Schulbegleitung mit auf Klassenfahrt?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 26.11.2018, 08:43

Hallo,

genauso ist es. Ich vertrage zum Beispiel absolut keinen Schlafentzug und habe selbst ein Kind das mich noch sehr braucht und nur schwer nachts fremdbetreut werden kann - dazu bin ich alleinerziehend. Ich hoffe sehr, dass das in ein paar Jahren anders aussieht, aber im Moment könnte ich nicht nachts arbeiten (auch nicht gegen volle Bezahlung)

Mir war nur wichtig klarzustellen, dass nicht vorausgesetzt werden kann das ein Sb bedeutet, dass dieser 24 Stunden da ist. Und das nicht am bösen Willen liegen muss.

LG

GretchenM

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ulilenny
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Beitragvon ulilenny » 26.11.2018, 12:53

Hallo,

unser war erst im September auf Klassenfahrt.
Die Schukbegleitung war von Montag bis Mittwoch mit, Donnerstag + Freitag (Rückreise) war er alleine.

Bei uns basiert das auf freiwiliiger Basis der Schulbegleitung. Sie bekommt eben nicht mehr bezahlt.
Ihre Reisekosten hat die Schule übernommen, da niemand vom Träger oder Jugendamt für die Kosten zuständig war (dies ist leider hier noch ungeklärt).

Wir sind auch Schlesweig Holstein.
Ich kann mit vorstellen, dass es von Bundesland zu Bundesland oder gar Gemeinde anders geregelt ist.

Es war bei uns bis zur Fahrt auch nicht klar, ob L. bis Freitag bleiben darf ohne Schulbegleitung.
Da es aber gut geklappt hat, brauchten ir ihn bei Abreise der Begleitung nicht abholen.
Das war aber Lehrerentscheidung.
Uli mit
L. (01/2009)Enuresis, ADHS, Bindungsstörung
J. (03/2013) gesund, und ganz anders als sein Bruder

UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 26.11.2018, 13:04

Hallo,

es gibt auf der Webside vom Bundesverband Autismus die Information, daß erst letztens per Gericht entschieden wurde, daß auch während der Klassenfahrt ein Anspruch auf Bezahlung einer Begleitperson Anspruch besteht.
Hier ist der Link:
https://www.autismus.de/recht-und-gesel ... elles.html
Du mußt etwas runterscrollen.

VG, Ursula
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JennyK
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Beitragvon JennyK » 01.12.2018, 10:40

Hallo Ursula,
vielen Dank für diesen link, der wird uns hoffentlich helfen.

Ulilenny: so ungefähr könnte sich unsere Schulbegleitung das auch vorstellen...

LG
JennyK
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JennyK
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Beitragvon JennyK » 02.12.2018, 13:26

so, ich habe die Zeit gerade genutzt und einen Antrag geschrieben. Ich komme mir vor wie ein Anwalt, habe mit § um mich geworfen... Ich bin gespannt, wie es ausgeht!
Den Antrag werfe ich morgen in den Briefkasten, dann ist er hoffentlich bis Freitag bei der Sachbearbeiterin. Da haben wir das HPG, ich nehme sicherheitshalber eine Kopie des Antrags mit, dann überreiche ich ihn direkt vor Ort.
DAs einzige, was mir nicht ganz klar ist, ist eine Formulierung , welche Kosten genau übernommen werden sollen. Die reinen Kosten der Fahrt und Unterkunft etc sind klar, da lege ich das Angebot des Reiseanbieters bei. Aber muss ich die sonstigen Kosten detailliert benennen? Es wären die Stunden der Schulbegleitung sowie evtl Spesen etc. Ich denke, das soll das Jugendamt mit dem Träger der SB ausmachen, oder?
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Beitragvon Sharima003 » 02.12.2018, 17:11

Die schulbegleitung meiner Tochter war vor zwei jahren auch mit auf Klassenfahrt. Lt. Jugendamt reichte den ein dreizeiler (Hiermit beantrage ich....). Habe den nach ostern weggeschickt und im September war die Klassenfahrt.
Die Schulbegleitung hat 10 Stunden tgl. bezahlt bekommen!!
Die letzte klassenfahrt war ohne Schulbegleitung, aber für die nächste klassenfahrt soll sie wieder mit. Die Klassenlehrerin möchte das gerne. Nach Weihnachten setze ich wieder einen dreizeiler auf und dann ist das normalerweise kein Thema mit der Kostenübernahme.
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Beitragvon JennyK » 02.12.2018, 17:41

Vielen Dank für eure Erfahrungen, das ist echt hilfreich. Hier vor Ort scheint es nicht üblich zu sein, bisher habe ich von niemandem hier vor Ort eine positive Rückmeldung dazu erhalten... also andere Schulbegleiter etc.
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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 02.12.2018, 18:00

Hallo,

Ich drücke die Daumen! Ich kenne sehr viele Schulbegleiter, und es ist generell schon sehr üblich als SB mit auf Klassenfahrten zu fahren - bei meinem Träger steht das als grundsätzliche Voraussetzung sogar mit im Vertrag. Das dann eben doch einige morgens kommen, 12 Stunden arbeiten und abends bzw nachts nicht dableiben, ist dann allerdings immer Absprachesache. In manchen Fällen war bei Kollegen dann für die Nacht die Mutter da, tagsüber die SB.

