Autoaggression

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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Claudi-BaWü
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Autoaggression

Beitragvon Claudi-BaWü » 28.11.2018, 07:17

Hallo,

mein Sohn hat schon immer Lt. Ärzten Autoagerssionen wir waren auch schon bei div. Ärzten aber ohne wirkliche Hilfe zu bekommen.

Seit kurzem finde ich wird es immer schlimmer oder meine Nerven schlechter 🤔. Die Nächte sind schlecht und somit auch die Tage.... wir haben seit geraumer Zeit Probleme in der Schule und nun sagt auch die KZP das er alle wach und auf trapp hält und sie nicht wissen wie lange sie das machen können. Auch hat er jetzt sein erstes Praktikum in einer FuB gemacht auch dort wurde mir so durch die Blume gesagt das man ihn gerne nehmen würde........ aber.......
Äussern tut sich die Autoaggression mit Stimmungsschwankungen, sich selber in die Hand beissen und dann das schreckliche schreien (bis zu 80dB).
Habe mir schon überlegt ob das vielleicht auch eine Art Depression sein kann? 🤔 Weil die Stimmungsschwankungen so schlagartig sind.
Ein Psychologe kann uns nicht helfen da mein Sohn nicht sprechen kann.

Vielleicht kennt einer von Euch auch das Problem und kann mir sagen was ihr so macht.

Liebe müde und verzweifelte Grüße claudi
lg claudi
D. 12/2000 Tetraspastik, ICP, keine Sprache, Autistische Züge, Entwicklungsverzögert, Rollstuhlfahrer, seit 24.05.2005 Pohlig US-Orthesen, 10/2011 Hüft OP li. und 04/2017 und 06/2017 beide Knie/Füsse OP in Aschau.

Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
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Beitragvon Inge » 28.11.2018, 07:41

Hallo Claudi,

ähnliche Verhältnisse hatten wir etliche Jahre. Annika hatte (besonders nachts) regelrechte Schrei-Attacken (lt. Messung über 90dB). Auch diese kamen ohne Vorwarnung und scheinbar grundlos.
Vor ca drei Jahren waren wir zur Grippe-Impfung beim Arzt. Nach einer schlaflosen Nacht ist sie dort eingeschlafen und fast vom Stuhl gefallen. Der Arzt dachte zuerst, sie wäre krank - dann habe ich ihm die Situation erklärt: fast jede Nacht stundenlanges Schreien.
Er hat mir dann zwei Tavor (1mg) mitgegeben und gesagt, dass solle ich mal testen, wenn es nötig ist. Wenn die erste Gabe nicht hilft, könnte ich ihr die zweite Tavor nach 20-30 Minuten geben.
Gleich in der nächsten Nacht habe ich ihr eine gegeben: sie war dann allerdings zwei Tage völlig ko.
Nach einigen Tagen bzw Nächten kam die nächste Schreiattacke. Dann habe ich ihr 1/4 (also 0,25 mg) gegeben. Das war die richtige Dosis um nachts zu schlafen und tagsüber wach zu sein.
Die Häufigkeit hat sich massiv reduziert. Am Anfang war es 3-4x/Woche, inzwischen 1-2x/Monat. Damit können wir alle gut leben.
In Bezug auf die Ursache dieser Schreiattacken können wir nur Vermutungen anstellen: nächtliche Angstzustände, die sich zur Verteidigung als Aggression äußern. Ob das stimmt.... keine Ahnung.

Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

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Inge

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Beitragvon Claudi-BaWü » 28.11.2018, 08:20

Hallo Inge,

dann werde ich das mit Tavor am Montag mit unserem Hausarzt besprechen.

Habe zwar schonmal Tavor gegeben aber hatte erstens auch das Problem das. Dominik am anderen Tag ko war. Zudem wurde mir von allen Seiten gesagt Tavor gebe man nur bei Epilepsie und es macht abhängig. :(

Gruß claudi
lg claudi

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Beitragvon Inge » 28.11.2018, 08:37

Hallo Claudi,

die Abhängigkeit war für mich zuerst auch ein Problem, aber nachdem sich die Situation bei uns sehr entspannt hat und Annika das Tavor nur noch selten bekommt, ist das zumindest für uns nicht mehr relevant.
Tavor wird nicht nur nur bei Epilepsie verordnet, sondern auch bei Erregungs- und Angstzuständen.
Es gibt noch ein Medikament, das (speziell beim Rett-Syndrom?) verordnet wird: Clonidin.

