Umstellung Babysauger auf Glas

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 03.12.2018, 08:43

Hallo Stephanie,
Trinken ist bei uns auch immer problematisch. Ich ignoriere das Thema aber mehr oder weniger: zwischendurch mache ich immer mal über mehrere Wochen den Check wieviel der Kleine trinkt- das ist im Schnitt meistens viel zu wenig (450 ml oder weniger pro Tag)... andererseits ist es zum Dehydrieren noch zu viel...
Wenn er trinkt, darf er ruhig aus der NUK- Pulle trinken, wenn er die Babypulle möchte, dann bekommt er sie auch...
Genauso kriegen wir den Kakao in der Nacht nicht abgewöhnt... da holt er sich immerhin noch einen Teil der Flüssigkeit, wenn es auch schlecht für die Zähne ist.
Das ist einfach eine Entwicklungssache und gibt sich hoffentlich mit der Zeit...
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Annileinchen
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Beitragvon Annileinchen » 03.12.2018, 09:02

Hallo,

lass Dich nicht stressen!
Die Physiotherapeutin ist keine Psychologin - solche Aussagen darfst Du daher in die Rubrik "Küchenpsycholgie" einordnen.
Wenn Du mit aller Macht versuchst, Dein Kind umzugewöhnen, macht das dem Kind noch mehr Stress.
Dein Kind braucht gerade die Flasche. Ist das so schlimm? Irgendwann wird es bestimmt diese ganz von alleine nicht mehr wollen (wenn keine organische Ursache für die Trinkprobleme da sind).

Stephanie79
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Beitragvon Stephanie79 » 03.12.2018, 11:03

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure Zusprüche!
Mein Bauchgefühl sagt mir auch, ich solle es ihm lassen.
Ja, ich denke auch, dass es ihm Halt gibt. Denn daheim zieht er sich zurück, trinkt und dann geht es wieder.
Was mir daran nur Sorgen bereitet: Wie entwickeln Kinder Bewältigungsstrategien? Ich bin ja nicht immer da und kann ihm einen Rahmen geben, in dem er wieder runterkommt.

Wir sind etwas vorgeschädigt durch die Ernährung bzw. die Beikosteinfuhr und Umstellung auf Flasche. Da hat es auch Monate gedauert. Und ging initial auch nur mit externer Hilfe. Er wollte keinen Brei, aber Stückiges ging halt nicht, weil er es nicht schlucken konnte. Vom Kauen ganz zu schweigen. Er hatte auch nie wirklich die orale Phase. Lebensmittel erkunden war auch nicht seins.

Im Kindergarten trinkt er max. 80 ml in 7 Stunden. Das sorgt dafür, dass er sich permanent unwohl fühlt (er kann dieses Durstgefühl wohl nicht richtig übersetzen, Körperwahrnehmung halt....) und dann schlapp herumhängt und nörgelt.
Die Übersetzung von "komisches Gefühl" zu "Hey, ich hab Hunger" hat er schon recht gut hinbekommen, da war der Kindergarten eine große Hilfe. Allein die anderen Kinder. Aber beim Trinken klappt diese Vorbildfunktion nicht.
Daher auch unsere Vermutung, dass es körperliche Gründe hat. Was ja aber zum Glück verneint wurde. Auch wenn noch Spannung in Zunge und Lippen fehlt. Aber er ist halt auch etwas hypoton. Außer in seinem Willen :lol:
ich (*79) mit Kichererbse (6/2015) Muskelhypotonie im Rumpf, spastische Hemiparese beinbetont

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Beitragvon Stephanie79 » 03.12.2018, 11:18

Anne-muc hat geschrieben:Hallo Stephanie,

Beim Kleinen weiß ich, dass er es kann (in Krippe und Kiga trank und trinkt er normal aus Becher und Tasse).

Rein praktische Tips: bei uns funktionieren eine Rossmann-Eigenmarken-Strohhalmflasche mit dickem Strohhalm (der wird so zusammengesteckt) gut, wenn ich den Strohhalm innen weglasse. Dann verhält sich die Flasche wie eine Saugerflasche nur statt Sauger ist vorne der Strohhalm.

Außerdem der Nuk-Cup - ähnlich wie Avent aber für uns besser.

Liebe Grüße Anne


Hallo Anne,
er trinkt ja leider nicht in der KiTa. Also das Glässchen über 7 h verteilt zählt für mich nicht wirklich.

