Bekommen Eure Kinder individ. Förderung an der Förderschule?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 15.11.2018, 15:22

Hallo,

ich kenne es von den Förderschulen so, dass kaum Gefahr besteht, dass die SB mit "ihrem" Kind Zuviel draußen 1:1 ist (das lese ich allerdings hier im Forum öfter von der Regelschule), sondern dass eher Gefahr besteht, dass die SB als zusätzliche Kraft in der Klasse gesehen wird, und zu sehr vom Kind abgezogen. Bei uns ist das einigermaßen gut balanciert.
Ich glaube, man muss da sehr auf die einzelne Schule gucken, und dann nochmal auf die einzelne Lehrkraft bzw das Team; lässt sich mal wieder schlecht verallgemeinern.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 15.11.2018, 17:31

Hallo Paula,

1:1-Förderung in der Schule bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass Kind und Lehrer dafür den Klassenraum verlassen. Ich habe neulich an einer GL-Schule mit jahrgangsübergreifendem Unterricht hospitiert, da hat jedes Kind an seiner eigenen Aufgabe gearbeitet. Die beiden Lehrerinnen und die Referendarin sind von Kind zu Kind gewandert, haben bei denen die gerade gut klar kamen nur kurz geguckt und dann eben mit den Kindern, bei denen es irgendwo hakte, das Thema nochmal aufgearbeitet. Sie saßen dann auch schon mal 15-20 Minuten bei einem Kind und haben nur mit diesem einen Kind gearbeitet. In der Klasse waren glaub ich 26 Kinder, da kommt dann nicht jeder jeden Tag dran, aber bei 7 Kindern kann man glaub ich schon davon ausgehen, dass da jedes Kind jeden Tag mal dran ist. Mit 1:1 Begleitung zuhause ist das natürlich in keiner Weise vergleichbar.
Viele Grüße
Tanja
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 15.11.2018, 18:23

Alexander ist in einer Klasse mit 4 Schülern und zwei Lehrern. 1:1 Förderung bekommt er in seiner Klasse nicht (also dass wer mit ihm in einem Extraraum was extra macht), aber Lernmaterialen auf seinem Niveauund weeeesentlich mehr Aufmerksamkeit als im Kindergarten.

Eine Schulbegleitun, die den sprachlichen Anforderungen entspricht (Gebärdensprache auf C-Niveau),gibt es ohnehin nicht. Daher sind wir mit der aktuellen Situaton durchaus zufrieden. Er hat auch in den 2 1/2 Monaten Schule schon ganz gewaltige Fortschritte gemacht.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 15.11.2018, 22:56

Off-topic:

Wir haben ja auch eine Schulbegleitung. Allerdings meine ich, dass es eine Schulbegleitung nicht dafür gibt, dem Kind den Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern diese ausschließlich dafür da sind, das Kind entweder sozial zu integrieren oder den Kindern aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigungen zu helfen.

So wurde es mir zumindenst vom Amt und dem SBZ erklärt. Mir wurde ganz genau gesagt, welche Argumentation ich auf dem Amt vorbringen kann und was nicht.

Unterm Strich ist es natürlich so, dass unsere I-Kraft meiner Tochter auch beim Unterrichtstoff hilft. Teileweise auch 1:1 in einem anderen Raum. (Wir sind auf der Regelschule) Das ist ein toller Nebeneffekt - das dürfte ich auf dem Amt so aber nicht komunizieren. Da haben wir einfach Glück.

Unsere I-Kraft hat beim Hilfeplangespäch ausdrücklich allen Anwesenden (Rektorin,Lehrerin usw) erklärt, das sie gerade in der Pause und auch sonst Ausschließlich für unsere Tochter da ist.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 15.11.2018, 23:05

Hallo,

Aufgaben der Schulbegleitung:
https://www.bezirk-oberbayern.de/Sozial ... begleitung
Die Aufgabe der Schulbegleiter ist es, den Kindern und Jugendlichen den Schulbesuch zu ermöglichen und die Teilhabe am schulischen Leben zu erleichtern.

