Verdacht auf ADHS

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Julia-82
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Verdacht auf ADHS

Beitragvon Julia-82 » 13.11.2018, 12:42

Ich war mit meinem 9jährigen Sohn gestern das erste Mal im SPZ.Laut der Ärztin würde das meiste für ADHS sprechen.
Einiges könnte ich laut Internetseiten auch zuordnen und vieles passt genau auf meinen Sohn,aber wie sieht es denn aus mit Problemen bei Veränderungen? Gehört das auch dazu?
Also zb das man nicht woanders schlafen möchte,nicht mal bei den Großeltern oder nicht in Urlaub oder auf Klassenfahrt möchte oder auch im Alltag,wenn auf einmal etwas anders läuft als gewöhnlich.
Er geht nicht mal woanders zur Toilette.
Oder sehr sensibel sein,geistig wie körperlich.Vermutliche Probleme der Wahrnehmung selbst beim Essen.Er ißt wenig warmes und eher hartes,nichts breiiges.Lieber nur Rohkost,Knäckebrot usw.Die Ergotherapeutin meinte,das es wohl etwas mit der Wahnehmung zu tun haben könnte.
Wo kann ich denn die Wahrnehmungsprobleme offiziell testen lassen?
Die visuelle beim Augenarzt und der HNO testet die auditive? Denn bisher wurde das nur bei der Ergo festgestellt,das er im visuellen Probleme hat.Es soll halt beim richtigen Fachmann getestet werden.

Gibt es denn auch adhs kinder,die eigentlich gar nicht so hyperaktiv sind? Mein sohn ist ansich recht ruhig,wenn er nicht gerade durchgehend redet,und weder aggressiv,noch besonders aktiv.
Im Januar haben wir dann einen psychologischen Test und wissen danach hoffentlich mehr.
Eine Schulbegleitung wurde auf jeden Fall empfohlen,dafür brauchen wir allerdings ja erst eine Diagnose und von Medikamenten wurde schon gesprochen,wenn es das sein sollte.

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Regina Regenbogen
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Re: Verdacht auf ADHS

Beitragvon Regina Regenbogen » 13.11.2018, 13:02

Wo kann ich denn die Wahrnehmungsprobleme offiziell testen lassen?
Warte jetzt erstmal diese Diagnostik ab.
Die visuelle beim Augenarzt und der HNO testet die auditive?
Augenarzt mit angeschlossener Sehschule und besser einen Pädaudiologen als "nur" einen HNO.
Gibt es denn auch adhs kinder,die eigentlich gar nicht so hyperaktiv sind?
Natürlich, sind ja nicht alle gleich. :wink:
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 13.11.2018, 13:12

Ich kenne bisher eher nur Kinder,die für mich immer deutlich "anstrengender" waren,als mein Sohn jetzt.Also irgendwie noch lauter und wilder,daher die blöde Frage :-) Natürlich weiß ich,das nicht alle gleich sind.

Die Ärztin sagte das gestern,das wir das machen müssen und für mich hörte es sich so an,das ich das jetzt selber in Angriff nehmen soll.Bisher gibt es die Diagnose mit der visuellen Wahrnehmungsstörung ja nur von der Ergo Praxis und das ist ja nicht anerkannt.Das er da Probleme hat,sie man auch als Laie sofort.Ich möchte einfach keine Zeit mehr verstreichen lassen und jetzt alles so zügig wie es eben geht,abklären lassen.Man hat ja überall meist längere Wartezeiten.Für den Augenarzt habe ich also ende januar schon einen Termin,schon vor ein paar tagen gemacht und für das andere müsste ich dann mal schauen.
Aber ich kann sie nächste woche nochmal fragen,dann bin ich mit meinen 4jährigen zur Abklärung einer Autismus spektrums störung wieder dort.

Auf eine LRS wird er auch noch getestet.

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Beitragvon SandyErgo » 13.11.2018, 13:21

Es gibt ja ADHS und ADS > vielleicht meinte sie eher das ADS, also Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom - was ja im Gegensatz zum ADHS ja eher ohne Hyperaktivität daherkommt
>> so hat man es mir damals erklärt.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

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Beitragvon Regina Regenbogen » 13.11.2018, 13:23

Die Ärztin sagte das gestern,das wir das machen müssen und für mich hörte es sich so an,das ich das jetzt selber in Angriff nehmen soll.
Ja, hol dir am besten schon mal TErmine, bei uns sind bei beiden Fachärzten Wartezeiten von bis zu 6 Monaten normal. Das sind die üblichen Untersuchungen innerhalb einer ADHS-Diagnostik, aber auch bei Autismus und anderen Wahrnehmungsstörungen.

