Wie/woran habt ihr erkannt, dass euer Kind besonders ist?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Samaya1210
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 20
Registriert: 21.08.2018, 09:40
Wohnort: Düsseldorf

Wie/woran habt ihr erkannt, dass euer Kind besonders ist?

Beitragvon Samaya1210 » 14.11.2018, 13:20

Hallo ihr lieben.
Mich würde interessieren woran ihr gemerkt habt, dass offensichtlich etwas nicht stimmt? Waren es mehrere Punkte? Was hat euch dazu gebracht , auf Autismus zu tippen?

Danke für eure Antworten 😘

Werbung
 
Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1886
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 14.11.2018, 16:11

Bei Alexander war Autismus ziemlich naheliegend, weil er viele Klischees erfüllt: kaum Blickkontakt (und wenn, dann nur, wenn ER will), Spezialinteresse für Zahlen und bestimmte Dinge (Türbschläge, Jalousien, Verkehrszeichen,...), keinerlei Interesse an Interaktion mit anderen Kindern, Tics (Kopfzucken), kein Interesse am sauber-werden,...

...trotzdem bin ich nicht gleich drauf gekommen, weil ja die Gehörlosigkeit schon viel früher bekannt war. Ich wußte einfach oft nicht, ob gehörlose Kinder dadurch, dass ihnen ja ein Sinn komplett fehlt, "anders" reagieren als gesunde, hörende Kinder. Meine Mutter hat auch öfter mal gefragt "Spielen die anderen gehörlosen Kinder auch nur für sich?" oder "Wann fangen eigentlich gehörlose Kinder an, aufs Klo zu gehen?". Mit 4 Jahren hatten wir dann die Zusatz-Diagnose Autismus.

Beim älteren Bruder war es viel, viel schwerer. Ehrlich gesagt wäre ich nicht auf Autismus gekommen, weil er vom Wesen her einfach so "anders" ist als sein Bruder. Er war von klein auf sehr klug und wortgewandt und wurde oft wegen seiner kognitiven Fähigkeiten bewundert (sehr frühes lesen, schnelles auswendig-lernen, blitzschnelles erfassen von komplexen Situationen, sehr großer Wortschatz, ungewöhnliches Allgemeinwissen für sein Alter,...). Seine Probleme lagen immer und liegen immer noch im sozial-emotionalen Bereich.

Wenn ich seine Anzeichen von Autismus aufzählen soll sind sie ganz andere als beim Bruder: mißverstehen von alltäglichen, sozialen Situationen, geringe Frusttoleranz, Distanzlosigkeit gegenüber Fremden (Kindern und Erwachsenen), alles-auf-sich-beziehen, zutexten von anderen mit "seinen" Themen, egal, ob Interesse da ist, oder nicht, körperlich sehr emfindlich (die Hose ist zu eng, die Suppe zu heiß, der Pullover kratzt,...).

Witzigerweise sind das alles genau Punkte, die sein Bruder (ebenfall Autist) NICHT erfüllt.

Klassiker zum Vergleich: wenn mein älterer Sohn unmittelbar anfängt zu kreischen, auf seinen Fuß zu zeigen, und AUA, AUA, AUA schreit, muß man gaaaanz ruhig nachfragen, was los ist. Nach noch etwas Gebrüll und Gewimmer kommt man dahinter: ein Steinchen ist um Schuh! Dann braucht mein Sohn Schritt-für-Schritt-Anleitung: hinsetzen, Schuh ausziehen, Steinchen rausklopfen, Socke richten, Schuh wieder anziehen, weiter geht´s! Wichtig ist da die ganze Zeit der geduldige, liebevoll Beistand. Nach 2-3 Minuten ist alles wieder ok.

Der jüngere Bruder gebärdet in derselben Situation "STOPP", setzt sich hin, klopft kommentarlos das Steinchen aus dem Schuh, zieht den Schuh wieder an und geht weiter, als wäre nichts passiert.

Umgekehrt: ich drehe im Bad den Wasserhahn ab, obwohl ihn mein Kind abdrehen wollte. Mein älterer Sohn meint hier "ICH hätte abdrehen wollen!". Ich entschuldige mich, weil ich das vergessen habe, und alles ist wieder ok.

In derselben Situation ist mein jüngerer Sohn schwer beleidigt, weil ich doch WISSEN hätte müssen, dass er abdrehen will. Bei gutem Wind kann ich mich entschuldigen, den Wasserhahn wieder aufdrehen und dann dreht er ab. Wenn es kein so guter Tag ist dann endet das Ganze in einem halbstündigen Meltdown-Anfall mit schreien, kreischen und um-sich-schlagen.

