Bekommen Eure Kinder (Oberstufe) die HA immer mit?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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grace
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Beitragvon grace » 24.11.2018, 15:04

Hallo Steffi,

Aber wenn das nur bei zwei Lehrern so ist, kannst du die denn nicht noch einmal freundlich auf das Thema ansprechen und fragen ob sie ein bisschen nachhaken könnten? Vielleicht diktieren sie zu schnell, sagen etwas nebenbei die HA an oder wissen gar nicht das dein Sohn diese Schwierigkeiten hat?

Es lohnt sich meiner Meinung nach immer die Lehrer freundlich zu bitten nachdem man vorher gelobt hat was schon gut klappt; solche Antworten wie sie hätten keine Zeit habe ich auch schon bekommen und habe dafür Verständnis, am Ende haben viele Lehrer die Zeit aber dann trotzdem gefunden, mir sogar geschrieben und mich angerufen. Viele Lehrer sind es halt auch gewohnt das Eltern nur und dauernd rum meckern und sie für alles verantwortlich machen, kommt man ihnen entgegen und erkennt ihre Leistungen an, ändert sich das Verhalten oft sehr schnell.

Bei uns gibt es am Anfang eines jedes Schuljahres eine Besprechung über jeden Schüler mit speziellem Förderbedarf in dem ein ganz genau Plan für jeden Schüler erstellt wird und den alle Lehrer unterschreiben müssen. Bei meinem Sohn steht da auch das Problem mit dem HA drinn und die Lehrer sind verpflichtet diese so schnell wie möglich in den online Register einzutragen.

Muss dazu sagen das mir von Seite der Lehrer oft gesagt wird das auch viele andere sogenannte „normale“‘Jungs das gleiche Problem haben, und alle sehr froh über das online System sind.

LG

Grace

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 24.11.2018, 15:31

Hallo Steffi,

was bei meinen Kindern geholfen hat, als sie noch kleiner waren: Ein Hausaufgabenheftchen, wo der Stundenplan jeden Tages eingetragen werden MUSS. Also jede Stunde, die stattgefunden hat und was auf ist: Konkret heißt das, es muss auch eingetragen werden, wenn nichts auf ist. Er muss also nach JEDER Stunde etwas in das Ding reinschreiben.
Dann kann man wenigstens Vergessen von Nicht-Mitkriegen unterscheiden. Wenn er es regelmäßig macht, dann vergisst er es nicht.

An sich funktioniert das auch schon bei meinem Kleinen in der dritten Klasse ganz gut. Aber, wenn Zettel verteilt werden, kann er sich nicht um die balgen. Bei uns geht deshalb das ein oder andere verloren. Aber in der Oberstufe sind ALLE nicht mehr so motorisch aktiv.

Und wenn er eine Schulbegleitung hat, dann kann sie am Anfang helfen, ihn daran zu erinnern, sein Hausaufgaben-Tagebuch zu bedienen. Das behindert ja nicht seine Selbständigkeit.

Liebe Grüße
Heike

Nicole_
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Beitragvon Nicole_ » 26.11.2018, 06:07

Hallo,

bei dem Kind aus meiner Klasse haben wir es im Nachteilsausgleich verankert. Am Ende der Stunde soll der Lehrer noch einmal kurz hingehen und die Hausaufgaben dem Kind explizit mitteilen.

Selbständig werden ist gut und schön, aber was hindert die I Kraft daran, es selbst aufzuschreiben und erstmal das Nachfragen bei ihr zu üben? Dafür ist sie da. Der nächste Schritt wäre dann, einen Mitschüler oder den Lehrer zu fragen.

LG

Nicole
Großer (6) Asperger Autist mit Insel Hochbegabungen
Kleiner (nur der normale Wahnsinn)

Steffi66
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Beitragvon Steffi66 » 26.11.2018, 07:17

Danke nochmal für die Tipps. Das Ansprechen der Lehrer bringt leider nichts, da wir dies schon versucht haben - keine Chance. :( Die I-Hilfe haben wir auch schon mehrfach gebeten, ob sie nicht einfach parallel zu meinem Sohn die Aufgaben notieren könnte und am Ende des Schultages einfach vergleichen, ob er alles aufgeschrieben hat (das könnte er ja sogar selbst machen). Nein, auch hier keine Chance. Sie macht es nicht. Der Grund - neben dem genannten - ist auch, dass sie mir erzählt, sie erinnere ihn immer mal wieder an Aufgaben, die zu notieren seien und er mache es dann nicht.

