Verdacht auf ADHS

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Forumsregeln
Benutzeravatar
Sia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 609
Registriert: 03.12.2009, 20:36
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Sia » 14.11.2018, 20:04

@Julia - Ich finde das Bild mit der "Schnittmenge" ADHS Symptome (rot) / ADS Symptome (blau) und die, die sie gemeinsam haben auf nachfolgendem Link kurz und bündig erklärt! Ich habe auch ein Kind mit ADS und eines mit ADHS und diese Darstellung zeigt den Unterschied sehr gut!

https://www.netdoktor.de/krankheiten/adhs/

(musst ziemlich nach unten blättern/scrollen)
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS

Werbung
 
_Marta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 167
Registriert: 17.12.2016, 22:14
Wohnort: Hamburg

Beitragvon _Marta » 16.11.2018, 13:02

Liebe Julia,

Julia-82 hat geschrieben:Kann man für adhs kinder eigentlich auch einen pflegegrad beantragen? Zählt es da,das man alles anleiten muss oder eben auch sachen noch raus legen usw? Für den jüngsten habe ich einen,aber da ist die pflege ja offensichtlich und der Mehraufwand generell zu sehen.


Da noch niemand geantwortet hat: Ja.

Wenn du im Forum etwas herumliest und -suchst, findest du ein paar Posts dazu. Einige mussten auch erst in den Widerspruch.

Im Internet habe ich oft gelesen, dass bei ADHS höchstens Pflegegrad 1 vergeben wird. Nun, ich kenne einige Kinder, die Pflegegrad 3 haben - bei denen ist das Modul 3 "Verhaltensweisen und psychische Problemlagen" voll bepunktet.

Damit du einschätzen kannst, ob die Einschränkungen für einen Pflegegrad reichen, kannst du Pflegegradrechner aus dem Internet ausprobieren. Ich fand damals den hier hilfreich: https://www.pflegegrad-checker.de/starten.php?tz=736, der ging auch auf Kinder ein.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
F90.0G, F84.1V, Entwicklungsverzögerung Feinmotorik, HB, Funktionsniveau: 3 - 4

Benutzeravatar
LasseUndJohannes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 217
Registriert: 28.03.2015, 11:41
Wohnort: BW

Beitragvon LasseUndJohannes » 16.11.2018, 17:13

Hi,
eigentlich ist die Diagnose egal und es kommt nur auf die Einschränkungen und den Hilfebedarf an. Der Unterschied zwischen einem nicht sprechenden Autisten und einem ADHSler ist aber der, dass bei ein und demselben Fehlverhalten dies einmal krankheitsbedingt angesehen wird und das andere Mal es als Erziehungsfehler gewertet wird. Nicht immer aber oft.

Ich habe hier einen PG3 ADHSler, er ist aber auch heftig betroffen. Also, Pflegegrad Rechner anwenden und schauen.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

Julia-82
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 90
Registriert: 29.07.2018, 14:03

Beitragvon Julia-82 » 18.11.2018, 12:59

Danke an alle weiteren Antworten.Ich lag jetzt einige Tage flach,daher die späte Rückmeldung.

Ich finde es einfach sehr überraschend,das er nirgendwo vorher auch für andere auffällig wurde.Denn vieles schleppt er ja schon lange mit sich herum.Seit der 1.klasse gibt es dieselben Probleme mit seiner Unkonzentriertheit und seinem Arbeitstempo.Ich hatte mir ja Sorgen gemacht,das er dieses Schuljahr wiederholen müsste,aber anhand seiner Noten,die er in den letzten Tagen mit nach Hause brachte,scheint es mir wohl unwahrscheinlich.Das Schreiben ist ja hier ein großes Problem,dafür brauchen wir dann den Nachteilsausgleich.Den gibt es dann erst mit der Diagnose.

Den Pflegerechner nutze ich mal,beim jüngsten hat er so hingehauen.
Bei uns ist es so,das er genaue Anweisungen braucht.Also was er wann zu machen hat und dann muss ich permanent hinterher sein,das er es auch tut.Ich putze ihm zb auch meist noch die zähne nach,weil er das einfach nicht vernünftig macht.Das modul 3 ist bei uns also gar nicht so zutreffend.Es geht mehr um diese Unselbstständigkeit.
Ihn zum duschen auffordern und bis er dann mal geht,dauert auch seine Zeit.Es ist alles einfach sehr zeitaufwändig.
Er ist recht kopflos,neue Situationen bringen ihn erstmal aus der bahn.Das wir für andere mehr Zeit hätten,wenn er denn einfach mal sofort reagieren würde,versteht er leider nicht.
Gerade das abendliche lesen ist mir sehr wichtig,aber er so trödelt,muss das oft verkürzt werden.

