Inklusion von schwer mehrfachbehinderten Kindern ab der 5.Kl

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Senem
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Beitragvon Senem » 10.12.2018, 12:59

Hallo anke505,

ich bin ganz bei dir.

Ich finde auch, ein schwerstmehrfachbehindertes Kind, was zb lautiert oder so, ist besser auf einer speziellen Schule aufgehoben!
Gruß

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anke505
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Beitragvon anke505 » 10.12.2018, 13:00

Hallo,

wenn man nicht verstehen WILL, dann wird das nichts.

Meine Frage, schaffen diese Kinder das Abitur?

Dies ist doch Ziel des Gymnasium.


Ich habe großen Respekt vor dem Engagement der Eltern mehrfachschwerbehinderter Kinder, man sollte aber auch realistisch bleiben.


Sandra, ich habe keine These, es geht um kognitive Leistungen der Kinder ,

auf dem Gymnasium wird ein straffer Plan gefahren, können Kinder , die nicht lesen und rechnen können, dort mithalten oder sind sie nur dort , weil es das Ego der Eltern befriedigt?


LG Anke

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Sandra1978
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Beitragvon Sandra1978 » 10.12.2018, 13:06

Hallo Anke,

da ist der Hund begraben. Inklusion bedeutet nicht das die Kinder den Stoff der Regelkinder schaffen müssen sondern sie haben ihren eigenen Lehrplan.

Und wo sie diesen bearbeiten ist egal. Sie müssen die Schule nicht mit einem Abschluss beenden.

Gruß Sandra
Mama Sandra (Asperger Autist)
Papa Jochen (Lernebehindert)
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Senem
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Beitragvon Senem » 10.12.2018, 13:19

Ich glaube, es wird sich hier viel zu einfach gemacht!

Es soll wohl ein Witz sein, das es egal ist, wo die Kinder den Lehrplan bearbeiten??

Und wenn Inklusion angeblich bedeutet, dass das Kind nicht den Stoff der Regelkinder machen brauch, könnnte ja theoretisch auch ein Kind auf´s Gymnasium, wo von vornerein klar ist, das es kein Abschluss kriegt?

Na dann
Gruß



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Beitragvon anke505 » 10.12.2018, 13:27

Hallo,

ich versetze mich jetzt mal in die Lage eines Gymnasiumlehrers.

Wie verhalte ich mich , wenn ich von Anfang an weiß , dieses Kind schafft von vornherein keinen Abschluss ?

Gebe ich dann alles?

LG Anke

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Beitragvon anke505 » 10.12.2018, 13:34

Hallo,

Sorry, so ist die Realität.

Als unser Sohn die Grundschule mit einem Notendurchschnitt von 1,1 abgeschlossen hat und auf die Realschule wechselte, wurde er auch erst einmal in eine Schublade gesteckt.


Bis die Lehrer merkten , was in ihm steckt, er an den gesunden Kindern vorbeigezogen ist.

Da war er nicht mehr nur der ,, Behinderte,,, sondern ein leistungsstarker Schüler mit Handicap.

So ist die Realität.

LG Anke

Bika
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Beitragvon Bika » 10.12.2018, 13:43

anke505 hat geschrieben:Hallo,

das Ziel des Gymnasium ist doch das Abitur, oder sehe ich das falsch?

Selbst bei den gesunden Kindern gibt es doch sehr viele, die den Anforderungen des Gymnasiums nicht gerecht werden , deshalb ihren Abschluss zum Beispiel auf
der Realschule machen.

Das ist doch ok so, nicht jeder kann und will Akademiker werden.

Warum sollen dann mehrfachschwerbehinderte Kinder , die nicht lesen und schreiben können, nur lautieren, so wie Ihr es hier beschrieben habt, auf ein Gymnasium???
Welchen Sinn soll das machen, ich verstehe es nicht.

Nur um die Inklusion durchzusetzen ?

Das ist doch albern, so ein Kind schafft doch kein Abitur, geschweige denn das das Berufsleben .



Selbstverständlich müssen auch mehrfachschwerbehinderte Kinder optimal gefördert werden, keine Frage, aber doch nicht auf einem Gymnasium.

LGAnke


Es geht um zieldifferente Beschulung, so wie sie auch an inklusiv arbeitenden Gesamtschulen stattfindet, wo ebenfalls Kinder sitzen, die das Abitur anstreben.
Ich verstehe nicht, warum außer den Gymnasiasten, alle anderen Regelschüler die Inklusion mittragen sollen, obwohl die Schüler am Gymnsasium sozial am wenigsten belastet sind.
Das inkludierte geistig stark behinderte Kind, wird auch an der Gesamtschule keinen Abschluss machen. Dann dürfte es, deiner Argumentation nach, nur auf einer Förderschule beschult werden,
denn ist es nicht Ziel jeder Regelschule, mit einem allgemeinen Schulabschluss (ab ESA aufwärts) abzuschließen?

Für mich ergibt deine Argumentation daher nur Sinn, wenn du generell die Inklusion bei starker kognitiver Einschränkung ablehnst.

Bika
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Beitragvon Bika » 10.12.2018, 13:50

Entscheidend ist natürlich, dass Gymnasien freiwillig die Inklusion anbieten und alle an der Schule das System mittragen.

Entgegen der Akzeptanz von Eltern, Lehrern und Schülern wird das nicht funktionieren.

Es gibt jedoch durchaus Eltern (mein Mann und ich z.b), die ihre Kinder sehr gerne auf ein inklusiv arbeitendes Gymnasium geschickt hätten und die auch davon überzeugt sind, dass das gut klappen kann.

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Beitragvon anke505 » 10.12.2018, 13:51

Hallo,

ich hoffe nur sehr, bei allem Engagement, dass man eben in diesem Thema nicht nur seinen Willen durchsetzen möchte , sondern auch an die Kinder denkt.


Ich sehe ein mehrfachschwerbehindertes Kind nicht an einem Gymnasium, ich denke , es wird dort nicht glücklich, dies ist ja auch wichtig.


Wenn die Eltern dies wollen, sollen sie es durchboxen, ist ihre Entscheidung,
für uns käme das überhaupt nicht in Frage.

Ist meine Meinung , damit ist dieses Thema für mich auch erledigt.

Inklusion ja , nur nicht um jeden Preis!!
LG Anke

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 10.12.2018, 14:00

Hallo,

ich denke, GE-Kind und Gymnasium ist heiß diskutiert,weil dort die Diskrepanz am grössten ist. Ausserdem ist der Unterricht für ein schwerbehindertes Kind dort am wenigsten zu vereinbaren. Ich glaube nicht, dass Gymnasiasten so sehr unter einem Ge-Kind leiden würden. Ich bin eher kritisch, ob das Ge-Kind genug gefördert wird oder vereinsamt. Es hat ja immer Unterricht für sich. Je höher der Abschluss, umso weniger Zeit bleibt für Dinge nebenher. Sprich für Aktivitäten, die das Ge-Kind mitmachen könnte. Es müssten dann vielleicht mehrere Kinder sein, die individuell unterrichtet werden.
Gesamtschulen sind mit Gymnasium auch nicht ganz zu vergleichen, denn einmal haben sie mehr Zeit durch Ganztagsunterricht und ausserdem ist das Lernpensum auch für gute Schüler ein anderes, wenigstens aus unserer Erfahrung.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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