Warum Wechsel Spezialinteresse?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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SimoneChristian
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Warum Wechsel Spezialinteresse?

Beitragvon SimoneChristian » 30.11.2018, 07:41

Hallo,

Ich habe auch mal wieder eine Frage. :)
Vor etwa 8 Wochen hat C. sein Spezialinteresse von einer bestimmten Spielzeugserie auf eine völlig andere, auch bezüglich der Funktion, verlegt.

Er selber hat als Begründung die Interessen seiner Freunde angegeben, wobei das nur partiell stimmt.
Während ich gerade schreibe, fällt mir auf, dass das neue Thema weniger soziale Interaktion erfordert. :?

Macht das Sinn?
Obwohl es in meinen Augen vorher gut mit seinen Freunden lief?

Danke fürs Brainstorming
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 30.11.2018, 10:16

Liebe Simone,

das ist doch toll!
Während ich gerade schreibe, fällt mir auf, dass das neue Thema weniger soziale Interaktion erfordert.
Aber was bietet das neue Thema mehr? Er erschließt sich ja über die Spezialinteressen die Welt. Und vielleicht ist seine Fragestellung jetzt präziser geworden.

Bei uns war lange Splatoon der Renner - da ging es um Farben. Hat man nicht auf den ersten Blick gesehen, war aber so. Frage geklärt. Deshalb kann sich Sohn jetzt anderen Fragen zuwenden.

Liebe Grüße
Heike

GabySP
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Beitragvon GabySP » 30.11.2018, 13:38

Hallo Simone,

auch mein Sohn hat im Laufe der Zeit seine Spezialinteressn geändert. Er kam über Wickie und Spongebob zu Star Wars. Da ist er seit ca. 10 Jahren dabei, allerdings öffnet er sich mittlerweile immer mehr zu Herrn der Ringe, Filmmusik und Regisseuren .

Ich hatte immer den Eindruck, dass mit zunehmendem Alter auch das Niveau der Spezialinteressen gestiegen ist, habe das daher auch nicht wirklich hinterfragt.

Vielleicht ist es bei deinem Sohn auch eine Kombination aus Weiterentwicklung und tatsächlich einer Anpass7ng an den Freundeskreis, um dazuzugehören.

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 30.11.2018, 14:52

Ich kenne es auch von meinem Sohn: es geht monatelang EINER Freizeitbeschäftigung nach und dann, fast von einem Tag auf den anderen, nicht mehr und dann gibt es EINE neue Beschäftigung.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Beitragvon Ronja-und-Mini » 30.11.2018, 15:30

Ist hier auch so. Sohnemann hat ständig ein bestimmtes Thema... nicht nur spielzeugmäßig sondern generell... letztes Jahr waren es Donuts. Nicht nur, dass er jeden Tag einen gegessen hat (Hurra an die Lidl SB-Bäckerei, da gab es immer diese weißen Donuts mit Streusel drauf, die er so toll fand) sondern wir mussten Donuts malen, sein Geburtstag war dekoriert im Donut-Thema, er bekam ein Donutkissen, Donutbettwäsche usw. Von einem auf den anderen Tag wollte er das nicht mehr, obwohl es vorher wirklich immer täglich Theater gab wenn Lidl zB einen Tag keine Donuts hatte oder nur die Schoko...

Das Gleiche hatten wir dieses Jahr schon mit Peppa Wutz, Muscheln, Diamanten... etc. Die Abstände werden aber kürzer, also die Phasen, in denen sich auf ein bestimmtes Thema fixiert wird. Vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht. Wenn die Kids flexibler werden und anderes zulassen.

Was vermutest du denn als Grund für den Wechsel? Weil du dich sorgst, dass es interaktive Gründe hat...
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)

SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 01.12.2018, 15:44

Vielen Dank für die Antworten

Genauer: er ist von Lego besonders Ninjago jetzt auf Hot Wheels umgestiegen.
Während bei Ninjago die Geschichte(n) genau so wichtig waren, wie die Lego Teile, ist es jetzt eher einem Sammeln und Nachbauen bei Hot Wheels gewichen.
Ich empfinde das gerade eher als Rückschritt. :icon_scratch:

Na, ja. Die anderen "Nebeninteressen" hat er behalten. Playmo, Spongebob und diverse andere. Und kann über die ähnlich gut referieren (aus meiner Sicht), wie über Lego.
Was vermutest du denn als Grund für den Wechsel? Weil du dich sorgst, dass es interaktive Gründe hat...

