Meine Gedanken und Fragen über das Leben

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

Moderator: Moderatorengruppe

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3578
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 25.11.2018, 20:12

Liebe Senem,

vielleicht ist es das, was du jetzt lernen solltest! Jeder hat etwas liebenswertes...!
Suche es in dir, verstärke es! Lächle die Leute an, lasse sie ausreden... und versuche auch einmal den Standpunkt eines anderen zu erkennen...

LG
und viel Erfolg bei deiner persönlichen Entdeckungsreise!
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Werbung
 
Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1802
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 25.11.2018, 21:14

Senem hat geschrieben:Hallo Silvia,

es ist nicht einfach, sich selbst zu lieben!!

Vorallem, wenn man es nie richtig gelernt hat (ich denke, so etwas bekommt man schon als Kind beigebracht) und wenn man im alltag oft auch Menschen trifft, die einem nichts gutes möchten....


Einer lieben Freundin, die lange Zeit Probleme damit hatte, sich selbst zu lieben, wurde von ihren echt guten FreundInnen gesagt "Keine Sorge! Wir werden dich so lange lieben, bis du dich selber lieben kannst!".#

So ist es dann auch gekommen :) . Meine Freundin hatte dann ein bisserl Bedenken, von ihren Freunden dann nicht mehr geliebt zu werden (weil es ja geheissen hat "BIS du dich selbst lieben kannst") - aber so war das dann natürlich nicht.

Das ist übrigens der selbe Freundeskreis wie meiner :D . Ich konnte mich sehr lange selbst nicht lieben (bis hin zu ernst gemeinten Selbstmordversuchen) und habe es mit Hilfe dieser Freunde gelernt. Das hat auch meine Sozialkompetenz deutlich verbessert und mich fit gemacht für den Alltag mit meinen besondern Jungs.

In der Zeit, als es mir psychisch sehr schlecht gegangen ist, und ich nicht mal annähernd ne Ahnung hatte, wie ich mich selber lieben kann, ging es mir - rein objektiv gesehen - von den Rahmenbedingungen her übrigens deutlich besser als heute.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4049
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Re: Meine Gedanken und Fragen über das Leben

Beitragvon kati543 » 25.11.2018, 21:28

Hallo Senem,

ich finde das eigentlich sehr interessante Fragen. Meine Antwort dazu ist schlichtweg: Ja. Es gibt diese Menschen. Es gab sie schon immer, solange Menschen auf der Erde leben. Sie kommen aus allen Gesellschaftsschichten, sie sind teilweise behindert, gesund...egal. Jeder hat einmal dazugehört und eventuell werden wir auch wieder dazugehören.
Meiner Meinung nach ist das nicht etwas, was einem Menschen sein ganzes Leben widerfährt, sondern dieses Glück bekommt jeder Mensch einen verhältnismäßig kurzen Moment seines Lebens geschenkt. Es ist die Zeit, wenn ein Baby, ein Kleinkind, oder auch vielleicht noch ein Kindergartenkind nicht gelernt hat, was ist mehr und was ist weniger - dieses, was ist mein und was ist dein. Menschen sind absolut neidisch - eine schlechte Tugend, die niemand abstellen kann. Aber exakt das ist es, was uns unglücklich und unperfekt macht. Woher sollten wir sonst wissen, dass wir behindert sind, wenn wir nicht vergleichen würden?
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Maria Herbstvogel
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 11
Registriert: 02.10.2018, 08:54

Beitragvon Maria Herbstvogel » 25.11.2018, 22:51

Liebe Senem!

Ein wertvoller Mensch muss nicht perfekt sein. Und schon gar nicht erkennt man einen wertvollen Menschen daran dass er perfekt ist. Ich habe das Glück, ohne Behinderung leben zu dürfen. Bei meinem Sohn bin ich mir da hingegen nicht so sicher. Und immer dann wenn ich gerade traurig bin über das was da so alles auf uns zukommen könnte, fallen sie mir alle ein...
... die uralte Frau die ich immer beim Einkaufen treffe und die sich so freut wenn wir uns sehen...
... das schwerstkranke Mädchen im Kindergarten meiner Tochter, die trotz allem unglaublich ausgelassen sein kann...
... die Frau mit dem genetischen Syndrom in meiner Nachbarschaft die einfach nur ein Engel ist
... die zwei unglaublich liebenswerten Flüchtlingsfrauen, die nicht wissen wie lange sie mit ihren Kindern noch hier bleiben dürfen...
und noch viele viele andere vor denen ich neidlos meinen Hut ziehen muss.

Und dann weiss ich, dass jeder auf seine Weise wertvoll sein kann. Egal wie stark er eingeschränkt ist.
Nicht so sehr durch das was er ist sondern durch das was er tut oder vielleicht auch durch das was er in anderen auslöst. Das macht mir Mut.

Du Senem hast hier im Forum durch Deine Beiträge schon viel bewirkt. Heute zum Beispiel hast du meinen Abend bereichert indem du mir mit diesem ganz speziellen Thread vor Augen führtest, was wirklich wichtig ist Leben !

