Befundbericht für Schule kürzen?

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Alexandra2014
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Befundbericht für Schule kürzen?

Beitragvon Alexandra2014 » 13.11.2018, 15:31

Hallo!

Gestern kam der sehnsüchtig erwartete Befundbericht aus der KJP Ambulanz. Fast 20 Seiten mit allen Details aus Schwangerschaft, Geburt und Familienanamnese.
Einen Großteil der Diagnostik möchte ich gerne der Schule zur Verfügung stellen, die wichtigen Dinge, die eben relevant für die pädagogische Seite sind.

Da alles wunderbar seitenweise im jeweiligen Kontext geschrieben wurde, wäre es bestens möglich, nur die wichtigen Seiten zu kopieren und weiterzugeben.
Auf einen weiteren Bericht zu warten, der explizit für die Schule zusammengefasst (gekürzt) wurde, würde einfach zu lange dauern.

Aber darf man das?
Ich würde der Lehrerin natürlich sagen, dass ich das ganze Familienanamnesegedöns weggelassen habe.
Blöderweise steht auch drin, dass ich mich von den Lehrern unter Druck gesetzt fühle, das Kind möglichst schnell ganztags beschulen zu lassen, obwohl sie da in der Vergangenheit massive Probleme hatte nach Schulwechsel. Momentan geht sie nur bis Mittags.
Ich möchte da einfach keinen Ärger provozieren, weil die Klassenlehrerin das vielleicht in den falschen Hals bekommt.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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tantethali
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Beitragvon tantethali » 13.11.2018, 15:49

Es sind deine Daten. Die Schule muss überhaupt keinen Bericht bekommen.
Ich habe damals auch geschwärzt. Die Schule geht es nichts an was ich noch für Diagnosen habe und auch die Familienanamnese tut nichts zur Sache für die Beschulung.
Die wichtigen Fakten und Testergebnisse haben sie nun vorliegen, da ich denke, dass es für die Beschulung relevant sein kann.
Sohn (2011) Frühchen 28+2, Asperger Autist, überdurchschnittliche Intelligenz (eventuell HB), ADHS
Sohn (2013) fit

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Beitragvon HeikeLeo » 13.11.2018, 15:52

Aber darf man das?
Wenn Du klar sagst, was Du tust, darfst Du das sicherlich.

Das Papier landet wahrscheinlich sowieso in der Schulakte und wird nur mal schnell überflogen. Für 20 Seiten Individualtext nimmt sich meistens niemand so viel Zeit. Außerdem dürfte der medizinische Teil für die Lehrkräfte ohnehin nicht verständlich sein. Insofern ist es aus Rücksicht auf die Schule, wenn Du NUR das Wesentliche weitergibst.

Und gerade, wenn etwas in den falschen Hals gelangen kann. Du hast diese Sorge sicher nicht ohne Grund.
weil die Klassenlehrerin das vielleicht in den falschen Hals bekommt.
Aber, wenn die Lehrerin etwas in den falschen Hals bekommen will, dann bekommt sie das so oder so in den falschen Hals.
a) Wenn Du ihr den ganzen Brief gibst, dann hängt sie sich an der betreffenden Passage auf.
b) Wenn Du den Brief nicht herausgibst, dann ist das Information zurückhalten. Darüber kann man auch beleidigt sein.
c) Die gekürzte Version - da kann man eben auch beleidigt sein, weil man ja nicht weiß, was weggekürzt wurde.


Und Du kannst ja den von Dir gekürzten Brief nur als Vorab-Version rausgeben. Aber eben auf wenige relevante Seiten reduziert. Und damit dann den zusammengefassten Brief ankündigen, wann immer der auch kommen möge.

Liebe Grüße
Heike

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 13.11.2018, 16:08

Danke Euch!
Ich werde der Lehrerin sagen, dass ich die Familienanamnese und „wann Kind krabbeln und laufen etc. konnte“, weggelassen habe, da das zum Teil ja sowieso in den früheren Berichten und im AO-SF steht.

Ich weiß, dass ich nichts herausgeben muss. Es stehen aber eben auch wichtig Dinge drin, die hilfreich für das Kind sind. Da die Schule auch einige Autisten hat und hatte, kennen sie sich im Thema auch etwas aus. Das wäre an einer Regelschule sicher komplizierter... :D
Der Bericht ist wirklich gut lesbar geschrieben, auch für Laien.
Da Kind auch sehr gut kompensiert und im Grunde Kontakten nicht zwingend aus dem Weg geht, hatte ich ein bißchen den Eindruck, dass man sie „mündliche“ Diagnose ein wenig belächelt hat.
Wenn sie es schwarz auf weiß haben, wieso, weshalb, warum, wird das sicher hilfreich sein.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

rena99
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Beitragvon rena99 » 13.11.2018, 18:19

Hallo Alexandra,

also ich wäre vorsichtig mit dem, was ich an die Schule weitergebe. Das landet alles in der Schulakte und die begleitet dein Kind sein Schulleben lang. Und du weißt jetzt noch nicht, wer das dann alles liest und was sie damit machen.

Was ich tun würde: Ich würde aus dem Text das heraussuchen, was Emfehlungscharakter hat und das würde ich für die Schule neu zusammenstellen. Schön wäre es natürlich, wenn der KJP solche reinen Empfehlungen formulieren könnte, aber wenn er sich dazu nicht in der Lage siehst, kannst du das auch selbst machen. Das nennst du dann: "Emphehlungen der KJP zum Umgang mit deinem Kind". Wenn ihnen das so nicht reicht, dann muss halt doch noch mal der KJP ran. Der sollte dann aber wirklich nur Empfehlungen geben und nicht eure Familiengeschichte oder deine Befindlichkeiten ausbreiten.

LG Rena, die da leider schon negative Erfahrungen gemacht hat.
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 13.11.2018, 18:47

Hallo Alexandra!

Bei uns war direkt ein Schreiben für die Schule dabei. Da stand nur die Diagnose drauf und Empfehlungen zu Nachteilsausgleich und dann noch dass sie für Rückfragen zur Verfügung stehen.
Mehr würde ich auch nicht an die Schule geben wollen. Ich bin eigentlich wirklich total offen, aber die Diagnose und die Empfehlungen die sich daraus ergeben langen einfach.
Warum kommt bei euch die Version für die Schule später? Das ist doch viel weniger Arbeit als der ganze Riesenbefund. Ich würde da eher in der KJP Druck machen dass sie den Kurzbericht für die Schule möglichst schnell fertig machen und nicht selber was zusammenkürzen.

Liebe Grüsse, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

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Beitragvon Karin2 » 13.11.2018, 20:25

Hallo Alexandra,
du kannst einen gekürzten Befundbericht für die Schule anfordern, der ist schnell erstellt und dauert nicht sehr lange.
LG Karin

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Leela
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Beitragvon Leela » 13.11.2018, 21:08

Hi,
ich habe für die KiTa immer geschwärzt, damit sie nichts von der Hirnblutung erfahren.
Geschwärzt und nochmal kopiert.
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)


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