Keine Haushaltshilfe wegen Pflegegrad?

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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oy1970
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Keine Haushaltshilfe wegen Pflegegrad?

Beitragvon oy1970 » 05.11.2018, 15:03

Hilfe....

Ich muss demnächst ins Krankenhaus und hab für diese Zeit, als auch für einige Zeit danach (2 Wochen), vom Arzt eine Bescheinigung über die Notwendigkeit einer Haushaltshilfe erhalten.

Sohn ist 13 hat aber Merkzeichen H und Pflegegrad 2. Ich dachte da bekomme ich eine Haushalshilfe?

Krankenkasse lehnt ab mit dem Verweis auf Pflegestufe und Verhinderungspflege.
Wir haben Ende des Jahres und diese ist leider schon fast verbraucht.

Ich versteh den §38 SGB ehrlich gesagt nicht wirklich. Hat die Krankenkasse recht?

LG
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS
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Mamamarti
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Beitragvon Mamamarti » 05.11.2018, 15:41

Hallo,
Haushalt und Pflege sind zwei verschiedene Dinge, das weiß die Kasse auch sehr genau, sie versuchen es trotzdem immer wieder.
Verhinderungspflege darf nur für die Pflege genutzt werden, nicht um das Geschwister Kind zu betreuen, oder es zur Schule zu bringen, die Hausaufgaben beaufsichtigen, Abendessen für das Kind und Papa kochen..... Eben nicht für die Dinge, die im Haushalt anfallen.
Natürlich bist du als Pflegeperson dafür zuständig, jemanden zu finden, der für dich die Pflege übernimmt. Dafür brauchst du die Verhinderungspflege.

Bei uns haben sie es auch versucht als ich schwanger war. Aber mein Man hat für mich die Pflege übernommen und konnte sich nicht auch noch ums Haushalt kümmern.

Am besten den Antrag schriftlich stellen, dann muss auch schriftlich beantwortet werden.

Falls du noch niemanden hast, kannst du zum Beispiel bei der Diakonie oder Lebenshilfe nach einer Familienpflegerin fragen. Dann helfen dir die Anbieter auch bei der Beantragung.
LG Marti

anna h.
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Beitragvon anna h. » 05.11.2018, 21:42

Hallo Oy(???),
sie versuchen es immer wieder, aber den § sollen sie Dir erst mal zeigen. Hatte auch eine OP dieses Jahr u eine Woche Verordnung für Haushaltshilfe. Und beim Anfordern des Antrags auf HH sagte die SB direkt, da müsste ich erst die Verhinderungspflege aufbrauchen. Die war mitten im Jahr noch nicht aufgebraucht, aber ich habe direkt gesagt, dass ich sie für andere Zeiten brauche u dafür nicht ausgeben kann, weil sie zur stundenweisen Entlastung übers Jahr benötigt wird.
Bestehe auf diesen Antrag u lass Dir nichts einreden.
LG
Anna H.

Roy1969
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Beitragvon Roy1969 » 05.11.2018, 23:14

Hallo Oy,

mir geht es ähnlich: muss demnächst eine OP über mich ergehen lassen (wann genau weis ich noch nicht) und falle dann mindestens 2 Wochen (wahrscheinlich eher 4 Wochen) als Pflegeperson und auch im Haushalt aus.

Also mal nachgeschaut wie es mit der Haushaltshilfe läuft.
Meine Schwiegereltern springen ein. Den Antrag auf Haushaltshilfe kann ich mir aber sparen da ja bis zum 2. Grad Verwandte nichts bekommen :?

Alles Gute für dich und Liebe Grüße
Roy
Roy 69, GöGa 74, D. 98, A. 05
D. HB mit ADS (ADS seit Februar 11 lt SPZ nicht mehr), A. seit 12/2010 Diagnose frühkindlicher Autismus
Alle mit Talent zum Glücklichsein :-)

oy1970
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Beitragvon oy1970 » 07.11.2018, 07:13

Hallo,

laut KK erfüllen wir zwar folgende Bedingung laut § 38 SGB
Versicherte erhalten Haushaltshilfe, wenn ihnen wegen Krankenhausbehandlung oder wegen einer Leistung nach § 23 Abs. 2 oder 4, §§ 24, 37, 40 oder § 41 die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist. Voraussetzung ist ferner, daß im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist.

Aber hier hängt die KK sich auf:

Darüber hinaus erhalten Versicherte, soweit keine Pflegebedürftigkeit mit Pflegegrad 2, 3, 4 oder 5 im Sinne des Elften Buches vorliegt, auch dann Haushaltshilfe, wenn ihnen die Weiterführung des Haushalts wegen schwerer Krankheit oder wegen akuter Verschlimmerung einer Krankheit, insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt, nach einer ambulanten Operation oder nach einer ambulanten Krankenhausbehandlung, nicht möglich ist, längstens jedoch für die Dauer von vier Wochen. Wenn im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist, verlängert sich der Anspruch nach Satz 3 auf längstens 26 Wochen. Die Pflegebedürftigkeit von Versicherten schließt Haushaltshilfe nach den Sätzen 3 und 4 zur Versorgung des Kindes nicht aus.

