Sportunterricht

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

sabrinas28883
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 13.08.2016, 01:41

Sportunterricht

Beitragvon sabrinas28883 » 05.11.2018, 21:44

Florian schafft es momentan nicht am Sportunterricht teilzunehmen. Es ist ihm viel zu laut und durcheinander. Nun ist es so das sie immer eine Doppelstunde haben und er es versuchen soll. Also zieht er sich um und nach 10 min. geht er mit seiner Schulbegleitung aus der Turnhalle und dann stehen sie 2 Stunden draußen. Aber das kann doch keine Lösung sein. Nächste Woche habe ich ein Gespräch mit der Schule. Was kann ich als Vorschlag machen als Alternative.

Werbung
 
Juler
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1785
Registriert: 28.11.2012, 13:54
Wohnort: Bayern
Kontaktdaten:

Beitragvon Juler » 05.11.2018, 23:47

Hey,

Gibt es eine Schulbibliothek? Dann könnte er dort vielleicht etwas helfen?

Liebe Grüße,

Juler
Selbstbetroffen
P07.12
G91.9
VP-Shunt

Michaela44
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1087
Registriert: 15.06.2016, 12:49

Beitragvon Michaela44 » 06.11.2018, 08:15

Oder gibt es einen Außensportplatz oder einen Park in der Nähe der Schule? Dann könnte er dort nach einem Trainingsplan joggen.

Dieses ständige Ausprobierenmüssen finde ich nicht gut, denn es ist jedesmal ein Misserfolg. Vielleicht kann er das nächste Mal erst dann wieder ausprobieren, wenn eine ruhige, strukturiertere Sportart dran ist, wie Geräteturnen oder Leichtathletik.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

HeikeLeo
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 729
Registriert: 18.05.2015, 19:34
Wohnort: Baden-Württemberg

Beitragvon HeikeLeo » 06.11.2018, 10:23

Liebe Sabrina,
Sportunterricht teilzunehmen. Es ist ihm viel zu laut und durcheinander. Nun ist es so das sie immer eine Doppelstunde haben und er es versuchen soll.

Das ist so das Standardprozedere. Schlecht, aber so ist es. Die Schu8lbegleitung kann den Unterricht nicht gut zaubern.
Was kann ich als Vorschlag machen als Alternative.

Ein Alternative, die die Schule bieten können müsste, ist Ersatzunterricht in einer anderen Klasse. Ob das gut und geeignet ist, ist wieder eine andere Frage.
Eigentlich müsste die Sportlehrerin ein alternatives Unterrichtskonzept für ihn ausarbeiten, also Sportaufgaben, die er mit der Schulbegleitung abarbeiten kann. - Da er Schüler der Klasse ist, könnte man mit den Forderungen sogar noch weiter gehen: Eigentlich müsste die Sportlehrerin einen Unterricht anbieten, der ALLEN Kindern gerecht wird, also auch dem einen Kind mit Schulbegleitung.
eine ruhige, strukturiertere Sportart
Das schafft sie offensichtlich nicht.
Schulung und Fortbildung durch Autismusbeauftragte könnte man anregen.
Und je nachdem, was der Wunsch des Kindes ist und die Möglichkeit der Eltern, könnte man in dem Fall auch eine Sportbefreiung vorschlagen.

Liebe Grüße
Heike

rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1674
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Beitragvon rena99 » 06.11.2018, 10:41

Hallo.

Sportunterricht ist bei Autisten immer schwierig. Auch für viele ganz normale Schüler ist das ein soziales Minenfeld mit Mobbing-Gefahr, von den vielen unvorhergesehenen Situationen mal abgesehen.

Mein Kind hat das die ganze Schulzeit durch gehasst (dabei war sie auf einer wirklich tollen Schule) und selbst in der Oberstufe geschwänzt, wann immer es ging (ganz viele psychosomatische Beschwerden). Ich denke trotzdem, dass sie da sozial einiges gelernt hat.

Man kann das wirklich nur vor Ort beurteilen. Entweder, dein Sohn kann mit Schulbegleitung am ganz normalen Sportunterricht teilnehmen (ggf. muss man das 5-Minuten-Weise steigern) oder er braucht eine Sportbefreiung vom Facharzt.

Will/soll er teilnehmen, dass kann man mit 10 Minuten starten und 5-Minuten-weise steigern. Die restliche Zeit kann er Arbeitsblätter bearbeiten oder in dei Schulbibliothek gehen. Viel loben ist wichtig.

