Rückstellung, LWL, AOSF

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Curly82
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Rückstellung, LWL, AOSF

Beitragvon Curly82 » 17.11.2018, 14:19

Hallo Ihr Lieben,

ich blicke echt nicht mehr durch und hoffe dringend auf Hilfe.
Ich mein weder im Kindergarten, noch irgendjemand anderes gibt einem bei diesem Thema soviel Info sodass man weiß was zu tun ist.

Mein Sohn 5 Jahre, wird Ende August 6 Jahre, geht nun endlich seit August diesen Jahres in einen Sonderkindergarten.
Zuvor hatte er ein I-Platz im Regelkiga, konnte sich da aber aufgrund seiner Reizüberflutung (große Gruppen), Fehlzeiten Therapien, Infektanfälligkeit, Umgliederung in den SonderKindergarten und dadurch bedingten Umzug, 3 Monate zu Hause, kaum integrieren.
In den SonderKindergarten kam er so spät weil die Diagnostik und die Anmeldezeiten im Kindergarten mit Wartezeiten verbunden war.

Naja jedenfalls kommt Sohn endlich da an wo er ist.
Sein selbstbewusstsein ist gleich null weil er im Regelkiga abgelehnt wurde. Er hatte sogar selbstverlerletzende Tendenzen entwickelt. Nun lernt er endlich Freunde kennen, bekommt die Möglichkeit seine sozialen Kompetenzen zu erweitern und soll nun direkt im nächsten Sommer eingeschult werden.

Da haben wir als Eltern direkt gesagt " Nein" auf keinen Fall.
Er selbst weint auch und sagt dass er nicht will.

Mit viel Kraft und Tränen habe ich die Amtsärztin nun bei der Schuleingangsuntersuchung überzeugt ihn zurück zu stellen, da Sohn psychisch sehr angeschlagen ist durch die oben genannten Umstände und er leider einen Zusammenbruch des Vaters mitbekommen hat (Herzinfarkt) und deswegen Therapiert wird.

Naja nachdem ich die Rückstellung endlich im Briefkasten hatte und die Schulleitung mir ohnehin angekündigt hat ihn zurück zu stellen wenn Amtsärztin dieses empfiehlt, rief ich im Kindergarten an um einen Termin bei der Leitung zu machen, zwecks Anträge LWL.

Die Leitung jedoch entgegnete dass wir erst beim LWL den Antrag für den Kigaplatz machen können wenn die Schulleitung ein AOSF Verfahren eröffnet und dieser ebenfalls zu dem Ergebnis kommt dass Sohn zurückgestellt werden sollte.
Andernfalls schmettert das LWL den Antrag direkt ab.

Ich verstehe das nicht. :-(
In der Gesetzgebung ist doch eindeutig festgehalten worden dass Kinder aus gesundheitlichen Gründen zurück gestellt werden können.
Darüber hinaus verstehe ich diesen AOSF auch als Widerspruch zur Rückstellung, mit der Gefahr dass man hingeht und dann doch "Einschulen", sagt.

Außerdem habe ich in solchen Fällen jetzt oft gehört dass man bloß KEINEM AOSF VERFAHREN zustimmen soll.

Bitte bitte bitte klärt mich mal jemand auf was zu tun ist?!

Und entschuldigt bitte meinen langen Text. Mir war es wichtig die Gesamtsituation dar zu stellen.

Liebe Grüße
Curly mit Sonnenschein, 5Jahre. Diagnose F83 Deutliche Globale Retardierung, SON-R IQ 52, F98.8, F.80.1, F80.28, F88
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Chrissi 68
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Beitragvon Chrissi 68 » 17.11.2018, 15:47

Hallo Curly,
wir haben unsere Tochter 2013 auch in NRW zurückstellen lassen. Über die Rückstellung entscheidet meines Wissens letztendlich der Schulleiter. Der Amtsarzt muss es durchwinken, klar. Das AOSF haben wir erst bei der Anmeldung für die tatsächliche Einschulung einleiten lassen. In NRW muss man ja auch gar nicht für alle Förderschwerpunkte zum Zeitpunkt der Einschulung ein AOSF einleiten lassen!! Ich glaub nur bei GS und ES?? Bin aber nicht ganz sicher.
Mein Tip: frag nochmal den Schulleiter. Der wird wissen, was zu tuen ist. Der kindergarten muss natürlich die Bereitschaft signalisieren dein Kind weiter aufzunehmen.
LG und gute Nerven!!
Chrissie

Curly82
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Beitragvon Curly82 » 18.11.2018, 11:26

Hallo, der Kindergarten ist abhängig vom LWL. Zahlt das LWL ist der Kindergarten bei mir.
Die Erzieher sehen ihn auch auf gar keinen Fall in der Schule und haben auch ein Bericht geschrieben.

