Nachteilsausgleich

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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SusannNa
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Nachteilsausgleich

Beitragvon SusannNa » 12.11.2018, 12:02

Kann mir jemand sagen, was meinem Sohn als Nachteilsausgleich zu steht insbesondere bei der Leistungsermittlung. Mein Sohn hat eine Halbseitenlähmung, Herzfehler, Gesichtsfeldeinschränkung und eine Konzentrationsschwäche. Man merkt, dass er besonders bei einer Lesearbeit mit 30 Zeilen und dem beantworten von 12 Fragen (3 Din A Blätter) mit einer Zeitverlängerung nichts erreicht wird. Der Lehrer sieht das so nicht ganz ein, dass ihm das da nichts bringt. In seinen 2 Diktaten die er schrieb hat eine jeweils die Note 1 erreicht. Die Arbeiten im Umfang zu kürzen mit dem gleichen Inhalt hält er für nicht machbar. Der Integrationslehrer meinte dass nur der Umfang im Unterricht bei ihm nicht den vollen Umfang entsprechen muss.
Sohn Hypoplastisches Linksherzsyndrom mit Sprach-, Seh-, Schluck,- Wahrnehmungs-und Gleichgewichtsstörung und Halbseitenlähmung rechts und links leichte Feinmotorikstörung

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Anke72
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Beitragvon Anke72 » 12.11.2018, 16:44

Hallo SusannNa!

Warum meinst du, dass eine Zeitzugabe nicht ausreicht? Wo sind da bei deinem Sohn konkret die Probleme? Und was könntest du dir als ausgleichende Maßnahme vorstellen?

Prinzipiell ist es bei einem Nachteilsausgleich ja so, dass vergleichbare Leistungen erbracht werden müssen. Wenn es sich um einen reinen Test zur Lesefähigkeit und zum Textverständnis handelt, sehe ich da ähnliche Probleme, wie der Lehrer und Integrationslehrer, wenn man den Text kürzen oder umformulieren würde. Was ich mir zur besseren Lesbarkeit vorstellen könnte, wäre, dass der Text ihm vergrößerst zur Verfügung gestellt wird. Vielleicht könnte er die Fragen im Anschluss dann mündlich beantworten, da du ja auch in der Signatur eine Störung der Feinmotorik angegeben hast.

Das sind nur so einige Ideen, die mir spontan dazu eingefallen sind. Leider weiß ich nicht, ob sie für euch hilfreich sind, da ich euer Kind und seine Einschränkungen nicht genauer kenne.

LG Anke
Anke mit J. (4/11 ; ehm. Frühchen 33+0), motorisch entwicklungsverzögert, Redeflussstörung, V.a. Wachstumsstörung, hyperreagibles Bronchialsystem, Allergien

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Beitragvon ACMS » 07.12.2018, 11:06

Hallo,

mein Sohn, 17 Jahre, besucht seit diesem Sommer eine berufsbildende Schule. In den Schule vorher war es immer so, dass er eigentlich keinen Nachteilausgleich benötigt hat, dennoch wussten die Lehrer Bescheid.

Auf dieser Schule nun sollen wir einen Antrag auf Nachteilsausgleich stellen. Wo müssen wir uns hinwenden?
LG

Chris

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Beitragvon ACMS » 07.12.2018, 11:10

Hallo,

die Lehrer an dieser Schule meinten, wir als Eltern können nur diesen Antrag stellen. Wir sollten uns an das Schulpsychologische Beratungszentrum wenden. Ich dachte, das geht automatisch?!

LG

Chris

kati543
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Beitragvon kati543 » 07.12.2018, 12:04

Hallo,
den Antrag stellt ihr schriftlich, ansonsten formlos, an die Schule selbst. Ihr müsst konkret die Nachteilsausgleiche benennen, die ihr euch vorstellt und solltet natürlich entsprechende ärztliche Gutachten beilegen.
Der Rest geht dann „automatisch“. Ob und was konkret deinem Kind genehmigt wurde, erfährst du nach der Konferenz.
LG
Katrin
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Ayden » 08.12.2018, 19:06

Liebe Susann,

besprich doch den Nachteilsausgleich mit den behandelnden Ärzten.