Seit dem Klassenwechsel im September ist er noch nicht wirklich in der neuen Umgebung angekommen. Mit Hot Wheels gibt es Verbindungen zu mehreren Freunden von vorher.
Generell scheinen Spielzeuge schon nicht mehr Thema in der neuen Klasse zu sein. Da geht es eher um Fußballvereine etc.

LG
Simone
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Beitragvon GretchenM » 01.12.2018, 20:07

Hallo,

das kenne ich auch. Nicht nur bei Spielzeugserien, sondern auch beim Lesen: mein Sohn hat lange nur Der kleine Drache Kokosnuss gelesen, danach dann radikal von einem auf den anderen Tag auf Drei ??? kids umgestiegen, das geht jetzt schon mehrere Jahre so. Einzige Ausnahmen waren in der zweiten Klasse die Harry Potter Bände und Der Marsianer sowie diverse Bücher zum Thema Star Wars und Star Trek, bei den beiden letzteren Themen aber vor allem Lexika. Romane? - Nur ??? Kids!

Seit gestern verschlingt er allerdings die Woodwalkers- Reihe. Im Moment habe ich das Gefühl, zieht er sich sehr in seinen Kopf zurück, wozu so eine sehr stark phantasiegeprägte Reihe passt. Er hat starke Umstellungsschwierigkeiten von der Grundschule aufs Gymnasium :-( und „träumt“ nur noch - das fällt stark auf, scheint einen oft gar nicht wahrzunehmen, wenn man ihn nicht zehnmal anspricht (zuhause und in der Schule)

Mir macht das extreme Sorgen, seinen Lehrern auch - dieser Rückzug und die damit verbundene Fixierung auf bestimmte Themen. Zumal mindestens eine Lehrerin das als gezieltes Vermeiden unangenehmer Themen interpretiert, was es zwar auch sein kann, aber definitiv nicht ausschließlich ist, denn er taucht ja zuhause auf dem Wohnzimmerteppich genauso tief weg wie während eines Gesprächs.

Da fällt mir dann deutlich auf, dass er sich an bestimmten Themen richtig festzuklammern scheint, weil sie ihm Halt geben.

LG

GretchenM

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Beitragvon GretchenM » 01.12.2018, 20:14

Nachtrag: er ist ebenfalls noch überhaupt nicht in der neuen Schule angekommen, es hat sich eher in den letzten Wochen noch verschlechtert. Insgesamt hatte er dasselbe Problem in der ersten Klasse auch, darum glaube ich, dass es eine große Umstellungsproblematik ist, die hoffentlich, hoffentlich bald wieder „gegessen“ ist, auch wenn das schwierig wird... Ich glaube, die Schule die für ihn nicht schwer ist, muss noch gegründet werden...

SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 02.12.2018, 21:18

Danke GretchenM.

Klingt ähnlich wie bei uns auf jeden Fall. :)

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 03.12.2018, 08:05

Hallo,

mal am Rande:
starke Umstellungsschwierigkeiten von der Grundschule aufs Gymnasium
Die Eingewöhnung am Gymnasium habe ich für ALLE Kinder die ich kenne, hammerhart erlebt. Mehr Konkurrenz, deutlich mehr Leistungsdruck, deutlich höhere Anforderungen an die Selbstorganisation, dazu muss sich die Klassengemeinschaft erst finden, die Kinder stecken sich gegenseitig an, manche geben den ganzen Stress an die Mitschüler weiter ...
Autistische Kinder mit „Gefühlsansteckung“ müssen die eigene Anspannung, plus die der anderen aushalten, und vielleicht auch noch die Besorgnis der Eltern.

Ich finde das eine sehr gesunde Strategie, sich da das SI als geistige Heimat „auszubauen“ und anzupassen. Die Kinder nutzen ihre Ressourcen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)


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