Jakobspapa
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 157
Registriert: 31.03.2017, 08:37
Wohnort: Allgäu

Beitragvon Jakobspapa » 18.11.2018, 13:30

Hallo Julia,

Julia-82 hat geschrieben:Ich finde es einfach sehr überraschend,das er nirgendwo vorher auch für andere auffällig wurde.Denn vieles schleppt er ja schon lange mit sich herum.Seit der 1.klasse gibt es dieselben Probleme mit seiner Unkonzentriertheit und seinem Arbeitstempo.


Das wundert mich nicht unbedingt. Hyperaktive Kindern fallen relativ schnell auf (ist ja auch nicht wirklich zu übersehen :lol:), das können viele Lehrer inzwischen einordnen. Bei den nicht Hyperaktiven ist das wesentlich schwieriger. Auch bei uns war Unkonzentriertheit und Arbeitstempo ein Problem (neben Chaos auf der Schulbank, Hefteinträgen, bei denen jeder einzelne ein Unikat für sich war, ...). Ich kann mich noch erinnern, dass sich die Grundschullehrerin bei uns recht hässlich beschwerte, er schaue ständig in der Gegend herum, sehe dauernd aus dem Fenster, aber wenn sie ihn dann etwas frage, wisse er immer die Antwort. Das war für sie (und später auch andere Lehrkräfte) offenbar so irritierend, dass sie ihn regelrecht auf dem Kieker hatte.
Vom Schulleiter kam eine vermeintliche Ausschlussdiagnose, dass das kein ADHS sein könne, solche Kinder seien völlig anders; und deshalb ging man wohl davon aus, wir würden unser Kind vernachlässigen/nicht richtig erziehen/whatever - einfach nur zum verzweifeln.

Kurzum: gerade mit ADS können die wenigsten Lehrer, und auch längst nicht jeder Arzt etwas anfangen. Falls Dein Sohn auch noch ein Schlauer ist, wird er vieles kompensieren, ggf. sogar während der standardisierten ADHS-Testung (der Teil, der über Fragebogen oder gar am Computer stattfindet), was die Diagnose ggf. deutlich erschwert. Unser Großer schnitt bei dieser Testung recht unauffällig ab, hat aber definitiv ADS.

LG
Markus

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7011
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Beitragvon Regina Regenbogen » 18.11.2018, 13:46

Jakobspapa hat geschrieben:
Julia-82 hat geschrieben:Ich finde es einfach sehr überraschend,das er nirgendwo vorher auch für andere auffällig wurde.Denn vieles schleppt er ja schon lange mit sich herum.Seit der 1.klasse gibt es dieselben Probleme mit seiner Unkonzentriertheit und seinem Arbeitstempo.


Das wundert mich nicht unbedingt.


Mich auch nicht. Unser Großer ist in den ersten 3 Schuljahren praktisch im Hintergrund verschwunden, die erheblich unruhigeren und demnach auffälligeren Mitschüler waren dabei seine "Deckung". Und seine Klassenlehrerin war richtig gut, ein alter Hase und sehr motiviert. Sie hat sich selbst schwere Vorwürfe gemacht, dass sie das alles nicht eher gesehen hat und unseren Großen einfach nur für ruhig und schüchtern gehalten hat. ADS bei Jungs ist eher ungewöhnlich und wird -ebenso wie bei Mädchen- relativ spät erkannt.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

toto35
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7818
Registriert: 05.12.2006, 13:16
Wohnort: Rheinland -Pfalz

Beitragvon toto35 » 18.11.2018, 13:50

Jakobspapa hat geschrieben:Hallo Julia,

Julia-82 hat geschrieben:Ich finde es einfach sehr überraschend,das er nirgendwo vorher auch für andere auffällig wurde.Denn vieles schleppt er ja schon lange mit sich herum.Seit der 1.klasse gibt es dieselben Probleme mit seiner Unkonzentriertheit und seinem Arbeitstempo.


