Autismustherapie

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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AnnalenaO
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Autismustherapie

Beitragvon AnnalenaO » 11.11.2018, 19:21

Hallo liebe Forumsmitglieder!
Angeschubst von der Fragestellung im Beitrag ABA würde ich auch gerne eine Frage zur Autismustherapie stellen die mich schon lang beschäftigt. Ich war bislang aber irgendwie zu phlegmatisch das jetzt wirklich mal anzugehen. Wir gehen hier zur Ergotherapie. Hier bin ich mit der Therapie sehr zufrieden und Sohn auch. Diese Therapie zielt auf die Dyspraxie ab. Ausserdem gehen wir zur Logopädie wegen schwacher Muskulatur und verwaschener Aussprache. Auch da bin ich ganz zufrieden und mein Sohn auch.
Was ich mir wünschen würde wäre eine Therapie die zb auch das einkaufen gehen berücksichtigt. Oder selbständiges Bus fahren. Also Dinge für die man eine Therapieeinrichtung über kurz oder lang auch mal verlassen müsste.
Könnte eine Autismustherapie das leisten?
Ich muss endlich mal im ATZ anrufen, ihn anmelden und das abklären was da möglich ist. Das steht schon seitdem wir den Befund haben in dem Autismustherapie empfohlen wird auf meiner to do Liste. Aber da steht noch so viel anderes und eigentlich ist die Woche mit der Ergotherapie und der Logo und den übrigen festen Terminen auch mehr als voll.
Es wär halt die Frage ob ich mit der Ergo oder der Logo mal pausiere und ihn statt dessen zur Autismustherapie anmelde.
Vielleicht könnt ihr mir aber mal eure Erfahrungen sagen ob ein Wechsel überhaupt Sinn macht oder ob man sogar besser alles gleichzeitig macht?
Das würde mich anschubsen da endlich mal tätig zu werden....

Ach so, mein Sohn ist 9,5 Jahre alt und hat das Asperger Syndrom. Das ist vielleicht noch wichtig um einschätzen zu können ob das Sinn macht.

liebe Grüsse, AnnalenaO

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 11.11.2018, 20:15

Hallo Annalena,

Logo ist inzwischen bei uns in der Schule. Wunderbarerweise kennen sie sich mit Dyspraxie und Autismus aus. Unsere „alte“ war zwar top in Sachen Dyspraxie, hat die „Probleme“ durch den Autismus aber nicht so recht wahrhaben wollen.

Ergo habe ich tatsächlich momentan auf Eis gelegt. Auch bei uns geht es da um die motorische Dyspraxie. Die ist aber nicht so schwer ausgeprägt, so dass ich versuche, das Zuhause abzufangen und in der Schule wird da bei uns auch dran gearbeitet.

Für die Autismustherapie muss ab Januar dann unsere Tochter an einem Tag früher von der Schule abholen. Aber das ist dann eben so.

Wenn ich den Eindruck bekommen sollte, dass die Autismustherapie nicht zielführend ist, kann man sie ja auch wieder beenden.
Aber wichtig, es erstmal in Angriff zu nehmen, finde ich schon.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Nicole_
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Beitragvon Nicole_ » 11.11.2018, 20:37

Hallo,

beim ATZ des Kindes in meiner Klasse ist es üblich, solche Dinge zu üben. Sie üben es, einkaufen zu gehen, begleiten Kinder in den Wald für ein Schulprojekt, kochen und backen usw.

Das sind ja gerade die Hürden der Kinder, die behutsam geübt werden müssen.

LG

Nicole
Großer (6) Asperger Autist mit Insel Hochbegabungen
Kleiner (nur der normale Wahnsinn)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 12.11.2018, 09:27

Hallo,

wenn ich da richtig informiert bin: die medizinisch verordneten, von der KK bezahlten Therapien (Logo, Ergo, Physio) sind an Praxisräume bzw einen festen Ort gebunden.
Über die Eingliederungshilfe laufende Therapien (Heilpädagogik, Autismustherapie) sind das nicht, und sie zielen ja auch explizit auf die Verbesserung der Teilhabe. Mobilitätstraining gehört also da hinein.
Wenn sie gut ist, die Autismustherapie, ist sie aber nicht „nur“ auf dieser konkreten Ebene, sondern immer auch eine Ebene drüber (Zusammenhänge herstellen, Grundannahmen reflektieren, Generalisieren üben, Emotionen üben ...) und ganzheitlich angelegt.
Das erkennt man natürlich nicht in einer einzelnen Stunde. Manchmal sieht nach wenig aus (Kind sitzt die meiste Zeit scheinbar nur rum), was eigentlich viel ist (Kind gewinnt wesentliche Aha-Erlebnisse, zb, oder überwindet Verweigerung). Immer gut nachfragen, sich gut einbinden.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 12.11.2018, 09:32

