Bedeutsamkeit Pflegegrad 2 oder 3

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MichaelK
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Re: Bedeutsamkeit Pflegegrad 2 oder 3

Beitragvon MichaelK » 03.11.2018, 09:56

ninona hat geschrieben:ich habe mal eine rein theoretische Frage.
Macht es in bestimmten Situationen einen Unterschied ob jemand Pflegegrad 2 oder 3 hat?

Ich denke da an Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeit, Unfallversicherung, Flugreisen etc....


Der Pflegegrad ist ja "nur" eine Feststellung der Pflegekasse. Im Fall der Fälle wird sich eine Versicherung sowieso an den konkreten Verhältnissen orientieren, also selbst ärztliche Gutachten usw. einholen.....

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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AnnaFB1985
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Beitragvon AnnaFB1985 » 03.11.2018, 11:13

Hallo!

Jetzt hab ich grade höchst erschrocken mal unserer Versicherungsmaklerin gemailt. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, dass der PG Auswirkungen auf den Versicherungsschutz haben könnte.
Zeitgleich hab ich mir unsere Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung rausgekramt und da steht in der Übersicht zumindest, dass der Versicherungsschutz bei "Pflegebedürftigkeit und Geisteskrankheit aufrecht erhalten" bleibt.

LG, Anna
Anna mit 4 Töchtern
*2001 & *2012 normal entwickelt
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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 03.11.2018, 11:41

Hallo Anna, wie gesagt: ich habe noch keine Versicherung finden können welche bei PG3 weiterhin unfallversichert. Schriftliche Bestätigung ist wirklich erforderlich.
Wenn du die bekommst, wäre ich sehr froh, wenn ich den Namen der Versicherung erfahren dürfte.
Pflegebedürftigkeit hatte ich auch schon gelesen, aber beim genaueren Hinterfragen war dann doch bei PG3 Schluss.

LG

konik
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Beitragvon konik » 03.11.2018, 11:42

Hallo ,

Meine Erfahrungen :

Ich hatte mal größer mich mit dem Thema befasst . Nach altem Recht war ab PG 2 Schluss mit Versicherungen.

Ich hatte viele Versicherungen angerufen bei Allen bekam ich gesagt ich denke da gibt es kein Problem. Doch auf Nachfragen in den Zentralen mussten sogar die Rechtsabteilungen tätig werden.

Ganz schwierig wird es bei mentalen Einschränkungen . Früher gab es den Ausschluss Geistige Behinderung , heute ist das ein schwammiger Begriff geworden für Versicherungen.
Letztlich kam am Ende raus das es ab PG4 abgesehen von Haftpflicht/ Hausrat keine Versicherungen gibt.
Aber selbst diese nur sehr beschränkt tatsächlich zahlen.

Wir sind bei der Bruderhilfe ( dieser spezielle Schutz ist nicht auf deren Seite zu sehen man muss Anfragen) die extra eine Versicherung für Deliktunfähige haben.
Achtung nicht nur Geistig Behinderte werden so heute eingestuft!
Sondern zb auch Autisten .
Im Fall eines Schadens wird ja sowieso geprüft werden und dann kommt das große Erwachen.
Wirklich jeder normale Vertreter war der Meinung man kann normal versichern !

Eine Unfallversicherung zahlt nicht denn da wird immer am Ende kommen es ist passiert weil das Kind behindert ist , einen Pflegegrad hat.
Ab grad 3 wird eh gekündigt.
Die Versicherungen machen sich das einfach , wir zahlen Jahre lang , passiert was heißt es nein und wird gekündigt . Im besten Fall bekommt man sein Geld wieder zurück .


Wenn in den Unterlagen was steht von bleibt erhalten bei Pflegebedürftigkeit heißt das wenn diese nach Abschluss eingetreten ist !


LG

Konik

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Beitragvon AnnaFB1985 » 03.11.2018, 15:49

Na dann bin ich ja mal gespannt.
Was mach ich denn, wenn die Maklerin mir sagt, der Versicherungsschutz bleibt bestehen? Böse gesagt: die könnte mir ja viel erzählen :?

Das schriftlich vom Versicherer anfordern?
Für welche Versicherungen spielt das denn noch eine Rolle?

LG, Anna

Edit: Ich gebe auf jeden Fall Rückmeldung und sollte es so sein, sage ich natürlich auch den Namen der Versicherung, da hab ich kein Problem mit.
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konik
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Beitragvon konik » 03.11.2018, 19:52

Anna ,

Ich würde sie bitten genau nachzufragen ob es für eure Konstelation eine Einschränkung gibt und wenn ja wo . Da ja wohl je nach Versicherung und Unternehmen Unterschiede bestehen.
Nennen des Pflegegrades
Nennen ob Betreuungsleitungen erhöht sind ( alle die das haben und nicht PG 4,5 haben werden oft ebenfalls nicht versichert . Ist ja auch irgendwo logisch man beantragt sowas weil das Kind nicht alleine raus kann , Gefahren erkennt , usw hat vielleicht im SBA noch ein H und oder ein B . )

Die frühere Bezeichnung ausgeschlossen ist bei Geistiger Behinderung , stimmt eben nicht mehr da die meisten Pflegestufenpatienten mit erhöhten Betreuungsleistungen so betrachtet werden also im Versicherungsrecht .

