Ablenkung/Beruhigung vor OP?

Mit einem besonderen Kind sind Eltern oft Dauergäste beim Kinderarzt. Hinzu kommen Krankenhausaufenthalte und Besuche bei Spezialisten und im Sozialpädiatrischen Zentrum.
Welche Untersuchungen machen Sinn? Wo ist mein Kind in guten Händen? Zahlt die Krankenkasse alle Behandlungen? Fragen über Fragen...

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fanny
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Ablenkung/Beruhigung vor OP?

Beitragvon fanny » 03.12.2018, 22:14

Meine Große hat nächste Woche eine große OP. Eigentlich hätte sie morgen dran sein sollen, seit Monaten haben wir uns darauf eingestellt und dann letzte Woche der Anruf, die OP muss wegen einem Notfall verschoben werden. Jetzt also nächste Woche, aber bei meiner Tochter liegen die Nerven blank.

Wir versuchen schon viel zur Ablenkung, positive Aktivitäten, alle möglichen Sachen nochmal machen, die nach der OP erstmal nicht mehr drin sind, etc. Aber abends kommt die Angst hoch und sie findet kaum in den Schlaf, bricht immer wieder weinend zusammen.

Wie geht ihr mit dieser Anspannung um? Gebt ihr den Kindern eventuell auch Medikamente zur Beruhigung? Mir kam dieser Gedanke eben, als sie zum wiederholten Male wieder unten im Wohnzimmer stand. Mir tut es so Leid, dass sie so eine Angst hat und ich sie ihr einfach nicht nehmen kann :cry:

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 03.12.2018, 22:25

Hallo,
wie alt ist denn Deine Tochter? Könnte evtl. meditieren helfen? Mir persönlich hilft das in solchen Situationen ganz gut. Bei den Jungs gab es noch keine vergleichbaren Situationen, aber auch die reagieren gut auf Meditationen, wenn sie abends aus anderen Gründen aufgewühlt sind und nicht in den Schlaf finden. Für Kinder zwischen 4 und ca. 8 Jahren kann ich Dir diese Meditationen wärmstens empfehlen:
https://www.buecher.de/shop/entspannung ... /38074265/
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
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Beitragvon Juler » 03.12.2018, 22:26

Also mit geplanter OP habe ich jetzt nicht den riesigen Erfahrungsschatz, aber nur ein Gedanke: was macht ihr denn genau Angst? Ich selbst habe die OPs nie als Bedrohung empfunden sondern als Erleichterung weil es danach mir viel besser ging :-) vielleicht könnte man da ansetzen mit ihr zu sprechen was ihre Bedenken sind?


Liebe Grüße,

Juler
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Beitragvon fanny » 03.12.2018, 22:30

Danke für deinen Vorschlag. Sie ist 12, aber von der geistigen Entwicklung irgendwo anders (kann gar nicht genau sagen, in welchem Alter, weil ihre Entwicklung sehr ungleichmäßig ist).
Auf Meditationen kann sie sich leider nicht einlassen. Wir haben die CD zu dem Buch, das du empfiehlst, tatsächlich zu Hause. Ihre Schwester nutzt sie, wenn sie abends nicht runterkommt. Bei meiner Großen funktioniert es leider nicht.

fanny
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Beitragvon fanny » 03.12.2018, 22:40

Juler hat geschrieben:Also mit geplanter OP habe ich jetzt nicht den riesigen Erfahrungsschatz, aber nur ein Gedanke: was macht ihr denn genau Angst? Ich selbst habe die OPs nie als Bedrohung empfunden sondern als Erleichterung weil es danach mir viel besser ging :-) vielleicht könnte man da ansetzen mit ihr zu sprechen was ihre Bedenken sind?


Liebe Grüße,

Juler


Alles macht ihr Angst: Dass sie ins Krankenhaus muss, dass man ihr den halben Kopf auseinandernimmt, dass sie lange viele Dinge nicht mehr machen kann, die sie gerne macht, dass sich ihr Aussehen durch die OP verändern wird, dass sie hinterher lange Zeit Schmerzen haben wird (schlimmer als im Augenblick, ihre Beschwerden steigern sich sukzessive, so dass es ihr selber gar nicht so schlimm erscheint).
Sie weiß, dass es ihr immer schlechter gehen wird und sie im schlimmsten Fall sterben kann, wenn nicht operiert wird, aber für sie ist das zu abstrakt, das kann sie sich nicht vorstellen.
Sie ist vom Typ her ein Mensch, der schnell in Panik verfällt, wir kriegen sie aus dieser Spirale nicht raus.
Die anderen OPs hat sie im Vorfeld viel besser weggesteckt, aber diesmal ist es ein Alptraum...