Hallo!
Danke für eure Antworten!
Alexandra: Therapie in der Schule gibt es bei uns nicht, er geht auf eine Regelschule. Aber dafür kommt er spätestens 13.20 heim. An drei Tagen sogar schon um 12.30.
Danke Nikole, dann hoffe ich dass ich beim ATZ für diese Alltsgspraktischen Dinge richtig bin.
Kochen und backen macht die Ergo bei uns. Uns sägen und handwerkeln. Das mache ich zu Hause mit ihm aber auch. Ich hatte die Therapeutin schonmal gefragt ob sie mal mit ihm raus gehen würde, da ist sie allerdings nicht drauf angesprungen. Ich denke dass ich dann vielleicht am ehesten da pausiere. Die Logo arbeitet auch in seinem Mund zum desensibilisieren. Das kann ich zu Hause so nicht machen.
Danke für den gedanklichen Schubs, dann rufe ich da jetzt auch wirklich mal an!
Liebe Grüsse, AnnalenaO
Edit: Danke auch dir Engrid! Unsere Nachrichten haben sich überschnitten. Dann weiss ich ja warum die Ergotherapeutin nicht darauf eingegangen ist. Erklärt hat sie es so zwar nicht, aber das leuchtet mir schon ein. Ich hatte eher den Eindruck dass sie das nicht so machen mag. Kann aber auch einfach falsch angekommen sein.
Ich bin ja selber Physiotherapeutin. Daher weiss ich dass sich die Therapeuten bei ihrer Therapie in der Regel was denken und hinterfrage die Inhlate der Einheiten nicht dauernd nach dem Therapiegehalt :lol: Ich hab eigentlich auch einen guten Drat zu den Therapeuten. Nur das Thema raus aus der Praxis, das hab ich mit der Therapeutin nicht kommuniziert bekommen. Ich hatte den Eindruck die Therapeutin fühlte sich durch meine Frage auf die Füsse getreten :roll:

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Re: Autismustherapie

Beitragvon Regina Regenbogen » 12.11.2018, 14:01

Was ich mir wünschen würde wäre eine Therapie die zb auch das einkaufen gehen berücksichtigt. Oder selbständiges Bus fahren. Also Dinge für die man eine Therapieeinrichtung über kurz oder lang auch mal verlassen müsste.
Könnte eine Autismustherapie das leisten?
Unsere Autimustherapie über das ATZ der Lebenshilfe hat das geleistet. Allerdings fand die Therapie ohnehin hier zu Hause statt und die ganze Familie wurde mit einbezogen.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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...

Beitragvon Kaati » 12.11.2018, 19:29

Also wir haben 14 Tägig Autismusterapie.
Wir Engrid schon schrieb. Dürfen wir Eltern da ganz locker rangehen. Denn es passiert Augenscheinlich bei uns auch nicht viel.
Aber die Auswirkungen brauchen dann so 14 Tage und wir freuen u s über kleine Fortschritte :lol:
Bei uns ist dir Autismusterapeitin auch eine super Beratung für uns Eltern. Wir können ALLES fragen und sie hat immer ein offenes Ohr für unsere Ideen und Sorgen.
Wir sind nun im Frühjahr gestartet und rückblickend ist viel an Emrwicklung und Verbesserung für unsern Sohn und auch für uns passiert.
Also bitte sein nicht ungeduldig. Wenn dein Kind gerne hingeht und sich wohl fühlt. Halte erst mal ein Jahr durch und denke nicht so tüpisch Erwachsen Leistungsbezogen :wink:

Viel Erfolg
Lg kaati
L. 2.4.13 Autismus Spektrum
Frühkindlicher Autist
________________________
Nicht alle Kinder lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise
(Kath Walter)

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Beitragvon AnnalenaO » 12.11.2018, 20:01

Hallo!
Danke auch für eure Antworten!
Dass man da nochmal einen kompetenten Ansprechpartner hat ist noch ein wichtiger Aspekt pro Autismus Therapie!
Ich habe heute auch direkt dort angerufen. Mein Sohn steht nun auf der Warteliste. Wartezeit derzeit min. 9 Monate :shock: Gut dass ich das jetzt gemacht hab! Dass es da so eine lange Wartezeit gibt hätte ich nicht gedacht....
Danke nochmal allen für euren Input!
Liebe Grüße, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

JennyK
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Beitragvon JennyK » 12.11.2018, 21:01

Hallo AnnalenaO, die Wartezeiten sind heftig, wir stehen seit Juni 2017 auf der Warteliste im ATZ, hatten im August 2018 das Erstgespräch und warten seitdem auf einen Therapieplatz. Die Zusage der Kostenübernahme vom Jugendamt haben wir bereits, aber es wurde uns auch im August gesagt, dass es länger dauern kann, bis wir einen Platz bekommen.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 13.11.2018, 08:30

Puh, da hatten wir ja richtig Glück!
Normalerweise war die Wartezeit auf das Erstgespräch in der KJP Ambulanz schon rund 6 Monate. Durch die Absage eines anderen Patienten, dauerte es aber tatsächlich nur 5 Wochen. Auf den ersten Diagnostiktermin musste wir dann zwar 4 Monaten warten, waren dann aber auch innerhalb von 7 Wochen durch.
Gut einen Monat später war das Erstgespräch im ATZ (letzte Woche) und starten können wir dort Januar/Februar ´19.

Dafür hatten wir die Diagnose erst mit 10 Jahren... :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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