Mein Fazit: beide Jungs sind Autisten, aber es ist keiner speziell WEIL.... gerade beim älteren Sohn hätte zumindest ICH nicht auf Autismus getippt. Mittlerweile ist bei dem aber auch noch die ADHS-Diagnose dazu gekommen.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 729
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Beitragvon HeikeLeo » 14.11.2018, 16:18

Umgekehrt: ich drehe im Bad den Wasserhahn ab, obwohl ihn mein Kind abdrehen wollte. Mein älterer Sohn meint hier "ICH hätte abdrehen wollen!". Ich entschuldige mich, weil ich das vergessen habe, und alles ist wieder ok.

In derselben Situation ist mein jüngerer Sohn schwer beleidigt, weil ich doch WISSEN hätte müssen, dass er abdrehen will. Bei gutem Wind kann ich mich entschuldigen, den Wasserhahn wieder aufdrehen und dann dreht er ab. Wenn es kein so guter Tag ist dann endet das Ganze in einem halbstündigen Meltdown-Anfall mit schreien, kreischen und um-sich-schlagen.

Liebe Lisaneu,

wie ich meine Kinder in diesen Beobachtungen wiederfinde! Für mich ist das NORMAL. Gibt es auch andere Kinder? - Meine Nachbarkinder sind auch so.
Stimmt, jetzt fällt es mir auf. Meine Neffen sind überhaupt nicht so. Es gibt auch andere Kinder. Wieso gelten DIE als normal. In meinem Umfeld sind die speziellen in der Überzahl und damit die Norm.

Liebe Grüße
Heike

Ich habe es bei meinen schon direkt nach der Geburt gemerkt. Der erste Schrei klang anders als bei neurotypischen Kindern. Das geht nur, wenn man einen Vergleich hat. Und es ist letztlich auch nicht schlimm, s.o.

svennie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 202
Registriert: 27.11.2017, 17:55

Beitragvon svennie » 14.11.2018, 16:32

Hallo Samaya,
dass mein Sohn anders ist als andere, habe ich vermutet, als er mit knapp 3 in den Kindergarten kam und sich dort überhaupt nicht an die Gruppe anpassen konnte und auch die Kontaktaufnahme zu anderen sehr auffällig wurde. Durch seine Hyperaktivität hatten wir zuerst den Verdacht und mit 5 die Diagnose ADHS (nachdem wir inzwischen in einen sehr guten Kiga gewechselt waren). Die Anzeichen für Autismus kamen aber bei ihm immer deutlicher zum Vorschein (keine Akzeptanz von Veränderungen, kein Blickkontakt, kein Interesse an Gleichaltrigen, Aufreihen von Gegenständen etc). Auf den Autismus bin aber nicht ich selbst, sondern die Kinderärztin bei der Einschulungsuntersuchung, aufmerksam geworden, die mir zu einer Abklärung riet. Später hat die KjP in der Tagesklinik den Verdacht bestätigt. Die ASS Diagnose hatten wir dann mit 6 1/2.
LG
Svenja
Sohn 10/2011: Asperger, hyperkinetische Störung, umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen, PG 2

maikeb
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 163
Registriert: 20.11.2010, 12:47

Beitragvon maikeb » 14.11.2018, 17:27

Mir glaubt meine Antwort vermutlich keiner, aber ich schreib’s trotzdem mal:
Ich habe schon vor der Geburt bemerkt, dass mein Sohn seltsam ist. Er hat sich unglaublich viel und heftig bewegt. Das war teilweise sehr schmerzhaft. Die Gynäkologin hat sich über das gewundert, was sie im Ultraschall sah, die Hebamme meinte nach dem Blasensprung, dass er sich nun weniger bewegen würde, weil es im Bauch eng würde - nein, es wurde nicht weniger. Auch hier allgemeine Verwunderung.

Mit 6 Wochen hat er durchgeschlafen. Ich musste ihn nachts wecken, weil er Untergewicht hatte. Dann hat er mit 2 Monaten begonnen, sich auf den Bauch zu rollen. Ich habe ganze Nachmittage damit verbracht, mein Kind wieder auf den Rücken zu drehen, weil er auf dem Bauch sofort schrieb wie am Spieß. Kaum zurück auf dem Rücken, ging das Spiel von vorne los.

Als er dann sitzen konnte, wollte er nicht auf dem Arm sitzen bleiben und wand sich sofort heraus, so dass er, wenn wir ihn nicht abgesetzt hätten, heruntergefallen wäre. (Gleiches Spiel im Sitz des Einkausfswagen.)
Er lachte über seltsame Dinge. Zum Beispiel über meine Füße. :roll: Er musste alles anfassen, was er sah, und hat in wenigen Sekunden ganze Zimmer verwüstet. Wenn wir ihn festhielten, brüllte er, als würden wir ihn misshandeln.
Er reagierte nicht auf Ansprache und nicht auf Schimpfen. Er ging nicht an der Hand - ein großes Problem im Straßenverkehr. Er war absolut nicht zu bändigen.