Ich kann nur raten in den Zentralen genau anzufragen. Bekommt man das Schriftlich , ist es in Ordnung . Aber ich bin selbst da nicht sicher ob dann tatsächlich gezahlt wird.
Wenn du die Auskunft bekommst nein es geht nicht Versuch deine Beiträge wieder zu bekommen...

Viele haben heute nur noch Online Versicherungen , also nix mehr mit persönlichem Kontakt . Das man alles melden muss was sich gesundheitlich tut ec wissen ja die Menschen schon nicht.
Klar ein Schaden der was weiß ich vielleicht eine kaputte Brille betrifft , ist ein so genannter Kleinschaden. Da wird eine Versicherung kein Mega Aufriss machen. Aber stellt euch vor es ist was echt Großes!?

Ich wusste es früher auch nicht und erst durch eine kaputte Brille bei uns kam das ins rollen.
Jetzt bei der Bruderhilfe bin ich sehr zufrieden.

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Beitragvon AnnaFB1985 » 03.01.2019, 17:15

Ich habe heute von der Maklerin die Antwort von der Unfallsversicherung weitergeleitet bekommen. HIer wurde ja Interesse daran bekundet.

Die Versicherung ist wohl nur leistungsfrei, wenn die Pflegebedürftigkeit zu 100% (!) Auslöser dafür ist.

Oder wie würdet ihr das interpretieren?

Das kam von der Versicherung (denen das MDK-Gutachten vorgelegt wurde):

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir nehmen Bezug auf Ihre Email vom 10.12.2018.
Wunschgemäß bestätigen wir auch bei einer Pflegebedürftigkeit den bedingungsgemäßen
Versicherungsschutz. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf § 2 der Bedingungen zur
Unfallversicherung:
Für durch den Unfall ausgelöste Gesundheitsschädigungen werden keine Leistungen er-
bracht, falls diese vollständig auf bereits bestehende Krankheiten zurückzuführen sind. Ha-
ben Krankheiten lediglich mitgewirkt, leisten wir hingegen unabhängig vom Mitwirkungsanteil
in vollem Umfang.
Sie haben noch Fragen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung.


Bei Interesse teile ich gern per PN die Versicherung mit. Ich hab keine Ahnung, ob ich das so öffentlich "darf" oder nicht :?:

Viele Grüße
Anna mit 4 Töchtern

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Beitragvon TanjaJ1972 » 03.01.2019, 17:33

Hallo Anna,
bin mir nicht sicher, ob mir das so reichen würde. Ich glaub eher nicht. Das ist ja mehr als wage von der Versicherung formuliert. Es geht in §2 ja nicht darum, daß die Pflegebedürftigkeit Auslöser ist, sondern bestehende Erkrankungen.

Im Zweifelsfall könnte beispielsweise die Versicherung sich ja darauf berufen, daß ein Unfall womöglich nicht passiert wäre, wenn keine Entwicklungsverzögerung oder sozial-emotionale Störung vorliegen würde. Da ist m.E. viel zu viel Platz für Interpretationsspielraum.

VG
Tanja
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Beitragvon AnnaFB1985 » 03.01.2019, 19:16

Jetzt hab ich den Text noch ein paar Mal gelesen und soweit ich das verstehe, geht es gar nicht um den Auslöser des Unfalls, sondern um die Folgen:
Für durch den Unfall ausgelöste Gesundheitsschädigungen werden keine Leistungen er-
bracht, falls diese vollständig auf bereits bestehende Krankheiten zurückzuführen sind. Ha-
ben Krankheiten lediglich mitgewirkt, leisten wir hingegen unabhängig vom Mitwirkungsanteil
in vollem Umfang.

Heißt, die Unfallfolgen, die ja versichert sind, werden getragen, sofern sie nicht zu 100% auf die Diagnose der Pflegebedürftigkeit zurückzuführen sind.
Und welche Unfallfolge-Erkrankung ist auf zB Entwicklungsverzögerung zurückzuführen?
Anna mit 4 Töchtern

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TanjaJ1972
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Beitragvon TanjaJ1972 » 03.01.2019, 19:50

Hallo Anna,
keine Ahnung, bin kein Versicherungsvertreter. Aber die haben ja schonmal gern abstruse Gedanken, wenns darum geht, um die Auszahlung von Leistungen drumherum zu kommen.

Aber wie gesagt, wenn Du mit der Mail so zufrieden bist und sicher bist, daß die im Leistungsfall dann auch wirklich zahlen und ihr nicht umsonst die ganzen Beiträge leistet, ist es ja ok. Dann gönne ich es Euch gern, daß ich so eine gute Versicherung gefunden habt.

VG
Tanja
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