Fragen zum Schütteltrauma

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stefsteffi
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Fragen zum Schütteltrauma

Beitragvon stefsteffi » 16.12.2018, 16:16

Hallo,

ich habe ein paar Fragen bezüglich des Schütteltraumas.
Bei einer Familie in meinem Bekanntenkreis wurden die Kinder in Obhut des Jugendamtes genommen.
Zur Vorgeschichte:

In der Familie leben zwei Kinder, eins ist 4 Monate alt und das zweite wird bald zwei Jahre alt.
Der Säugling hatte mit zwei Monaten einen Schlüsselbeinbruch, da der Vater mit ihm gefallen ist. Nun ist er im November mit dem RTW ins Krankenhaus gefahren worden, weil er apathisch war. Das Krankenhaus und das Jugendamt gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Schütteltrauma aus.
Ein paar Tage vor der Einlieferung war die Mutter aufgrund eines Überfalls mit dem Säugling gestürzt, wobei das Kind auf ihren Oberkörper gelandet ist.

Im Krankenhaus wurde eine Ansammlung von Wasser im Kopf festgestellt.
Eine Diagnostik über Urin wurde eingeleitet ob eine Stoffwechselkrankheit vorliegt. Das Ergebnis war negativ.
Seit sieben Wochen befindet sich der Säugling nur in der
Obhut des Jugendamtes. In dieser Zeit ist der Kopf weiter gewachsen und die Flüssigkeit hat sich vermehrt.

Derzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass die Eltern ihr Kind geschüttelt haben.
Kann die Flüssigkeitsansammlung auch andere Ursachen haben? Zum Beispiel von dem Sturz.
Wächst der Kopf auch weiter, wenn das Kind nicht mehr geschüttelt wird?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?


Lg Stefsteffi
Julia 02.06.2005 /Digeorge Syndrom, Immunschwäche, Blutanämie, Entwicklungsverzögert, Knick Senkfuß, hörgeschädigt,..

Niklas 05.04.2008

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 16.12.2018, 18:38

Hallo S.
Ich vermute, dass es um die Summe der Verletzungen beim Kind geht- das ist einfach sehr viel in sehr kurzer Zeit und so wird es das Jugendamt/ Ärzte etc. auch sehen.
Wenn das Kind eine Hirnverletzung erlitten hat, kann das zu einem Problem beim Abfluß des Hirnwassers führen.
Ich finde dies aber alles sehr spekulativ...
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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hi

Beitragvon Leela » 16.12.2018, 19:28

hallo,
beide sind schon mal mit dem Kind gestürzt, innerhalb von 2,5 Monaten??? Dann soll es lieber in Obhut bleiben :?
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)

Senem
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Re: hi

Beitragvon Senem » 16.12.2018, 19:36

Hallo Stefsteffi,


Leela hat geschrieben:
beide sind schon mal mit dem Kind gestürzt, innerhalb von 2,5 Monaten??? Dann soll es lieber in Obhut bleiben :?



da muss ich Leela recht geben.

Es liest sich so, als sei das Kind nicht sicher in der Familie.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Anton09
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Beitragvon Anton09 » 16.12.2018, 20:36

Hallo,
ich glaube es ist immer schwer von aussen zu beurteilen was los war.
Habe selbst schon im KH erlebt, meine angeblich so netten Zimmermitpatienten hatten ihr Kind ( der Vati) das Baby geschüttelt.
War mal ein gesundes Baby ...
Die Mutti wurde bestimmt auch einige Male geschlagen .
Sie hat sich zum Glück getrennt und er wurde verurteilt.
Auch bei uns im KH, Abteilung Chirurgie, kommen oft Kinder rein die schlechte Erfahrungen gemacht haben.
Es gibt bestimmt Fälle wo das Jugendamt nicht eingreifen sollte, aber auch viele Familien wo es angebracht ist.
Leider haben wir in Antons Klasse auch so ein trauriges Mädchen.

Lieber mehr schauen als zu wenig.

Schöne Grüße

Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 16.12.2018, 20:37

Hallo stefsteffi,

ein Schütteltrauma - jedenfalls ein schweres - ist relativ treffsicher diagnostizierbar, da gibt es relativ charakteristische Verletzungsmuster, die auch nicht entstehen, wenn man mit dem Kind fällt.

"Wasser im Kopf" und ein Kopfwachstum können auf einen Hydrocephalus mit Hirndruck hindeuten - sehr frei diagnostiziert nach deinen Beschreibungen. Das kann schon ein posthämorrarghischer Hyrocephalus nach Hirnblutung im Rahmen eines Schütteltraumas sein - allerdings mit ganz großer Unsicherheit als "Ferndiagnose". Aber plausibel hört sich das durchaus an ....

Ansonsten - die wenigsten Eltern geben zu, dass sie ihr Kind geschüttelt haben. Sturzgeschichten sind da als Ausrede sehr beliebt.
Insofern habe ich volles Verständnis dafür, wenn nach der Geschichte, die du erzählst, die Ärzte und das Jugendamt "zufassen" und die Kinder erstmal in Obhut nehmen.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon KatjaS » 17.12.2018, 07:06

Hallo stefsteffi,

ich will das aus medizinischer Sicht jetzt gar nicht beurteilen.

Was ich aber nach 24 Jahren als Adoptiv - und Pflegemutter mit Bestimmtheit sagen kann ist, dass ein Schütteln von Babys leider in allen Schichten der Gesellschaft immer wieder vorkommt. Manchmal tatsächlich im Affekt, manchmal aus Unwissenheit, aus Hilflosigkeit und auch um ein Kind zu strafen. Manchen Menschen ist auch heute im Zeitalter voller Aufklärung gar nicht klar was sie damit anrichten können, andere nehmen bewusst in Kauf dass etwas passieren kann und wieder andere denken ach wird schon bei einmal nichts passieren.

Es klingt schon sehr ungewöhnlich, dass man mit solch einem kleinen Baby auf dem Arm in so kurzer Zeit mehrfach so heftig stürzt und die Ärzte und das Amt tun genau das was dann mehr als notwendig ist - genau hinschauen.

Gruß
Katja


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