Bedeutsamkeit Pflegegrad 2 oder 3

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Callalina
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Beitragvon Callalina » 03.01.2019, 19:57

Hallo Anna,
ich sehe das wie Tanja. Das ist sehr zweideutig geschrieben :)
So wie ich es lese geht es schon um den Auslöser.

Baut das Kind einen Unfall mit Fahrrad, Roller, später Mofa etc. wird die Versicherung nicht zahlen aufgrund der bekannten Krankheiten. Kind ist der Auslöser.

Ist es nur "Mitfahrer" und es kommt zum Unfall ist es abgesichert.

Auch wenn jetzt im MDK Gutachten Worte wie Entwicklungsverzögert, sozial-emotionale Störung u.s.w. nicht explizit genannt werden, wird die Versicherung im Schadensfall Gutachten und Berichte einholen über das Kind. Sie müssen dann ja beurteilen was den Unfall auslöste.

Würde an deiner Stelle das nochmal genauer anfordern.

VG Callalina
7/12, Mikrodeletion 2p25.3, VED, entwicklungsverzögert, bald Prismenbrillen Trägerin, Kiss-Kidd Syndrom behandelt - endlich beschwerdefrei
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kati543
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Beitragvon kati543 » 04.01.2019, 20:33

Hallo,
eigentlich ist das so zweideutig nicht geschrieben. Auch gesunde Kinder bauen Unfälle. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass gesunde Kinder deutlich öfter heftig verunglücken mit bleibenden Schäden, als behinderte Kinder - mit Zunahme der Behinderung ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls immer geringer. Es wird der Versicherung schwer fallen, zu beweisen, ob die Behinderung hier nun zu 100% zum Tragen kam oder zu 5% oder gar 99%.

Jetzt gehe ich mal von MEINEM Kind (PG4, 11 Jahre) aus. Baut er einen Unfall mit seinem Fahrrad, werde ich wohl in ernste Erklärungsnot geraten, warum ich ein derart beeinträchtigtes Kind, welches sich geradeso auf dem Fahrrad halten kann, aber über keinerlei Orientierung verfügt und keine Strassenverkehrsregeln kennt, allein auf einer öffentlichen Straße herumfahren lasse. Da ist nicht das Kind der Auslöser, sondern die Eltern, die die ärztlichen Gutachten (und ihr Kind und dessen Fähigkeiten) kennen und ignorieren.

Mein Kind ist jeden Schultag unfallversichert von 7:00-17:30 Uhr. Das muss reichen. Die restlichen 3 wachen Stunden muss ich einfach hoffen, dass nichts passiert.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Callalina
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Beitragvon Callalina » 04.01.2019, 21:18

Hallo Katrin,

da bin ich voll deiner Meinung. Denke auch, dass gesunde Kinder weitaus häufiger verunglücken als Kinder mit Beeinträchtigungen.
Da unsere Kinder besser "behütet" werden.
Kein Elternteil wird das Kind ohne Orientierungssinn oder ohne die Gefahren einschätzen zu können alleine losschicken.
Darum kann ich nicht verstehen, warum die Unfallversicherungen da meistens so ein Tam Tam machen.
Bei der Privat Haftpflicht schätze ich die Gefahren höher ein, gerade bei Kids die sehr flink und ungeschickt sind. Da leuchten mir Ablehnungen der Versicherung eher ein.

Zum Glück hatten wir die Unfallversicherung davor abgeschlossen und ich habe die Bestätigung, dass die Diagnose keine Auswirkung hat im Schadensfall.
Ausser, die Diagnose wäre vor Abschluss der Versicherung schon bekannt gewesen.
Das war es ja nicht.

Zu der Antwort der E-Mail von der Versicherung...
Ich arbeite bei einer Versicherung und eindeutig ist was anderes.
Ist das Kind so versicherbar. Ja oder Nein.
LG
Callalina
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MichaelK
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Beitragvon MichaelK » 04.01.2019, 22:06

Callalina hat geschrieben:
Ist das Kind so versicherbar. Ja oder Nein.


Hallo,

wer versicherbar ist, sollte in den Vertragsbedingungen stehen. Da steht leider meist, dass Pflegebedürftige nicht versicherbar sind. Somit ist man nicht versichert, auch wenn man Beiträge zahlt. Ob die Pflegebedürftigkeit bei Vertragsabschluss vorlag oder erst später eingetreten ist, ist belanglos.
genauso ist es belanglos, ob die Pflegebedürftigkeit vor einem Unfall schon festgestellt wurde oder erst im Zusammenhang mit den Unfallermittlungen festgestellt wird.
fakt ist, dass keine Unfallversicherung da auch nur einen Cent zahlt, falls zum Unfallzeitpunkt eine Pflegebedürftigkeit vorgelegen hatte (eben weil nicht versicherbar)

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon Callalina » 04.01.2019, 23:45

Hallo Michael,
ich hatte erst telefonischen Kontakt zu unserer Unfallversicherung. Nicht da wo ich arbeite!
Man sagte mir am Telefon, dass eine Leistung immer fällig wird, wenn NACH Vertragsabschluss etwas passiert. Dafür schließt man ja eine Versicherung ab :)
Wir hatten die Unfallversicherung ab Geburt für unsere "gesund" geborene Tochter.
Die Entwicklungsverzögerung begann erst nach dem 1. Geburtstag. Diagnose mit 4 Jahren.
Das wollte ich schriftlich haben und habe ich auch bekommen.