Das wundert mich nicht unbedingt. Hyperaktive Kindern fallen relativ schnell auf (ist ja auch nicht wirklich zu übersehen :lol:), das können viele Lehrer inzwischen einordnen. Bei den nicht Hyperaktiven ist das wesentlich schwieriger. Auch bei uns war Unkonzentriertheit und Arbeitstempo ein Problem (neben Chaos auf der Schulbank, Hefteinträgen, bei denen jeder einzelne ein Unikat für sich war, ...). Ich kann mich noch erinnern, dass sich die Grundschullehrerin bei uns recht hässlich beschwerte, er schaue ständig in der Gegend herum, sehe dauernd aus dem Fenster, aber wenn sie ihn dann etwas frage, wisse er immer die Antwort. Das war für sie (und später auch andere Lehrkräfte) offenbar so irritierend, dass sie ihn regelrecht auf dem Kieker hatte.
Vom Schulleiter kam eine vermeintliche Ausschlussdiagnose, dass das kein ADHS sein könne, solche Kinder seien völlig anders; und deshalb ging man wohl davon aus, wir würden unser Kind vernachlässigen/nicht richtig erziehen/whatever - einfach nur zum verzweifeln.

Kurzum: gerade mit ADS können die wenigsten Lehrer, und auch längst nicht jeder Arzt etwas anfangen. Falls Dein Sohn auch noch ein Schlauer ist, wird er vieles kompensieren, ggf. sogar während der standardisierten ADHS-Testung (der Teil, der über Fragebogen oder gar am Computer stattfindet), was die Diagnose ggf. deutlich erschwert. Unser Großer schnitt bei dieser Testung recht unauffällig ab, hat aber definitiv ADS.

LG
Markus


Hallo,

ich habe mir jetzt nicht den ganzen Thread durchgelesen.

Aber dass was Markus hier schreibt kennen wir auch so. Mein Sohn hat für die Ärzte, Therapeuten und Lehrer-ja auch für uns Eltern- etwas total schwieriges- da kaum greifbar und kaum beschreibbar- die Mischform ADS/ADHS.

Wir haben über die Jahre genau deswegen so einiges mitgemacht bis das richtig erkannt - und behandelt wurde.
LG

____________________________________
Sohn (17 Jahre): ADHS/ADS (Mischform), Fructoseintoleranz, v.a. Migräne, Kiss-Kind (Therapie endlich erfolgreich beendet!)

Bika
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 210
Registriert: 12.04.2017, 13:25

Beitragvon Bika » 18.11.2018, 14:02

Hallo Julia,

Ich kann nur empfehlen, dich einmal bei Helga Simmchen einzulesen, die als Koryphäe auf dem Gebiet der hopaktiven ADS -Form gilt.
(Sie ist allerdings, aufgrund ihrer eindeutig positiven Pisitionierung beim Einsatz von Psychostimulanzien, nicht unumstritten).

https://www.adhspedia.de/wiki/Hypoaktivität

LG

Bika
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 210
Registriert: 12.04.2017, 13:25

Beitragvon Bika » 18.11.2018, 14:06

Entschuldige, ein m zuviel (Simchen) und der Link funktioniert nicht,

http://www.helga-simchen.info/ADS-ohne-Hyperaktivitaet

hoffe der geht

Werbung
 
Julia-82
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 90
Registriert: 29.07.2018, 14:03

Beitragvon Julia-82 » 01.01.2019, 14:47

Ich hoffe ihr seid alle gut im neuen Jahr angekommen..

Ich frage mich gerade,ob dieses schlechte Gedanken haben auch zu adhs gehört.Oder ob es einfach an seiner sensiblen Art liegt oder wie schwer er es im schulalltag und sozial leben hat.
Mein Sohn redet seit einigen Tagen wieder davon,das er an den Tod denken muss,wenn er abends im Bett liegt.Auch während eines Film schauens am Abend meinte er,das wieder diese schlechten Gedanken kommen.
Wie kann ich ihm helfen? Wir reden darüber,aber wieso er soviel daran denken muss,kann er mir nicht sagen.Er spricht auch nicht davon,das er nicht mehr leben möchte,sondern einfach,das er an den tod denken muss.Es macht ihm Angst.

In 2 Tagen sind wir im spz zu einem Test und da werde ich das mal ansprechen.
Sohn 11/09 Asperger Autist+LRS
Sohn 07/14 Asperger Autist
Zwei ältere Geschwister


Zurück zu „Krankheitsbilder - ADS/ADHS“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste