Fahrdienst zu Kita - wie funktionierts?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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duygunir
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Fahrdienst zu Kita - wie funktionierts?

Beitragvon duygunir » 16.11.2018, 08:15

Liebe alle,

meine Kleine (2J.) hat einen I-Kitaplatz in Berlin bekommen. Die Kita öffnet aber um 8 Uhr. Und ich muss um 8 Uhr auf der Arbeit sein. Eine andere Kita kann ich nicht finden. Das ist schon mal gut, dass ich diese Kita gefunden habe. So jetzt wäre die Möglichkeit einen Fahrdienst zu organisieren. Wie läuft es ab? Sitzt sie dann ganz alleine in dem Auto bzw. Wagen, wenn es keine andere Kinder gibt? Sind da Begleitpersonen dabei, wenn sie weint etc.? Oder kann die Oma am Anfang mitfahren, bis sie sich gewöhnt? Und wie ist eure Erfahrung? Hat es gut geklappt? Ich finde sie ist einfach noch zu klein dafür. (Sie ist nur motorisch zurück entwickelt und hat eine spastische Diparese). Autofahren mag sie, wenn sie beschäftigt ist mit Keksen oder z.B. Büchern..Die Kita ist 6km entfernt so circa 20 Min.

Lieben Dank :) Hoffe, jemand kann Erfahrungen schreiben.
Lavinia 15.09.16 Sauerstoffmangel 41.SW nach Einleitung
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Schiering
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Beitragvon Schiering » 16.11.2018, 09:28

Hallo,
zu Beginn (Eingewöhnung) musst du eh mit hin, also plane das auch in der Arbeit mit ein. Es ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich wie dann die Fahrdienste gehandhabt werden und bei I-Plätzen, wo ja alle restlichen Kinder von ihren Eltern gebracht werden noch gleich 3x anders. Mache dich mal beim Träger /Gemeinde schlau, wie ein Fahrdienst zu den sonderpädagogischen Einrichtungen erfolgt geregelt ist, aber auch wie es mit Fahrdiensten zu sonstigen Einrichtungen ist. Stichwort ist immer die Teilhabe am tägliche Leben. D.h. das Kind kann nicht in die Einrichtung zu Fuß, weil es .... hat. Es gilt nicht das du schon um 8 Uhr die Arbeit anfangen musst. Hoffe es schreiben dir noch ein paar mit mehr Wissen, da bei unserem I-Kind der weg zum Kindergarten direkt auf meinem Arbeitsweg lag und auch die Öffnungszeiten mit dem Arbeitszeiten von mir gepasst haben.

Lg

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 16.11.2018, 12:33

Ich weiß nicht, ob ein Erfahrungsbericht aus Wien hilft, aber hier ist er.

Alexander bekam den Fahrtendienst auf Grund seiner Behinderung UND weil die einzige Einrichtung ziemlich weit weg liegt (einmal ziemlich quer durch Wien). Er begann mit 1 Jahr und 10 Monaten mit dem Kindergarten..

Der Fahrtendienst kam jeden Morgen um die gleiche, vereinbarte Zeit. Er hielt so nahe wie möglich an der Wohnung (in unserem Fall ca. 2 Gehminuten). Wenn mal die Zeit nicht eingehalten werden konnte wurde ich vorher telefonisch verständigt. Er war das erste Kind, das abgeholt wurde. Da er auch das einzige Kind unter 3 Jahre war hatte er im Kleinbus einen hohen Kindersitz. Da das Unternehmen nur einen solchen Kindersitz besaß (extra für ihn gekauft) hatte er im ersten Jahr eine Art "Welpenschutz", sprich: er wurde immer vom selben Bus-Team abgeholt und heimgebracht, weil die eben den Sitz im Auto hatten.

Die Teams unserer Fahrtendienstes bestanden aus einer Fahrperson und einer Begleitpersohn. Es war also nie ein Kind allein im Auto. Der Bus hat in der Früh der Reihe nach die Kinder "eingesammelt" und in verschiedene Einrichtungen gebracht. Die Begleitperson ist beim Ziel mit dem jeweiligen Kind ausgestiegen und hat es dort direkt den Lehrern bzw. Betreuern übergeben. Beim heimbringen waren die Zeiten nicht so vorgegeben, weil es einfach verkehrsmäßig total unterschiedlich war. Ich wurde daher immer ca. 5 Minuten vor Ankunft des Busses angerufen, so dass ich in Ruhe rausgehen und mein Kind entgegen nehmen konnte.