Als er feste Nahrung zu sich nehmen konnte, schluckte er ganze Nudeln ohne zu kauen - und fand das superlustig.

Er sprach sein erstes Wort mit 2 Jahren. Aber nicht, um zu kommunizieren.

Wenn ich auf etwas zeigte, um ihn darauf aufmerksam zu machen, betrachtete er nur ratlos meinen Finger.

Ich könnte das endlos fortsetzen. Die Diagnose hat er aber erst mit acht (!) Jahren bekommen.

Kaati
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 233
Registriert: 25.03.2017, 22:36

.....

Beitragvon Kaati » 14.11.2018, 21:36

Hallo maikep, doch ich glaube dir.
Bei mir war es auch so. Wahnsinn das das auch jemand anderes erlebt hat.
Unsere Sohn hat mich auch von „innen misshandelt“ wehrend der Schwangerschaft . Ich habe immer gesagt mein Baby meint es hat zu wenig Platz. Das war echt heftig. Auch bei mir hat sich meine Frauenärztin sehr gewundert was das Baby da macht..

Zur eigendlichen Frage :wink:

Und nach der Geburt ging es genau so weiter.
Unser Sohn war sofort immer am rudern und am strampeln immer in Bewegung.

Dann schief er wenn er mal schlief ( es schien als brauchte er keinen Schlaf) immer nur alleine nicht in unserem Bett, nicht auf unserem Arm. Sondern in seinem Bett oder neben uns auf dem Sofa. Aber am liebsten im Kinderwagen.

Dann fing er an sich von uns weg zu drücken wenn er auf dem Arm war. Da war er 6 Monate.
Er lief zu seinem ersten Geburtstag. Ach nee er rannte zu seinem ersten Geburtstsg :lol:
Ab da konnte er flüchten vor allem was ihn zu laut war und das waren 80 % aller Geräusche...
dann interessierten ihn keine anderen Kinder
Er reagierte nicht auf seinen Namen
Er aß sehr lange nur ganz fein püriertes und nichts was krümelig war
Er braucht immer die gleichen festen Tagesabläufe
Er spielte nur Sachen auf ein ander stellen oder schütteln von. Gehenständen usw.

Und dann mit 3 Jahren geriet alles aus dem Ruder und unser Kind war sooo unglücklich und wir total fertig ( schlafen tat er immer noch nicht)

Das ich mich nicht mehr hinhalten lassen habe , mit das verwechst sich schon und so weiter, und wir in die Diagnostik gegangen sind. Ein Jahr später hatten wir die Diagnose Autismus...

Lg kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
________________________
Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)

AnnalenaO
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 371
Registriert: 08.02.2018, 17:32

Beitragvon AnnalenaO » 14.11.2018, 23:12

Hallo!
Mein Sohn war auch ziemlich von anfang an irgendwie anders.... als er geboren wurde schrie er zb nicht. Vermutlich hat er einmal gequietscht um die Lungen zu entfalten denn er atmete, aber er schrie einfach nicht für einige Minuten. Und dann schrie er auch nicht wirklich sondern piepste eher, was ihm im Krankenhaus den Spitznamen Pipsie einbrachte. Beim stillen ging es weiter: sobald der Milchstrahl lief wendete er sich schreiend ab. Besser wurde das als ich anfing Stillhätchen zu benutzen. Dann ging es weiter ab Krabbelalter (früh mit 7 Monaten): er krabbelte nur auf bestimmten Untergründen. Dann Laufalter (auch früh, mit 12 Monaten) : Er blieb auf jedem Gullideckel stehen und er fiel auch häufig hin. Von Stückiger Nahrung wollte er sehr lang nichts wissen (er war über 2 Jahre als er langsam damit anfing). Er wollte sein Essen auch nicht anfassen und er wollte auch nicht selber essen weil er es hasste dreckig zu werden. Er berührte keinen Sand und auch kein Gras . Er zog nur lange Sachen an und lief nur mit Schuhen. Im Minikindergarten in den er mit 2 Jahren kam lag er meistens irgendwo rum und befühlte ein Spielzeug. Er ass nicht in der Gruppe und machte auch keine Singspiele mit: sein erstes Wort sprach er mit 18 Monaten: vorher wirklich garcnichts, keinen Piep.
Ich könnte das so fortsetzen. Spleen reigte sich an Spleen und das ist bis heute so....
Liebe Grüsse, AnnalenaO

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 13823
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitragvon Engrid » 15.11.2018, 08:02

