Meine Gedanken und Fragen über das Leben

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

Moderator: Moderatorengruppe

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3241
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Meine Gedanken und Fragen über das Leben

Beitragvon Senem » 25.11.2018, 16:29

Hallo,

ich hoffe es ist in Ordnung, dass ich diesen Therad eröffne!!

Seit ein paar Tagen mache ich mir Gedanken über das Leben und die Menschen. Und dabei kommen mir folgende Fragen auf:

Gibt es Menschen die perfekt sind? Also keine Probleme haben u.s.w??

Und woran erkennt der Mensch, das er und sein Leben etwas Wert ist (wenn er niemanden um sich hat, der ihm das zeigt, mit Worten, Geschenken usw)??

Kann das Leben trotzdem wert sein, obwohl man eine Behinderung hat und viele Krankheiten?? Wenn man nicht gut aussieht und auch nicht der Norm entspricht? Wenn man eben nicht perfekt ist?

Wenn man sehr viele negative Erfahrungen mit den Mitmenschen und der eigenen Familie gemacht hat??


Es geht bei diesen Gedanken nicht um mich, sondern im Allgemeinen!!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Werbung
 
TanjaJ1972
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1221
Registriert: 09.07.2007, 21:02
Wohnort: NRW

Beitragvon TanjaJ1972 » 25.11.2018, 16:54

Hallo Senem,

natürlich ist niemand perfekt. Und natürlich hat niemand keine Probleme. Jeder hat irgendetwas, irgendein Problem, was ihn beschäftigt und umtreibt.

Die Bewältigung dieser Probleme wird nur von jedem anders wahrgenommen und angegangen. Es gibt halt Leute, die machen aus jeder Mücke einen Elefanten, halten sich an jedem Problem fest und hängen es so hoch, damit auch ja jeder aus der Umgebung es wahrnimmt und Anteil nimmt/nehmen muss und es gibt eben Leute, die leben ihr Leben "vor sich hin" und "arbeiten" Problem für Problem zum Teil sogar nebenbei ab, weil sie sich eben nicht darauf fokussieren, sondern eher positive Dinge wahrnehmen und sich daran festhalten.

Und natürlich ist das Leben etwas wert, egal ob man eine Behinderung hat oder nicht. Es kommt doch auch drauf an, was man selbst draus macht. Wenn man nicht von Beginn an das "richtige" Umfeld hat, dann muß man sich die Hilfe und das "richtige" Umfeld suchen, um das Beste draus zu machen.

VG
Tanja
Tanja mit N1. (*2003, Kabuki-Syndrom) und N2. (*2006, gesund)

Tina&Andi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 184
Registriert: 16.09.2017, 14:18

Beitragvon Tina&Andi » 25.11.2018, 17:07

Hallo Semen,

zu aller erst perfekte Menschen wäre das Langweilige auf der Welt was es gibt.
Gerade unsere Marken und Fehler machen und zum Mensch und uns liebenwürdig.

Gerade wir behinderte Menschen denke oft das die "gesunde" Menschen das perfekt Leben habem.
Ich denke die haben auch Probleme.

Ich habe gelernt von meine Kollegen das man auch mit eine Behindung glücklich sein kann.
Das man sich und kleine Dinge freut. Auch wenn mal der Körper nicht so will, dann soll man das Beste draus machen.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3241
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Beitragvon Senem » 25.11.2018, 17:52

Hallo und vielen Dank für eure Antworten!!

Und ihr habt recht. Das Leben ist manchmal echt nicht einfach!
Gruß



Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1802
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 25.11.2018, 18:11

Hallo Senem!

Vielleicht gibt es ja perfekte Menschen, aber ich kenne sie nicht. Das, was man von den meisten sieht, ist ja nur Fassade. Dahinter ist es oft alles andere als perfekt.

Wobei - es gibt schon Menschen, die es mMn ziemlich "leicht" im Leben haben: sie sind gesund, haben eine liebevolle Herkunfstfamilie, gesunde, wohlgeratene Kinder, alles mögliche Materielle (Haus, Auto, Urlaube,...), einen guten Arbeitsplatz. Interessanter Weise sind aber etliche dieser Menschen nicht mal besonders glücklich! Ich beobachte genau bei diesen Menschen oft unverhältnismäßige Unzufriedenheit wegen Kleinigkeiten (z.B. Kind hat eine 2 in der Schule, kein 1) oder diffuse Sorgen, welche Probleme VIELLEICHT irgendwann einmal kommen KÖNNTEN.

Woran der Mensch erkennt, dass er und sein Leben wert haben? Da, glaube ich, haben es schon diejenigen leichter, die geliebt, verstanden, bestätigt und unterstützt werden. Aber Garantie für das "erkennen" ist das auch nicht (siehe voriger Absatz). Wenn ich mich frage, mit welchem Menschen ich - rein fiktiv - am liebsten Leben tauschen würde, fallen mir zuerst nicht die gesunden, schönen, erfolgreichen Bekannten ein, sondern diejenigen die mit sich selbst und ihrem Leben "im reinen" sind.

Das ist allen voran meine 92jährige Freundin, die nach etlichen schweren Operationen seit über 30 Jahren im Rollstuhl sitzt. Diese Frau hat sehr viel im Leben durchgemacht und ganz vieles war alles andere als ermutigend und positiv. Aber sie hat sich ihre Lebensfreude und ihren Humor nicht nur bewahrt, sie kann damit immer noch verschwenderisch großzügig sein :D .

