Kindergartenmitarbeiterin Vorrecht auf Kindergartenplatz?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 11.12.2018, 22:07

Hallo Tanja

Hmmm.. kann schon sein. Doch in all "unserer" (meine die politische Situation) Planung Kindergartenplätze lese ich immer wieder: von Mama und Papa.
Doch der Sinn eines Kindergartens ist doch weit mehr, als einfach nur eine Aufbewahrung, damit die Eltern Geld verdienen, Steuer bezahlen usw.

Gerade jetzt lernen die jungen Menschen so viel, sind noch in dem Alter in denen Mama und Papa die Vorbildfunktion haben bzw überhaupt die Erwachsenen ;-). Und ihre Welt sollte noch rosa rot sein.
Ich selber (vorrausgesetzt die Philosphie jener Einrichtung passt zur Familie und zum Kind) finde den Kindergarten für unseren kleinen Schätze so wichtig. Erste Freundschaften werden geschlossen, gemeinsam toben.. essen. .. so ein gewohnheitsmässiger Alltag mit anderen Kindern.
Es gibt eine erste Zeit nur mit Mama und Papa eben :roll: und dann kommen die ersten Flügge-Momente.

Doch bei mir kommt irgendwie nur an: Fachkräftemangel, weniger Geld in der Familie weil Mama nicht in ihrem Beruf arbeiten kann. Gesetze hier, Pflichten dort..
Keine Frage, es ist von entscheidender Wichtigkeit für eine Familie, dass sie auch in finanzieller HInsicht versorgt ist... Erst recht die Kinder.
Und weil eben so der Fokus auf Arbeit und Euro steht, wundert mich dies eben.. warum nicht mehr Werbung damit gemacht wird.

Liebe Grüsse

Werbung
 
kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4041
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 12.12.2018, 08:44

Hallo,
wenn ich jetzt Träger einer Kita wäre, die mit Personalmangel und unglaublich vielen Kindern, die Plätze brauchen, zu kämpfen hätte, würde ich genauso handeln.

Ist doch logisch! Wenn eine Erzieherin aus der Elternzeit zurückkehrt hat sie nun einmal ein Kleinkind. Entweder sie kümmert sich selbst darum und bleibt länger in Elternzeit - damit fehlt der Kita eine Erzieherin - oder die Kita gibt dem Kind einen Betreuungsplatz und die Erzieherin geht an ihren Arbeitsplatz zurück und kann (je nach Altersgruppe) ca. 12 Kinder betreuen. Das sind immerhin 11 Kinder aus anderen Familien, die durch diese Maßnahme einen Platz bekommen.

Es würde euch einfach nicht helfen, wenn der Erzieherin der Betreuungsplatz nicht gegeben würde. Im Gegenteil - es wäre nachteilig für euch. Jedes Kind besetzt einen Platz im Kiga, eine absolute Ausnahme bilden Kinder der Erzieher - sie schaffen Plätze, da ihr Betreuungsplatz an die Arbeitsaufnahme ihres Elternteils gebunden ist.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 12.12.2018, 10:01

Einen wundervollen guten Morgen Katrin


Vielen Dank für Deine Stellungsnahme ;-)

Liebe Grüsse

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 12.12.2018, 11:41

Hallo

Von meiner Situation mal abgesehen, bleibt das Gefühl des Geschmäckles.
Was hier noch als völlig akzeptabel betrachtet wird und ein Gang und ein Gebe, ist es für mich trotzdem eigenartig , warum nicht auf dieser Ebene mehr beworben wird. :wink:

Wenn das jetzt so jede Branche machen würde, die Bevorzugung von Mitarbeitern.. ich meine so offensichtlich, Arztpraxen so offensichtich die Angehörigen vorziehen .. Beim Metzger, Aldi, Bäcker die hinterste Dame zuerst dran nimmt weil Mitarbeiterin .. In der Notaufnahme, ambulante Dienste, Kinderarzt... eben überall dort, wo Menschen und Service zusammen kommen (egal ob Handel, Handwerk,Gesundheit, Amt, Finanzamt) .. Vielleicht ist gerade im Hinblick auf diese Bevorzugung eine Art "unter dem Thresen-Abmachung", weil eben ein Gefühl der Logik kein gerechtes Gefühl in den "Hinterbliebenen" hinterlässt.

Natürlich weiss ich, dass jeder Beruf auch seine Vorteile hat.. egal wo. Manchmal sind es die Rabatte, der öffentliche Dienst, die besseren Konditionen, Informationen, Vitamin B..
Und da ist es wieder, das Geschmäckle .. das Vitamin B.

Selbstverständlich muss ich das auch als gegeben hinnehmen :wink: Und ich bin mir bewusst, dass es (im Hinblick auf einen Kindergartenplatz) in anderen Familie es um die nackte Existenz geht. Und ich glaube ich kann mir nur im Ansatz vorstellen, wie sich diese Eltern fühlen müssen.. wenn bei einem scheinbar gut funktionierenden Kindergarten ( gerade weil die Transparenz fehlt) 2 Plätze frei werden und auf einmal ist es ein Platz weniger .. weil.. :wink:

Ich bin sehr froh, dass wir hier im Ort diese heftigen chaotischen Zustände nicht erleben, es handelt sich "lediglich" um einen Mangel.