Es kommt darauf an bei wem man versichert ist.

Ein Freund von mir ist Versicherungsmakler und gesundheitlich in vielen Bereichen sehr angeschlagen. Er ging bei vielen Versicherungen leer aus. Wie du schon sagst, es kommt auf die Versicherungsbedingungen an.
Darum war es ihm so wichtig, dass wir "richtig" abgesichert sind. Beim Vertragsabschluss habe ich das "fast" belächelt und mir gedacht, wir werden eh gesundheitlich nicht in seine Fussstapfen treten.... Doch er war hartnäckig und jetzt bin ich froh darüber.

Der Nachteil ist, dass wir nie mehr wechseln können. Selbst wenn die Preise drastisch in die Höhe schnallen.

LG Callalina
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konik
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Beitragvon konik » 05.01.2019, 18:05

AnnaFB1985 hat geschrieben:Ich habe heute von der Maklerin die Antwort von der Unfallsversicherung weitergeleitet bekommen. HIer wurde ja Interesse daran bekundet.

Die Versicherung ist wohl nur leistungsfrei, wenn die Pflegebedürftigkeit zu 100% (!) Auslöser dafür ist.

Oder wie würdet ihr das interpretieren?

Das kam von der Versicherung (denen das MDK-Gutachten vorgelegt wurde):

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir nehmen Bezug auf Ihre Email vom 10.12.2018.
Wunschgemäß bestätigen wir auch bei einer Pflegebedürftigkeit den bedingungsgemäßen
Versicherungsschutz. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf § 2 der Bedingungen zur
Unfallversicherung:
Für durch den Unfall ausgelöste Gesundheitsschädigungen werden keine Leistungen er-
bracht, falls diese vollständig auf bereits bestehende Krankheiten zurückzuführen sind. Ha-
ben Krankheiten lediglich mitgewirkt, leisten wir hingegen unabhängig vom Mitwirkungsanteil
in vollem Umfang.
Sie haben noch Fragen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.


Bei Interesse teile ich gern per PN die Versicherung mit. Ich hab keine Ahnung, ob ich das so öffentlich "darf" oder nicht :?:

Viele Grüße




Hallo ,

Ja das ist eher nichts.
Generell heißt das jeder Fall der in irgend einem Zusammenhang stehen könnte mit der Behinderung , wird nicht bezahlt.
So ähnlich hatte ich das öfters.
Ich würde da nicht bleiben. Es kommt aber auch drauf an um was es dir geht .

Wir sind bei der Bruderhilfe , klar offiziell steht da für Geistig Behinderte . Aber es gibt so einige weitere Behinderungen die darunter fallen!
Denn letztlich wird in einem Schadensfall geprüft , da wird es auf jeden Fall für Alle die eingeschränkte Alltagskompetenz hatten bzw die nach altem Recht bekommen hätten zu nennen. Diese Personen , gelten so die Aussage mir gegenüber nun mal als eingeschränkt hier wird wohl immer kein Schutz bestehen. Versicherungen sind da sehr kreativ Zusammenhänge zu finden...
Personen die 100% im SBA haben oder H/B , all die fallen durch .
Es geht ja in der Regel um Haftpflicht und Unfall.
Generell ist ab PG3 Schluss und ich würde niemals ohne eindeutigen schriftlichen Beleg bleiben. Dann lieber zur Bruderhilfe . Ich hatte bisher einen Schaden der anstandslos bezahlt wurde .
Die obligatorischen Bögen kommen da auch nicht , die man normal bekommt ob das Kind eine Behinderung hat und tausend Fragen dazu die dann am Ende eine Auflösung des Vertrages nach sich zieht und man auf Allem sitzen bleibt.
Man kann dann froh sein , wenn man sein Geld wieder bekommt.

Edit

Auch wird schnuppe sein ob da eine Aufsicht dabei ist.

Es gibt so viele Eltern von offiziell Geistig Behinderten Kindern , teils Nonverbal , die alleine mit dem Bus fahren , zur Schule gehen oder zum Spielplatz ! Schulen predigen das ja förmlich Selbständigkeit .... genauso gibt es sicher genug Kinder mit SBA H/ B die alleine u terwegs sind .
Ich finde das Thema enorm schwierig da man eine extrem hohe Verantwortung hat trotzdem soll das Kind sich möglichst entwickeln. Versicherung würde hier immer ganz klar nie haften.
.

LG

Konik


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