Rein praktisch hatten wir auch einmal das Problem: Bei Tests die unsere Tochter in der 3.4. Stunde schreibt geht ihr aufgrund ihres angeborenen Cortisonmangels die Energie aus (in der 1.2. Stunde ist das weniger ein Problem). Sie hatte einen riesigen Packen Zettel zu bearbeiten, hat auch eine Zeitzugabe, aber sie war viel zu erschöpft, sie zu nutzen und hat die Zettel mit den Worten `ich kann einfach nicht mehr´ vor Ende der Arbeit abgegeben.

Die Lösung war : Wiederholung des Tests in der 1. /2. Stunde.

Bei extrem langen Tests haben wir mündlich vereinbart, dass sie den Test ggf. auf 2 Tage verteilt schreiben darf. Aber das war in der 3. Klasse bisher noch kein Thema, da die Tests tatsächlich maximal 1,5 Unterrichtsstunden lang sind.

Unsere Tochter besucht die Regelschule, nur mit Nachteilsausgleich wegen des Sehens und des Energiehaushaltes und Schulverkürzung wegen ihrer Skoliose (ich hole mit ihr den Stoff zu Hause nach)

LG, Ayden

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Beitragvon SusannNa » 10.12.2018, 08:12

Mein Sohn hatte einen Hirnnfarkt während der Herzop und aufgrund dessen auch diese Halbseitenlähmung. Dazu kommt tagesabhängig eine Konzentrationsstörung, deswegen bringt diese Zeitverlängerung nichts. Deswegen wäre es ja auch besser wenn er mündlich statt schriftlich geprüft wird oder wie eigentlich im Förderplan steht, mit dem kürzen vom Umfang. Das man einen Antrag stellen muss, hat uns die Schule auch nie gesagt weil man davon ausgehen musste wenn es im Förderplan steht, das man es auch so handhabt. Im Lesen ist Gino ein absolutes Ass. Im Gedicht aufsagen, hatte er eine 1, was will man mehr:-) Immer gute Noten. Mathe macht uns besonders Sorgen, weil auch schon Sachen dran kamen, die erst später dran kommen, aber bereits in den Kontrollen vorhanden waren. Die Parallelklasse ist erst im Mathebuch auf der Seite 28 und Ginos Klasse bereits bei Seite 56. Auch im Mathebuch geht es ziemlich chaotisch zu 1 Woche Geometrie eine Woche rechnen. In Deutsch verlangt man 3 DIN A 4 Zettel. Erst Lesen, dann Fragen beantworten und dann noch ein Rätsel lösen. Dabei hatte er 2 mal schlecht abgeschnitten. Beim Zuhören vom Märchen und Fragen beantworten hatte er wieder eine 1 gehabt. Da merkt man ja schon, dass ihm das mündliche doch mehr liegt. Ebenso ist noch zu erwähnen, dass diese eine Sprachintegrationsschule ist und dass er nur dieser Schule zugewiesen wurden ist, weil diese barrierefrei ist. Die körperbehinderten Schule kommt nicht in Frage, da er auch geistig sonst fit ist und diese Schule 85 km weit weg von zuhause ist und eher auch mehr ein Kind ist, was nach Normalität strebt! Letztens erhielt ich auch die Info vom Klassenlehrer, dass er nur auf einen Versuch dort in dieser Schule sei :shock:

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Beitragvon ACMS » 23.12.2018, 15:10

Hallo,

mit den behandelnden Ärzten zu reden ist schwierig, denn der Hausarzt muß nun gewechselt werden (wird im Januar 18) und der Kinderarzt kennt sich nicht damit aus.

Frohe Weihnachten und besinnliche Feiertage wünscht

Chris

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Beitragvon ACMS » 21.01.2019, 20:29

Hallo,

Michi hat nun, da er seit genau 13 Tagen volljährig ist, den Antrag auf Nachteilsausgleich formlos gestellt. Mal gespannt, was herauskommt. Heute hat er ihn bei seiner Klassenlehrerin abgegeben.

LG

Chris


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