Naja. Ich hoffe, es findet sich doch nochmal irgendwie eine Lösung.

LG
Steffi
Steffi mit Sohn (*2002, Asperger-Syndrom) und Sohn (*2004, Neurofibromatose - NF1 und ADHS)

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 26.11.2018, 07:45

... tja, bin auch gerade wieder auf dem Punkt - zwar "erst" 6. Schulstufe, aber auch dieses Thema...
auch bei mir steht die Lehrerin auf dem Standpunkt, dass er selbständig werden muss, ein allgemeines Aufgabenheft nicht angedacht ist, er dürfe ein solches führen, überprüft wird es nicht... - Leider ist er nicht wirklich an so etwas interessiert... -

Mir fällt auch auf, dass Aufgaben, die er gerne macht, schon erledigt werden, Aufgaben, wo er sich etwas anstrengen muss, werden "vergessen" - Allerdings gibt es auch so Tage, da geht einfach nichts - durch die Reizüberflutung... - Auch die Lehrerin hat bemerkt, dass er sich wegbeamt im Unterricht und nicht "da" ist... und dann geht gar nix... - und die anderen Schüler sagen dann so Dinge "du bist dumm"... - und vielleicht hängt das mit den HA auch damit zusammen, er schreibt sie nicht auf, er ist ja nicht dumm er merkt sie sich eh :roll: :oops:

Inzwischen notiert er sich ein Schlagwort auf seine Hand, wenn er etwas ganz sicher nicht vergessen möchte - das funktioniert dann auch... - aber für alles ist da zu wenig Platz...


Ich wäre auch sehr dankbar für Lösungen... ohne WA oder so, denn das habe ich nicht...
Inzwischen habe ich auch Kontakt zu einer Mutter aufbauen können, die auch schon etwas die Probleme erkennt (Hören) und Empathie zeigt - auch die Tochter ist nett und freundlich. Aber mir ist es ja auch unangenehm in dem Alter noch den anderen auf die Nerven zu gehen...

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Anjali
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Beitragvon Anjali » 26.11.2018, 09:17

Wir sind natürlich nicht vor Ort, aber die Beschreibung der I-Hilfe lässt für mich den Verdacht zu, dass dein Sohn manche Hilfsangebote einfach nicht annehmen möchte?

Mir stellt sich die grundlegende Frage, ob er denn selbst etwas ändern möchte?
Ist es ihm wirklich wichtig, immer alle Hausaufgaben mitzubekommen?
Vielleicht könnte er ja mehr Eigeninitiative ergreifen, wenn er es wirklich wollte.

Er ist 16 Jahre alt und wahrscheinlich mitten in der Pubertät.
Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Nicole_
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Beitragvon Nicole_ » 26.11.2018, 10:07

Ich möchte noch einmal an den Nachteilsausgleich erinnern! Nehmt es auf! Ja, für das Kind in meiner Klasse musste ich auch einen Kampf bei den Kollegen führen, aber es gehört in den Nachteilsausgleich. Bittet um ein Gespräch mit der Schulleitung, der Stufenleitung und dem Sonderpädagogen zum Thema Nachteilsausgleich und bringt noch die Autismustherapeutin mit. Ein runder Tisch zu dem Thema Reizoffenheit und Hausaufgaben notieren.

Das Kind aus meiner Klasse schafft es oft nicht, alles von der Tafel abzuschreiben. Ich bitte dann ein anderes Kind, es zu fotografieren und in die Gruppe zu stellen wegen der Flüchtlinge. So wird das Kind nicht vorgeführt, hat aber trotzdem alles.

LG

Nicole
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Kleiner (nur der normale Wahnsinn)


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