Liebe Grüsse,

Maria

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3242
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Beitragvon Senem » 25.11.2018, 23:00

Hallo und vielen für eure Antworten.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Benutzeravatar
TimsMama2009
Moderator
Moderator
Beiträge: 4477
Registriert: 09.08.2010, 15:56
Wohnort: Saarland (Merzig)

Beitragvon TimsMama2009 » 26.11.2018, 05:33

Hallo,
auf den ersten Anschein gibt es natürlich diese Menschen, wo alles perfekt scheint. Aber wirklich wissen, ob es tatsächlich so ist, kann man nicht. Kaum einer geht mit seinen Problemen und Sorgen hausieren und in unserer auf Leistung geprägten Gesellschaft zeigt man keine Schwäche.

Man kann nur selbst für sich schauen, dass man sich ein angenehmes Umfeld schafft und nicht immer dem "was wäre wenn" - Gedanken hinterher lamentiert. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und nur weil mein Nachbar vielleicht 2 mal in Urlaub fährt und ein tolles Auto hat, heißt das nicht, dass er unbedingt glücklicher sein muss. Vielleicht arbeitet er 14 Stunden am Tag dafür und sieht kaum seine Kinder...

Viele Grüße Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
- Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -

Senem
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3242
Registriert: 23.09.2006, 20:20

Beitragvon Senem » 26.11.2018, 10:00

Hallo,

da scheint es ja doch unterschiedliche Meinungen zu geben!

Also habe ich es richtig verstanden, das ein Leben trotzdem wertvoll sein kann, wenn man eine Behinderung hat oder viele Erkrankungen? Und eben nicht perfekt ist?? Wenn man Medikamente nehmen muss und vieles an einem selber, krankheits bedingt, mit der Zeit anders geworden ist? Oder nicht der Norm entspricht??

Das ist eine allgemeine Frage.
Gruß



Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

TanjaJ1972
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1221
Registriert: 09.07.2007, 21:02
Wohnort: NRW

Beitragvon TanjaJ1972 » 26.11.2018, 10:08

Hallo Senem,
ich finde, der Tenor aller Antworten ist schon eher der, daß eigentlich alle da einer Meinung sind und es nur etwas unterschiedlich beleuchtet und ausgedrückt haben. Jeder setzt nun mal seine Schwerpunkte anders....

Versuch einfach für Dich, das Beste draus zu machen und Dich nicht immer nur auf alles Schlechte zu fokussieren. Nur, weil man eine "blöde" Kindheit hatte, heißt das nicht, das das den Rest den Lebens so bleiben muß. Du hast es selbst in der Hand. Geh positiv an Probleme und andere Menschen ran. Löse Probleme anstatt Dich darauf zu versteifen, daß Probleme da sind. Ebenso das Umfeld. Such Dir ein gutes Umfeld. Klar ist das anstrengend und man muß auch was dafür tun, aber sich immer in die Opferrolle bringen und wehleidig rumklagen hilft Dir nicht weiter, sondern bringt Dich in der Spirale eher immer weiter runter.

LG
Tanja
Tanja mit N1. (*2003, Kabuki-Syndrom) und N2. (*2006, gesund)

RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 654
Registriert: 20.09.2015, 23:25

Beitragvon RikemitSohn » 26.11.2018, 11:04

Hallo Senem,

all deine Fragen können mit ja beantwortet werden und wurden es auch. Nur ob du es hören und aufnehmen und dir merken möchtest, ist deine Entscheidung. Und vielleicht auch der Unterschied, wie man dann sein Leben mit Einschränkungen gestaltet.
Es gibt viele Arten von Problemen, manche wiegen schwerer als andere. Aber sich zurücklegen und es nur ertragen macht es nur schlimmer. Da kann auch die berühmte Mücke zum Elefanten werden. Daher zählt für mich nicht immer die schwere des Problems, sondern auch die Art des Umgangs damit.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Werbung
 
Bika
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 178
Registriert: 12.04.2017, 13:25

Beitragvon Bika » 26.11.2018, 13:02

Liebe Senem,

Niemand geht in deinen Schuhen und kann deine Wahrnehmung von der Welt teilen.
Wir alle sind auf uns selbst zurückgeworfen und dürfen unseren Wert selbst bestimmen.
Das fällt dir wahnsinnig schwer, weil, so habe ich den Eindruck, du permanent gegen dich selber kämpfst und dich sehr viel unterschwellige Wut oder (oder Resignation?) begleitet.
Niemand darf dir das Recht absprechen, wütend zu sein.
Nur macht sie dich leider noch angreifbarer.

Nach dem Motto „ zu der darf man unhöflich sein, ist sie ja selber.“
Ein Teufelskreislauf.

Liebe Senem, ich kenne dich nicht, lese hier nur manchmal was von dir und finde, dass du ein richtig interessanter Mensch bist und es ist sehr schade, dass du stetig so mit Dir haderst.

Du bist wertvoll , du musst dafür nichts leisten oder beweisen.
Perfektion ist nichts, was ursprünglich einem Menschen innewohnt, sondern das, was ANDERE in ihn hineininterpretieren.
Sie ist eine Illusion.
Lass dich von dieser nicht derart quälen!

Wir entstanden alle aus Sternenstaub und werden auch wieder zu diesem.
Faktisch sind wir alle also, gleich viel wert. :wink:


LG von Bika


Zurück zu „Sonstiges“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste