Wohin mit dem Kind?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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TimsMama2009
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Beitragvon TimsMama2009 » 13.11.2018, 12:15

Hallo MelSch,
käme vielleicht eine Tagesmutter in Betracht? Und könnte man das ggf. mit dem Jugendamt klären? Eine Tagesmutter ist vielleicht auch nicht einfach zu finden - kann ich gerade nicht einschätzen, wie das bei Euch ist, aber vielleicht findet sich ja wirklich die Nadel im Heuhaufen. Hätte den Vorteil, dass nicht zu viele Kinder da sind.

Eine andere Lösung fällt mir da gerade nicht ein...

Lieben Gruß
Nicole
Grüße von Nicole (*72) und Tim (*09), Lissenzephalie, Balkenagenesie, Erweiterung der Seitenventrikel, seit Febr. 2010 West-Syndrom (nicht anfallsfrei mit auffälligem EEG) und seit Nov. 2013 PEG - kann nicht sprechen, nicht laufen, nicht sitzen, nicht krabbeln - ABER unser Li-La-Launebär
unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... 66#1229866
- Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiss wie Wolken schmecken -

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MelSch
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Beitragvon MelSch » 13.11.2018, 14:10

Hallo!

Vielen Dank für eure Antworten!

Tagesmütter nehmen hier nur Kinder bis 3 Jahre. :?
Begabtenförferung gibt es nur in ca. 60 km Entfernung. Das scheidet leider aus. Ich kann mir das auch nicht für mein.Kind vorstellen.

ICH würde mein Kind gerne im WaldkiGa lassen. Es gefällt ihm in der
Natur und hilft ihm sehr. Er ist auch der Typ “Beobachter“.

Es sind aktuell 9 neue 3jährige in der Gruppe. Die Erzieherinnen (es sind 3 pro Tag, wechseln allerdings an verschiedenen Tagen) sagen, sie können deshalb nicht so auf mein Kind schauen.
Sie wollten ihn schon im letzten Jahr los werden. Er ist das ersten und einzigen I- Kind. Es gibt aber auch eine neue Leitung, eine Waldorf- Padagogin. :) Sie ist super! Und ist auch der Meinung, mein Kind passt sehr gut in.den Wald.

Es wird auch regelmäßig am Tisch gearbeitet (malen, basteln..) und an einem Tag sind sie komplett im Regelkindergarten (da tauscht eine andere Gruppe dafür in.den Wald), an einem anderen Tag gehen sie in einen Schutzraum (auch drinnen). Es ist also viel Abwechslung und das finde ich auch ausreichend!

Das Problem ist, daß mein Sohn gewickelt ist und aufgrund fehlender Handlungskompetenz ( sind in der Ergo)sich nicht alleine aus,- und anziehen kann. Immer noch nicht. Daher braucht er immer noch viel Hilfe... Und dann natürlich noch die Einzelgänger- Problematik mit schubsen und nicht altersgerechter Kontaktaufnahme.

Kann uns ein KiGa auch rauswefen bzw. kündigen?

Liebe Grüße,
MelSch

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 13.11.2018, 14:16

MelSch hat geschrieben:Kann uns ein KiGa auch rauswefen bzw. kündigen?


Wegen der vorgeschobenen Gründe und wenn er da als I-KInd ist, bestimmt nicht.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 13.11.2018, 14:27

Hallo Mel,

Du schreibst, Dein Sohn interessiert sich nicht für die anderen Kinder, aber gleichzeitig von
schubsen und nicht altersgerechter Kontaktaufnahme.


Das kommt jetzt sehr auf die individuellen Unstände an, aber für mich gibt es da in Richtung Einschulung Regelschule einige Fragezeichen.
Grundsätzlich wäre es schon wichtig, soziale Grundkompetenzen VOR der Einschulung einzuüben, sonst ist der Ärger vorprogrammiert. Wenn ein Kind einfach nur für sich sein will, weniger. Wenn ein Kind in den Sozialkontakt geht, aber leicht aggressiv wird (oder wirkt), mehr.

Und da stellt sich dann die Frage: wie einüben? Wenn es eigentlich keine akzeptable Alternative zum Waldkiga gibt, dann wäre vielleicht eine I-Kraft sinnig, die da auch Kompetenzen hat. Oder man macht begleitend intensiv ergotherapeutische und/oder heilpädagogische Förderung im Bereich Sozialverhalten.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon rena99 » 13.11.2018, 14:44

Engrid hat geschrieben:...dann wäre vielleicht eine I-Kraft sinnig,...


Das ging mir auch gerade durch den Sinn. Wenn er gerne in den Wald-KiGa geht, dann sehe ich eigentlich keinen Grund, das zu ändern. Und gerade zwischen 4 und 6 kann sich noch ganz viel tun.

Ich kann aber verstehen, dass sich die Erzieher in der von dir beschriebenen Gruppenkonstellation überfordert fühlen. Da wäre dann eben eine I-Kraft eien Lösung, die ihm die Teihabe ermöglicht, die Erzieher aber entlastet. Jetzt kann ich mir zwar vorstellen, dass die Wickeln nicht als ihre Aufgabe sehen würde, aber die Anziehproblematik und das im Auge behalten hätte man dann im Griff. Auch kann er so angeleitet werden, angemessener Kontakt mit den anderen Kindern auzunehmen.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
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Beitragvon melly210 » 13.11.2018, 15:10

Ich würde auch für eine I-Kraft plädieren. Die Erzieherinnen in der Gruppe fühlen sich mit ihm überfordert. Das klang schon im Eingangspost so, und so wie du die Gruppenkonstellation beschreibst ist das ja auch irgendwo nachvollziehbar. überhaupt im Wald, wo sie eben doch genauer schauen müssen als in einem abgeschlossenen und weitgehend gefahrenfreien Gruppenraum drinnen.