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Beitragvon sandra8374 » 04.12.2018, 04:47

Rescue Bonbons?

Und bei dem was du schreibst, kann jeder Angst bekommen. Dann noch die Wartezeit.

Ihr selber werdet ja auch innerlich bestimmt "unruhig" sein. Und die Kinder haben dafür meist sehr feine Antennen.

Aber wie man aus der Situation rauskommt? Eine Idee habe ich nicht wirklich.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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Beitragvon Engrid » 04.12.2018, 07:24

Hallo,

ehrlich gesagt finde ich das normal, dass sie so Angst hat, wenn es so drastisch ist.
Ihr macht eh schon das, was man machen kann.
Ich schicke ganz liebe Grüße, und denke an Euch nächste Woche. Alles alles Gute für die OP und für danach.

(Ich finde es auch sehr ungünstig, dass so eine OP verschoben wird, aber jetzt is‘s schon so. :? )
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Jakob05 » 04.12.2018, 07:56

Hallo Steffi,
du beschreibst sehr drastisch die unschönen Seiten der OP, welche Vorteile erhofft ihr euch davon ? Wir haben auch gerade 2 Hüft-OPs hinter uns, gottseidank nur mit einem Tag Verschiebung. Ich kann nachfühlen wie es Euch geht, wie Eure Tochter leidet.
Wichtig ist in einfachen Worten immer wieder die Vorteile hervorzuheben, vielleicht etwas tolles in Aussicht zu stellen.
Vielleicht gibt es etwas, was sie selbst jetzt schon mal vorbereiten kann, was die Vorfreude anregt, z.B. Ihr Zimmer umräumen um Platz für xxx zu schaffen. Das lenkt ab.
Bei uns waren zwischen beiden OPs 9 Monate, in denen Sohnemann viel Zeit hatte sich auf eine Wiederholung des Erlebten zu "freuen". Nicht immer einfach. In dieser Zeit haben wir einfach seine Wünsche zugelassen, z.B. durfte er an unruhigen Tagen bei uns schlafen, Fernsehen und Computer zur Ablenkung. Alles was es sonst nicht so gibt, einfach mal erlaubt.
Ich wünsche Euch, dass die Zeit jetzt schnell vergeht und ihr Euhc dann auf Weihnachten freuen könnt.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Beitragvon Kristiina » 04.12.2018, 08:49

Hallo Steffi,
wenn sie schon 12 ist dann würde ich ihr durchaus für die ganze Zeit bis zur OP ein leichtes Beruhigungsmittel geben, und zwar morgens und abends damit sie garnicht in die Angstphase reinkommt. Was mit Passionsblume (Pascoflair z.B.) sollte in dem Alter schon gehen, musst Du mal in der Apotheke nachfragen. Das ist eine Ausnahmesituation und diese Mittel machen nicht abhängig.

Gute Nerven!
LG, Kristiina
2 tolle Söhne, 4/2008- gesund, und 5/2010-vermutlich ADHS, Diagnostik läuft.

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Beitragvon Alexandra2014 » 04.12.2018, 09:29

Hallo!

Unter den Umständen, die du beschreibst, würde ich alles daran setzen, ihr ihre Angst so weit wie möglich zu nehmen.
Ich würde relativ dringlich beim Kinderarzt vorsprechen und um entsprechende Medikation bitten. Es geht ja nicht um monatelangen Medikamentenkonsum, sondern um eine Woche. Dass sie jeden Tag weinend zusammenbricht, ist verständlich bei solch einer OP, aber ich finde, das muss nicht sein. Es ist ja auch nicht ganz unerheblich für die Genesung, wie man psychisch in eine OP geht...

Was ich noch nicht ganz verstehe: warum wird sie hinterher so massive Schmerzen haben? OPs am Schädel sind ja meist mit eher wenig Schmerzen verbunden?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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