerlich erkennbaren Symptome haben.
Da könnte etwas dran sein. Ich hatte auch nur sehr selten Fieber. Wenn ich erkältet bin, dann eher unterschwellig, mit grippe-ähnlichem Krankheitsgefühl und leicht gerötetem Hals, aber ohne die typischen, äußerlich sichtbaren Symptome.

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IrisB
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Beitragvon IrisB » 17.12.2018, 00:25

Ich habe letztens beim Elternstammtisch aufgeschnappt, dass einige Autisten nicht fiebern oder zumindest keine äußerlich erkennbaren Symptome haben.
Da könnte etwas dran sein. Ich hatte auch nur sehr selten Fieber. Wenn ich erkältet bin, dann eher unterschwellig, mit grippe-ähnlichem Krankheitsgefühl und leicht gerötetem Hals, aber ohne die typischen, äußerlich sichtbaren Symptome.
Interessant. Mein älterer Sohn fühlt sich bei Erkältungen sehr ausgeprägt krank und schwach, hat aber auch kein Fieber, manchmal nicht mal deutlich wahrnehmbaren Schnupfen - als würde die ganze Krankheit in ihm drin bleiben. Man sieht es an den Augen, wenn man ihn gut kennt (und daran, dass er nicht mehr aus dem Bett kommt) - und das war's.
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.12.2018, 07:30

Hallo!

Das ist in der Tat interessant. Ich hatte in meinem ganzen Leben nur einmal Fieber (38,5), war da aber schon so krank, dass ich drei Nächte nicht geschlafen hatte und intravenös zwei verschiedene Antibiotika brauchte. Sonst nie Fieber... bin aber kein Autist.
Kind hingegen konnte als Kleinkind super fiebern, bei so ziemlich jedem Infekt und gerne bis 40. Jeder Infekt ist bei ihr sehr langwierig. Zu Kindergartenzeiten war sie einmal 6 Wochen am Stück Zuhause... seit Schulstart ist das viel besser geworden. Jetzt sind es im Jahr noch 2-3 Erkältungen, die ca. eine Woche dauern.

Bei Stürzen ist Kind auch nicht sehr empfindlich. Vor zwei Wochen ist sie (dank umgewickelter Wolldecke :roll: ) auf der Treppe gestürzt. Knöchel, Hüfte, Oberarm blitzeblau. Sie hat zwar erst geweint und wollte nicht angefasst werden, aber danach hat sie kein Wort mehr darüber verloren.
Nur Halsschmerzen sind hier die absolute Hölle... :?

Sie lässt sich auch gerne betüddeln und trösten. Aber nur, wenn es nichts ernstes ist. Tut sie sich richtig weh, darf man sie weder ansprechen, ansehen oder gar anfassen.

Gruß
Alex
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Beitragvon JasminsMama » 17.12.2018, 09:07

Hallo,
meine Tochter (kein Autist...zumindest nicht diagnostiziert, wohl aber mit einigen autistischen Zügen :D ) ist extremst schmerzempfindlich.
Schon als sie klein war, konnte man kaum ausmachen wie schlimm z.B. ein Sturz war, weil sie so dermaßen gebrüllt hat, das man dachte ein Bein ist ab. :shock:

Wenn sie jetzt erkältet ist, z.B. mit Schnupfen, dann ist sie richtig krank, auch wenn sie so gut wie nie Fieber hat.
Sie fühlt sich extrem schwach und krank, für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar, weil sie meist gar nicht krank wirkt....

Sie war jetzt z.B. zuerst wegen eines gezerrten Rückens mit daraus resultierender extremer Verspannung im Nacken, 1 Woche zu Hause und dann in der Folgewoche ab Mittwoch mit Halsschmerzen.

Auch sie muss, wenn sie erkältet ist vor allem bei Halsweh, IBU nehmen, damit sie über den Tag kommt, auch wenn sie nur im Bett liegt.

Auch so Lapalien wie z.B. Muskelkater sind für sie der Horror, sie hat dann richtig Schmerzen und fühlt sich krank.

LG
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

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Ronja-und-Mini
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Beitragvon Ronja-und-Mini » 17.12.2018, 10:09

Guten Morgen,

ich hab hier ein Exemplar der Sorte "ziemlich unempfindlich" - allerdings muss man da differenzieren.

Einmal schwerere Verletzungen, da wurde bisher nie gemuckt, unglaublich tapfer.

Auf der anderen Seite Erkältungskrankheiten - fiebriger Infekt etc., um den es im Thread geht. Da glaube ich schon, dass er leidet, aber er ist dann extrem ruhig, in sich gekehrt, spricht wenig mit einem (weniger als sonst schon). Er drückt das in Ticks aus, wie sehr ihn sowas stört. Ständiges Räuspern, Rumpuhlen im Mund mit dem Finger, zwischendurch hohes Fiepsen oder Laute erzeugen. Sowas in der Art. Aber er lässt sich nie was anmerken ansonsten oder spricht aus, dass er Schmerzen hat. Verweigert Medikamente, außer in seltenen Fällen nachts, wenn er vor Schmerz nicht mehr kann, dann lässt er sich Nurofensaft geben, aber auch nur nach mehrmaligem Vorschlag von mir, nie von selbst. Ansonsten will er einfach nie schlafen, obwohl ihm das gut täte bei Krankheiten und ist genauso aktiv wie sonst, nur eben ruhiger und dementsprechend schneller reizbar/quengeliger, deswegen nervt es, dass er sich nie gesund schlafen will. :roll:
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)


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