IQ Test, Förderschule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 06.11.2018, 17:27

Elke35 hat geschrieben:Wenn ein Kind z.B. eine Wahrnehmungsstörung hat, vor allem auditiv, dann MUSS so ein Test doch aktiv genau erklärt werden, sonst ist er ja nicht barrierefrei.


Das ist richtig. Dennoch darf der Test dann nicht gewertet werden, weil er eben nicht standardisiert war. Verrückt, finde ich!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Elke35
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Beitragvon Elke35 » 06.11.2018, 17:54

Tja...manche Kinder passen halt nicht in irgend einen 'Standard'. Es lässt sich nicht alles normieren und schon gar keine Kinder  8)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 06.11.2018, 18:15

Mein Reden! :wink:
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Lina Mare 67 » 06.11.2018, 20:10

Hallo,

mein Sohn hatte bei sämtlichen IQ Tests Werte zwischen 70 und 74.Dennoch kam er überraschenderweise in der Schule wesentlich besser zurecht als erwartet.

Er wurde dann auch in der Förderschule im Schwerpunkt Sprache und nicht Lernen gefördert. Inzwischen hat er über den M-Zweig den mittleren Bildungsabschluss und macht jetzt gerade eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement .

Liebe Grüße Lina

Leela
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Beitragvon Leela » 06.11.2018, 23:20

Hi,
mein Sohn macht gerade einen IQ-Test beim SPZ und ich habe Angst vor dem Ergebnis.
er sollte den Test in einer Stunde schaffen: hat er nicht, wir habe daher einen neuen Termin bekommen...Das hat uns die Psychologie mit einer sehr besorgten Miene mitgeteilt.
Er hat erzählt, dass die Frau immer wieder 'Stopp' gesagt hat, weil die Zeit für die Aufgabe abgelaufen ist und er durfte diese Aufgaben nicht zu Ende machen.
Sehr motivierend für einen 5-Jährigen.
Er leichte Aufmerksamkeitsprobleme und kann wegen der Muskelhypotonie nicht lange ruhig am Tisch sitzen, dadurch ist er nicht gerade besonders schnell. Das Ergebnis wird bestimmt nicht gut ausfallen. Mein Mann tröstet mich. dass es egal ist. J. kann schon einigermaßen fließend (langsam) lesen und nach Gehör (mit den üblichen Fehlern) schreiben sowie recht gut rechnen. Aber bei vielen, v.a. praktischen Sachen braucht er ziemlich viel Zeit :(
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.
leicht entwicklungsverzögert
V.a. NF1 (cal)

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Beitragvon melly210 » 07.11.2018, 13:23

Er leichte Aufmerksamkeitsprobleme und kann wegen der Muskelhypotonie nicht lange ruhig am Tisch sitzen, dadurch ist er nicht gerade besonders schnell. Das Ergebnis wird bestimmt nicht gut ausfallen. Mein Mann tröstet mich. dass es egal ist. J. kann schon einigermaßen fließend (langsam) lesen und nach Gehör (mit den üblichen Fehlern) schreiben sowie recht gut rechnen. Aber bei vielen, V.a. praktischen Sachen braucht er ziemlich viel Zeit


Also bei einem Fünfjährigen der lesen, schreiben und rechnen kann würde ich mir keine Sorgen um den IQ machen, wurscht was dieser Test sagt. IQ Tests sind bei Kindern mit Teilleistungsschwächen leider recht oft falsch.

