Alina wird 18 - Fragen über Fragen

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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monika61
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Beitragvon monika61 » 14.11.2018, 19:55

Mamamarti hat geschrieben:
Uns wollte die Grundsicherungsstelle auch zum Jobcenter schicken. Ich habe den Antrag trotzdem dort abgegeben und die Damen daran erinnert, das sie verpflichtet sind den Antrag weiter zu leiten, falls sie meinen nicht zuständig zu sein. Fall also ihre Meinung nach das Jobcenter zuständig ist, sollen sie es dort weiter leiten. Haben sie nicht :shock: :shock: . Stattdessen haben sie ein Gutachten zu Feststellung der Erwerbsunfähigkeit angefordert und anschließend Grundsicherung gezahlt.

LG Marti


Hallo,

genau so ist es richtig, die wissen genau wer zuständig ist, also nicht abwimmeln lassen. :wink:

LG
Monika

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sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 15.11.2018, 02:47

Ich habe auch den Antrag für Grundsicherung gestellt Hier die klare Aussage: Grundsicherung erst, wenn Schülerbafög und Jobcenter nicht übernehme.
Allerdings scheint bei uns eh alles anders zu laufen.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

monika61
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Beitragvon monika61 » 15.11.2018, 08:20

sandra8374 hat geschrieben:Ich habe auch den Antrag für Grundsicherung gestellt Hier die klare Aussage: Grundsicherung erst, wenn Schülerbafög und Jobcenter nicht übernehme.
.


Hallo Sandra,

Schüler BAföG ?
Ein behinderter Mensch mit einer geistigen Behinderung, der eine Förderschule besucht und bei seinen Eltern lebt....
Für solche Schüler kommt BAföG doch überhaupt nicht in Betracht:

…"Wer beispielsweise noch bei seinen Eltern wohnt und das Gymnasium auf dem normalen Schulweg über die 10. Klasse hinaus besuchen möchte, hat im Normalfall keinen BAföG Anspruch. Gleiches gilt für Fachoberschulen, die man besuchen kann, ohne vorher eine Berufsausbildung absolviert zu haben."...

…"Zu den nicht förderungsfähigen Ausbildungen gehört der Besuch der normalen Berufsschule, der im Zuge einer Berufsausbildung ansteht. Auch Ausbildungen im dualen System, die also eine betriebliche Komponente haben, werden nicht durch das Schüler-BAföG gefördert"....

http://www.bafoeg-aktuell.de/bafoeg/sch ... afoeg.html



Bei eindeutiger Sachlage muss das Amt prüfen.

Wenn zB eine WfbM überhaupt nur in Betracht kommt, wenn eine
Krankenschwester vor Ort ist, sollte die Wahrscheinlichkeit einer
dauerhaften Erwerbsminderung doch gegeben sein....


Schau mal hier:

…"Grundsätzlich muss der zuständige
Rentenversicherungsträger prüfen,
ob eine dauerhafte volle Erwerbsminderung
vorliegt. Das Sozialamt
veranlasst die Prüfung, wenn es aufgrund
der Angaben und Nachweise
des Antragstellers wahrscheinlich ist,
dass er dauerhaft nicht imstande ist,
mindestens drei Stunden täglich zu
arbeiten."....


Komplettes Merkblatt zur Grundsicherung:
https://bvkm.de/wp-content/uploads/Merk ... ng_Web.pdf

Aus Erfahrung kann ich nur jedem raten sich alles schriftlich geben zu lassen....nur so hat man ggf einen Nachweis über die Aussagen der Sachbearbeiter. :wink:


Vielleicht auch interessant dazu:

Ein BSG - Urteil zur Beratungspflicht:

Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16


ZITAT:
…."Im Sozialrecht bestehen für die Sozialleistungsträger besondere Beratungs- und Betreuungspflichten. Eine umfassende Beratung des Versicherten ist die Grundlage für das Funktionieren des immer komplizierter werdenden sozialen Leistungssystems. Im Vordergrund steht dabei nicht mehr nur die Beantwortung von Fragen oder Bitten um Beratung, sondern die verständnisvolle Förderung des Versicherten, das heißt die aufmerksame Prüfung durch den Sachbearbeiter, ob Anlass besteht, den Versicherten auch von Amts wegen auf Gestaltungsmöglichkeiten oder Nachteile hinzuweisen, die sich mit seinem Anliegen verbinden; denn schon gezielte Fragen setzen Sachkunde voraus, über die der Versicherte oft nicht verfügt. Die Kompliziertheit des Sozialrechts liegt gerade in der Verzahnung seiner Sicherungsformen bei den verschiedenen versicherten Risiken, aber auch in der Verknüpfung mit anderen Sicherungssystemen. Die Beratungspflicht ist deshalb nicht auf die Normen beschränkt, die der betreffende Sozialleistungsträger anzuwenden hat. "....

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-b ... =3&anz=133

LG
Monika

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Beitragvon sandra8374 » 15.11.2018, 09:37

Sie bekam im letzten Schuljahr Schülerbafög. Für dieses Schuljahr wird seid Juni geprüft. Die ist Pflegekind. Ob dies eine Rolle spielt. Aktuell über Leben in Gastfamilien bei uns
LG Sandra



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Jennifer
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Danke

Beitragvon Jennifer » 16.11.2018, 17:18

Danke euch allen,
ihr seit der Hammer, schön das es euch alle gibt :-)
ich werde mich durchlesen und gucken was ich noch machen kann weil schließlich geht sie wenn überhaupt frühestens ab Sep. Okt. in die Werkstatt. und wird aber im Januar schon 18.
Die Frau sagte mir das das Jobcenter verantwortlich ist dafür das die Erwerbsminderung festegestellt wird und wenn das bestätigt ist würde dann die Grundsicherung gewährt. Mhh ich glaub ich werde vorsichtshalber einen Anwalt um Hilfe bitten denn das ist mir alles zu viel echt.... .

Ich habe das Gefühl unser festes Gerüst was wir um uns hatten zerfällt immer mehr, und fühle mich echt im moment total leer....so hilflos alles ist im wandel und ob es jemanls alles nochmal so sicher und geregelt wird wie zuvor weiß ich nicht. Habe das gefühl jeztt wird sie 18 und nix läuft mehr, keiner gibt sich mehr mühe sie zu fördern und unterstützen, ein schreckliches Gefühl echt...

GLG Jenny
Alina Janine 10.01.01 FG 24SSW, 390g, Cerebralparese, Hirnblutungen, Balkenhypoplasie, Blind, Epilepsie, ASD2, Tetraparese, Mikrozephalus, Bronchopulmonale Dysplasie II, Hüftdysplasie, war Langzeitbeatmet, PEG Sonde,
Manuel Mika geb.gest.8.3.07 (Alinas Cousin)
Manuel Mika´s Bruder Lino-Patrice geb. 7.10.08 29.SSW gesund

Petra62
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Beitragvon Petra62 » 16.11.2018, 17:43

Hallo Jenny
Das du nicht mehr weißt was passiert, kann ich gut nachvollziehen. So ging es mir, als unser Sohn das BBW nicht geschafft hat. MAn sieht alle Felle davon schwimmen und alles geht kaputt. Bei uns war das so, die Rehaberaterin hat ein ärztliches Gutachten angefordert, das T. in die Werkstatt gehen kann. Die Erwerbsminderung wurde bestätigt, aber nicht auf Dauer. Wir stellen auch einen Antrag auf GruSi, mal shen was raus kommt.
Ihr müsst auch an's Kindergeld denken wenn sie 18 wird. Die fragen auch noch.
Viel Glück euch.
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit


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