Ich kann Dir gar nicht mehr sagen, was ich alles versucht habe. Ich habe diverse Becher in der Verwandschaft verschenkt. Die haben irgendwie weniger wählerische Kinder...
Auch andere Sauger von anderen Herstellern akzeptiert er nicht. So Trinktüllen, die ähnlich dem Sauger von NUK sind, werden auch verachtet.
Bei den Flaschen ist es ja auch so, dass es nur die transparenten sein dürfen, wehe, die sind blickdicht. Und egal, ob er ich das Motiv ausgesucht hat. Die Flasche ist dann nur gut zum anschauen :roll:

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 03.12.2018, 11:52

Hallo Stephi,
nach meiner Erfahrung aus Sonden- und anderen Entwöhnungen ist das ALLERWICHTIGSTE die eigene Einstellung zu so einem Vorhaben. Nur wenn die Hauptbezugsperson(en) sich sicher sind, dass das Thema JETZT angegangen werden kann/soll/muss, wird das klappen. Kein Mensch lässt freiwillig von liebgewordenen Gewohnheiten, erst recht kein Kind. Solange es in "Mamas Seele" noch ein Fünkchen Zweifel findet, wird es dieses nutzen, um bei seinen Gewohnheiten zu bleiben. Je öfter solche von vorne herein aussichtlosen Versuche stattfinden, umso schneller lernt das Kind, dass es "die Großen" mit Sturheit rumkriegen kann.
Also lieber noch etwas warten und dann einen gut durchdachten endgültigen Neustart machen, als diese
"eigentlich wäre es ja besser, aber er ist ja noch so klein"-Spielchen. Eine klare Entscheidung der Großen gibt Kindern auch Halt. Wenn diese Entscheidung sogar gemeinsam mit dem Kind getroffen werden kann, kann man sich immer wieder auf diese Absprache beziehen.
Ich finde es hilfreich einen festen Termin in naher Zukunft auszuwählen (z.B. Nikolaus), mit dem Kind in kurzen, altersgerechten Worten den Entscheidung zu erklären (Der Nikolaus nimmt alle Fläschen mit, denn du bist jetzt groß) und danach auf dieser gemeinsamen Absprache zu bestehen.
Das kann anfangs ganz schön anstrengend werden, aber nach meinen Erfahrungen klappt es, wenn man selbst sich seiner Sache sicher ist, meist besser als erwartet.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Beitragvon Annileinchen » 03.12.2018, 11:56

Warum trinkt er so wenig in der Kita? Weil er dort die Flasche nicht bekommt?
Oder würde er auch mit Flasche so wenig trinken?

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Beitragvon Stephanie79 » 03.12.2018, 12:40

Annileinchen hat geschrieben:Warum trinkt er so wenig in der Kita? Weil er dort die Flasche nicht bekommt?
Oder würde er auch mit Flasche so wenig trinken?


Ich denke, er trinkt nicht, weil er keine Flasche mit Babysauger bekommt.

Ich muß noch anmerken, dass dort kein Kind aus der Flasche trinkt. Alle trinken aus dem Glas. Auch das andere I-Kind. (Mit ihm sind es zwei I-Kinder)
Und er scheint es ja auch zu können.
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Beitragvon Engrid » 03.12.2018, 14:18

Aber er scheint es nicht zu wollen, bzw einfach nicht zu tun. Was ist schlimm dran, aus der Flasche zu trinken? Außer dass wir/die anderen es nicht altersgemäß finden?

Ich hab mit meinen BEIDEN Kindern die Erfahrung gemacht, dass Hilfe zum Selbständigwerden oft auch heißt, sie SELBER kommen zu lassen.

Wenn ein Kind Verhaltensweisen hat, die mit Regression oder Veränderungsunwillen zu tun haben, dann würde ich eher nach den Ursachen als den Symptomen gucken.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Stephanie79 » 03.12.2018, 16:11

Ja, was ist eigentlich schlimm daran...? Gute Frage...

Ängste spielen da schon auch eine Rolle. Was, wenn wieder ein Zeitpunkt verpasst wird? Weil entweder wir zu entspannt sind oder die anderen uns zu sehr beruhigen. Hatten wir schließlich beides schon.
Es ist ein Kreuz.
Tief im Inneren sage ich mir: Er wird nicht ewig dran hängen.
Und dann sind da die Zweifel, wie anstrengend der Tag für ihn sein muss, wenn er im Kindergarten nichts trinkt und einfach nur fertig ist nach 3-4h. Und wenn ich ihn nach 6-7 h abhole und er nur schlapp ist.

Uns wurde vor 1,5 Jahren nahegelgt mit Gebärden anzufangen. Da war ich auch unschlüssig, weil ich irgendwie spürte, das wird schon. Und jetzt? Jetzt textet er uns zu :D
Damals zur Beikosteinfuhr (als alles noch "normal" schien), war ich auch überzeugt, dass es mit dem Essen schon noch klappt. Dann wurden wir eines anderen belehrt.

Ach Mensch, ich weiß es doch auch nicht :(

Ich glaube, ich diskutiere das später nochmal mit Männe.

Vielen Dank für euren Zuspruch :)
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Beitragvon Annileinchen » 03.12.2018, 20:36

Also das geht für eine I-Kita gar nicht!

Das ist viel zu lange ohne Trinken!

Stell Dir mal vor, was man Dir als Mutter erzählen würde, würdest Du Dein Kind so lange nicht mit Flüssigkeit versorgen. Da kann für eine Kita nichts anderes gelten!


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