Bekommen Eure Kinder individ. Förderung an der Förderschule?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PaulaW
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Bekommen Eure Kinder individ. Förderung an der Förderschule?

Beitragvon PaulaW » 15.11.2018, 08:23

Ihr Lieben,

unser Sohn besucht seit einem Jahr eine Förderschule KME. Sein grösstes Problem ist die Konzentration und sehr hohe Ablenkbarkeit.

Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass er auch einzeln gefördert bzw
unterrichtet wird.
Dies soll doch auch in der Förderschule möglich sein bzw wurde uns so versprochen wenn ich das richtig verstehe.

Bei einer Klasse von 7 Kindern mit angeblich 3 Lehrern müsste das doch möglich sein.

Fakt ist, dass er mir bestätigt hat was ich schon lange vermute: Dass es nicht stattfindet. Die Lehrerin erzählte mir beim Elternsprechtag ganz stolz, dass sie jetzt einmal die Woche (!) die Klasse für Mathe aufteilen könnten. Das wäre ja so toll.

Ich bin echt frustriert und mir wurde einmal mehr klar, dass ich hier zuhause in der 1:1 Situation am meisten schaffe. Wurde mir auch schon von anderen so bestätigt.

Wie klappt das bei Euch in der Schule mit der individuellen Förderung ?

Danke und liebe Grüsse

Paula

ps:
Ich hab auch schon überlegt, einen SB zu beantragen, aber bekäme er den an der Förderschule ? Und das wäre wieder ein Kampf, die Anträge etc. Mir fehlt bald die Kraft. Dann hätten wir evtl wieder einen der für uns nicht taugt.
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Re: Bekommen Eure Kinder individ. Förderung an der Förder Sc

Beitragvon JasminsMama » 15.11.2018, 08:56

PaulaW hat geschrieben:Deshalb sind wir darauf angewiesen, dass er auch einzeln gefördert bzw
unterrichtet wird.
Dies soll doch auch in der Förderschule möglich sein bzw wurde uns so versprochen wenn ich das richtig verstehe.

Bei einer Klasse von 7 Kindern mit angeblich 3 Lehrern müsste das doch möglich sein.


Hallo Paula! Was meinst Du denn mit "einzeln unterrichtet"? Einzeln kann kein Kind in einer Klasse mit 7 Kindern unterrichtet werden, auch nicht bei 3 Lehrkräften. Das würde ja bedeuten, dass man 7 Lehrer für 7 Kinder benötigt, dann hat man eine 1 zu 1 -Betreuung/Förderung.

Einzeln gefördert bzw. nach einem Förderplan der auf das Kind zugeschnitten und mit Kind und Eltern besprochen ist, ja, das klappt! Das heißt aber nicht, dass die Klasse dann immer geteilt ist, das klappt wirklich nur selten.
Hattet Ihr denn schon ein Förderplangespräch?

Aber das die Kinder unterschiedliche Arbeitsblätter bekommen, weil sie unterschiedlich weit sind, das klappt meist (zumindest bei uns) gut. Das heißt dann, das das Kind da abgeholt wird, wo es mit seinen schulischen Leistungen steht.

Wie wünschst Du Dir denn den Unterricht für Dein Kind?
Wenn Du eine 1 zu 1- Betreuung möchtest bzw. Dein Kind diese braucht, dann müsst ihr wirklich über eine Schulbegleitung nachdenken.
Ob die an der Förderschule genehmigt wird, weiß ich nicht, bei uns wäre das nicht gegangen, ich habe aber auch schon von anderen gehört, bei denen das geklappt hat.

LG
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Beitragvon PaulaW » 15.11.2018, 09:02

Danke Dir Sandra.

Ich hab mich missverständlich ausgedrückt.

Gemeint war dass er auch zwischendurch mal rausgenommen wird und im Nebenraum einzeln unterrichtet wird, wie es uns auch versprochen wurde.

Von meiner Freundin weiss ich dass das an anderen Förderschulen so
praktiziert wird.

Danke und liebe Grüsse

Paula
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Beitragvon JasminsMama » 15.11.2018, 09:09

Hallo Paula,

ah ok, ich verstehe, das Du Dich ärgerst, wenn das so versprochen wurde.

