Paradoxe Reaktion auf Medikamente,... Tagesklinik Eutin

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
Ronja77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 30.10.2018, 06:49

Paradoxe Reaktion auf Medikamente,... Tagesklinik Eutin

Beitragvon Ronja77 » 11.12.2018, 10:58

Hallo zusammen

So, nach wochenlangem Testen, welches Medikament es werden kann, hat unsere Kinderpsychiaterin aufgegeben. Das rechne ich ihr hoch an!
Sie empfiehlt uns die Tagesklinik in Eutin, kennt die jemand?
Diagnostiziert hat sie ADHS, elektiver Mutismus als Nebenerscheinung dessen, Körperwahrnehmungsprobleme.

Medikinet war total super, das Kind sozialverträglich, schlief spät, ok.
15mg waren deutlich zu viel, 10mg toll, bis die Tics kamen und immer schlimmer würden :-( Abgesetzt und sie waren einen Tag danach komplett weg.

Umstellung auf Intuniv, bis 3mg eingeschlichen, Blutdruck war wochenlang im Keller, Kind dauermüde, schlief aber nie vor Mitternacht. Also auf 2mg, Kind war nicht mehr sooooo müde, schlief weiterhin nie vor Mitternacht, Wirkung im Sozialverhalten gleich null :-(

Vor allem ist er sauer, da er sich viel mehr versprochen hatte.
Lag weinend im Bett weil die doofen Tabletten ihn nicht einschlafen ließen, gähnte aber immerzu.

So, nun haben wir auch die abgesetzt.

Der Termin in der Tagesklinik steht, dann folgt eine erneute Diagnostik.
Unsere Kinderpsychiaterin sagt vielleicht trauen die sich an MPH noch einmal heran, sie nicht nach den massiven Tics.

Kennt jemand sowas ? Also dass die Einstellung so schwer ist?

In der Schule geht es grad natürlich bergab, gestern rief die Sportlehrerin an, er ist verbal ausgeflippt, hat sie beschimpft :-(
Haben wir besprochen. Er will sich heute versuchen zu entschuldigen, ist ihm sehr sehr unangenehm. In seinen Augen, er ist 8, hat er wieder versagt.

Es zerreißt mir das Herz ihn so unglücklich zu sehen, aber außer warten können wir grad nicht viel machen.

Viele Grüße und eine schöne Vorweihnachtszeit wünsche ich allen....

Ronja

Werbung
 
Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Paradoxe Reaktion auf Medikamente,... Tagesklinik Eutin

Beitragvon Regina Regenbogen » 11.12.2018, 11:44

Ronja77 hat geschrieben:Kennt jemand sowas ? Also dass die Einstellung so schwer ist?


Ja, kennen wir von unserem Großen. In den ersten Tagen war Medikinet richtig gut, dann bekam er Tics und es wirkte so gut wie gar nicht mehr. Eine Umstellung auf Equasim war dann sehr erfolgreich für die nächsten Jahre - auch, wenn wir zwischendurch immer wieder die Dosierung anpassen mussten, mal nach oben, aber meist nach unten.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Ronja77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 30.10.2018, 06:49

Beitragvon Ronja77 » 11.12.2018, 11:58

Danke für Deine Antwort Regina, sowas macht mir Hoffnung.
Das Medikament kenne ich nicht, muss ich mal googeln.

Ronja77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 30.10.2018, 06:49

Beitragvon Ronja77 » 11.12.2018, 12:08

Sie meinte sie traut sich wegen der Tics an nix mehr ran mit MPH.

Bei Euch ist es dann ja aber gut gegangen wenn ich das richtig lese und er hatte damit keine mehr ?

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Regina Regenbogen » 11.12.2018, 13:11

Die Einstellung mit MPH ist nunmal manchmal mit mehreren Versuchen zu machen, solange die Tics wieder verschwinden, wenn das jeweilige Medikament abgesetzt wird, ist die Ursache wenigstens klar. Unser Großer hatte auch zu Anfang mit Equasim einen Tic, aber noch lange nicht so stark wie mit Medikinet und der Tic ist dann nach ca. 4 Wochen mit der richtigen Einstellung ganz verschwunden. Er kam dann immer nur wieder, wenn unser Sohn überdosiert war.

