Korkboden und Rollstuhl - geht das?

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Kati_Li
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Korkboden und Rollstuhl - geht das?

Beitragvon Kati_Li » 08.12.2018, 22:28

Hallo zusammen,

wir beschäftigen uns grade mit dem barrierefreien Hausausbau, konkret dem Bodenbelag im Bad. Wir sind (noch) nicht auf einen Rollstuhl angewiesen, das liegt aber im Bereich des Möglichen... better be prepared!

Wir haben uns in die Idee von Korkboden im Bad verliebt. (Warme Füße und so). Nun hat unsere Architektin große Bedenken angemeldet, weil sie Kork nicht für rollstuhl geeignet hält. Und auch speziell die Übergänge zu den Fliesen der bodengleichen Dusche seien sehr anfällig. Sie rät uns dazu überall zu fliesen.

Was meint ihr? Hat jemand Erfahrungen mit Rollstuhl und Korkboden? Oder mit Korkboden und Bodengleichen Duschen?

Viele Grüße

Kati
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Rita2
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Beitragvon Rita2 » 08.12.2018, 22:37

Hallo,

ich hätte bei Korkboden als erstes Angst wegen der Näße. Ich glaube Korkboden ist nicht Feuchtraumgeeignet.
Da Kork relativ weich ist, könnte die Architektin recht haben, daß Kork nicht sehr gut Rolli tauglich ist.
Wenn ein Fußboden für Bürostühle geeignet ist, dann würde ich davon ausgehen, daß er auch für Rollstühle geeignet ist. Und die Bürostuhleignung ist meistens angegeben..

Ich würde im Bad immer Fliesen nehmen. Wenn du es Fußwarm willst, dann mit Fußbodenheizung. Die kann man auch nur im Bad verlegen. Oder wenn es von der Aufbauhöhe her nicht reicht, gibt es auch elektrische Fußbodenheizungen für unter die Fliesen, die nur sehr wenig auftragen.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

grace
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Beitragvon grace » 08.12.2018, 22:53

Hallo Kati,

Deine Architektin hat recht, kein Kork oder Parquet im Bad wenn du nicht in wenigen Jahren den Boden neu legen willst....

Diese weichen Natur Materialien sind einfach empfindlich gegen Feuchtigkeit und Reifen, ihr würdet euch in ein paar Monaten sehr ärgern.

Fliesen oder Kunstharz, eventuell mit Fußbodenheizung...

LG

Grace

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Beitragvon s.till » 08.12.2018, 22:55

Hallo Kati,

wir haben Korkboden in der Küche, Gang in den Zimmern.
Zu deiner Frage

Ja es gibt Korkböden die für Rollis gegeignet sind. Da müsst ihr auf die Versiegelung achten.
Wir haben einen Rolli und Hundekrallen gerechten Kork und haben keine Kratzer nach 7 Jahren im Kok.

ABER
Ich würde im Bad nie Kork verwenden!! Egal wie hoch die Versiegelung ist es darf nie Wasser auf dem Kork lange sein. Er saugt sich voll und du muss ihn austauschen. Auch wenn dir die Verkäufer was anderes sagen. Ein Freund von uns ist Schreiner und hat uns damals beraten. Er hat auch bei sich im ganzen Haus Kok bis auf im Bad.
Ein weiterer Punkt ist, dass er auf Grund der hohen Versiegelung z.B. wenn man mit Krücken gehen muss, sehr rutschig ist. Das solltet ihr berücksichtigen. Wir haben das auch erst gemerk, als ich mehrere Wochen auf Krücken laufen musste und es mich öfters hingelegt hat.

Wir haben bei uns im Bad Fließen gelegt wenn möglich würde ich noch zu einer Fußbodenheizung raten.

Liebe Grüße
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,aG,B,H
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Beitragvon silke83 » 09.12.2018, 13:23

Ich hab im neuen Bad nun Fliesen und Fußbodenheizung.. ein Traum, da schön warm.
Ich hab übrigens Fußbodenheizung in jeglichen Räumen auch bei Parkett. Ist schon direkt so gebaut vom Bauträger. Praktisch, da so die Heizkörper wegfallen, die Platz wegnehmen könnten ;) und du hast es gut war.
Man muss nur mit Teppichen sparen, dass die wärme durchkann.

