Bekommen Eure Kinder (Oberstufe) die HA immer mit?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Steffi66
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Bekommen Eure Kinder (Oberstufe) die HA immer mit?

Beitragvon Steffi66 » 23.11.2018, 15:26

Hallo!

Mich würde Folgendes interessieren: Bekommen Eure Kinder, die schon in der Oberstufe sind oder auch 9./10. Klasse, immer mit, welche Hausaufgaben zu machen sind? Oder geht das schon mal an ihnen vorbei? Wenn ja, wie wird das Problem gelöst?

Mein Sohn ist 16, ist in der 11 und hatte immer schon hin und wieder Schwierigkeiten, mitzubekommen, welche HA zu machen sind. Zwar selten, aber eben ab und zu,, vor allem bei zwei Lehrern.

Die I-Hilfe ist der Meinung, er könne nachfragen (sie oder Mitschüler). Mir erklärt mein Sohn, er denke da einfach nicht dran, weil er mit den Gedanken dann schon in der nächsten Unterrichtsstunde sei.

Ich weiß, dass er manchmal HA extra nicht notiert (erklärt er mir dann auch damit, dass er sowieso nicht weiß, wie er die Aufgaben machen soll, darum notiert er sie erst gar nicht) - bei den anderen HA weiß ich nicht so recht, was richtig wäre.

Die I-Hilfe arbeitet sehr daran, dass er selbständig wird - finde ich auch gut! Grundsätzlich finde ich auch, dass er fragen könnte (allerdings hat er erst in der Oberstufe jetzt angefangen, mit Mitschülern zu reden und so ganz leicht fällt ihm das noch nicht).

Er möchte im Grunde auch, dass ich mich aus dem Thema Schule raushalte, aber - ich bin nunmal die Mutter :roll: :wink: - ich frage mich schon, ob ich dann einfach das Thema auch in seine Verantwortung geben oder ob es doch nochmal in der Schule thematisiert werden sollte, dass er manche Aufgaben einfach nicht mitbekommt. Das Problem ist nämlich, da er mündlich nicht mitarbeitet, ist sein Nachteilsausgleich, dass daher seine Hausaufgaben und schriftliche Zusatzarbeiten stattdessen benotet werden.

Ich bin gerade unschlüssig...

LG
Steffi
Steffi mit Sohn (*2002, Asperger-Syndrom) und Sohn (*2004, Neurofibromatose - NF1 und ADHS)

Kaja
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Beitragvon Kaja » 23.11.2018, 15:56

Hallo Steffi,

bei unserem Sohn (allerdings erst 8. Klasse) wurde als Nachteilsausgleich vereinbart, dass er vor jeder Stunde dem unterrichtenden Lehrer das Hausaufgabenheft (und einen schreibfähigen Stift) auf den Lehrertisch legt und dieser dann die Hausaufgaben selbst einträgt. Allerdings hat unser Sohn außer Autismus (und Schwerhörigkeit) eine völlig unleserliche Schrift, so dass wir, falls ausnahmsweise mal HA im Hausaufgabenheft standen, nicht entziffern konnten, was dort stand.

Viele Grüße Kaja

JennyK
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Beitragvon JennyK » 23.11.2018, 16:18

Kann er, wenn er nicht mit den Mitschülern reden mag, über WhatsApp nachfragen? Ich denke schon, dass er sich kümmern sollte, er will es ja auch so. Du kannst ihn ja ermuntern, bei Mitschülern oder der Schulbegleitung nachzufragen, also nachmittags per WA oder Telefon.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Anjali
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Beitragvon Anjali » 23.11.2018, 16:37

Hallo Steffi,

hat dein Sohn Zugang zu Whats-App?
In der der Klasse meines Sohnes (Oberstufe) werden Hausaufgaben und andere Unterrichtsinhalte über Whats-App erfragt. Mein Sohn nutzt diese Möglichkeit auch ab und zu. Ihm fallen schriftliche Anfragen leichter, als mündliche.


Wenn ich es richtig verstehe, könnte dein Sohn zur Not auch die I-Kraft nach den Hausaufgaben fragen? Dies will er aber wohl nicht?
Er möchte auch, dass du dich aus dem Thema Schule möglichst raushälst?

Ich würde das wohl als Chance/Anlass nehmen, ihm in dieser Sache Eigenverantwortung zu übertragen.

Wirklich raten kann ich dir nichts. Ich gehe nur von meinen Erfahrungen aus.
Beim Thema Hausaufgaben mische ich mich mittlerweile nicht mehr ein.
Und es scheint ganz gut zu klappen. (Ich habe aber auch nicht mehr sooo den Überblick.)
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 23.11.2018, 16:38

Hallo Steffi 66,

bei meiner nicht-betroffenen Tochter gibt es in der Klasse mindestens eine WhatsApp-Gruppe. Da werden auch fleißig Hausaufgaben mitgeteilt bzw. wenn es auch mal unklar ist, ob und was gemacht werden soll. Das sind nämlich offenbar ganz schön viele in der Schülerschaft, die das nicht so ganz mitbekommen. Vielleicht kann die Schulbegleitung helfen, dass er in eine solche WhatsApp-Gruppe aufgenommen wird. Da muss er nämlich nicht einmal nachfragen - da bekommt er die Hausaufgaben sozusagen frei Haus. Manchmal wird er aber vielleicth doch auch mal fragen müssen. Aber vielleicht weiß er auch mal etwas, was andere nicht mitbekommen haben.
Auf alle Fälle ist in diesen Gruppen der Bär am Steppen. Da laufen übers Wochenende auch mal locker 200 Nachrichten auf. Aber es ist eine sehr gute Anbindung an den Buschfunk. Und er kann das ohne Dein Zutun erledigen und mit nur weniger Überwindung.