Ich hatte als Kind keine SB, gab es so häufig denke ich auch noch nicht, aber meine Mutter hat sich zur Abschlussfahrt nach Italien im Nachbarhotel einquartiert, weil ich nachts wirklich nicht wach sein durfte und sie mich dann tagsüber hingefahren hat (die Klasse fuhr über nacht)

LG

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Beitragvon Sandra_mit_Rasselbande » 03.12.2018, 08:08

Hallo,

wir haben das vorher im HPG besprochen, wie das JA das wünscht. Ich schicke ohne Kommentar die Zettel der Klassenfahrt oder Schulausflüge per Fax an das Jugendamt und sie schicken dann uns, der Schule und dem Träger der Schulbegleitung einen Bescheid über die zusätzlichen Stunden.


Ich glaube sie bezahlen für die Klassenfahrt 8 Studen am Tag. Das ist aber üblich.

Mein Mann fährt auch seit Jahren mit auf Freizeiten (unterschiedliche Träger und unterschiedliche Formen der Jugendhilfe) und er bekommt zwischen 8-10 Stunden vergütet von seinem AG. Der Rest ist eben sein "Privatvergnügen" Aktuell bekommt er -glaube ich- auch Ausgleichsstunden und darf dann frei nehmen.

Das ist leider so, aber wie gesagt, total normal und üblich. Das wissen aber alle, die in dem Bereich arbeiten, das nicht 24 Stunden vergütet werden. Das kommt auch nicht so häufig vor. Das die Schulbegleitung sich dann nach 8 bezahlten Stunden abseilt ist schon fragwürdig. Ehrlich.



Aber rechtlich sind eben alle verpflichtenden(!) Schulangebote eben auch von der Schulbegleitung abzudecken.

Anders (und da streiten sich ja immer viele vor den Verwaltungsgerichten) sieht es eben mit freiwilligen Angeboten aus. Etwa ein offner Ganztag, oder die extra Schulreise nach Mexiko in Klasse 10, in den Ferien, die zwar von der Schule angeboten werden, aber kein verpflichtendes Schulangebot ist.

Früher gab es ja immer das Angebot: Niemand muss mit, alle können auch am Unterricht in einer anderen Klasse teilnahmen. Darauf darf der Kostenträger aber nicht verweisen!
Sandra mit Zirkusfamilie
Sondervorstellung 84.5

Sohn (13) massiv 84.5 + leicht ausgeprägt 90.1+ leicht ausgeprägt 81.1 (PG4 nach Klage) 70GdB, B+H
Sohn (12) massiv 84.5 + massiv ausgeprägt 90.1, massiv ausgeprägt 81.0 (PG4)80GdB (nach Klage) B+H
Tochter (10)
Sohn (8) massiv 84.5 + massiv ausgeprägt 90.1 (PG4) 100GdB, B+G+H ab Geburt

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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 03.12.2018, 12:43

Sandra_mit_Rasselbande hat geschrieben:Hallo,

wir haben das vorher im HPG besprochen, wie das JA das wünscht. Ich schicke ohne Kommentar die Zettel der Klassenfahrt oder Schulausflüge per Fax an das Jugendamt und sie schicken dann uns, der Schule und dem Träger der Schulbegleitung einen Bescheid über die zusätzlichen Stunden.


Ich glaube sie bezahlen für die Klassenfahrt 8 Studen am Tag. Das ist aber üblich.

Mein Mann fährt auch seit Jahren mit auf Freizeiten (unterschiedliche Träger und unterschiedliche Formen der Jugendhilfe) und er bekommt zwischen 8-10 Stunden vergütet von seinem AG. Der Rest ist eben sein "Privatvergnügen" Aktuell bekommt er -glaube ich- auch Ausgleichsstunden und darf dann frei nehmen.

Das ist leider so, aber wie gesagt, total normal und üblich. Das wissen aber alle, die in dem Bereich arbeiten, das nicht 24 Stunden vergütet werden. Das kommt auch nicht so häufig vor. Das die Schulbegleitung sich dann nach 8 bezahlten Stunden abseilt ist schon fragwürdig. Ehrlich.



Aber rechtlich sind eben alle verpflichtenden(!) Schulangebote eben auch von der Schulbegleitung abzudecken.

Anders (und da streiten sich ja immer viele vor den Verwaltungsgerichten) sieht es eben mit freiwilligen Angeboten aus. Etwa ein offner Ganztag, oder die extra Schulreise nach Mexiko in Klasse 10, in den Ferien, die zwar von der Schule angeboten werden, aber kein verpflichtendes Schulangebot ist.

Früher gab es ja immer das Angebot: Niemand muss mit, alle können auch am Unterricht in einer anderen Klasse teilnahmen. Darauf darf der Kostenträger aber nicht verweisen!


Ganz klar ist es schöner, wenn ein Schulbegleiter auch nachts zur Verfügung steht. Ich habe aber Kollegen die pflegebedürftige Angehörige haben die sie gerade auch nachts brauchen, oder alleinerziehend sind mit noch kleinen Kindern - da finde ich eher die Praxis fragwürdig, so als gegeben hinzunehmen, dass jeder immer dableiben kann.

Da liegt ein Riesenfehler im System.


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