Die Leitung verhält sich da eher neutral denke ich. Ich blicke da nicht durch.
Auch nicht wozu ein AOSF Verfahren eingeleitet werden soll . Das ist doch eher relevant wenn es dann wirklich um die Einschulung geht denke ich?!
Curly mit Sonnenschein, 5Jahre. Diagnose F83 Deutliche Globale Retardierung, SON-R IQ 52, F98.8, F.80.1, F80.28, F88

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 18.11.2018, 12:29

Hallo Curly,
unser Kindergarten hat es auch mit einer Mutter geschafft eine Rückstellung in NRW zu bewirken. Das Kind ist nicht einmal I-Kind, es wurde auch kein AOSF durchgeführt: wenn ich es richtig verstanden habe, reichten Zustimmung von Amtsärztin, Schulleitung etc.
Es ist aber auch ein ganz normaler Kindergarten, bei dem die Eltern und nicht der LWL die Kosten übernehmen.
AOSF ist mir auch nur in Bezug auf die Unterstützung in der Schule bekannt- dem Kindergarten reichte doch der Amtsarzt, bzw. die Berichte vom SPZ etc.?
Das finde ich in unserem Bundesland wirklich schlimm, dass den Kindern nicht noch etwas Zeit gegönnt wird sich zu entwickeln... Meine Novemberkinder wären für eine frühzeitige Einschulung reif gewesen hatten aber zum Schulstart absolut keine Probleme, weil sie einfach eine gewisse Reife und Selbstständigkeit mitgebracht haben. Das sollte man anderen Kinder auch gönnen.

Lg LovisAnnaLarsMama
LG
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Curly82
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Beitragvon Curly82 » 18.11.2018, 12:45

Ich verstehe nicht warum es einen AOSF Verfahren bedarf wenn es um die Rückstellung über den Träger LWL geht.
Für mein Leienverständnis als "Mutter", widerspricht sich das im Bezug zur Rückstellung.

Dann lese ich ständig "bloß keinem AOSF Verfahren" zustimmen.
Warum? Was sind die Hintergründe?
Und was ist Schritt für Schritt zu tun ohne die Rückstellung aus Perspektive des Kindes und Eltern zu gefährden und gegen diesen unüberschaubaren Behördenwarn anzukämpfen.
Denn auch die Schulleitung leitet gerne mal einen Sonderpädagogischen Förderbedarf in die Wege weil die Schule selbst davon profitiert. Deswegen will ich mich nicht blauäugig auf die Aussagen der Schule verlassen.

Gibt es hier jemanden der gleiches erlebt hat oder mir diese Fragen beantworten kann?
Curly mit Sonnenschein, 5Jahre. Diagnose F83 Deutliche Globale Retardierung, SON-R IQ 52, F98.8, F.80.1, F80.28, F88

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Ayden
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Beitragvon Ayden » 18.11.2018, 13:10

Liebe Curly, hier in HH muss vor der Schule eine Zustimmung der Eltern für ein AOSF Verfahren eingeholt werden, wenn das Kind erst einmal in der Schule ist geht das in HH ohne die Eltern.

Vielleicht kann gar kein AOSF Verfahren ohne Deine Zustimmung eingeleitet werden?

Da diese Verfahren ja von Land zu Land unterschiedlich sind: Suche Dir am besten einen guten und erfahrenen Rechtsanwalt, der Dich beraten kann. Hier in HH geht die Rückstellung aus gesundheitlichen Gründen auch ohne AOSF.

Außerdem: Lass dir vom Arzt unbedingt ein Attest über die Entwicklungsprognose Deines Kindes ausstellen: Wenn die Chance besteht, dass Dein Sohn seinen Rückstand nach einem Jahr womöglich aufgeholt hat und eine Regelbeschulung möglich wäre, ist das ein sehr wichtiges Argument. Natürlich auch, wenn er sich vielleicht von GB auf Lernbehindertenbeschulung verbessern könnte, oder bestimmte Dinge, wie z.B. Trockenwerden innerhalb des nächsten Jahres zu erwarten wären.