Vielleicht hast du die Möglichkeit, die Optionen noch mit anderen Eltern zu diskutieren und abzuklären und dann mit dem Hausarzt oder dem SPZ oder MZEB zu besprechen.

Ich weiß, wie zermürbend das nicht nur für die Eltern, sondern auch für das Kind und andere Beteiligte ist und drück Euch die Daumen.

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Beitragvon Britta70 » 28.11.2018, 10:02

Hallo Claudi,

kann es sein, dass dein Sohn ganz einfach Schmerzen hat?
Amelie hatte auch jahrelang Schreiattacken, und wir haben viel zu spät erkannt, dass die Ursache Schmerzen aufgrund der Spastik war. Jetzt hat sie seit Jahren eine Baclofenpumpe und ist seitdem wie ausgewechselt.
Früher wurde uns immer gesagt, Spastik tut nicht weh - das stimmt nicht!

LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Beitragvon Claudi-BaWü » 28.11.2018, 11:49

Hallo Britta

ja mein Sohn hat auch Spastik in den Beinen.
Wer kann das feststellen? Ob die Schreiattaken von den Spastik Schmerzen kommt.

Gruß claudi
lg claudi

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Beitragvon Britta70 » 28.11.2018, 14:15

Hallo Claudi,

ich beschreibe dir mal, woran wir das nachträglich festgemacht haben.
Amelie hat ein kleines Geräusch gehört, z. B. Tellerklappern in der Küche, hat sich dann kaum merkbar erschrocken, dadurch schoss die Spastik ein und daraufhin fing sie an zu schreien. Das war dann immer zwei Sekunden nach dem Geräusch. Und wir dachten immer, sie sei geräuschempfindlich.

Die Pumpe hatten wir wegen der stärker werdenden Spastik einsetzen lassent, damit wir nicht mehr Botox spritzen müssen. Erst als dann die Schreiattacken aufhörten, haben wir den Zusammenhang zwischen Spastik, Schmerzen und Schreien erkannt.

Vielleicht findet ihr einen ähnlichen Zusammenhang - irgendeinen Auslöser, den man bisher noch nicht gefunden hat. Das ist so schwierig, wenn der Betroffene nicht sprechen kann... es können ja auch einfach Schmerzen in der Hüfte oder weil die Orthesen drücken oder sonst etwas sein.


Alles Gute
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Beitragvon Claudi-BaWü » 22.01.2019, 11:39

Hallo,

wollte mich zu dem Thema nochmal melden.

Wir hatten jetzt Ende Dezember einen Termin beim Hausarzt und der meinte wir sollten doch mal zu einem Psychiater gehen da es überhaupt nicht besser wurde mit dem gesamt Zustand. Er machte uns dann für Anfang Januar einen Termin bei einem Psychiater . Der stellte dann sehr schnell fest, daß es sich um eine Depression handelt die sich durch die Pupertät so enorm entwickelt hat, sie hätte schon lange behandelt gehört. Er hat uns jetzt schon das zweite Medi gegeben, da mein Sohn nicht sprechen kann wird es sehr schwer das richtigige Medi zufinden.

Gruss claudi
lg claudi

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Beitragvon FranziF » 22.01.2019, 14:23

Hallo claudi,
ich will die Diagnose des Psychiaters nicht anzweifeln, kann gut sein, dass das (evtl zusätzlich) stimmt. Die Kombination aus Autistischen Auffälligkeiten, plötzlichen Stimmungsschwankungen und Autoaggression lässt mich aber an Overload denken.
Mir wurde auch eeewig immer wieder unterstellt ich sei Depressiv, mittlerweile wird
immer klarer, dass das ne Reaktion auf Überforderung und Stress im Sinne eines
autistischen Overloads ist. Mir gehts ja 23h am Tag super, das passt überhaupt nicht zu depressionen, aber wenn viel los ist (Prüfungen und Arzttermine) gehts mir abends, wenn ich runterkomm oft schlecht und ich muss stark kämpfen, um nicht autoaggressiv zu handeln.
Beobachte doch mal, obs da auch bei deinem Sohn einen Zusammenhang gibt.
Viel Erfolg mit den Medis!

Liebe Grüße
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html


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