Die Schulbegleiter unterstützen die Kinder und Jugendlichen in der Regel dabei, Einschränkungen im pflegerischen, sozialen, emotionalen und kommunikativen Bereich auszugleichen. Sie stellen sicher, dass Schülerinnen und Schüler am Unterricht teilnehmen, schulische Anforderungen bewältigen und sich in den Klassenverband integrieren können. Sie helfen bei lebenspraktischen Verrichtungen, erledigen die anfallenden pflegerischen Tätigkeiten während des Schulbesuches und unterstützen die Kinder bei der Orientierung im schulischen Umfeld. Dadurch soll Krisen vorgebeugt und eine größtmögliche Selbstständigkeit erreicht werden.
Hervorhebungen von mir.
Für die Vermittlung des Schulstoffes ist die Lehrkraft zuständig. (Die Lehrkraft bestimmt die Inhalte, wählt das Material, die Lernwege, ...).
Was unsere SB macht und was ich beschrieben habe, läuft nicht unter „Vermittlung“ sondern unter dem, was oben fettgedruckt ist. Die Lehrkraft stellt die Anforderungen, die SB hilft beim Bewältigen.
Selbstverständlich gibt es da eine Grauzone, gibt es Übergänge.

Grüße
Engrid
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GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 16.11.2018, 23:48

Hallo,

Ich bin ja Schulbegleiter und kann sagen, dass es da eben wie von Engrid geschrieben Überschneidungen gibt. Ich fände es lächerlich, einem Kind nicht zu erklären, was ich weiß, wenn es um Unterrichtsstoff geht - zugleich ist es aber gut wenn klar ist, dass das nicht die eigentliche Aufgabe per Definition ist. De fakto gehörte bei mir bisher bei jeder Begleitung auch die Vermittlung von Lehrinhalten dazu, schon weil sich das aus einem engen Kontakt im schulischen Rahmen und Kindern, die sich eher an dich als an die Lehrer wenden, dann oft ergibt: Das ergibt sich, und ist meiner Meinung nach völlig ok.

Denn gerade die genauen Aufgaben sind so unterschiedlich wie die Kinder - das reicht ja von Pflege bis zu Auffangen oder Verhindern von Problemen in der Kommunikation... die Liste ist endlos.

Wichtig ist, dass nicht aus den Augen gerät, was das Ziel der SB bei genau dem betroffenen Kind ist und sich gut auszutauschen - und dass die Verantwortung für die Vermittlung der Lehrinhalte immer (!) beim Lehrer liegt, denn der ist weisungsbefugt und muss sich im Klaren darüber sein, dass er der Lehrer bleibt, auch wenn der SB mit dem Kind Lernaufgaben erledigt.

LG

GretchenM
Gretchen JG 76 Epilepsie (Grandmalserien, jetzt anfallfrei), Zwänge, Migräne, alleinerziehend und im Augenblick völlig symptomfrei :-) :-) :-)
Sohn 11/2007 Grenzgänger zwischen nt und Autismus, entwickelt sich prima :-) einige Verdachtsdiagnosen mittlerweile aus der Welt :-)

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Beitragvon Alexandra2014 » 17.11.2018, 07:55

Hallo Gretchen,

da gebe ich dir Recht, dass sich das kaum trennen lässt.

Problematisch wird es aber, wenn die SB ihr „Wissen“ an das Kind weitergibt, dies aber inhaltlich falsch ist. Das hatten wir leider auch schon.
Unsere SB hat darauf bestanden, dass es „das Flamingo“ heißt und nicht „der Flamingo“ usw. Das ist dann für das Kind wirklich blöd.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon GretchenM » 17.11.2018, 11:32

Hallo,

Oh weia, natürlich! Das ist natürlich klar. Da sollte jemand der keine Ahnung hat natürlich die Klappe halten oder den Lehrer fragen.

Ich habe aber leider auch öfter schon krative Rechtschreibung bei Lehrern beobachtet ;-)

LG

GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 17.11.2018, 11:39

krative=kreative

Irgendwie kann ich es nicht editieren.
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