Hallo Samaya,

die Frage ist nachvollziehbar, aber falls du auf die Art herausfinden willst, ob Dein Kind autistisch sein könnte, dann wird sie nicht viel bringen.
Autistische Kinder sind, wie nichtautistische untereinander auch, so ausgeprägt verschieden. Da zieht man schnell falsche Schlüsse ...
Andersrum, wenn Du hier schreibst, was Dir an Deinem Kind auffällig vorkommt, dann kannst Du Anworten bekommen, die vielleicht sortieren helfen.
Oder guck mal hier rein, da findest du vieles nach Themen geordnet, vielleicht lassen sich so leichter die wesentlichen „Linien“ erkennen: phpBB2/ftopic113545.html

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

svennie
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 202
Registriert: 27.11.2017, 17:55

Beitragvon svennie » 15.11.2018, 08:05

@maikeb: Bei Deiner Beschreibung erkenne ich meinen Sohn im Alter von 3-4 Jahren komplett wieder: alles anfassen, Zimmer verwüsten, nicht an die Hand gehen, kein Reagieren auf Ansprache... eine Zeitlang hat er immer, wenn wir in den Kiga kamen oder irgendwo anders hin (Ergo zB) sofort alle Lichtschalter an und ausgemacht und das sehr oft hintereinander...wir hatten auch sehr gefährliche Situationen im Straßenverkehr- er hatte zB morgens im Kiga oft Angst, in die Gruppe zu gehen, während er mit Autos keine Gefahren verbunden hat. Vor der Straße hat er keine Angst gehabt (bis zu Aussteigeversuchen aus dem fahrenden Auto, wenn er einen Schreianfall bekommen hat, weil ich zB den „falschen“ Weg gefahren bin).
LG
Svenja
Sohn 10/2011: Asperger, hyperkinetische Störung, umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen, PG 2

Werbung
 
Artemisia
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 13
Registriert: 20.02.2018, 07:01
Wohnort: Berlin

Beitragvon Artemisia » 15.11.2018, 12:00

Ich finde diese Gegensätze bei autistischen Kindern so interessant!
Die einen wollen alles anfassen und machen ein totales Chaos und die anderen weigern sich Dinge anzufassen und bewegen sich kaum von der Stelle.
Meine Tochter gehört zur zweiten Gruppe. Sie war als Baby schon irgendwie passiv, genügsam, ängstlich. Interessanterweise hatte ich während der Schwangerschaft auch schon das Gefühl, dass sie sich sehr wenig bewegt und sehr ruhig ist! :shock:
Mit vier Monaten fing sie extrem an zu fremdeln und es war in fremder Umgebung sehr schwierig mit ihr, während sie zuhause total pflegeleicht war.
Da ich immer gelesen hatte, dass autistische Kinder nicht fremdeln, dachte ich anfangs auch, dass Autismus nicht zutreffen könne.

Mir fiel auf, dass die Interaktion mit ihr etwas schwieriger war als mit anderen Babys, da war sie etwa 10 Monate. Ich hatte das Gefühl, dass etwas nicht stimmt und stolperte quasi über Autismus. Der Verdacht aktualisierte sich als sie mit ca. einem Jahr überhaupt nicht guckte, wenn ich irgendwo hin zeigte und diese Geste auch selbst nicht benutzte.
Ihre motorische Entwicklung war (vermutlich durch die Passivität) verzögert und ihre Sprachentwicklung war ungewöhnlich. Sie lernte quasi Vokabeln und benutzte Sprache nur sehr wenig zur Kommunikation. Erst mit ca. 20 Monaten verstand sie einfachste Aufforderungen und Satzbildung ging bei ihr lange Zeit nur mittels Echolalie.
Sie entwickelte überhaupt kein normales Spielverhalten, kletterte nicht und wollte nicht Bobbycar fahren.
Mit etwas über zwei Jahren fing sie an sich selbst als "Du" und andere als "Ich" zu bezeichnen - eine typisch autistische Sprachbesonderheit.
Diese Besonderheiten häuften sich und als sie mit ca. 2,5 im Kindergarten eingewöhnt werden sollte, musste ich feststellen, wie sehr sie sich wirklich von Gleichaltrigen unterschied. Die anderen Kinder kommunizierten miteinander, spielten phantasievoll und meine Tochter war völlig apathisch und fast nicht ansprechbar in dem Trubel.
Es war, als würde ich immer mehr Puzzleteile finden und irgendwann waren es zu viele, als dass ich einen Zufall vermuten konnte.

Stärkere Stereotypien, wie das Aufreihen von Gegenständen oder selbst erdachte Rituale und Zwänge entwickelten sich erst im Alter von etwa 3,5 Jahren.

Mit knapp 3 Jahren bekam sie die Diagnose tiefgreifende Entwicklungsstörung und mit fast 4 Jahren dann Asperger Syndrom.


Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: MSN [Bot] und 3 Gäste