Ich bin allerdings der Meinung, dass ich als Versicherter kein Pflegegrad haben darf und er völlig egal ist, ob unser Sohn eine solche hat oder eben nicht?
Seh ich das denn richtig?
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS

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Beitragvon Lotte und Dennis » 07.11.2018, 07:29

Hallo!


Der Absatz bezieht sich darauf, wenn der Versicherte selber eine Pflegestufe hat. Also das betreffende Elternteil, dass z.B. ins Krankenhaus muss.

Im Gegenteil. Wenn im Haushalt ein pflegebedürftiges Kind lebt, verlängert sich der Anspruch sogar!

Verhinderungspflege usw. ist nicht dafür gedacht!

Es ist mal wieder ein typisches Verhlaten seitens der KK. Erstmal versuchen zu verunsichern und das Anliegen abschmettern.

LG

Lotte

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Beitragvon anna h. » 07.11.2018, 07:32

Hallo Oy,
das ist doch echt klar geregelt, wie Lotte schon schreibt.
Bitte mach es Dir leicht, fordere eine schriftliche Ablehnung mit Begründung.
Debattiere nicht mehr mündlich.
Und kündige Rechtsmittel an u dass Du selbstredend eine Haushaltshilfe einstellen wirst.
LG
Anna H.

monika61
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Beitragvon monika61 » 07.11.2018, 07:45

oy1970 hat geschrieben:Ich bin allerdings der Meinung, dass ich als Versicherter kein Pflegegrad haben darf und er völlig egal ist, ob unser Sohn eine solche hat oder eben nicht?
Seh ich das denn richtig?


Hallo Oy,

ich sehe das genau so.

Du bist die Versicherte und beantragst für Dich die Leistung.
Mit Deinem Sohn hat das nichts zu tun.

Ohne Kind würde Dir die Leistung ja auch zustehen, nur darfst Du keinen Pflegegrad 2 haben:

…"Anspruch auf Haushaltshilfe ohne Kind

Darüber hinaus erhalten Sie auch dann Haushaltshilfe, wenn Sie kein eigenes Kind versorgen müssen, Sie aber Ihren Haushalt wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Krankheit nicht weiterführen können. Voraussetzung ist, dass keine Pflegebedürftigkeit ab Pflegegrad 2 vorliegt. Der Anspruch besteht längstens für die Dauer von vier Wochen.
"...
https://www.aok.de/pk/rps/inhalt/haushaltshilfe-8/

https://www.gkv-spitzenverband.de/krank ... shilfe.jsp

LG
Monika

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Beitragvon monika61 » 07.11.2018, 08:36

Hallo oy1970,

gerade hier im KINDER PFLEGE NETZWERK gefunden:

…"Eine bestehende Pflegestufe verhindert nicht den Anspruch auf Haushaltshilfe

Nicht selten verweisen die Krankenkassen bei im Haushalt lebenden pflegebedürftigen Kindern dann auf die Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI (Pflegeversicherung) mit dem Argument, wenn die Mutter die Versorgung des Haushalts nicht selbst übernehmen könne, kann sie auch die häusliche Pflege nicht leisten. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass bei Bezug des Pflegegeldes gemäß § 37 SGB XI die häusliche Pflegehilfe – auch im Krankheitsfall der Hauptpflegeperson – selbst beschafft wird und die darin enthaltenen hauswirtschaftliche Versorgung nicht gleichzusetzen ist mit einer vollumfänglichen Haushaltsführung im Sinne der Haushaltshilfe nach SGB V.

Geben Eltern diesem „Angebot“ für die Inanspruchnahme eines Pflegedienstes im Rahmen des SGB XI nach, verzichten sie ohne Rechtsgrund auf den unabhängig bestehenden Anspruch auf Haushaltshilfe nach SGB V und riskieren dazu noch die Kürzung des Pflegegeldes! Die Kassen üben hier mitunter erheblichen „Druck“ aus. Das ist unzulässig und sollte nicht toleriert werden. Ggf. kann man sich ja an eine „höhere“ Etage oder die Versichertenvertreter wenden."....

Komplette Info:
http://www.kinderpflegenetzwerk.de/haus ... egedienst/

LG
Monika

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oy1970
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Beitragvon oy1970 » 07.11.2018, 09:39

Ihr seit toll!

Vielen Dank!

Ich hab die Ablehnung bereits schriftlich von der KK.

ich zitiere: "Der Anspruch entfällt, soweit ein Pflegegrad 2,3,4 oder 5 vorliegt"

Ich werde es jetzt nochmal telefonisch probieren, in der Hoffnung, dass sich das so klären lässt und es nicht über einen schriftlichen Widerspruch laufen muss. Es wäre einfach schön, wenn es geklärt wäre, bevor ich nächste Woche ins Krankenhaus geh. :?

LG
Sohn ´05 Frühkindlicher Autist, ADHS

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