Liebe Grüsse

NicoleWW
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1319
Registriert: 11.05.2012, 16:13
Wohnort: Hülben

Beitragvon NicoleWW » 12.12.2018, 15:26

Hallo Tatjana,

deine vergleiche hinken etwas, denn bei all dem was du aufgezählt hast muss der Arbeitergeber nicht auf die Arbeitskraft verzichten wenn dieser "den Familienangehörigen" nicht bevorzugt. Das was du aufgezählt hast wird immer wird immer unter der Hand laufen weil da keiner Verständnis für haben wird und es dafür auch keine Logik gibt, im Fall des Kindergartenplatzes für die eigene Kindergartenmitarbeiterin gibt es aber sehr wohl eine Logik warum sie automatisch einen Platz bekommt und die meisten werden das auch verstehen.

Beim Bäcker, Arzt, Notaufnahme usw wird kaum einer Verständnis haben warum man jetzt länger warten muss nur weil ein Familienangehöriger kommt .

Das eine (Bäcker, Arzt, Notaufnahme usw) hat tatsächlich was mit Vitamin B zu tun, beim Kindergartenplatz für die eigene Mitarbeiterin hat das weniger was mit Vitamin B zu tun, sondern mit erhalt der Arbeitskarft. Was anderes wäre es wenn es sich um die Nichte, Enkelin oder Kind einer Freundin der Mitarbeiterin handeln würde dann wäre es Vitamin B, denn dann ginge es ja nicht um den erhalt der Arbeitskraft.

Was soll der Arbeitgeber denn tun ? Kaum ein Kindergarten wird personell so ausgestattet sein dass es egal ist ob da eine Person mehr arbeitet oder nicht, also müsste für die Zeit Jemand neues einstellen, das wird schwierig da der ,Markt leer ist, noch schwieriger macht wird es, dass er dann vermutlich nicht mal sagen kann für wie lange er eine Ersatzkraft braucht, da werden sich dann noch weniger bewerben. Ich denke das als Vitamin B abzutun ist zu einfach .

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
S.F. (04,F84.5, F98.8, J30.3, E80.4, J45.0)
V.L. (07, J45.1, F98.0)
J.K. (07, F84.5, F98.0)

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 12.12.2018, 16:05

Hallo Nicole


Nun, Vitamin B ist für mich das was es beschreibt. Wenn man aus einer Beziehung einen Vorteil bekommt.
Und wenn es sich als moralisch absolut korrekt anfühlt, wieso werben dann nicht mehr Arbeitgeber ganz offiziell damit  8) ?

Vielleicht wird dann die ein oder andere Stelle in Krankenhäusern eher mit medizinischen Personal eher bestückt, weil sie in städtischen Einrichtungen eher einen Platz für die Kinderbetreuung bekommen?? Oder wichtige Amtspersonen eher wieder ins Berufsleben eintreten können ;-)
Das wäre auch nur logisch. :lol: :lol:


Aber bei all der Logik, Fachkräftemangel in völlig unterschiedlichen Bereichen ..muss ich es so annehmen wie es ist.
Was ich mir auf jeden Fall wünschen würde, damit dieses Geschmäckle und das Gefühl von Vitamin B einfach nicht mehr in Umlauf kommt. Denn gerade wegen solch schlechtem Informationsfluss fördert man das Gefühl von Ungerechtigkeiten und den Eindruck von Vitamin B.

Liebe Grüsse

Roy1969
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1182
Registriert: 18.02.2010, 13:39
Wohnort: Bayern

Beitragvon Roy1969 » 12.12.2018, 16:14

Hallo,

eine Kinderpflegerin/Erzieherin die ihr Kind nicht betreut bekommt kann nicht arbeiten.

Wenn sie nicht arbeiten kann - und andere Erzieherinnen vielleicht auch nicht - hat der Kindergarten nicht genügend Personal und kann noch weniger Plätze anbieten.

Die bevorzugte Vergabe von Plätzen an eigene Mitarbeiter hat rein gar nichts mit einem "Gschmäckle" zu tun sondern ist reine Notwendigkeit!

Vermutlich wird es deswegen nicht an die große Glocke gehängt weil es Leute gibt denen sich diese Logik zwar erschließt, die sich aber benachteiligt fühlen und die dann ein Fass aufmachen :wink:

Viele Grüße
Roy 69, GöGa 74, D. 98, A. 05
D. HB mit ADS (ADS seit Februar 11 lt SPZ nicht mehr), A. seit 12/2010 Diagnose frühkindlicher Autismus
Alle mit Talent zum Glücklichsein :-)

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 12.12.2018, 16:23

Hallo Roy

Genau weil sich für manche die Logik nicht erschliesst, ist es um so wichtiger umfassend darüber zu informieren. :) :) :) :wink:

Liebe Grüsse :lol:

TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 12.12.2018, 16:31

Hallo

Was nun in diesem Thread klar geworden ist, für viele verständlich.. für mich ein Geschmäckle..