Liebe Grüße
Heike

grace
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Beitragvon grace » 24.11.2018, 00:53

Hallo,

Nein, mein Sohn bekommt es auch nicht mit was er als HA machen muss und wann.
Er wäre auch viel zu langsam sich die alle aufzuschreiben.
Da er allerdings eine sehr große inklusive Schule besucht die einen elektronischen Register online hat, können sich Schüler und Eltern dort täglich einloggen und alles kontrollieren: Hausaufgaben, Noten, Fehlzeiten, Mitteilungen usw. Ohne dieses System wären wir aufgeschmissen auch wenn bei meinem Sohn als Nachteilsausgleich abgemacht worden ist das die Lehrer darauf achten müssen das er die HA schriftlich mitbekommt.
Wenn eure Schule kein so ein online System hat würde ich die Lehrer bitten deinen Sohn immer wieder an Termine und HA zu erinnern, Whatsapp Gruppen sind nur dann gut wenn es sich um eine gut organisierte Klasse handelt und alle sich täglich über die Schule und HA austauschen.

Mein Sohn ist was die Selbständigkeit betrifft den anderen um Jahre zurück, ich muss deshalb alles kontrollieren, nachfragen und noch viel für ihn schulisch organisieren.

Lg

Grace

toto35
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Beitragvon toto35 » 24.11.2018, 08:27

Hallo,

mein Sohn, in der 10.Klasse, weiss erstaunlicherweise immer was er auf hat.
Und dass obwohl sein Hausaufgabenheft seit Jahren verweist ist und er sich die Hausaufgaben auch sonst nirgends notiert. Es wundert mich immer wieder wie er das macht bei seinem ganzen Chaos :roll: .
Ansonsten gibt es aber auch eine ganz gut funktionierende whattsapp Gruppe seiner Klasse und wenn da wirklich mal keiner antwortet dann schreibt mein Sohn bestimmte Mädels daraus an- die antworten immer😉.

Ich habe das aber-noch- ganz gut im Blick- denn auch ich strukturiere noch ganz ganz viel für und mit meinem Sohn bzgl. Schule- hier schlägt sein ADS/ADHS voll zu.

Wenn mein Sohn mit der Schule fertig ist kann ich auch die Abiturprüfung ablegen🙄
LG

____________________________________
Sohn (17 Jahre): ADHS/ADS (Mischform), Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (Therapie endlich erfolgreich beendet!)

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Beitragvon Steffi66 » 24.11.2018, 10:10

Hallo an alle!

Erstmal danke für die Rückmeldungen. Eine WhatsApp-Gruppe gibt es in der Oberstufe nicht mehr, allerdings hat mein Sohn die früher auch nie wirklich genutzt. Das Schreiben in einer WhatsApp-Gruppe fand er immer unangenehm und kostete ihn tatsächlich eine Riesen-Überwindung. Er hat das auch nur zweimal in den letzten Jahren gemacht.

Es wäre toll, wenn die Lehrer darauf achten würden, dass er immer alles schriftlich mitbekommt, aber laut I-Hilfe wäre hierfür keine Zeit und wie gesagt, sie ist der Meinung, er könne ja nachfragen. Schwierig, wenn er nicht dran denkt. Naja. Mal sehen, ob sich da noch eine Lösung findet.

LG
Steffi
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Beitragvon Anjali » 24.11.2018, 12:09

Wenn er nicht am selben Tag nachzufragen kann, weil er zu abgelenkt ist, dann könnte er die Hausaufgaben des Vortags theoretisch doch noch am nächsten Tag erfragen? (Meist müssen HA ja nicht gleich am selben Tag erledigt werden.)
Er könnte sich ja einen Merkzettel in die Schule mitnehmen.
Das wäre vielleicht eine Möglichkeit zur Selbsthillfe.
Besteht denn auch überhaupt kein näherer Kontakt zu einzelnen Mitschülern, die vielleicht auch per Mail befragt werden könnten?

Natürlich kann man auch die Lehrer mehr in die Verantwortung nehmen, aber irgendwann wird ja der Zeitpunkt kommen (wahrscheinlich spätestens in der Ausbildung/im Studium), an dem sich dein Sohn nicht mehr darauf verlassen kann, dass andere für ihn mitdenken und wichtige Informationen „hinterhertragen“.
Er müsste dann eigene Strategien zur Hand haben und diese könnte er ja ggf. schon in der 11. Klasse entwickeln/trainieren.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Beitragvon Steffi66 » 24.11.2018, 12:15

Hallo Anjali,

wir haben schon so viele Strategien überlegt, auch die Idee mit dem Merkzettel hatte ich schon (den vergisst er auch) oder dass er zu Beginn der Stunde einen Mitschüler bittet, ihn daran zu erinnern, die Aufgaben zu notieren. (Funktioniert auch nicht).

Nein, leider hat er zu keinem Mitschüler näheren Kontakt, wie gesagt, erst seit der Oberstufe unterhält er sich etwas mehr mit einigen Mitschülern.

Zum Glück kommt es ja eigentlich nur bei zwei Lehrern vor, dass er hier die Aufgaben manchmal nicht mitbekommt. Tatsächlich will er das Ganze eigenverantwortlich handhaben (finde ich gut!). Bin echt gespannt, was ihm dann weiterhilft.

LG
Steffi
Steffi mit Sohn (*2002, Asperger-Syndrom) und Sohn (*2004, Neurofibromatose - NF1 und ADHS)


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