Für mich spielt für den Wert des Lebens auch eine große Rolle, mit welchen Menschen ich mich umgebe. Immer kann ich mir das nicht aussuchen, aber in meiner Freizeit sehr wohl. Und da bin ich einfach lieber mit liebevollen, wohlwollenden, toleranten Menschen zusammen, als mit schlecht gelaunten, die ständig an allen anderen Menschen was auszusetzen haben und die permanent unzufrieden sind. Damit meine ich nicht, dass meine Freunde immer gut drauf sein müssen oder nie "jammern" dürfen - das gehört alles zum Leben dazu und muss auch seinen Platz haben. Aber es geht um die gesamte Einstellung zum leben.

Selbst wenn mir wer rein menschlich sehr wertvoll ist, kann ich nicht intensiv Kontakt halten, wenn dieser Mensch immer wieder total in die negative Welle kippt - auch wenn das gar nichts mir mir zu tun hat! Aber es zieht mich einfach runter, kostet mich (obwohl ich dem anderen nicht helfen kann) viel Kraft, und ich muss mir daher gut überlegen, wie viel davon ich mir selbst zumuten kann.

Selbst schaue ich immer bewusst darauf, dass ich die positiven Dinge in Erinnerung behalte. Aktuelles Beispiel: vorgestern hatte mein Sohn seit langen wieder mal in der Öffentlichkeit einen Meltdown, und zwar in der U-Bahn-Station. Dauer 45 Minuten, Kampf, Hysterie, Gebrüll, wälzen am schmutzigen Boden, eben alles, was dazu gehört. Abgesehen davon, dass das bei mir sowieso schon (auch ohne Zuschauer) extrem an die Substanz geht, habe ICH die Wahl, was davon ich mir merken WILL: die vielen Leute, die uns feindselig angeschaut und hinter vorgehaltener Hand getuschelt haben, oder die beiden offensichtlich betrunkenen Jugendlichen mit Bierdosen in der Hand, die gefragt haben, ob sie irgendwie helfen können, die Rettung rufen sollen, oder sonstiges.

Ich habe mich für diese Jugendlichen entschieden - gerade heute, wo doch alle sagen die jungen Leute wäre so egoistisch und selbstbezogen :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3241
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Beitragvon Senem » 25.11.2018, 18:38

Hallo Lisaneu,

vielen Dank für deinen Text und ich gebe dir recht.

Es hat also auch tatsächlich etwas damit zutun, wie man aufgewachsen ist und mit welchen Menschen man sich umgibt/umgeben hat!
Gruß



Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Michaela W.
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2742
Registriert: 24.06.2011, 13:53
Wohnort: Berlin

Re: Meine Gedanken und Fragen über das Leben

Beitragvon Michaela W. » 25.11.2018, 19:04

Hallo,
ein interessantes Thema Senem.

Hm, perfekte Menschen wären mir unheimlich. Mal gut, dass ich keine persönlich kenne.
Probleme hat wohl jeder. Ich kenne Menschen, die mehrere "Schicksalsschläge" erlebt haben. Und die haben mehr Lebensfreude, als so manch anderer. Und dann kenne ich Menschen, die selber und ihre Familien gesund sind, eine glückliche Beziehung führen, Freunde haben ,keine finanziellen Sorgen haben, in einer schönen Wohnung leben. Und eigenartiger Weise sind es gerade die, die am Unzufriedensten sind und am meisten meckern und sich nicht an Kleinigkeiten erfreuen können .Also nicht alle von denen, aber einige. Mit denen möchte ich echt nicht tauschen.

Senem hat geschrieben:(wenn er niemanden um sich hat, der ihm das zeigt, mit Worten, Geschenken usw)??

Das finde ich soooo wichtig. Dass man Menschen hat, die einem mit Worten und Gesten zeigen, wie wichtig und wertvoll man ist.
Vielleicht ist das sogar mit am Wichtigsten im Leben. Menschen zu haben, auf die man sich auch in schweren Zeiten verlassen kann.

LG von Michaela
Michaela (50) Asthma, stiller Reflux, hoher Puls, Bluthochdruck, Kniearthrose
Kevin (27): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), Bluthochdruck, hoher Puls, vergrößerte Leber+Milz, Asthma
Teilzeitrollstuhlfahrer

Tina&Andi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 184
Registriert: 16.09.2017, 14:18

Beitragvon Tina&Andi » 25.11.2018, 19:11

Hallo,

ich denke eine Wichtiger Punkt ist das man sich und mit andere freuen kann.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,



Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3578
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 25.11.2018, 19:21

Liebe Senem,

und ein weiterer Punkt ist: Liebe dich selbst - dann kannst du auch andere lieben!

Ist es nicht etwas :roll: dass man meist das haben möchte, was man nicht hat?

Hat man Naturwellen, dann möchte man sie nicht, hat man keine, dann lässt man sich eine Stützwelle machen...

Hat man eine helle Haut, dann soll sie "Farbe" erhalten, ist man dunkler im Hauttyp, will man heller sein...

Ich will dir auf den Weg geben, sei mit dem zufrieden, was du hast!

Natürlich kann man meistens etwas verbessern! -

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Werbung
 
Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3241
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Beitragvon Senem » 25.11.2018, 19:37

Hallo Silvia,

es ist nicht einfach, sich selbst zu lieben!!

Vorallem, wenn man es nie richtig gelernt hat (ich denke, so etwas bekommt man schon als Kind beigebracht) und wenn man im alltag oft auch Menschen trifft, die einem nichts gutes möchten....
Gruß



Selbstbetroffen mit einigen Baustellen


Zurück zu „Sonstiges“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste