Augenverdrehen als Anfallsform

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Vater von Julie
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Augenverdrehen als Anfallsform

Beitragvon Vater von Julie » 11.11.2018, 14:37

Hallo,

bei unserer Tochter (2,5 J.) wurde im Februar diesen Jahres Epilepsie diagnostiziert. EEG ist rechts auffällig. Im MRT ist rechts eine Polymikrogyrie zu erkennen.

Julie entwickelte sich spät, holt jetzt aber ganz gut auf. Auch besucht sie eine normale Krippe. Außer den kurzen Augenverdrehen täglich (ca. 20-30 mal) und selten Absencen fällt ihre Epilepsie kaum auf. Außer uns Eltern wird das Augenverdrehen von anderen auch kaum wahrgenommen.

Gibt es hier Eltern, deren Anfallsformen sich ebenfalls nur in Augenverdrehen (kürzer als eine Sekunde) äußern bzw. geäußert haben? Mich interessiert vor allem, ob diese Anfälle auch bei anderen vor allem in speziellen Situationen vorkommen bzw. vorgekommen sind wie z. B. (Reihenfolge in Priorität unserer Beobachtung): Fernsehen/Licht/Farben, Infekt mit Fieber, Verstopfung, wenig Schlaf, Menschenmenge.

Vielleicht gibt es hier auch Erfahrungen hinsichtlich des Verlaufs dieser Anfallsform? Hörte das Augenverdrehen irgendwann auf (falls ja, mit welchem Medikament?) und wurden z. B. durch andere, schwerere Anfälle ersetzt oder auch durch nichts?

Danke und viele Grüße
Mike

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Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 11.11.2018, 15:51

Hallo Mike,
wir haben auch das mit den Augenverdrehen.

Wo genau sind denn die EEG-veränderungen? Im Stirnlappen also Frontal oder ganz woanders? Dh. deine Tochter müsste die Augen nach links drehen - oder?

Meine hat wogmöglich eine FCD - in der Frontobasis links. Dh. quasi im Stirnbereich auf höhe der Augen ungefähr. Sie hatte bis vor kurzen eine Anfallsfrequenz von ca. 2 pro Minute - wobei diese so kurz sind, dass sie das Bewusstsein nicht betreffen und auch nicht immer zu sehen sind.

Allerdings wurde das bei uns leider erst mit sechs Jahren endeckt, so dass sie jahrelang eine unbehandelte Epilepsie hatte und der Entwicklungsrückstand immer größer wurde.

Bei uns macht Flackerlicht nichts aus aber durch Pusten werden Anfälle provoziert. Auch durch Augenschließen wurden Anfallsmuster immer sichtbar.

Wir geben inzwischen Apydan extend und Valpoat und seitdem sieht das EEG viel besser aus. Statt 2x pro Minute sind deutlich weniger Anfallsmuster zu sehen. Davor bestand ihr EEG nur aus Deltawelleinlagerungen, jetzt sieht es halbwegs normal aus.

Wir können evtl. chriurgisch den linken Frontallappen teilweise entfernen um weniger Anfallsmuster zu haben. Ob wir das machen werden wissen wir noch nicht sicher, wir müssen erstmal sehen wo das Sprachzentrum liegt - diese Untersuchung hat aktuell nicht geklappt.

Chance darauf, dass sich sowas verwächst haben die Ärzte verneint. Aber im Moment geht es bei uns mit den zwei Medikamenten relativ gut. Leider haben auch schon zwei andere Medikamente das Gegenteil bewirkt und es kam zur Anfallshäufung.

Wie lange wisst ihr denn schon von der Epilepsie und was bekommt eure Tochter im Moment für Medikamente?

Lg
Anna


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