Großer Unterschied Lernen zu Hause und in der Schule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PaulaW
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Großer Unterschied Lernen zu Hause und in der Schule

Beitragvon PaulaW » 17.11.2018, 08:05

Ihr Lieben,

jetzt muss ich es nochmal anders fragen. Sorry.

Unser Sohn hat massive Probleme mit Ablenkung und Konzentration.

Wir hatten diese Woche Elternsprechtag und dort wurde nochmal bestätigt was ich schon wusste. Die 3. Klasse der Förderschule ist aktuell auf dem Stand erste Klasse Regelschule. (FS Lernen)

Mein "Problem" ist dass es einen gewaltigen Unterschied gibt zwischen dem was er in 5 Stunden täglich in der Schule lernt (wenig) und hier zuhause in der 1:1 Situation. Er lässt sich in der Schule einfach sehr leicht ablenken und braucht eigentlich immer jemanden der daneben sitzt. Träumen erzählen etc. Aber wenn jemand dabei ist klappt es super.

Ihr kennt das Problem bestimmt und ich möchte Euch fragen wie Ihr das in der Schule gelöst habt bzw was Ihr macht.

Ich möchte mich nicht damit abfinden, dass unser Sohn dort Zeit verschenkt.

Es geht nicht um Drill oder Druck, sondern um ungenutzte Zeit.

Hoffe Ihr versteht was ich meine.

Danke und
liebe Grüsse

Paula

ps: Habe mich auch schon bei einer offiziellen Stelle informiert. Gerne näheres per PN.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.11.2018, 09:17

Hallo Paula,

das ist doch quasi die Stellenbeschreibung für eine gute, engagierte Schulbegleitung! :wink:

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Tina&Andi
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Beitragvon Tina&Andi » 17.11.2018, 10:27

Hallo Paula,

ich denke es ist das Lernen, da würde er zu Hause mehr lernen wie in der Schule.

Aber würde im dann nicht die soziale Kontankt zu sein Freunde fehlen und auch einfach der Ryhtmus.
Morgen ausstehen, fertigmachen, Bus fahren ect.

Zuhause finde ich immer die Gefahr dann man keine Struktur hat.

LG
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Beitragvon Tanja2014 » 17.11.2018, 12:15

Hallo Tina,

in Deutschland gibt es ja eine Schulpflicht, das Kind zuhause zu unterrichten steht deshalb gar nicht zur Diskussion.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Anna-Nina » 17.11.2018, 15:59

Hallo Paula,
genau das selbe Problem habe ich im Moment mit meiner Tochter. Sie ist jetzt in der ersten Klasse Regelschule mit Schulbegleitung. Diese Woche hat sie in deutsch so gut wie nichts aus ihrem Heft ausgefüllt. Wir haben die selben Deutschhefte als Dublikat zuhause und da schafft sie das Thema zu einem Buchstaben (Stoff von einer Woche Schule) in ca. 45 Minuten ohne große Probleme. In der Schule macht sie einfach gar nichts.
Uns wurde nun zu Medikamenten für die Konzentration geraten im Epilepsiezentrum. Ist bei uns aber sehr kritisch, weil Elisa eine schwer einstellbare Epilepsie hat.
Was mir auffällt, dass es stark mit dem Lehrer zutun hat. In Mathe macht Elisa deutlich besser mit - die Lehrerin ist auch eine ganz nette.
Wir werden wogmöglich jetzt dann auch auf eine Förderschule wechseln. Aber ob das das Problem löst wage ich zu bezweifeln.
Ich werde mein Kind einfach viel zuhause 1:1 fördern ihr zu späterer Zeit, wenn es mit mir nicht mehr klappen sollte auf alle Fälle einen kompetenten Nachhilfelehrer suchen. (Bin selber Nachhilfelehrerin und habe überwältigende erfolge im 1:1 Unterricht - darauf schwöre ich wirklich).
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Kinder sobald mehrere auf einmal im Unterricht sitzen sich nicht mehr angesprochen fühlen und abdriften. Dies passiert schon im Unterricht mit nur zwei Schulern (Ich gebe auch Nachhilfe in Kleingruppen) es gibt Kinder die lernen wirklich nur in 1:1 Betreuung, weil sie dann wissen, dass nur sie angesprochen sind.
LG
Anna

PaulaW
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Beitragvon PaulaW » 17.11.2018, 21:18

Danke Ihr Lieben !