Habt Ihr denn keine Förderplangespräche? Da können solche Sachen ja auch angesprochen werden.

Wurden diese Versprechungen auch anderen Eltern gemacht? Denn dann wird es ja erst schwierig...

Was sagt denn die Schule dazu?

LG
Sandra
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Beitragvon Engrid » 15.11.2018, 09:50

Hallo Paula,

Dass Kinder einer Klasse einzeln in einem separaten Raum unterrichtet werden, das kenne ich nicht von der Förderschule. Dafür gibt es hier weder Räume, noch Personal.
Es wird aber natürlich viel differenzierter Unterricht gemacht, die Kinder bekommen differenziertes Material. Jedes Kind bearbeitet seins, und die Pädagogen widmen sich reihum den einzelnen Kindern. Frontalunterricht ist eher selten.

Junior hat an der Förderschule GEnt eine Schulbegleitung, weil er sonst geistig gar nicht dabei bleiben würde, und weil sie ihm das Arbeitsmaterial nahebringt, zb abdeckt und nur die aktuelle Aufgabe aufdeckt, usw. Den Finger mitlaufen lässt beim Lesen, sowas. Ihn strukturiert halt. Und detailliert anleitet, wo es nötig ist.

Falls es darum geht, dass ein Kind auf einen reizarmen Arbeitsplatz angewiesen ist, könnte man evtl. einen Teacch-Arbeisplatz einrichten (Mit optischer Abschirmung, Ablaufstrukturierung, usw)?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Mellie » 15.11.2018, 10:31

Hallo,

das die Förderkinder extra unterrichtet werden, kenne ich nur an Regelschulen. Da werde die Schüler in einigen Fächern gesondert unterrichtet.

Ich verstehe, dass es teilweise frustrierend ist, wenn man das Gefühl hat, dass es an einer Förderschule nicht voran geht. Ich habe ja auch den Vergleich Förderschüler und Regelschüler. Da liegen Welten dazwischen.

Ich habe mir auch den Mund fusselig geredet, dass man doch ruhig den Schulstoff anziehen könnte, damit es schneller voran geht. Aber es ist wie als wenn man sich im Kreis dreht. Irgendwann habe ich das Problem losgelassen und mir gedacht, dass mein Sohn schon etwas lernen wird. Es kommt ja auch immer darauf an, wie realistisch man die Zukunft von seinem Kind sieht. Ich bin froh, dass mein Sohn lesen und schreiben kann. Das hat er in den ersten vier Jahren in der Förderschule gelernt. Das war mir für ihn das Wichtigste.
Viele Grüße,
Mellie

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Beitragvon PaulaW » 15.11.2018, 10:48

Danke Ihr Lieben !

Wenn ich so lese was Engrid schreibt wird mir schlagartig klar dass es genau das ist was wir auch benötigen. (Wir haben übrigens jetzt die Autismus Testung angeleiert, dauert aber wg Wartezeit)

Junior kann so gut wie gar nicht alleine lernen und das wird auch noch dauern fürchte ich.
Er träumt, braucht Ansprache, Struktur etc.
Ich muss eigentlich zuhause immer dabei sitzen, ausser es geht ums Ausmalen. Alles andere würde ihn überfordern oder er würde wieder
aufhören.

Danke !

Liebe Grüsse

Paula



Engrid hat geschrieben:Hallo Paula,

Dass Kinder einer Klasse einzeln in einem separaten Raum unterrichtet werden, das kenne ich nicht von der Förderschule. Dafür gibt es hier weder Räume, noch Personal.
Es wird aber natürlich viel differenzierter Unterricht gemacht, die Kinder bekommen differenziertes Material. Jedes Kind bearbeitet seins, und die Pädagogen widmen sich reihum den einzelnen Kindern. Frontalunterricht ist eher selten.