ABER. 1. sie müssen ja schon mehr Erzieherstunden zugeteilt bekommen haben, weil er eben ein I-Kind ist. 2. wären die 9 Dreijährigen nächstes Jahr dann auch schon wieder Vierjährige. Von daher würde ich ihnen sagen, daß du verstehst, daß sie überfordert sind und nachfragen, ob ihr gemeinsam daran arbeiten solltet, daß er einen I-Helfer bzw mehr Erzieherstunden zugeteilt bekommt. Aber wechseln würde ich wenn er sich so schwer wo einlebt und eh nurmehr ein jahr hat nicht lassen.

MelSch
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Beitragvon MelSch » 13.11.2018, 15:50

Hallo!

Eine I - Kraft wäre natürlich auch eine Option! Dann sollte es aber eine Fachkraft sein, oder?

Mein Sohn rennt z.B morgens zum Sammelplatz und klatscht jeden ab, der ihm in den Weg kommt. :? Oder er schubst die Kinder weg, die ihm zu nahe kommen. Oder er piekst jemandem seinen Finger ins Gesicht. Er kann aber nicht verstehen, daß das weh tut. Er wird geschimpft und es wird erklärt - hilft aber nix, und das seit 1,5 Jahren...
Er spielt aber nicht MIT den Kindern, sondern bestenfalls daneben. Kommt ihm einer ins Gehege, schreit er und schubst dann. Da wäre eine I- Kraft schon eine Idee.

Andere KiGas wären sicher auch überfordert.
Es gibt aber keine zusätzliche Kraft. Es sind nur 2 Kinder weniger in.der Gruppe, da wir ja 3 Plätze belegen.

Liebe Grüße,
MelSch

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Beitragvon Engrid » 13.11.2018, 17:16

Hallo Mel,

ob eine Fachkraft drin ist, kommt auf mehrere Punkte an:
Wie ist der Arbeitsmarkt für pädagogisches Personal in Deiner Gegend?
Wie entgegenkommend oder stur ist das finanzierende Amt?
Grundsätzlich sollte da jemand schon genau wissen, was er/sie tut; ideal wäre zb eine Ergotherapeut.in mit entsprechendem Wissen zum Thema Förderung Sozialverhalten (und dessen Basis: Selbst-Andere-Differenzierung, Erkennen und Umgehen mit eigenen und fremden Emotionen, ...)
Man muss einfach sehr gut begründen, es macht schon Sinn, auch fürs Amt, jetzt das Kind vor der Schule „gut aufzustellen„.

Es gibt aber auch sehr talentierte Quereinsteiger - wir sind da bisher mit Nichtfachkräften sehr gut gefahren. Wie gut könnten die Leute im Kiga denn anleiten?

Grüße
Engrid
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Beitragvon MelSch » 13.11.2018, 17:23

Hallo!

Mein persönlicher Alptraum wäre natürlich eine unmotivierte Kettenraucherin, die nur noch ihre Zeit absitzt (sorry, hatten wir als Bewerberin zur Verhinderungspflege *grusel*).
Ist da bei der Beantragung ein Pflegegrad von Vorteil? Hätten wir.

Zum Anleiten kann ich nichts sagen. Eher schwierig, da selbst überfordert? Wobei die neue Leitung echt top ist! Es besteht also Hoffnung!


Liebe Grüße,
MelSch

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IsaVincent
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Beitragvon IsaVincent » 13.11.2018, 18:32

Hallo MelSch
ich habe das sehr aufmerksam gelesen und ich schreibe mit folgendem Verständnis: mir scheint, es ist nur der Wunsch des KiGas, dass dein Kind woanders hingehen soll?
Wenn es nicht Dein und nicht der Wunsch deines Kindes ist, den KiGa zu wechseln, dann ist nach den Inklusionsgesetzen und der UN-Behindertenrechtskonvention kein Grund gegeben, deinen Sohn an eine andere Kita zu verweisen und ihm zuzumuten, dass er aufgrund seines Seins ein anderes Umfeld, andere Kinder, andere Erzieher, andere Räume bewältigen sollte. ASS braucht doch Beständigkeit, oder? Jedes Kind braucht Beständigkeit und wenig Betreuungswechsel. Es ist das Recht deines Kindes in der Bildungseinrichtung zu sein, die ihm gut tut. Wenn er mehr Betreuung braucht, als der WaldKiga leisten kann, dann wäre es eine gute Idee, wenn der WaldKiga das gegenüber dem Sozialamt erläutert (und nicht die Mutter des "zuuuuuu" komplizierten Kindes) und der WaldKiga erläutert, warum er als Kiga sieht, dass Unterstützung vom Sozialamt (also I-Kraft, möglichst Fachkraft) benötigt wird, um den Auftrag zur Inklusion erfüllen zu können. (Inklusion ist Auftrag und Recht! Nicht Antrag und Bitte! Keine Benachteiligung für ein Kind wegen seiner Eigenheiten.)

ich wünsche dem Kiga viel Erfolg und deinem Kind alles Gute!
IsaVincent


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