Bei meinem Sohn (muskuläre Hypotonie + visuelle Wahrnehmungsstörung) hat das SPZ im Alter von 3 Verdacht auf Intelligenzminderung diagnostiziert, weil er weder ein Puzzle zusamnenbauen noch Muster nachlegen konnte. Ebendieses Kind hat mit 2,5 Bücher für Kinder ab 4 bevorzugt, mit 2,75 hatte er ein echtes Mengenverständnis bis ca 5, mit etwas über 3 konnte er alle Ziffern lesen, mit 3,25 hatte er sowohl die analoge als auch die digitale Uhr verstanden und konnte dieses Wissen auch anwenden (dh er hat gewusst wann der Papa ca heimkommt und wie lange es bis dahin noch ungefähr dauert). Die Buchstaben hat er irgendwann zwischendurch im Vorbeigehen gelernt...
Ich hatte dann ein Beratungsgespräch mit jemandem von einer stadteigenen Beratungsstelle für die schulischen Fragen von besonderen/behinderten Kindern. Die helfen einem zu entscheiden welche Schule die beste Wahl für das jeweilge Kind wäre, helfen I-Plätze zu beanteagen etc. Die haben mir dringend empfohlen bei meinem Sohn keinen IQ-Test machen zu lassen, außer er zeigt so große Probleme daß wir ihn sonderbeschulen lassen wollen. Eben weil die bei Kindern mit Teilleistungsschwächen so problematisch sind.
Meine Schwester ( Entwicklungspsychologin, führt viele solche Tests durch) sagt aus ihrer Sicht ist mein Sohn aktuell nichz testbar, weil er aufgrund der Hypotonie auch noch recht undeutlich spricht, und entweder auf Sprache oder auf die visuelle Wahrnehmung zielen die Tests eben ab.

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Beitragvon Bika » 07.11.2018, 14:37

Leela hat geschrieben:Hi,
mein Sohn macht gerade einen IQ-Test beim SPZ und ich habe Angst vor dem Ergebnis.
er sollte den Test in einer Stunde schaffen: hat er nicht, wir habe daher einen neuen Termin bekommen...Das hat uns die Psychologie mit einer sehr besorgten Miene mitgeteilt.
Er hat erzählt, dass die Frau immer wieder 'Stopp' gesagt hat, weil die Zeit für die Aufgabe abgelaufen ist und er durfte diese Aufgaben nicht zu Ende machen.
Sehr motivierend für einen 5-Jährigen.
Er leichte Aufmerksamkeitsprobleme und kann wegen der Muskelhypotonie nicht lange ruhig am Tisch sitzen, dadurch ist er nicht gerade besonders schnell. Das Ergebnis wird bestimmt nicht gut ausfallen. Mein Mann tröstet mich. dass es egal ist. J. kann schon einigermaßen fließend (langsam) lesen und nach Gehör (mit den üblichen Fehlern) schreiben sowie recht gut rechnen. Aber bei vielen, v.a. praktischen Sachen braucht er ziemlich viel Zeit :(
LG


Gib einem standardisierten Testverfahren doch nicht solche Macht!
Du hast Angst vor den Ergebnis?
Warum?
Du kennst dein Kind und kannst sein Potential besser einschätzen als ein
normiertes Verfahren, welches durch das individuelle Naturell eines Kindes und die Interaktion mit dem Tester (sehr zum Nachteil besonders sensibler Kinder) sehr viel mehr verfälscht wird als allgemein zugegeben.

Ein hohes Testergebnis zeigt recht zuverlässig ein hohes Potential an,
das impliziert aber nicht, dass durch ein niedriges Testergebnis angezeigt würde, dass wenig Potential vorhanden wäre.
Es offenbart lediglich, dass das Kind in der Testsituation nicht abliefert. Das kann unzählige Gründe haben.
Minderbegabung ist nur EINE unter zahlreichen Möglichkeiten und bei einem 5jährigen Frühleser, der versteht, was er liest, vollkommen ausgeschlossen. :D
Es könnte passieren, dass sich die guten Ressourcen deines Kindes sich durch den Test nicht in Gänze darstellen lassen, so what,
die Testdiagnostik ist eben noch völlig unzulänglich. :lol:

Lisa Maier
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Beitragvon Lisa Maier » 07.11.2018, 17:29

Hallo,

ich frage mich schon sehr lange, was diese ganze Testerei eigentlich soll. Bei einer muskuläre Hypotonie ist es z.B. rein aus technischen Gründen oft völlig normal, daß man für bestimmte Dinge länger braucht - und das hat nichts mit der Intelligenz zu tun. Da ich eher in der Steinzeit geboren bin, blieb ich bei der Einschulung noch von einem IQ-Test verschont. Hätte es allerdings einen gegeben, dann hätte ich da bestimmt eher versagt, da ich aus muskulären Gründen zu langsam gewesen wäre. Ohne Testung wurde mein Verstand nicht angezweifelt.
Wenn ich ein Kind hätte, würde es, egal, was das SPZ will, nicht getestet werden.