Meine Tochter durfte ab der 7. Klasse auch mal "theoretische Dinge" machen, wenn es nicht ging, z.B. Sportart-Regeln als Präsentation gestalten. Das hat ihr zumindest die Note von der 5 weg gerettet.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

sabrinas28883
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 45
Registriert: 13.08.2016, 01:41

Beitragvon sabrinas28883 » 06.11.2018, 11:08

Eine Schulbibliothek gibt es nicht und es ist so das die Turnhalle und der Sportplatz ca 15 min Fußweg entfernt ist. Letzte Woche ist er um die Kirche gejoggt aber es gibt keine Lösung für Schlechtwetter. In die Schule dürfen sie auch nicht. Da sie sich auch 10 min entfernt von der Turnhalle befindet.

Vicki
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 555
Registriert: 25.02.2015, 10:35

Beitragvon Vicki » 06.11.2018, 11:47

Hallo, warum darf er nicht im Schulgebäude bleiben?Er hat doch eine IKraft dabei,oder?
Unsere Tochter hat anfangs mit ihrer I-Kraft nur zugeschaut. Dann haben die beiden die Zeit sinnvoller genutzt und Hausarbeiten in der Zeit erledigt oder geübt.
Ist eine Absprache hier nicht möglich? Vielleicht die Auitismusbeauftragte hinzuziehen.

Gruss Vicki

Eine Schulbibliothek gibt es nicht und es ist so das die Turnhalle und der Sportplatz ca 15 min Fußweg entfernt ist. Letzte Woche ist er um die Kirche gejoggt aber es gibt keine Lösung für Schlechtwetter. In die Schule dürfen sie auch nicht. Da sie sich auch 10 min entfernt von der Turnhalle befindet.

SimoneD.
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 755
Registriert: 01.02.2016, 17:55

Beitragvon SimoneD. » 06.11.2018, 12:08

Sportunterricht war für meinen Sohn auch anfangs ein Problem.
Der I-Helfer hat dann in der Sporthalle abseits von den anderen etwas mit meinem Sohn gemacht. Mal mit einem Ball, mal was anderes. Wenn es ging oder N. sich darauf einließ hat er stückweise mit den anderen mitgemacht.
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (9 Jahre) Asperger Autist

Michaela44
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1087
Registriert: 15.06.2016, 12:49

Beitragvon Michaela44 » 06.11.2018, 12:22

Wenn es dem Jungen dort aber viel zu laut ist - und das kann ich nachvollziehen - hilft es ihm nicht, am Ende der Sporthalle eigene Übungen oder theoretische Aufgaben zu machen oder die Teilnahme stufenweise zu steigern.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

Werbung
 
rena99
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1674
Registriert: 28.04.2012, 16:34

Beitragvon rena99 » 06.11.2018, 12:56

Wenn es dem Jungen dort aber viel zu laut ist - und das kann ich nachvollziehen - hilft es ihm nicht, am Ende der Sporthalle eigene Übungen oder theoretische Aufgaben zu machen oder die Teilnahme stufenweise zu steigern.
Deswegen ist das ja auch eine Einzefallentscheidung. Wenn es einfach nicht geht, dann muss eine Sportbefreiung her, für die man ein enstprechendes Gutachten vom Fachazrt braucht. Theoretische Aufaben hat meine Tochter zu Hause erledigt. Es ging nur darum, dass sie sich überhaupt mit der damals gerade unterrichteten Ballsportart auseinander setzte.

Die Frage ist halt, was zur Überforderung in der Situation führt. Ist es ausschließlich der Lärmpegel oder ist es die wuselige soziale Situation oder oder oder. Und man muss sich fragen, ob und was man dem Kind davon zumuten möchte. Das geht natürlich nur mit dem Kind zusammen. Aber mein Eindruck war schon, dass, wenn es für mein Kind sozial passte, der Lärmpegel deutlich weniger wahrgenommen wurde. Und daraus auch positive Erfahrungen erwachsen können.

Ist halt immer eine Gratwanderung und individuell zu sehen.

@Sabrina:
Wie kommen denn die anderen Kinder von der Schule zur Turnhalle? Zu Fuß mit der Lehrerin oder fährt da ein Bus?

Und warum kann er nicht mit der I-Kraft zum Schulgebäude zurückgehen?

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)


Zurück zu „Krankheitsbilder - Autismus“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Marleene und 9 Gäste