Soll ich mich beim Bundesversicherungsamt beschweren?

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Mamamarti
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Soll ich mich beim Bundesversicherungsamt beschweren?

Beitragvon Mamamarti » 08.12.2018, 14:32

Hallo,
ich weiß nicht recht, ob es hier richtig ist, wenn nicht, gerne verschieben.
Wir haben sein dem 18 Geburtstag meines Sohnes nur Probleme mit der KK.
Nachdem uns mehrere Hausärzte nicht genommen haben, habe ich ihn bei meinem Hausarzt angemeldet, auch wenn es recht weit entfernt ist. Der Hausarzt legte uns nahe ein Zentrum für erwachsene Behinderte aufzusuchen, da er sich mit der Problematik meines Sohnes nicht auskennt und Begründungen für die Rezepte braucht.
Das nächste Zentrum ist 200 Kilometer weg, in Rummelsberg. Wir waren in April dort, und es kam ein ausführliches Bericht über 7 Seiten mit Empfehlungen für Medikamente und Hilfsmittel. Unter anderen steht drin - er benötigt eine neue Versorgung mit Rollstuhl, geländegengig mit Schiebehilfe.
Da mein Hausarzt mich seit Jahren betreut und weis, das ich chronische Probleme mit Nacken und Armen habe, bekamen wir ein Rezept für Reha buggy und Schiebehilfe. Der Hausarzt schickte als Begründung den Bericht aus Rummelsberg und Ärztliches Attest über meine Probleme mit.
Beides wurde abgelehnt. Für die Schiebehilfe sollte ich ein Fragebogen ausfülen, das datenschutztechnisch jenseits von gut und böße war. Und das MDK gutachten sprach von jemanden, der nur noch für längere Strecken einen Rollstuhl braucht. Das kann nicht mein schwersmerfachbehinderter Sohn mit PG 5 sein. Bei uns hat sich keiner gemeldet
For zwei Wochen haben wir dann eine Klage eingereicht.
Der Rehabuggy wurde bis jetzt nicht bewiligt oder abgelehnt, sodas wir jetzt eine Untätigkeitsklage einreichen werden.
Gester ruft mich die Sprechstundehilfe des Hausarztes an, total aufgelöst, eine SB der KK hätte angerufen und sie rundgemacht, die Schiebehilfe wäre nicht begründet und warum der Hausarzt Rezepte ausschreibt die er nicht begründen kann. Sie wird mir jetzt einen Brief schreiben, das der Hausarzt die Mitarbeit verweigert und die Schiebehilfe deshalb nicht bewiligt werden kann.
Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, ich vermute irgendeine Masche der KK wegen der Klage.
Meine Meinung nach hat der Hausarzt korrekt gehandelt. Das man eine Schiebehilfe nach 18 Jahren Pflege zwei Rollstuhlfahrer überhaupt so ausführlich begründen sol, ist ein Armutszeugnis.
Was mich aber am meisten aufgebracht hat ist, das sie den Hausarzt unter Druck setzen, so das er sich zukünftig noch mehr überlegen wird, ob er ein Rezept aufschreibt. Für uns ist es absolute Katastrophe, da wir doch dringend auf die Rezepte angewiesen sind.
Ich habe jetzt genug von der AOK und überlege mich entweder bei dem hiesigen Direktor zu beschweren - sozusagen als letzten Schrit zur gütlichen einigung, oder bei dem Bundesversicherungsamt. Ich möchte erreichen, das sich die betrefende Person bei dem Hausarzt entschuldigt.
Was würdet ihr tun? Hat es überhaupt einen Sinn sich zu beschweren?
ratlose Grüße
Marti

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Sinale
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Beitragvon Sinale » 08.12.2018, 18:33

Hallo Mamamarti,

ja, es macht Sinn, sich schriftlich per Brief zu beschweren. Es muss der genaue Ablauf geschildert werden, damit das BVA sich ein Bild von der Situation machen kann. Telefonische Beschwerden und Beschwerden per Fax werden nicht zur Bearbeitung angenommen. Leider hat das BVA soviel zu bearbeiten, dass die Bearbeitung eine Weile andauert. Der Rechtsweg muss unabhängig von einer Beschwerde eingehalten werden, wenn der Rechtsweg beschritten werden will.
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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LasseUndJohannes
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Beitragvon LasseUndJohannes » 08.12.2018, 19:39

Hi,
Habe sofort beim Titel schon gedacht: Ja, auf jeden Fall!! Dann deinen Text gelesen. Die Strategie der KK scheint plausibel und klar. Eben mit dem Ziel Kosten zu sparen.

Ich habe auch schon eine Beschwerde beim BVA eingereicht. Nicht wegen der Kinder. Hat auch primär nichts gebracht, die Kasse kam damit durch. Es war aber sehr aufschlussreich, die Rechtfertigung der Kasse zu lesen. Ja, die Kasse hat zu jedem Telefonat Notizen gemacht. Sie können dir aufzählen, wann sie was am Telefon dargestellt haben. Es macht der Kasse aber trotzdem klar, wo Grenzen sind. Und das sie ggf nicht jedes Mal damit durchkommen.

Schreibe die Situation so sachlich wie möglich. Prinzipiell geht es um den Vorwurf der Einschüchterung. Damit du Nachteile erleidest und der Arzt keine Rezepte mehr ausstellt. Berichte so gut du kannst von dem Telefonat mit der Praxisgehilfin. Erwarte nicht, dass das BVA dir wirklich hilft. Betrachte es als Schuss vor den Bug für die Kasse.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 08.12.2018, 22:21

Hallo,

das Bundesversicherungsamt nicht für die AOK zuständig:
Zuständige Aufsichtsbehörde für die nicht in der Liste aufgeführten sogenannten landesunmittelbaren gesetzlichen Krankenkassen (z. B. AOKen) sind demgegenüber regelmäßig die Gesundheitsministerien der Bundesländer.

https://www.bundesversicherungsamt.de/s ... erung.html

Grüße,
Miriam


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