Viele Grüße

Lisa

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Beitragvon melly210 » 07.11.2018, 21:51

ich frage mich schon sehr lange, was diese ganze Testerei eigentlich soll. Bei einer muskuläre Hypotonie ist es z.B. rein aus technischen Gründen oft völlig normal, daß man für bestimmte Dinge länger braucht - und das hat nichts mit der Intelligenz zu tun. Da ich eher in der Steinzeit geboren bin, blieb ich bei der Einschulung noch von einem IQ-Test verschont. Hätte es allerdings einen gegeben, dann hätte ich da bestimmt eher versagt, da ich aus muskulären Gründen zu langsam gewesen wäre. Ohne Testung wurde mein Verstand nicht angezweifelt.
Wenn ich ein Kind hätte, würde es, egal, was das SPZ will, nicht getestet werden.


Ja. Leider ist es eben so, daß Teilleistungsstörungen IQ-Tests massiv nach unten verfälschen können. Die werden aber trotzdem voll gewertet. Im Bericht steht dann zb IQ 70, und damit hat das Kind einen Stempel und fertig. Deshalb wurde mir ja auch von der Beratungsstelle so dringend davon abgeraten meinen Sohn testen zu lassen.
So entstehen auch solche Fälle wie der von dem jungen Mann der mal als Kiga-Kind mit IQ um die 70 getestet und danach kommentarlos in eine Sonderschule gesteckt wurde. Der hat bei einem erneuten Test im Erwachsenenalter einen völlig normalen IQ-Test hingelegt und hat den Staat sehr richtig auf Schmerzensgeld und Verdienstentgang verklagt.

Und was ich auch widersinnig finde: um offiziell eine Wahrnehmungsstörung zu haben, muß der Gesamt-IQ im Durchschnitt liegen. Daß ist aber ja nur erreichbar wenn man abgesehen von dem Bereich der von der Wahrnehmungsstörung betroffen ist ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt. Wenn man beim Rest im Durchschnitt liegt, ist der Gesamt-IQ dann sehr wahrscheinlich unter dem Durchschnitt, weil man ja in dem Bereich mit der Störung sehr schlecht abschneidet.

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Leela
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Beitragvon Leela » 07.11.2018, 22:58

Hi,
ja, das ist bestimmt alles richtig, ich habe trotzdem die Befürchtung, dass er durch die kleinen Schwächen, die den Test beeinflussen, in der Schule große Probleme haben kann,
bzw. ich habe Angst, es mit dem Testergebnis schwarz auf weiß zu bekommen.
Ich habe mich lange gegen die Rückstellung gewährt, habe in diesem Forum von einer Blattsammlung gehört, mit der man Lesen nach Silben lernen kann, sie gekauft und meinem Kind das Lesen beigebracht, in der Hoffnung, dass er nicht zurückgestellt werden muss, wenn er alles kann, was man erst in der 1. Klasse lernt. Langsam wird es mir aber klar, dass Lesen und Rechnen nicht ausreichen, dass er trotzdem Probleme haben kann.
Das wollte ich nicht wahr haben und nach dem IQ-Test werde ich es akzeptieren müssen.
Eine andere Sache ist, dass dieses bestimmt nicht besonders gute Ergebnis in seiner Akte für immer bleiben wird...
Ich werde weiter berichten, sobald der Test zu Ende ist.
LG
Sohn geb. Juni 2013 (5 Wochen zu früh, nach vorz. Blasensprung), Hirnblutung.

leicht entwicklungsverzögert

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