Engrid, das würde ich gerne tun. Aber die Schule hat uns schon gesagt, dass es einen SB an einer Förderschule nur für schwerst beeinträchtigte Kinder gibt. Eine Mama aus der Klasse unseres Sohnes versucht gerade, einen SB zu bekommen für ihren Sohn der ADHS hat. Ein Kampf ohne Ende.

Anna, danke auch Dir herzlich für Deinen Input. Ja, es klappt 1:1 wirklich sehr gut und so werde ich das auch handhaben. Wenn ich es nicht mehr hinbekomme suche ich mir kompetente Hilfe. Aber auch 1:1. Es sei denn es hätte sich bis dahin etwas verbessert.

Wahnsinn wieviele Mütter ihre Kinder beschulen. (müssen) Und was man alles schaffen kann wenn man will. Wenn mir das einer erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt dass ich das kann.

Alles Liebe

Paula
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Beitragvon Engrid » 17.11.2018, 22:52

Hallo Paula,

nimm den Kampf auf, an Juniors Schule heißt es auch von mehreren Seiten: „Was, der Junior hat eine Schulbegleitung, die haben hier sonst nur viel schwerer betroffene [soll heißen zb aggressive] Kinder!“ Das ist mir aber wurscht, denn der Gesetzestext der Eingliederungshilfe und die Veröffentlichungen zu den Aufgaben der Schulbegleitung hier in Bayern sagen was anderes, und vor allem: wir haben es fachärztlich schwarz auf weiß. :wink:

Wie ein Rollikind seinen Rollstuhl, so braucht Dein Kind behinderungsbedingt eine SB, um zu lernen. Er hat ein Recht auf eine angemessene Schulbildung. Die SB muss ja nicht für immer sein, vielleicht findet er Geschmack am schulischen Lernen, und es geht in ein, zwei, drei Jahren ohne SB

Nur Mut! :icon_thumright: es gibt nichts zu verlieren.
Engrid
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Beitragvon Alexandra2014 » 18.11.2018, 18:18

Hallo!

Bei uns ist es ja ähnlich, wie bei Paulas Sohn.

Ich kann leider nur sagen, dass die SB beim schulischen Lernen in dem Kontext nichts gebracht hat.
Denn leider hängt es nicht nur an der reinen 1:1 Betreuung, sondern am Lernumfeld.
Zuhause ist Stille, Ruhe... keiner redet, rennt, hampelt, wippt, stürzt, schreit, räuspert, rülpst, hustet, wird geschimpft, atmet laut usw. Und das nixht nur in der Klasse, sondern auch auf dem Flur, Hof, im Garten.
Das Setting selbst ist in der Schule das Hauptproblem. Und das kann man auch mit SB nicht abstellen. :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Danke

Beitragvon PaulaW » 19.11.2018, 08:48

Liebe Engrid !

Du bist echt klasse. Herzlichen Dank.

Mut hab ich genug. :D
Allerdings haben wir kein fachärztliches Attest, sondern nur Kinderarzt und Ergo die uns das bescheinigen könnten.
Die Schule möchte SB nur für schwerst beeinträchtigte Kinder, eine andere Mutter deren Sohn ADHS hat versucht auch gerade erfolglos mit anwaltlicher Hilfe einen SB zu bekommen.

Andererseits wollte die Schule auch keine Kurzbeschulung da wir "ja nicht so schwer beeinträchtigt sind" und haben auch das geschafft.

Herzlichen Dank und
liebe Grüsse

Paula
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