Schulbegleitung beantragen in Bayern

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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antonin
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Schulbegleitung beantragen in Bayern

Beitragvon antonin » 13.11.2018, 20:05

Hallo,

unser Kind hat eine komplexe Frühtraumatisierung mit Posttraumatischer Belastungsstörung bzw. Traumafolgestörungen und möglicherweise dazu ASS. Er besucht jetzt die Förderschule mit Schwerpunkt GE. Kognitiv passt er da vielleicht nicht hin, aber die Schule bietet ihm die beste Struktur und außerdem haben wir auf dem Land nicht besonders viel Auswahl.

Die Schule befürwortet nun doch auch (hatten wir eigentlich schon vor Beginn gesagt... :roll: ) einen Schulbegleiter.

Wir wissen, dass wir den beim Bezirk beantragen müssen. Meine Frage: wie vorgehen? im vorauseilenden Gehorsam möglichst viel liefern? Zählen auch Stellungnahmen der Psychotherapeutin (Dipl.-Psychologin)?
Welche Stolperfallen können uns erwarten? Was sollten wir beachten?

Vielen lieben Dank für's Lesen und Antworten! :wink:

Antonia

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Beitragvon Engrid » 13.11.2018, 20:23

Hallo Antonia,

das Wichtigste ist die gutachterliche Stellungnahme vom Facharzt = Kinder- und Jugendpsychiater (Die vom Psychologen reicht vermutlich nicht). Und eine Stellungnahme der Schule.
Es geht nicht darum, möglichst VIEL beizufügen, sondern möglichst STICHHALTIG.

Eine Stolperfalle dürfte sein, dass der Bezirk nur bei vorliegender geistiger oder körperlicher Behinderung zuständig ist, bei REIN seelischer Behinderung ist das Jugendamt zuständig. Ist das schon geklärt?

Grüße
Engrid
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Beitragvon antonin » 15.11.2018, 10:56

Hallo Engrid,

vielen Dank für deine Antwort. Wir haben über die PTBS ein Gutachten, allerdings schon etwas älter, vom KJP.

Das sonderpädagogische Gutachten der Schule zieht eine Minderintelligenz in Betracht. Getestet wurde aber noch nichts.

Diese Unterscheidung zwischen Bezirk und Jugendamt kenne ich. Das Jugendamt steht auf dem Standpunkt, wenn er in der Schule mit Schwerpunkt GE ist, ist es nicht mehr zuständig.

Bis jetzt haben wir bewusst irgendeinen Diagnosemarathon gemieden, weil, zwar in kleinen Schritten, immer eine Entwicklung vorhanden war. Und Juniors Selbstwertgefühl sehr schlecht ist und er sofort mitkriegt, wenn er "bewertet" wird oder Leistung zeigen soll... Diesen Stress wollten wir ihm und uns ersparen, zumal wir nicht wirklich bis jetzt die richtige Anlaufstelle gefunden haben. Er ist so heterogen in allen Belangen....Das macht es so schwierig und spannend :wink:

Wir werden also mal unser Glück beim Bezirk versuchen..

viele Grüße
Antonia

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Beitragvon Engrid » 15.11.2018, 12:19

Hallo Antonia,

Wenn der Bezirk die Zuständigkeit anerkennt, dann passt es ja. Falls er es nicht tut, muss er innerhalb kurzer Frist ans JA weiterleiten, und dann müssen die beiden Ämter unter sich ausstreiten, wer zuständig ist, das kann Dir dann eigentlich wurscht sein.
Wobei die Schule, von Schulamtseite, eigentlich keine Kinder aufnehmen darf, die nicht in ihr Resort fallen. Pass also ein bisschen auf, dass es Euch da nicht „einzwickt“.

Kann die KJP das alte Diagnoseschreiben aktualisieren? So machen wir das, offiziell darf das Gutachten nicht älter als zwei Jahre sein, zumindest ist das der Zeitrahmen beim Bezirk (der vom JA ist wohl eher kürzer).

Beim Junior hieß es (nach IQ-Testung) „nicht sicher testbar“, aber GB anzunehmen. Junior blockiert/verweigert bei Testung. Vielleicht gibt es in der Ecke auch bei Euch eine Möglichkeit. Also über KJP argumentieren, dass IQ-Testung aktuell nicht sinnvoll ist.

Und mal informell mit der Schule reden, die haben ja Erfahrung. Möglicherweise wird das ja nur in unserem Teil Bayerns so strikt gehandhabt. :wink:

Grüße
Engrid
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