Ich glaube auch, dass vielleicht ein Attest des Arztes von Deinem Mann helfen könnte: Zurückstellung zur Stressreduktion in der Familie! (Falls der Herzinfarkt bei Deinem Mann teilweise stressbedingt gewesen sein sollte, vor allem, wenn Dein Sohn bereits zur Traumaverarbeitung in Therapie ist.

Auch ein Attest der voraussichtlichen Traumatherapie bei Deinem Sohn und der Hinweis, dass neue Umbruchsituationen den Therapieerfolg gefährden könnten.

Dann könntest Du nämlich ggf. gerichtlich Kindeswohlgefährdung seitens der Behörden bei Einschulung gelten machen.



Viel Glück!

LG, Ayden

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Beitragvon Tanja2014 » 18.11.2018, 13:28

Curly,

in NRW ist die Schulleitung der wohnortnächsten Schule (eine der Schulen auf dem roten Anmeldeschein) diejenige, die das gesamte Verfahren zur Rückstellung koordiniert. Mit der Stellungnahme von der Amtsärztin musst Du nun nochmal zur Schulleiterin und mit ihr gemeinsam das Rückstellungsverfahren einleiten. Erst, wenn Du von der Schulleiterin schriftlich bestätigt bekommen hast, dass das Kind zurückgestellt wird, kann die Kita mit diesem Schreiben von der Schule eine Fortführung des I-Platzes in der Kita beantragen.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Tanja2014 » 18.11.2018, 18:45

Curly,

eben überlesen: Will denn die Schule ein AOSF anstelle der Rückstellung? Hat die Schulleiterin das bei der Anmeldung so gesagt? Ein AOSF kommt ja nur ins Spiel, wenn die Schulleiterin gar keine Rückstellung möchte oder die Schulleiterin gar nicht weiß, dass Ihr eine Rückstellung wollt. Im Rahmen einer Rückstellung wir gar kein AOSF eröffnet (in NRW). Die Schulleitung ist (wie bereits oben geschrieben) diejenige, die über die Rückstellung entscheidet. Die Amtsärztin gibt lediglich eine Empfehlung ab. Du solltest glaube ich ganz dringend zeitnah nochmal einen Gesprächstermin bei der Schulleitung machen und fragen, was sie an Unterlagen benötigt, um über die Rückstellung zu entscheiden. Habt Ihr der Schulleitung schon Gutachten/Stellungnahmen vom SPZ, dem Ergotherapeuten o.ä. vorgelegt? Habt Ihr die Rückstellung bei der Schulleitung schon formlos, schriftlich beantragt? Das wären die ersten, wichtigen Schritte.
Viele Grüße

Tanja

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Beitragvon Curly82 » 18.11.2018, 20:23

Hallo ihr Lieben, ich habe sämtliche Berichte zusammen. Lediglich ein Bericht vom SPZ fehlt bezüglich des Traumas und da warten wir auf die stationäre Aufnahme die bis Ende des Jahres hoffentlich erfolgen wird.

@ Tanja24, ich habe von der Amtsärztin der Schuleingangsuntersuchung einen Bericht mit der Empehlung zurück zu stellen. Die Schulleitung will ebenfalls zurückstellen, da ist nicht die Rede von AOSF . Das haben die mir ganz klar gesagt.

Jetzt sagt die KigaLeitung jedoch dass die Schulleitung ein AOSF Verfahren eröffnen muss weil der LWL den Antrag für ein weiteres Jahr für den Heilpädagogischen Platz einfach abschmettern würde.

Heee ich verstehe die Welt nicht mehr?
Wozu AOSF bei Rückstellung?
Vereppelt mich der Kindergarten weil die vielleicht nicht erwatet haben dass ich es schaffe?!
Wobei es denen ja egal sein kann wenn LWL die Kosten übernimmt.
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Beitragvon Tanja2014 » 18.11.2018, 20:49

Hal!o,

ich würde der Schulleitung eine Anfrage per Mail senden und um eine kurze schriftliche Erklärung bitten. Oder beim LWL direkt anfragen, ob ein AOSF tatsächlich notwendig ist. Ich würde auf jeden Fall drauf achten, dass Du eine schriftliche Antwort bekommst und diese dann der Kita-Leitung vorlegen.
Viele Grüße

Tanja

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