Somit wäre alles geklärt :wink:

Vielen Dank allen die sich für mich Zeit genommen haben :)
Liebe Grüsse :)

Werbung
 
TatjanaR
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 269
Registriert: 25.01.2010, 21:35

Beitragvon TatjanaR » 24.01.2019, 14:28

Hallo


Ich wollte mal eine Rückmeldung hinterlassen..
Was wir in unserer Gemeinde festgestellt haben (nun mal unabhängig von Mitarbeiterin), dass all die Aufnahmekriterien zwar irgendwann beschlossen wurden.. aber niemals öffentlich dargestellt wurden. Und wenn man als Eltern nachfragt, wie sehen denn die im Detail (!) aus, beschränkt man sich meistens auf "Mitarbeiterin/ Geschwisterkinder/ Alleinerziehnde" .. aber welche Gewichtung in welchem Zeitraum zu welchem Stichwort .. das weiß kein Mensch.
Beispiel:
Ein Platz für "ab 3 Jährige" wird frei.. da wäre ein fast 4 Jähriger.. und ein gerade 3 + Geschwisterkind. Wer hat Vorrang???

Ich weiß nicht wie es in anderen Städten/ Dörfern/ Gemeinden ist.. aber die Transparenz ist bei uns nicht nur mangelhaft.. Es gibt schlicht weg gar keine.
Bisher habe ich nur ein einziges Mal ein Gespräch mit einem "Willkommen. Ich kann die Situation zwar nicht ändern, kann aber versuchen Ihnen Ihre Fragen zu klären.", erlebt.
Aber auch da war man über meine explizite Frage bzgl Gewichtung .. nun ja.. überrascht wäre vielleicht das falsche Wort. Es scheint eher so, als man mit meinen Punkten das erste Mal den Hintergrund von einem anderen fairen Fokus erkannt hätte.
Denn .. irgendwelche Geschwisterkinder gibt es doch immer. Dazu kommen Krippenkinder-die dann in die Kita wechseln. Ganz zu schweigen von diversen Neubaugebieten oder Einzug.

Ich weiß, dass ich diesbezüglich mit meinem Informationsdurst in meinem Wohnort nicht gerade offene Türen einlaufe. Aber es muss doch irgendwie möglich sein, den Eltern etwas an und in die Hand zu geben.
Und wenn ich so mit anderen über diese Problematik spreche, dann höre ich soooo oft: "Dieses Problem gab es schon vor 30 Jahren!"


Was das gute Gespräch betrifft, so war es gut.. dass ich meine Gedanken ausgesprochen habe. (Natürlich freundlich und respektvoll).. Auch dass ich zum Beispiel nicht wusste, dass Mitarbeiterinnen-Kinder Vorrang haben (was für viele hier scheinbar verständlich ist.. hier bei uns hatten viele weitere Mütter von diesem auch keine Ahnung), .. dass man immer nur hört.. dass man kurzerhand mal so ein Stichwort Geschwisterkind zu hören bekommt..
Generell bin ich der Meinung, dass ein aufrichtiger Informationsfluss immer besser ist, als hinter der Hand von all dem zu sprechen.
Was mir dieser Thread nachträglich zeigt, dass wenn ich alle Informationen bei der Anmeldung bekommen hätte, dieser Frust sich so nicht aufgebaut hätte. Selbstverständlich sollten dann die Einrichtungen alle Vorrangspunkte offen auf den Tisch legen, auch wenn es sich um eine Mitarbeiterin handelt.
Klar, wenn kein Platz frei ist.. ist kein Platz frei. Da können sich die Erzieherinnen auch keinen aus der Rippe schneiden.

Ich werde jetzt versuchen, die einzelnen Stellen zu einem besseren Informationsfluss mit ins Boot zu nehmen. Eltern sollten wissen, wieso weshalb warum.

Natürlich freut sich jeder, wenn es mit einem Kita-Platz klappt. Dazu gehören wir auch.
Aber um was es mir jetzt geht, sind Anworten ..
Und ich scheine unbequem auf andere zu wirken. Zumal ja die Regeln hierfür jeder Träger selbst macht und beschliesst.
Selbstverständlich ist es doof für uns, wenn wir weiter warten müssen. Wenn aber mit offenen Karten gespielt wird, basiert dieses Warten auf einer völlig anderen Ebene. Die wird nämlich gestützt von Geduld, Sicherheit und Vertrauen.

Ich weiss nicht ob es was bringt, doch wir haben heute Abend ein Gespräch mit der Bürgermeisterin.
Und wenn ich eines schon erreicht habe, dass diese Stellen über meine Fragen schon gesprochen haben.

Alles Gute.
Tatjana


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste