Was beachten bei Wechsel von WfB zu Förderstätte?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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BettinaDA
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Was beachten bei Wechsel von WfB zu Förderstätte?

Beitragvon BettinaDA » 02.11.2018, 14:10

Bei uns sieht es wohl leider so aus, als ob mein Sohn nun noch nicht einmal mehr die WfB schafft. Dort ist man zwar sehr bemüht und es wurde sogar schon beim Kostenträger eine Einzelbetreuung beantragt, aber ob das genehmigt wird, steht natürlich noch in den Sternen. Deshalb hatte ich mir heute eine Tagesförderstätte angeschaut und war sehr angetan von der ruhigen Atmosphäre. Ich könnte mir gut vorstellen, daß mein Sohn dort endlich zur Ruhe kommt, denn den Anforderungen in der Werkstatt war er eigentlich schon lange nicht mehr gewachsen.

Was muß ich alles beachten, wenn ich diesen Schritt gehe? Daß er dann nicht mehr selbst krankenversichert ist und wieder zurück in unsere Familienversicherung muß, hatte ich schon gelesen. Ich hatte einen Rentenbescheid angefordert und dort etwas von einer 'Rente wegen voller Erwerbsminderung' belesen, diese wäre sogar 100 Euro höher als die Grundsicherung. Aber er ist ja schon 'dauerhaft erwerbsgemindert', denn sonst wäre er ja nicht in einer WfB.

Sorry, aber mir schwirrt der Kopf......... kann mir bitte jemand weiterhelfen?

Viele Grüße
Bettina
Sohn 8/90 atpischer Autismus, Hypogonadismus.

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Sabine mit Phoebe
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Beitragvon Sabine mit Phoebe » 02.11.2018, 17:17

Wie lange war Dein Sohn in der WfB? Um die Erwernsminderungsrente zu beantragen, müssen fünf Jahre Beiträge gezahlt worden sein. Die Jahre in der WfB zählen, glaube ich, mehr. Du könntest Dich bei der Rentenversicherung hierzu beraten lassen. Meist gibt es regelmäßige Termine im Rathaus dazu.

Liebe Grüße

Sabine
Sabine 10/1971 (frontonasale Dysplasie) + Peter 07/1970 (Stickler-Syndrom) mit Phoebe Leonie 11/2003 (Stickler-Syndrom mit Pierre-Robin-Sequenz), Sternenkind Ben Leonard (Trisomie 13) 06/2006 im Herzen und Eric Nathan 04/2008 (Stickler-Syndrom mit Pierre-Robin-Sequenz)

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Beitragvon BettinaDA » 03.11.2018, 08:10

Mein Sohn ist nach der Schule in den Berufsbildungsbereich gewechselt, lt. Versicherungsverlauf wurden ab 1.9.2011 erstmals Beiträge entrichtet. Mehr als 5 Jahre hat er also schon, allerdings hatte ich gelesen, daß die Voraussetzungen für die Rente erst nach einer Wartefrist von 20 Jahren erfüllt sind.

Danke für den Tipp wegen dem Rathaus, ich habe mir gleich die entsprechende Adresse herausgesucht und werde dort nachfragen.
Sohn 8/90 atpischer Autismus, Hypogonadismus.

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Beitragvon BettinaDA » 30.11.2018, 19:13

Meine Frage bezüglich der Rente hat sich erledigt:

KatjaMausB hat geschrieben:Hallo Sylvia,

ich glaube nicht, dass diese Regelung der Erwerbsminderungsrente für Menschen mit Behinderung, die in Behindertenwerkstätten arbeiten, auch auf diejenigen übertragbar ist, die in der Tagesstruktur sind oder in Tagesförderstätten sind.

Hier ist eine recht gute Information zur Erwerbsminderungsrente zu finden: https://anthropoi-selbsthilfe.de/wp-con ... srente.pdf

Darin steht auch, dass der Mensch mit Behinderung von der Rentenzahlung meistens nicht profitiert, da diese auf die Eingliederungsleistung des Kostenträgers angerechnet wird.

Aus diesem Grund (Anrechenbarkeit von Einkünften) ist es vermutlich auch nicht erstrebenswert, dass Menschen mit Behinderung, die nicht in einer WfbM arbeiten und in einer Einrichtung leben, eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Es werden auch keine Beiträge für diesen Personenkreis abgeführt, während die WfbM Rentenversicherungsbeiträge abführen muss.

Herzliche Grüße
Katja


Danke, Katja für diesen Beitrag!
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Beitragvon BettinaDA » 22.01.2019, 16:41

Zitat aus oben genanntem Link:

Lebt der Bezieher der Rente dann weiterhin in einer
Einrichtung und bezieht Eingliederungshilfe, wird Nutznießer dieser Erhöhung allerdings nur der Kostenträger sein.


Ich habe nun einen Termin bei der RV ausgemacht und werde mich genau beraten lassen, denn mein Sohn lebt ja derzeit gar nicht in einer Einrichtung sondern bei uns zu hause.
Sohn 8/90 atpischer Autismus, Hypogonadismus.


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