Da hast mit rolli keine Probleme ;)
LG Silke
(*83) Muskelerkrankung - Myopathie unklarer Genese, Trisomie X (mit Z.n. frühkindlicher Epilepsieform)

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Beitragvon Ellert » 09.12.2018, 14:56

huhu

wir haben in den Schlafräumen Kork, Küche und Bad Fliesen, Wohnzimmer Parkett.
Kork geht nicht mit Wasser zusammen, auch Parkett oder Laminat würde ich nicht leben wo es nass wird.
Bodengleiche Dusche bei uns heisst im Prinzip ineinander übergehend, das wird immer nass
ob von den Füssen oder sonstwas.
DAGMAR mit
Ellert 24.SSW &
3 fitten Schwestern
www.mini-ellert.de

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Beitragvon Sternen-Lilly » 09.12.2018, 16:28

Liebe Kati,
wir sind gutachterlich im Bereich Feuchteschäden tätig und haben schon viele Badezimmer „auseinander genommen“ bzw. die Sanierung geplant.
Kork und Holz sind definitiv keine Baustoffe, die in einem Badezimmer etwas (auf dem Boden und an den Wänden) zu suchen haben. Es gibt immer wieder Menschen, die bisher Glück hatten und noch keinen Schaden, obwohl Holz verbaut war, aber ich würde dem Rat eurer Architektin folgen, um spätere kostenintensive Folgeschäden zu vermeiden.

Bei bodengleichen Duschen wird die Abdichtung unter den Fliesen aufgebracht, da Fliesen selber zwar (meistens) dicht, jedoch die mineralischen Fugen nicht vollständig dicht sind. Dies nennt man Abdichtung im Verbund mit Fliesen und Plattenbelag.
Wenn bodengleiche Duschen geplant werden, muss diese Abdichtung zwingend das ganze Badezimmer umfassen. Im Bereich der Dusche wird diese Abdichtung raumhoch bzw. bis ca. 30 über den Duschkopf (je nach Raumhöhe) gezogen. Die restliche Bodenfläche wird an den Wänden bis ca. 10 über Oberkante Bodenbelag abgedichtet. Wichtig ist, dass im Bereich des Türdurchgangs eine Schwelle (Edelstahlwinkel auf den die Abdichtung raufgezogen wird) eingebaut wird. In allen Außen- und Innenecken müssen Fugenbänder in die Abdichtung eingearbeitet werden und um die Duscharmaturen und Rohrdurchführungen im Duschbereich bzw. um den Bodenablauf Dichtungsmanschetten. Die Fugenbänder und Dichtungsmanschetten werden mit Abdichtung überarbeitet. Es bieten sich mineralische Dichtungsschlämmen an, da diese eine Trockenschichtdicke von 2 mm aufweisen müssen. Polymerdispersionen, wie sie aus Preisgründen oftmals von Bauträgern verwendet werden eignen sich nicht sonderlich, da diese nur 0,5 mm Trockenschichtdicke aufweisen müssen und es für jeden Handwerker eine Herausforderung ist, diese Schichtdicke einzuhalten.
Folgende Regelwerke sind relevant für die Abdichtung in Bädern:
DIN 18534 „Abdichtung von Innenräumen“
ZDB-Merkblatt „Verbundabdichtungen – Hinweise für die Ausführung von flüssig zu verarbeitenden Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“
Ganz wichtig: Eine elastische Versiegelung aus Silikon ist nach Regelwerk KEINE Abdichtung. Die Abdichtung liegt immer dahinter.
Lieben Gruß
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Beitragvon Tanja2014 » 09.12.2018, 21:16

Hallo,

Vielleicht wäre Vinyl-Hören etwas für Euch. Wir haben einen Kellerraum damit ausgelegt und der ist deutlich fußwärmer als die gefliesten Kellerräume. Vinyl wird schwimmend verlegt, wie Laminat oder Parkett und sieht wirklich gut aus. Vinyl ist definitiv auch Feuchtraum geeignet.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon BeatrixB » 10.12.2018, 10:18

Das Beste für Rollstuhl und Badezimmer sind aus langjähriger eigener Erfahrung so extra rauhe Fliesen. Alles andere ist insbesondere bei Nässe zu rutschig.
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Beitragvon Sternen-Lilly » 10.12.2018, 13:03

Vinyl ist nicht zugelassen für bodengleiche Duschen bzw. Räume mit Bodenablauf, da dort nach Norm und Regelwerk immer eine Abdichtung im Verbund mit Fliesen oder Plattenbelägen vorgeschrieben ist.
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