Wie/woran habt ihr erkannt, dass euer Kind besonders ist?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Artemisia
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Beitragvon Artemisia » 19.11.2018, 17:09

Hallo Samaya,

ich denke, dass ich dich sehr gut verstehen kann. Ich weiß nicht, ob deine Tochter autistisch ist, ob sie einfach nur etwas langsamer ist oder vielleicht etwas ganz anderes dahintersteckt aber mit meiner Tochter war es in diesem Alter tatsächlich etwas ähnlich.
Ich fand sie schon als Kleinkind irgendwie auffällig und habe mir Sorgen gemacht aber sie war nicht so gravierend auffällig, dass klar gewesen wäre, dass etwas nicht stimmt. In der Familie waren alle eher der Meinung, dass ich zu kritisch bin und meine Tochter nur etwas langsam ist. Heute ist sie vier und es ist ganz offensichtlich, dass sie nicht langsamer sondern grundlegend anders ist.

Ich würde, anders als wohl die meisten hier, schon jetzt Termine für eine Diagnostik ausmachen. Beim SPZ und bei einer Stelle, die auf Autismus spezialisiert ist. Es kann gut sein, dass du in ein paar Monaten sagst "es war alles falscher Alarm" aber falls nicht, hast du dann zumindest bald jemanden, der dich beraten kann. Und wenn du sie doch nicht brauchen solltest, kannst du ja einfach wieder absagen. Auf solche Termine muss man oft nur ziemlich lange warten, deshalb ist es vielleicht besser jetzt schon etwas auszumachen.

Mir hätte es geholfen früher zu wissen, was mit meiner Tochter los ist. Dieses ständige Gedankenkreisen, ob etwas nicht stimmt und wenn ja, was es ist, fand ich enorm zermürbend. Es hätte mir auch geholfen zu wissen, dass sie mit gewissen Dingen einfach überfordert ist bzw. sie nicht versteht und man zu viel von ihr verlangt, wenn man erwartet, dass sie sich wie ein normales Kind verhält.
Ich war oft völlig verzweifelt darüber, dass meine Tochter z.B. auf dem Spielplatz nur inaktiv im Sandkasten saß, während die anderen Kinder alle Spaß hatten. Ich war dann z.T. auch wirklich wütend und traurig und das war ungerecht ihr gegenüber.
Dafür hätte ich aber tatsächlich eigentlich auch keine Diagnose gebraucht sondern ich hätte einfach auf mein Bauchgefühl hören sollen und mir nicht von anderen Leuten reinquatschen lassen sollen, was sie können sollte, was ihr Spaß machen sollte usw.

Ich bin zum ersten mal beim SPZ gewesen als meine Tochter 2 3/4 war und habe denen quasi eine ganze Liste an Autismussymptomen vorgelegt. Die erste Diagnose, die sie bekommen hat war dann Störung des Sozialverhaltens :roll:
Aber schon beim nächsten Termin wurde klar, dass das Murks ist und sie in Richtung Autismus tendiert.

Bzgl deiner Beobachtungen: Du nennst einige Punkte (Zeigen, Essverhalten, Sprache) die auf eine Autismusspektrumstörung hindeuten könnten und auch einiges, was eher untypisch dafür wäre. Grundsätzlich können leichter betroffene Kinder oft Fähigkeiten haben, die Autisten eher nicht zugeschrieben werden. Deshalb lässt sich auch kaum ein Ausschlusskriterium finden.
Und es kann auch sein, dass einige typische Verhaltensweisen erst mit der Zeit hinzukommen. Meine Tochter reiht z.B. erst Gegenstände auf seit sie etwa 3,5 ist.
Die Symptome sind bei unterschiedlichen Betroffenen auch unterschiedlich verteilt. Einige haben mehr Stereotypien, andere mehr Besonderheiten in der Wahrnehmung, Sprache usw.
Wie ist denn das Spielverhalten deiner Tochter? Also wie und was spielt sie alleine und mit anderen?

Viele Grüße!

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Ronja-und-Mini
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Beitragvon Ronja-und-Mini » 28.11.2018, 16:11

Bei uns war es im Säuglingsalter schon das typische
- nie Lachen
- extreme Sträuben und Weggdrehen auf dem Arm
- fehlender Blickkontakt
- hektische, unkonzentrierte Art und außergewöhnlich viel Schreien (vermutlich Reizüberflutung)
Mama (39) mit Mini-Asperger (6, Vorschulkind)


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