Alexander hat 3 Tage gebraucht, dann ist er freiwillig in den Bus eingestiegen. Nach 2 Wochen ist er dem Bus schon entgegen gelaufen und der Begleitperson beim abholen vom Kindergarten in die Arme gesprungen :) . Wir hatten aber auch das Glück, in diesem ersten Jahr mit "Welpenschutz" ein gaaaanz liebes Bus-Team zu haben!

Nachteil war leider, dass die Schulkinder, die im selben Bus gefahren sind, in der Früh pünktlich in der Schule sein mußten und daher als erstes abgeliefert wurden. Das hat die Bus-Zeit wesentlich verlängert. Da wir am Stadtrand wohnen war mein Kind das erste, das abgeholt wurde, und als einziges KIGA-Kind das letzte, das in seine Einrichtung kam. Das waren oft 1 1/2 Stunden am Stück im Bus! Gott sei Dank hatte mein Sohn nie ein Problem damit. Beim heimfahren war es besser, da waren es auch weniger Kinder im Bus (weil sie zu verschiedenen Zeiten heimgebracht wurden).

Essen (Kekse) sind im Bus übrigens nicht erlaubt, aus Sauberkeitsgründen. Wie oft man zu Hause sein Auto aussaugt (oder ob man es einfach dreckig lässt) ist Privatsache, das Fahrtendienst-Personal will das nicht ständig machen :wink . Lesen ist natürlich ok, oder bei hörenden Kindern auch MP3 anhören.

So viel mal zu unserem Erfahrungsbericht vom Anfang, als Alexander noch ganz klein war. Mittlerweile habe ich Erfahrung mit 3 verschiedenen Fahrtendiensten, wovon ich mit 2 durchaus zufrieden bin. Bei einem dagegen klappt es einfach nicht...(wäre zu lang hier :twisted: ).

Aber so, wie du das beschreibst, muss ja nicht unbedingt ein Fahrtendienst die Lösung sein. Vielleicht findet ihr in der Verwandtschaft, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft wen, der deine Tochter in der Früh in den Kindergarten bringen kann. Bei uns ging das nicht, wir haben keine Verwandten in der Stadt und niemand unserer Bekannten fährt auch nur eine annähernd ähnliche Strecke um diese Zeit. Aber gerade bei einem Kindergarten in der Nähe kann bei euch ja durchaus sein, dass 2 Gassen weiter ein Kind wohnt, das auch dort hin gebracht wird - einfach mal erkundigen! Alles Gute!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Beitragvon Gesael » 16.11.2018, 13:02

Hallo,
wir sind auch aus Berlin und hatten von Anfang an einen Fahrdienst, weil unser Kind samt Rollstuhl in die Kita gebracht werden muss. Beantragung läuft über das Jugendamt und war recht problemlos. Es ist meißtens nur der Fahrer im Bus und keine extra Begleitperson. Wenn aber die Oma mitfahren will geht das ev. auch. Ich könnte euch auch einen Fahrdienst empfehlen. Bei Interesse melde dich einfach.
LG Gesa
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Beitragvon duygunir » 16.11.2018, 15:27

Danke für die Rückmeldungen. Ja also wir könnten ein Fahrdienst bekommen,weil die Kita 9 Stunden offen ist und ich über 9 Stunden Kitagutschein habe. Das Problem ist , dass die Kita im Osten von Berlin ist und mein Arbeitsort im Westen. Das sind dann nochmal 40 Min. von der Kita zur Arbeit. Das ist einfach nicht machbar. Bei der Eingewöhnung ist es kein Problem da hab ich mir freigenommen aber danach. Wir sind ganz alleine in Berlin und haben keine Verwandte. Suche wie verrückt eine Person, die eventuell sie zur Kita fahren würde und das könnte man ja über die Verhinderungshilfe der Pflegeversicherung bezahlen. Das Jugendamt hat mir schon sehr viel geholfen. Mit dem Fahrdienst müsste ich es mal ausprobieren, ob sie es "annimmt". Sonst werde ich mit der Arbeitszeit runter gehen müssen, denn natürlich ist sie am Wichtigsten.
Lavinia 15.09.16 Sauerstoffmangel 41.SW nach Einleitung

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