Junior hat an der Förderschule GEnt eine Schulbegleitung, weil er sonst geistig gar nicht dabei bleiben würde, und weil sie ihm das Arbeitsmaterial nahebringt, zb abdeckt und nur die aktuelle Aufgabe aufdeckt, usw. Den Finger mitlaufen lässt beim Lesen, sowas. Ihn strukturiert halt. Und detailliert anleitet, wo es nötig ist.

Falls es darum geht, dass ein Kind auf einen reizarmen Arbeitsplatz angewiesen ist, könnte man evtl. einen Teacch-Arbeisplatz einrichten (Mit optischer Abschirmung, Ablaufstrukturierung, usw)?

Grüße
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Beitragvon Alexandra2014 » 15.11.2018, 11:53

Hallo Paula,

uns wurde die Schulbegleitung letztes Jahr an der Förderschule abgelehnt, mit der Begründung, dass es pädagogischer Auftrag der Schule sei, das zu leisten, was die Schulbegleitung machen soll. Die SB sei nur für die Hilfe beim An- und Ausziehen, Essen, Toilettengang etc. zuständig. Damals hatten wir aber auch die Autismusdiagnose noch nicht.
Die Schule hat trotzdem eine SB in der Klasse eingesetzt - für mehrere Kinder - weil es anders nicht ging. Deshalb hatte ich mir den Kampf mit dem Widerspruch gespart.

Inzwischen sieht das alles anders aus. Die KJP schrieb explizit, dass wir eventuell in naher Zukunft eine SB, und zwar eine Fachkraft, benötigen werden.
Mit der Autismusdiagnose ist das wohl auch nicht so schwierig, selbst an einer Förderschule.
Ich bin schon gespannt, wie es sein wird, wenn wir das mal (wieder) beantragen. :lol:

Gruß
Alex

Edit: an unserer Schule gibt es in den einzelnen Hauptfächern Lerngruppen, in denen die Kinder mit etwa gleichem Stand zusammengefasst werden. Das klappt prima!
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon HeikeLeo » 15.11.2018, 13:59

Liebe Paula,

mein Sohn hatte an einer Förderschule sehr lange eine Schulbegleitung. Ich bin seither von Schulbegleitungen geheilt. Das funktioniert nur, wenn die Schule an sich ein Konzept hat. Mein Sohn hat praktisch die ganze Zeit in einer 1:1 Situation im Treppenhaus zusgebracht. Unterrichtsstoff wurde natürlich nicht gemacht.

Bei uns war ein zusätzliches Problem der Unterricht an der Förderschule. Einerseits war es das Selbstverständnis der Förderschule, andererseits auch noch die Umsetzung. Zum Beispiel hatten wir in acht Jahren genau für ein Jahr einen Förderplan, weil ich mich da sehr energisch reingehängt hatte. Die Lehrerin ging dann in den Ruhestand und dann kam wieder der alte Trott zurück. Der Wunsch nach einem Förderplan wurde ausgesessen. Andere Eltern haben sich noch mehr auf die Hinterbeine gestellt als ich und sind sehr rücksichtslos von der Schulleitung ausgebremst worden.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Anja68S » 15.11.2018, 15:18

Hallo,

also wir hatten die ersten Jahre an der Förderschule eine SB, die wir selbst
ausgesucht hatten und im Voraus bezahlt hatten (bis das Amt endlich wusste,
wer zuständig ist...). Zuerst musste sie ihn noch wickeln, gemeinsam haben
wir ihn dann sauber gekriegt. Hauptsächlich hat sie ihn aber im Unterricht
unterstützt, z. B. Arbeitsblätter abgedeckt, Handführung,....
Jetzt in der 5.ten Klasse kommt er ohne sie zurecht. Es sind drei Lehrerinnen,
bei 13 Schüler. Mathe und Deutsch wird in Gruppen unterrichtet. Zuhause
arbeite ich den Stoff mit ihm immer wieder durch. GsD klappt die
Kommunikation mit seiner Lehrerin ganz gut und sie gibt mir viele Anregungen.
Ansonsten ist das Internet gefragt.

GLG
Anja
Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.
Nietzsche
___________
*68
*2003 Tochter, Zicke
*2007 Sohn, partielle Tetrasomie 15, frühkindlicher Autismus
*2010 Sohn, Trotzphase


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