Form Widerspruch

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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SandraV
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Form Widerspruch

Beitragvon SandraV » 24.11.2018, 15:10

Hallo,

habe eine dringende Frage.

Ich muss für meinen Vater einen Widerspruch bzw die Begründung für die Ablehnung der Erhöhung des Pflegegrades schreiben.

Den Widerspruch an sich hab ich in der "ich" Form geschrieben und ihn unterschreiben lassen.

Muss die Begründung dann auch in der "ich"Form sein?

Das würde dann schwierig werden, weil ich da auch Dinge anbringen möchte die mein Vater vehement abstreitet.
Z.B. sitzt er im Wohnzimmer und bemerkt nicht das die Flamme der Kerze schon auf die Deko übergegriffen hat.
Oder er streitet ab das man mit ihm über Dinge gesprochen hat.
Da gibt es auch noch zig andere Beispiele.

So etwas würde er natürlich nie schreiben und wohl auch nicht unterschreiben, sind aber Tatsachen die ich in der Begründung des Widerspruchs schon sehr gerne anbringen würde.

Er selber kann nur noch bedingt leserlich schreiben, kann es also definitiv nicht Selbermachen.

Wie mache ich das jetzt am besten?

Hat da einer eine Idee?

LG Sandra

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 24.11.2018, 15:22

Liebe Sandra,

Du könntest ja rein schreiben: Meine Tochter behauptet, ich würde es nicht bemerken, dass die Flamme einer Kerze schon auf die Deko übergegriffen hätte....
Oder so ähnlich. Dass er in der Ich-Form die Welt so beschreiben kann, wie er sie sieht, aber dass Du trotzdem Deine Beschreibung unterbringen kannst.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon katrin13 » 24.11.2018, 16:05

Hallo Sandra,

bist du die Pflegeperson? Du kannst doch dann aus eurer "gemeinsamen" Sicht den Widerspruch schreiben.

Und ansonsten, als Tochter zusammen mit deinem Vater, aber eben auch aus deiner Sicht.

LG und ein schönes Wochenende

Katrin

Anton09
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Beitragvon Anton09 » 24.11.2018, 16:52

Hallo,

bei mir auf Arbeit, schreiben die Angehörigen den Widerspruch über die zu betreuende Person. Vielleicht schreibt der Hausarzt noch was dazu.
Machen auch einige Familien.
Oft ist die zu betreuende Person ja leider nicht mehr in der Lage dazu.

Wenn die neue Begutachtung dann erneut stattfindet, fragt der MDK schon nach.


LG Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5

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Beitragvon JanisQ » 24.11.2018, 16:54

Hallo Sandra,
wenn du Pflegeperson bist und/oder Vollmacht hast,
dann würde ich die Begründung aus deiner Sicht schreiben.
Also mein Vater kann dies und das nicht, braucht Unterstützung/Beaufsichtigung bei....
Das Ganze unterschreibst du dann selber, im Auftrag.
Viele Grüße
Janis
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Kind mit ehemals Asthma, Reflux 3.Grades in beide Nieren, Sphinkter-Detrusor-Dissynergie, hat sich alles mit der Zeit ausgewachsen

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MichaelK
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Re: Form Widerspruch

Beitragvon MichaelK » 24.11.2018, 18:14

SandraV hat geschrieben:Muss die Begründung dann auch in der "ich"Form sein?


Nein. Du kannst ja bspw. eine Formulierung wie "der Pflegebedürftige" oder "der Versicherte" wählen.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon SandraV » 24.11.2018, 18:15

Hallo,

Ich teile mir die Pflege mit meiner Mutter.

Mein Vater möchte ja das ich den Widerspruch schreibe, nur sieht er halt vieles anders.
Leider konnte ich bei der ersten Begutachtung nicht dabei sein.
Aber im Auftrag zu schreiben hört sich gut an.
Ich wusste halt nicht ob das geht.
Brauche ich dafür eine extra Vollmacht?

Bei meinem Kind musste ich mir über sowas ja nicht| Gedanken machen.

Beim Hausarzt könnte ich ihn Mal nachfragen lassen, ist auch keine schlechte Idee.

LG Sandra

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Beitragvon Elke07 » 25.11.2018, 03:07

Hallo Sandra,

ich glaube, ich würde an deiner Stelle zweierlei schreiben:
1. Den formalen Widerspruch, den dein Vater unterschreibt (evtl. schon mit den Schilderungen, die er akzeptiert)
2. Eine Ergänzung aus Sicht der Pflegeperson(en)

So müsste er zumindest nicht die Aussagen unterschreiben, die er nicht akzeptieren möchte, und du könntest problemlos aus der Sicht der Pflegeperson schreiben.
LG Elke, die nicht "unter ihrem Autismus leidet", auch wenn er den Alltag oft verkompliziert

Autismus (diagn. 2012), Insomnie/ Schlafstörungen + Tagesmüdigkeit, Depressionen, Hashimoto, Asthma

Link-Tipp: AutismusFAQ - Autisten beantworten Fragen zu Autismus

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Beitragvon Sanne in München » 25.11.2018, 10:33

Hallo Sandra,

ehrlich, mach Dir da nicht so nen Kopf um die Details.

Ich finde Elkes Vorschlag gut.

Es geht vorrangig darum, dass die Formalien (Unterschriftsberechtigung und Frist) eingehalten sind.

Und es muss ersichtlich sein, dass Ihr Eure Rechte kennt und auf die Berücksichtigung von X,Y und Z besteht.

Dass die Gutachter darin geschult sind, durch geschicktes Fragen an die gewünschten Antworten zu kommen ist nunmal so.
Viele Grüsse

Sanne

mit
Groß-Sohn (2003) Asperger, ADS und Epilepsie (Absencen und GM)
und Klein-Sohn (2005) GM-Epilepsie - nicht mehr ketogen

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Beitragvon Anne_mit_2 » 25.11.2018, 12:15

Hallo Sandra,

bei meiner Schwiegermutter habe ich damals einen kurzen Brief getippt, in dem sie schrieb, dass sie will, dass mein Mann und ich die Begründungen ausführen, weil ihr das Schreiben zu schwer fällt und wir es auch als Pfegeperson besser beschreiben können. Das hat sie gern unterschrieben, weil sie dann keinen Stress mehr mit dem Widerspruch hatte.
Dann haben wir einen zweiten.Text aufgesetzt, in dem wir insbesondere die Ausfallerscheinungen thematisiert haben, die immer wieder auftraten und an die sie sich später nicht mehr erinnern konnte.

Viele Grüße,
Anne


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