Mein Großer hat "nur" ADS, also ohne Hyperaktivität. Er ist insgesamt ruhiger als sein Bruder mit ADHS, dennoch nicht wirklich einfacher. :wink:
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Beitragvon Julia-82 » 13.11.2018, 13:30

Ich habe mich gerade mal wieder belesen und so ganz ist mir der Unterschied noch nicht klar,zwischen ads und adhs.Es ist ja doch sehr ähnlich.
Sohn 11/09 Asperger Autist+LRS
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Beitragvon Regina Regenbogen » 13.11.2018, 13:42

Es ist ja doch sehr ähnlich.
Ja, sehr ähnlich, bis auf die fehlende Hyperaktivität. Bei unserem Großen dachte ich damals zuerst an Autismus, eben wegen solcher Sachen wie "tut sich schwer mit Veränderungen" und was du sonst noch so erwähnt hast.

Bei unserem Jüngsten wurde damals, als er 5 Jahre alt war, Autismus und ADHS diagnostiziert. Damals wusste ich gar nicht, wo die Ärzte das ADHS sehen, 3 Jahre später wusste ich es. Damit will ich nur anmerken, dass ein Kind auch Flöhe und Läuse gleichzeitig haben kann, weil ich eben gelesen habe, dass du mit dem jüngeren Geschwisterkind zur Autismusdiagnostik gehst.
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Beitragvon Engrid » 13.11.2018, 14:01

Hallo Julia,

ADS und ADHS sind ähnlich, weil das gleiche Grundproblem zugrunde liegt. Die Kinder sind extrem reizoffen, ihr Gehirn springt auf alles an.
Beim ADHS entwickelt sich beim Versuch des Organismus, damit umzugehen, die Hyperaktivität - das ist eine Folge.
Beim ADS entwickelt sich beim Versuch des Organismus, damit umzugehen, ein Wegzräumen/Zumachen - auch das ist eine Folge, nichts Ursächliches.
Wie man sich denken kann, gibt es Mischtypen, viele sogar.

Die Vermeidung von Veränderungen gibts auch bei ADS und ist dann eine Strategie, Reizüberflutung zu vermeiden.
Das ist es bei Autismus im Wesentlichen auch, aber es steckt noch anderes mit drin, zb die Schwierigkeiten, Situationen einzuschätzen - da vermeidet man vielleicht lieber.

Das Verhalten, was man beobachten kann, ist immer nur die Art und Weise, wie der Einzelne umgeht damit, wie sein Gehirn funktioniert. Deshalb ist es manchmal so schwierig, das auseinanderzuhalten. Man sieht nur die Strategien, nicht die Ursachen.

In den Diagnosekriterien sind immer nur die äußerlichen Symptome beschrieben, nicht die innerlichen Befindlichkeiten. Deshalb wird es dann manchmal verwirrend, alles auseinanderzuhalten.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Re: Verdacht auf ADHS

Beitragvon Jakobspapa » 13.11.2018, 19:00

Hallo Julia,

wir haben einen ADSler und einen ADHSler, und die beiden sind z.T. sehr verschieden, und doch liegt bei beiden die selbe Ursache zugrunde. Wir sind mit beiden ebenfalls an einem SPZ, und dort wurden alle Testungen und später Maßnahmen eingeleitet und koordiniert, da würde ich mir erst mal keine Gedanken machen, solange das funktioniert und Ihr Euch dort gut aufgehoben fühlt.

Gerade bzgl. ADS hatte ich auch erhebliche Probleme, die Störung zu begreifen. Für mich war nicht nachvollziehbar, wie die Hyperaktivität (die ja nun mal eines der markantesten Symptome bei ADHS ist) mit einer Form zusammengehen soll, bei der die Hyperaktivität völlig fehlt. Und zu allem Überfluss gibts auch noch eine Mischform ;-)

Falls Dein Sohn betroffen sein sollte, komme ich nicht umhin, Dir meine übliche Buchempfehlung auszusprechen: "Das hyperaktive Kind und seine Probleme" von Cordula Neuhaus. Nicht irritieren lassen - auch ADS ohne H wird darin ausführlich behandelt. Für mich war das die alles entscheidende Lektüre.

LG
Markus

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Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 14.11.2018, 10:49

Ich danke euch schon mal für eure Antworten.
Ich werde mich dann wohl mal näher damit befassen.Das Buch hab ich mir gemerkt.
Das mein Sohn anders ist,zeigte gestern wohl auch sehr deutlich seine Freude über das beste Geburtstagsgeschenk,einen 1m großen Teddy.Er spricht richtig mit ihm..ich muss mich daran erstmal selber gewöhnen.Teddy ersetzt irgendwie fehlende Freunde für ihn,denke ich.Bzw haben das vorher auch schon andere Kuscheltiere.

Kann man für adhs kinder eigentlich auch einen pflegegrad beantragen? Zählt es da,das man alles anleiten muss oder eben auch sachen noch raus legen usw? Für den jüngsten habe ich einen,aber da ist die pflege ja offensichtlich und der Mehraufwand generell zu sehen.
Sohn 11/09 Asperger Autist+LRS
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