Equasim hat einen anderen Trägerstoff als Medikinet (dabei ist ein gutes Frühstück nicht ganz so wichtig wie bei Medikinet) und schüttet auch anders das MPH aus. Gibt es auch nur als Retard.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)



Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS

Sohn * 09/2001 - ADS

Tochter * 04/1998 - nix

Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Benutzeravatar
LasseUndJohannes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 217
Registriert: 28.03.2015, 11:41
Wohnort: BW

Beitragvon LasseUndJohannes » 11.12.2018, 13:42

Hi,
Hat die Ärztin gesagt, warum sie sich nicht normal an MPH traut? Die tics gingen dich nach Absetzen sofort wieder weg. Unter dieser Annahme wäre ein weiteres probieren mit anderen Präparat oder Dosierung doch vertretbar, wenn die Wirkung an sich so gut ist. Oder hatte sie Angst, dass die tics nach dem Absetzen dennoch bleiben würden?

Die ganzen verschiedenen Präparate setzen unterschiedlich den Wirkstoff frei. Und das kann große Unterschiede machen. Oder egal sein. Je nach Kind.

Die MPH Einstellung war das zweit schwierigste was ich in meinem Leben bisher gemacht habe. Die Wirkung verändert sich nach einiger Zeit. Das Kind muss sich erstmal an die veränderte Wahrnehmung gewöhnen. Das Kind wird erstmal unzufriedener in bestimmten Situationen oder Zeiten. Und so fort. Alles erlebt.

Für die Tagesklinik hast du zwei Möglichkeiten. Entweder du überlässt den Ärzten dort die Entscheidung, welches Medikament jetzt probiert werden soll. Oder du bittest sie, ein bestimmtes Medikament bevorzugt in Erwägung zu ziehen. Ob sie es dann machen, ist eine andere Frage.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

Ronja77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 30.10.2018, 06:49

Beitragvon Ronja77 » 11.12.2018, 20:13

Danke für Eure weiteren Antworten.
Mir tut es sehr gut von Menschen zu lesen, die wirklich wissen wovon ich spreche.

Ja, sie hat Angst dass es zu Tics kommt, die dann nicht verschwinden. So sagte sie es zu mir. Sie ist schon bestimmt 20-30 Jahre hier tätig (schätze ich) aber sowas hatte sie noch nie meinte sie

Wir haben morgen wieder einen Termin, ich spreche es dann noch einmal an.

Der Termin in der Tagesklinik ist zwar schon am 21. Januar, aber das ist irgendwie auch noch recht lang für die Stimmung in der er gerade ist :-(

Ronja77
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 36
Registriert: 30.10.2018, 06:49

Beitragvon Ronja77 » 14.12.2018, 10:58

Hallo

Motiviert von Euren Antworten habe ich mit der Kinderpsychiaterin gesprochen.
Seit zwei Tagen bekommt er nun 10mg Equasym und bisher tict nix.
Auf meinen Wunsch hin geht sie den Weg mit.
Vielen Dank für Euren Input.

Er schien gestern schon wieder viel geerdeter, weiß nicht ob das so schnell bei 10mg geht, aber ich hatte diesen Eindruck.

Ich hoffe sehr dass die Tics ausbleiben und es funktioniert.

Viele Grüße,
Ronja

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Regina Regenbogen » 14.12.2018, 11:41

Ich drücke euch die Daumen. :wink:
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)



Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS

Sohn * 09/2001 - ADS

Tochter * 04/1998 - nix

Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Werbung
 
LarissaD
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 403
Registriert: 04.04.2015, 15:15

Beitragvon LarissaD » 14.12.2018, 15:44

Das klingt ja schon viel hoffnungsgsvoller! Ich drücke Euch die Daumen!
Viele Grüße, LarissaD


Zurück zu „Krankheitsbilder - ADS/ADHS“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste